English  Français Español

Auf dem Netz

: English (automatic translation)
: Français (traduction automatique)

Maschinelle Übersetzung mit Free.fr
  


click here

Web search
more news  on the French part of the site 

Tägliche Nachrichten

09/06/04: Mexiko will in Kolumbien vermitteln - Quito (AP) Mexiko will bei möglichen Verhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerillagruppe ELN vermitteln. Eine entsprechende Vereinbarung erzielten der mexikanische Außenminister Luis Ernesto Derbez und seine kolumbianische Kollegin Carolina Barco während eines Treffens der Organisation
Amerikanischer Staaten (OAS) in Quito. Die mexikanischen Vermittler wollen eine `internationale Garantie" als ersten Schritt für einen Friedensprozess mit der ELN vorlegen, wie beide Seiten in
Erklärungen bekanntgaben, die am Dienstag in Mexiko-Stadt und Bogota veröffentlicht wurden. Die ELN hatte in der vergangenen Woche angeboten, einen bilateralen Waffenstillstand auszuhandeln. Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe verfolgt einen harten Kurs gegenüber den linksgerichteten Rebellengruppen FARC und ELN. Die bislang letzten Friedensverhandlungen zwischen Regierung und der rund 5.000 Kämpfer starken ELN endeten, als der Hardliner Uribe im August 2002 das Präsidentenamt übernahm. Mit mehreren rechtsgerichteten paramilitärischen Gruppen hat Uribe Gespräche aufgenommen. Der seit rund 40 Jahren anhaltende Bürgerkrieg in Kolumbien kostet jedes Jahr mehrere tausend Menschen das Leben.

07/06/04: OAS wählt neuen Generalsekretär und legt Leitlinien fest - Quito (dpa) - OAS wählt neuen Generalsekretär und legt Leitlinien fest - Quito (dpa) - Der frühere Präsident Costa Ricas, Miguel Ángel Rodríguez (64), ist am Montag zum neuen Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gewählt worden. Der Wirtschaftsexperte tritt die Nachfolge von César Gaviria an, während dessen Amtszeit die Organisation nach Ansicht von Kritikern hinter ihren ehrgeizigen Zielen wie der Bekämpfung von Korruption und Armut zurückblieb. Die Wahl während er 34. Generalversammlung der OAS in Ecuadors Hauptstadt Quito erfolgte einstimmig. Rodríguez sagte bei seiner Antrittsrede, er wolle sich für die Stärkung der Demokratie und die Stabilität in der Region einsetzen. Auf der bis Dienstag dauernden Generalversammlung sollten zudem Leitlinien für eine «bessere Zukunft» festlegt werden. Oberste Priorität soll wie schon in früheren Jahren die Bekämpfung der in Lateinamerika und der Karibik besonders verbreiteten Korruption haben. Korrupten Funktionären solle künftig kein Asyl mehr gewährt und deren Auslierferung erleichtert werden. Weitere Themen der Versammlung waren der umstrittene Anspruch
Boliviens gegen Chile auf einen Zugang zum Pazifik, die Unterstützung der Friedensbemühungen in Kolumbien, der Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, die Rechte der Indio-Völker, die Stärkung der Demokratie und die Beschränkung der Militärausgaben in der Region. Zugleich demonstrierten Indio-Organisationen gegen Ecuadors Präsidenten Lucio Gutiérez und die von den USA porpagierte amerikanische Freihandelszone sowie für mehr Rechte für die Indio-Völker Lateinamerikas.

07/06/04: Autobombe explodiert vor Polizeiwache in Medellin - Bogota (AP) In der Nähe einer Polizeiwache und einer Kirche ist am Montag in der kolumbianischen Großstadt Medellin eine Autobombe explodiert. Mindestens acht Menschen wurden verletzt, darunter auch ein Geistlicher, wie die Polizei in der zweitgrößten Stadt Kolumbiens mitteilte. Die Autobombe ging auf einem Parkplatz hoch. Die Polizei untersuchte noch die möglichen Hintergründe. Die Behörden vermuteten aber, dass es sich um einen Anschlag der linken Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) gehandelt habe.

06/06/04: Kolumbiens Regierung und ELN-Rebellen geben Friedenssignale - Bogotá (dpa) - Kolumbiens Regierung und die ELN-Rebellen haben ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen bekundet. Der Anführer des «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN), Gerardo Bermúdez alias «Francisco Galán», schlug einen Waffenstillstand und eine Amnestie für in Haft sitzende Rebellen und politische Gefangene vor. Damit reagierte er auf ein entsprechendes Angebot der Regierung von Präsident Alvaro Uribe. Eine Befriedung Kolumbiens war jedoch weiter nicht absehbar, weil die größte und schlagkräftigste Rebellengruppe, die «Revolutionären Streitkräften Kolumbiens» (FARC), nicht in den Prozess einbezogen ist. Galán war am Freitag für 24 Stunden aus einem Hochsicherheitsgefängnis entlassen worden, um mit Vize-Präsident Francisco Santos über die Wiederaufnahme der Friedenskontakte zu sprechen. Santos hatte kurz vor dem Treffen betont, die Regierung werde «großzügig» auf Angebote der Rebellen reagieren und deren Sicherheit im Falle einer Friedensregelung garantieren. Das ELN ist mit 4500 Männern und Frauen unter Waffen die zweitgrößte Rebellengruppe Kolumbiens. Das für Massenentführungen berüchtigte ELN hat in den vergangenen Jahren viel von seiner früheren Schlagkraft verloren. Zahlreiche Mitglieder liefen zu anderen Rebellengruppen oder zu den extrem rechten Paramilitärs über.

06/06/04: Kolumbien: Guerilla-Gruppe ELN zu Friedensgesprächen bereit  - Buenos Aires (epd). Die zweitgrößte Guerillagruppe Kolumbiens hat ihre Bereitschaft zu Friedensgesprächen mit der Regierung erklärt. Ziel des «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN) sei ein «humanitäres Abkommen» mit der Regierung, sagte ELN-Sprecher Francisco Galán nach kolumbianischen Zeitungsberichten vom Samstag nach einem Treffen mit dem Vizepräsidenten des Landes, Francisco Santos. Neben einem Waffenstillstand beinhalte der Plan auch eine Generalamnestie für alle «politischen Gefangenen», so Galán. Ein solches Abkommen könne «den Weg öffnen für eine politische Lösung, von der alle Kolumbianer träumen». In der vergangene Woche hatte die ELN bereits akzeptiert, dass die mexikanische Regierung als Vermittler bei Verhandlungen zwischen der
kolumbianischen Regierung und der Guerilla auftreten könnte. Guerilla-Führer Galán bekam für sein Treffen mit Santos für 24 Stunden Freigang aus dem Hochsicherheitsgefängnis Itaguí nahe
Medellín, wo er seit 1992 eine Haftstrafe wegen Rebellion absitzt. Es war das erste Mal, dass die Regierung des Präsidenten Alvaro Uribe einen Guerillero für Gespräche aus dem Gefängnis ließ.
Vizepräsident Santos sagte, dass die Regierung eine «großzügige Antwort» finden werde, sollte die ELN dazu bereit sein, über ein Friedensabkommen zu verhandeln. Santos forderte die
Guerilla-Organisation auf, einen einseitigen Waffenstillstand zu verkünden, damit die Gespräche beginnen könnten. Seit 40 Jahren wütet in Kolumbien ein blutiger Konflikt zwischen linken Guerillagruppen, der Armee und rechtsextremen Paramilitärs. Die Vereinten Nationen sprechen von der derzeit «größten humanitären Krise in der westlichen Hemisphäre». Kolumbien hat die höchste
Mordrate der westlichen Welt. Rund drei Millionen Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht. Nach Angaben von amnesty international wurden im vergangenen Jahr mehr als 3.000 Zivilisten aus politischen Gründen getötet, 600 «verschwanden». 2.200 Menschen wurden entführt.

05/06/04: USA beantragen von Kolumbien Auslieferung von FARC-Chef Palmera - Justizminister: Oberstes Gericht prüft Antrag - Bogotá, 5. Juni (AFP) - Die USA haben die Auslieferung des in
Kolumbien inhaftierten Chefs der FARC-Guerilla, Ricardo Palmera, beantragt. Der Regierung liege das formale Auslieferungsgesuch Washingtons vor, teilte der kolumbianische Innen- und
Justizminister Sabas Pretelt am Freitag (Ortszeit) mit. Der Antrag werde wie alle anderen Auslieferungsgesuche behandelt und sei dem Obersten Gericht zur Prüfung vorgelegt worden. Palmeras Anwalt Oscar Silva sagte dem Fernsehsender RCN, sein Mandat sei von der kolumbianischen Generalsstaatsanwaltschaft über das US-Gesuch in Kenntnis gesetzt worden. Washington rechnet Palmera alias Simón Trinidad zum Führungszirkel der Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und macht ihn unter anderem für die Entführung von drei US-Bürgern sowie die Ermordung eines weiteren US-Bürgers verantwortlich. Der Fall liegt bereits mehr als ein Jahr zurück: Mitte Februar 2003 hatte die Guerilla im Süden des Landes ein Flugzeug mit vier US-Bürgern und einem Kolumbianer an Bord abgeschossen; der Kolumbianer wurde ebenfalls getötet. Die drei Entführten spionierten nach Ansicht der Guerilla im Auftrag des US-Geheimdienstes CIA. Nach Angaben der US-Regierung waren sie vom Pentagon beauftragt. Palmera sitzt seit seiner Festnahme Anfang Januar im Hochsicherheitsgefängnis von Cómbita rund 120 Kilometer nördlich von Bogotá. Ihm werden unter anderem Rebellion, Terrorismus, Geiselnahme und Mord vorgeworfen. Die Klageschrift umfasst insgesamt 45 Anklagepunkte. Im vergangenen Mai wurde Palmera bereits wegen Entführung und Rebellion zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt. Er gilt als Nummer vier in der FARC-Führung und als Chefideologe der Rebellengruppe. Palmera ist derzeit das ranghöchste inhaftierte FARC-Mitglied. Die FARC ist mit 17.000 Mitgliedern unter Waffen die größte
linksgerichtete Rebellengruppe in Kolumbien, gefolgt vom Nationalen Befreiungsheer (ELN) mit rund 4500 Kämpfern. Während des seit vier Jahrzehnten andauernden Konflikts in Kolumbien zwischen der Armee, der linksgerichteten Guerilla und ultrarechten Paramilitärs starben mehr als 200.000 Menschen; 2,7 Millionen Menschen wurden vertrieben.

05/06/04: ELN bietet Waffenruhe mit Aussicht auf Friedensverhandlungen an - Guerilla und Regierung unter Mexikos Vermittlung im Gespräch - Bogotá, 5. Juni (AFP) - Unter der Vermittlung Mexikos hat die kolumbianische ELN-Guerilla der Regierung in Bogotá einen Waffenstillstand mit der Aussicht auf anschließende Friedensverhandlungen angeboten. Die Rebellenorganisation wolle mit der Regierung eine «humanitäre Vereinbarung» treffen, die neben einer beidseitigen Waffenruhe auch eine Generalamnestie für «politische Gefangene» enthalten solle, sagte der Sprecher des Nationalen Befreiungsheeres (ELN), Francisco Galan, am Freitag nach einem Gespräch mit dem kolumbianischen Vize-Präsidenten Francisco Santos und dem mexikanischen Botschafter Mario Chacon. Ein solches Abkommen könne «den Weg für eine politische Lösung öffnen, von der
alle Kolumbianer träumen». Vize-Präsident Santos begrüßte die Erklärung. Bereits vor den Gesprächen hatte er gesagt, die Regierung werde eine «großzügige Antwort» finden, sollte sich die ELN zu einem Ende der Feindseligkeiten bereit erklären. Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe hatte auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel am vergangenen Samstag der ELN Friedensverhandlungen auf der Grundlage einer Waffenruhe und unter ausländischer Vermittlung vorgeschlagen. Der
mexikanische Präsident Vicente Fox hatte sein Land für die Vermittlerrolle angeboten. Während des seit vier Jahrzehnten andauernden Konflikts in Kolumbien zwischen der Armee, der linksgerichteten Guerilla und ultrarechten Paramilitärs starben mehr als 200.000 Menschen; 2,7 Millionen Menschen wurden vertrieben. Die ELN-Guerilla ist mit 4500 Kämpfern die zweitgrößte Rebellengruppe nach den Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), die 17.000 Menschen unter Waffen haben.

04/06/04: Chef der kolumbianischen ELN-Rebellen zu Gesprächen aus Gefängnis - Bogotá (dpa) - Die kolumbianische Regierung hat dem Anführer der linken ELN-Rebellen, Gerardo Bermúdez alias Francisco Galán, Ausgang aus der Haft für Gespräche über Friedensverhandlungen genehmigt. Galán dürfe das Hochsicherheitsgefängnis in der im Nordwesten des Landes gelegenen Stadt Itagüí am Freitag für einen Tag verlassen, um sich mit Vizepräsident Francisco Santos und mexikanischen Diplomaten zu treffen, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Die mit 4500 Männern und Frauen unter Waffen zweitgrößte Rebellengruppe Kolumbiens hatte zuvor die von Präsident Alvaro Uribe
vorgeschlagene Vermittlung Mexikos akzeptiert. Uribe hatte dem «Nationalen Befreiungsheer» (ELN) die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen unter der Bedingung angeboten, dass es eine
internationale Vermittlung und einen Waffenstillstand gebe. Das für Massenentführungen berüchtigte ELN hat in den vergangenen Jahren viel von seiner früheren Schlagkraft verloren. Zahlreiche
Mitglieder liefen zu anderen Rebellengruppen oder zu den extrem rechten Paramilitärs über. Ende 2002 hatten die Rebellen Friedensgespräche abgebrochen, weil die Regierung Uribe aus ihrer
Sicht nicht wirklich am Frieden interessiert sei.

03/06/04: Mexikos Präsident bietet sich als Vermittler in Kolumbien an - Buenos Aires (epd). Mexikos Präsident Vicente Fox wird möglicherweise im Konflikt zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerillagruppe «Nationales Befreiungsheer» (ELN) als Vermittler auftreten. Wie die Tageszeitung «El Tiempo» am Mittwoch berichtete, akzeptierten die ELN-Rebellen ein entsprechendes Angebot des mexikanischen Staatschefs. In den kommenden Wochen werde Fox darüber entscheiden, welche genaue Rolle er bei möglichen Friedensgesprächen zwischen der linken Guerillaorganisation und der kolumbianischen Staatsführung spielen wird. Am Wochenende hatte Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe bei einem Staatsbesuch in Mexiko gesagt, er sei zu Friedensgesprächen mit der ELN bereit. Ein Waffenstillstand zwischen der Armee und der Guerillagruppe müsse allerdings von internationalen Beobachtern kontrolliert werden. Bislang waren Verhandlungen zwischen den Rebellen und der Regierung nicht zu Stande gekommen. Seit Uribes Amtsantritt im Jahr 2002 hat er als Präsident auf einen militärischen Sieg im Guerillakrieg gesetzt. Friedensgespräche, wie sie die Vorgängerregierung mit der stärksten Guerillagruppe, den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC), geführt hat, lehnte Uribe bislang ab. Die FARC verfügt über etwa 17.000 Kämpfer, die ELN zählt etwa 4.500 bewaffnete Männer und Frauen.

01/06/04 : ELN-Guerilla für Friedensdialog unter mexikanischer Vermittlung - Bogotá, 1. Juni (AFP) - Die kolumbianische ELN-Guerilla hat einer Vermittlung Mexikos bei Friedensgesprächen mit der Regierung in Bogotá zugestimmt. Kolumbianische Medien zitierten am Dienstag ein entsprechendes Schreiben der Rebellenorganisation Nationales Befreiungsheer (ELN) an den mexikanischen Präsidenten Vicente Fox. Demnach erklärten die linksgerichteten Rebellen ihre Bereitschaft, «umgehend eine direkte Verbindung zur mexikanischen Regierung einzurichten». Der rechtsgerichtete kolumbianische Präsident Alvaro Uribe hatte die Guerilla bei einem Besuch in Mexiko am Sonntag zu einem Waffenstillstand und Verhandlungen unter Vermittlung Mexikos aufgefordert. Während des seit vier Jahrzehnten andauernden Konflikts in Kolumbien zwischen Armee, Guerilla und ultrarechten Paramilitärs starben mehr als 200.000 Menschen; 2,7 Millionen Menschen wurden vertrieben. Die ELN-Guerilla ist mit 4500 Kämpfern die zweitgrößte Rebellengruppe nach den Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), die 17.000 Menschen unter Waffen haben.

01/06/04 : Chef der kolumbianischen Paramilitärs außer Landes gebracht - - Castaño war seit Mitte April verschwunden - Bogotá, 1. Juni (AFP) - Der Chef der kolumbianischen Paramilitärs,
Carlos Castaño, ist außer Landes gebracht worden. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag (Ortszeit) aus diplomatischen und Regierungskreisen in Bogotá erfuhr, befand sich der 39-Jährige
möglicherweise auf dem Weg nach Israel oder sogar schon dort. Der Gründer der rechtsgerichteten Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens (AUC) war am 16. April im Norden des Landes auf mysteriöse Weise verschwunden. Nach übereinstimmenden Informationen, die AFP aus Diplomatenkreisen in Bogotá erhielt, wurde Castaño zunächst ins nördliche Nachbarland Panama gebracht. Demnach wurde er weiter nach Israel befördert, wo er sich möglicherweise bereits aufhält. Die USA hätten ihn zunächst mit einem Black-Hawk-Hubschrauber außer Landes gebracht und dann mit einer Militärtransportmaschine vom Typ Hercules C 130 weitergeflogen, hieß es. Ein Regierungssprecher in Bogotá wollte die Informationen weder bestätigen noch dementieren. Die US-Botschaft reagierte zunächst nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme. Aus einer regierungsnahen Quelle in Bogotá erfuhr AFP, dass sich der Paramilitär-Führer bereits kurz nach seinem Verschwinden im Ausland befand. Nach dem mysteriösen Verschwinden des AUC-Chefs in San Pedro de Uraba bei Monteria, 725 Kilometer nordwestlich von Bogotá, war gerätselt worden, ob er getötet oder entführt wurde oder ob er möglicherweise mit den USA über seine Auslieferung verhandelte. Washington hatte am 24. April die Auslieferung Castaños wegen Drogenhandels beantragt. Nach Informationen von AFP war Castaño, der seit kurzem Vater einer geistig behinderten Tochter ist, kampfesmüde und wollte sich kurz vor seinem Verschwinden den USA stellen. Das vertraute er einem hochrangigen Regierungsvertreter an. Castaño hatte sich hinter die Ziele der Regierung gestellt, wegen Drogenhandels gesuchte Paramilitärs in die USA auszuliefern. Damit stellte er sich gegen ranghohe AUC-Mitglieder, denn das Geschäft mit Drogen ist für die Paramilitärs wie für die Guerilleros die wichtigste Einnahmequelle. Der frühere Militärchef der AUC, Rodrigo Franco, hatte Ende April gesagt, Castaño sei auf Befehl seines Bruders Vicente Castaño getötet worden. Franco wurde am Samstag tot aufgefunden. Er hatte sich 2002 mit der AUC-Führung überworfen und deren
Friedensgespräche mit der Regierung kritisiert. Castaño hatte 1994 die AUC gegründet, nachdem Guerilleros seinen Vater, drei Brüder und eine Schwester ermordet hatten. Ihren eigenständigen Kampf gegen die linksgerichteten Guerillagruppen Revolutionäre Streitkräften Kolumbiens (FARC) und Nationales Befreiungsheer (ELN) sahen die Paramilitärs seit dem Amtsantritt des rechtsgerichteten Präsidenten Alvaro Uribe im August 2002 zunehmend als sinnlos an, da Uribe einen harten Kurs gegenüber der Guerilla fährt. Ein am 13. Mai vereinbartes Abkommen zwischen der Regierung und der AUC-Führung sieht die Demobilisierung der Paramilitär-Milizen vor sowie deren Begrenzung auf ein 368 Quadratkilometer großes Gebiet im Norden Kolumbiens. Bis Ende 2005 sollen die 20.000 Kämpfer umfassenden Milizen aufgelöst werden. In dem seit 40 Jahren andauernden Bürgerkrieg in Kolumbien kamen bislang rund 200.000 Menschen ums Leben.

31/05/04 : Linke Rebellen entführen in Kolumbien 17 Reisende - Bogotá (dpa) - Linke Rebellen haben nach Angaben der kolumbianischen Behörden im Nordwesten des Landes bei zwei Überfällen insgesamt 17 Reisende entführt. Bis Montag seien zehn der Geiseln wieder frei gekommen, hieß es weiter. Es war die erste größere Entführungsaktion des «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN) seit fast zwei Jahren. Fast zeitgleich hatte Präsident Alvaro Uribe sein Angebot für einen Waffenstillstand und Friedensgespräche mit dem ELN erneuert. Die Guerilla hatte am Samstag in der verarmten Provinz Chocó im Nordwesten des Landes zwei Reisebusse gestoppt und die beiden Fahrer sowie die Passagiere in den Busch verschleppt. Das Militär nahm nach eigenen Angaben die Verfolgung der Entführer auf, die deshalb die ersten zehn Geiseln frei gelassen hätten. Das ELN ist mit etwa 4500 Männern und Frauen unter Waffen die zweitgrößte Guerillagruppe des Landes und für spektakuläre Entführungsaktionen berüchtigt. Lösegelderpressung ist eine der wichtigsten Einnahmequellen illegaler bewaffneter Gruppen in Kolumbien. Im Dezember 2002 hatte das ELN Gespräche abgebrochen, weil die Regierung Uribe nicht wirklich am Frieden interessiert sei.

31/05/04: Unbekannte erschießen Ex-Militärchef kolumbianischer Paramilitärs - Bogotá, 31. Mai (AFP) - Unbekannte Täter haben in Kolumbien einen früheren Militärchef der ultrarechten Paramilitärs erschossen. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, wurde der 39-jährige Rodrigo Franco (alias Comandante Doble Cero) am Freitag während eines Spaziergangs in der Stadt Santa Marta an der Karibikküste getötet. Der frühere Armeeleutnant, gegen den wegen Menschenrechtsverletzunghen ermittelt wurde, galt als Mitbegründer der paramilitärischen Vereinigten Selbstverteidigungskräfte (AUC), mit denen er sich im Jahr 2002 überwarf und deren Friedensgespräche mit der Regierung er scharf kritisierte. Seitdem hatte ihm die AUC-Führung den Krieg erklärt.

29/05/04: Journalist in Kolumbien ermordet - Bogotá (dpa) - In Kolumbien ist erneut ein Journalist ermordet worden. Paul Márquez (38) habe gerade mit seinen Eltern zu Hause in San Andrés de Sotavento vor dem Fernseher gesessen, als er von einem Unbekannten Eindringling mit mehreren Schüssen getötet worden sei, teilten die Behörden am Samstag mit. Wie in Kolumbien üblich
bekannte sich niemand zu der Tat vom Freitag. Márquez war Pressesprecher des Bürgermeisters der Stadt in der Provinz Córdoba im Norden des Landes und Reporter für mehrere örtliche Zeitungen.
Mit dem neuen Mord stieg die Zahl der in Kolumbien seit Jahresbeginn umgebrachten Journalisten auf fünf. Das von einem 40-jährigen Bürgerkrieg heimgesuchte Land gilt als eines der gefährlichsten Einsatzgebiete für Journalisten weltweit.

27/05/04: ai: Rechte von Menschenrechtlern in Lateinamerika schützen- Brüssel (KNA) Die irische EU-Präsidentschaft soll sich nach einer Forderung von amnesty international (ai) beim
EU-Lateinamerikagipfel am Freitag und Samstag in Mexiko für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen. Besonders bei den Regierungen von Kolumbien und Mexiko müsse der Schutz von lokalen Menschenrechtsaktivisten angemahnt werden, sagte der EU-Büroleiter von amnesty, Dick Oosting, am Donnerstag in Brüssel. Es sei «ironisch», dass der «soziale Zusammenhalt» einer der
Hauptpunkte der Gipfel-Tagesordnung darstelle. Gerade in dem mittelamerikanischen Gastgeberland werde das Justizsystem missbraucht, um Verteidiger der Menschenrechte zu gängeln. Zwei
Führer der indigenen Bevölkerung Mexikos saßen laut ai auf Grund erfundenen Beweismaterials über ein Jahr im Gefängnis. Kolumbien bezeichnete ai als eines der «gefährlichsten Länder» für Menschenrechtsaktivisten. Die EU müsse deswegen bei dem Gipfeltreffen für den Schutz von Aktivisten und den rechtstaatlichen Umgang mit Menschenrechtlern eintreten, erklärte Oosting.

26/05/04: Das aktuelle Stichwort: Gewalt in Kolumbien - Porto Alegre (epd). Seit 40 Jahren wütet in Kolumbien ein blutiger Konflikt zwischen linken Guerillagruppen, der Armee und rechtsextremen Paramilitärs. Die Vereinten Nationen sprechen von der derzeit «größten humanitären Krise in der westlichen Hemisphäre». Kolumbien hat die höchste Mordrate der westlichen Welt. Rund drei
Millionen Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht. Mehr als 60 Prozent der Kolumbianer müssen mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen, die staatlichen Sozialausgaben sinken kontinuierlich. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation amnesty international leidet vor allem die Zivilbevölkerung unter dem bewaffneten Konflikt. Im vergangenen Jahr wurden den Angaben zufolge mehr als 3.000 Zivilisten aus politischen Gründen getötet, 600 «verschwanden». 2.200 Menschen wurden entführt, davon mehr als die Hälfte von den linken Guerillagruppen «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) und «Nationales Befreiungsheer» (ELN) sowie von rechtsextremen
Paramilitärs. Im vergangenen Jahr erhielt Kolumbien von der US-Regierung rund 605 Millionen Dollar als Militär- und Polizeihilfe. Das Geld ist für den Kampf gegen Terrorismus und Drogenhandel bestimmt. Das Drogengeschäft mit seinen großen Gewinnspannen bleibt die wichtigste Einnahmequelle für die bewaffneten Gruppen.

26/05/04: Ins Abseits manövriert - Nach 40 Jahren Konflikt ist Kolumbiens Guerillagruppe FARC isolierter denn je - Von Gerhard Dilger (epd) Porto Alegre (epd). Alltag in Kolumbien: Bei drei
Sprengstoffanschlägen in der Provinz Antioquia kamen am vergangenen Wochenende 14 Menschen ums Leben, fast 100 wurden verletzt. Verantwortlich machen die Behörden die «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC), die auf diese Art und Weise ihren 40. Geburtstag «feiern» wollten. «Wir werden die Terroristen in allen Winkeln Kolumbiens schlagen, in den Straßen unserer Städte, auf den Landstraßen unseres Vaterlandes, im Urwald, wo sie ihr strategisches Rückzugsgebiet haben», verkündete Präsident Álvaro Uribe nach der jüngsten Attentatsserie. Unterdessen bläst in Südkolumbien die Armee unter dem Motto «Patriotischer Plan» zur Offensive gegen die linken FARC-Kämpfer.
Chefkommandant der rund 17.000 gut trainierten und ausgerüsteten Rebellen ist der 74-jährige Manuel Marulanda, genannt «Tirofijo» (Sicherer Schuss). Der Bauernsohn aus der Kaffeeprovinz Quindío griff bereits 1949 zu den Waffen - als Freischärler, der sich im damaligen Bürgerkrieg gegen konservative Großbauern zur Wehr setzte. Zu ihrer Geburtsstunde haben die Guerilleros eine folgenschwere Episode im Mai 1964 erklärt: Unterstützt von US-Beratern, fielen 16.000 Soldaten zu Lande und aus der Luft in ein enges Tal in den Zentralanden ein, wo ein paar Dutzend Bauern das Land im Kollektiv bestellt hatten. Zusammen mit gut 40 Gesinnungsgenossen entkam Marulanda der Armeeoffensive und bildete die ersten mobilen Guerillaeinheiten, die sich 1966 in «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» umbenannten. Lange Jahre überlebte die FARC, indem sie Kleinbauern in abgelegenen Gebieten im Widerstand gegen Großgrundbesitzer half. In den achtziger Jahren führte sie erste Friedensgespräche und wollte mit der Linkspartei «Patriotische Union» (UP) einen politische Bewegung aufbauen. Doch daraus wurde nichts: Armee und rechtsextreme
Todesschwadronen ermordeten über 3000 UP-Aktivisten. Daraufhin bauten «Tirofijo» und seine Leute ein schlagkräftiges «Volksheer» auf. Die dafür erforderlichen Mittel holten sie sich durch Entführungen, die Erpressung von Schutzgeldern und die «Besteuerung» des florierenden Drogenhandels - allein letzteres soll ihnen 300 Millionen Dollar im Jahr einbringen. Nicht nur der frühere Außenminister Rodrigo Pardo macht vor allem «Tirofijo» für das Scheitern der letzten Friedensgespräche 2002 verantwortlich. Nie hatte der misstrauische Kommandant ernsthaft erwogen, die Waffen niederzulegen. Präsident Uribe verdankt sein Amt nicht zuletzt dem Versprechen, mit «harten Hand» gegen die Rebellen vorzugehen. Nun spielt die FARC auf Zeit: Sie habe einen «geordneten Rückzug» angetreten, glaubt Militärexperte Alfredo Rangel, ihr militärischer
Apparat sei jedoch intakt. Sie setze auf einen Verschleiß der Regierung und einen Rückgang der US-Militärhilfe. Ihr größtes Anliegen bleibt der Austausch von gut 70 Polizisten, Soldaten und Politikern gegen 400 inhaftierte Guerilla-Kämpfer. Darüber hinaus hält sie noch weitere 900 Entführungsopfer gefangen. «Die Guerilla hat tiefe Wurzeln in der kolumbianischen Gesellschaft, sie ist auch Ausdruck von sozialer Ungleichheit und Armut auf dem Lande», sagt der Soziologe Eduardo Pizarro. Sie als «Terroristen» abzustempeln, sei auch im Hinblick auf künftige Verhandlungen unklug. Dass es früher oder später dazu kommen wird, ist allen Kolumbianern klar. Damit das Blutvergießen abgekürzt wird, müsste es zu einer entsprechenden politischen Initiative kommen. Aber von Präsident Uribe ist die nicht zu erwarten - und von der FARC erst recht nicht.

25/05/04: «Brot für die Welt» in Sorge um Menschenrechtler in Kolumbien  - Stuttgart (epd). Die evangelische Hilfsaktion «Brot für die Welt» hat sich besorgt über die prekäre Sicherheitslage von
Menschenrechtsanwälten in Kolumbien geäußert. «Mitglieder von Menschenrechtsorganisationen werden von der kolumbianischen Regierung als Terroristen diffamiert», erklärte Direktorin Cornelia
Füllkrug-Weitzel am Dienstag in Stuttgart. Solche Anschuldigungen seien lebensbedrohlich. Zur Unterstützung bedrohter Partner hat «Brot für die Welt» ein «Sonderprogramm Kolumbien» gestartet, an dem sich Einzelpersonen oder Gruppen in Deutschland beteiligen können. Ziel ist etwa, Protestschreiben zu verfassen. Zu den bekanntesten Menschenrechtlern Kolumbiens gehören den Angaben zufolge die Mitglieder des Anwaltsbüros José Alvear Restrepo, das von «Brot für die Welt» unterstützt wird. Vorstandsmitglied Reynaldo Villalba, der in Deutschland erwartet wird, stehe auf mehreren Todeslisten des Geheimdienstes und der rechtsextremen paramilitärischen Milizen, erklärte das evangelische Hilfswerk. Das Anwaltsbüro berate Opfer von Menschenrechtsverletzungen und deren Angehörige. Dabei gehe es um politische Morde, Fälle von Verschwindenlassen und Folter. Informationen im Internet: www.Brot-fuer-die-welt.de

25/05/04: Seit 40 Jahren bomben die FARC für ein kommunistisches Kolumbien  Von Jan-Uwe Ronneburger, dpa - Bogotá (dpa) - Kolumbien steht ein Jubiläum ins Haus, bei dem es
nichts zu feiern und viel zu trauern gibt. Am 27. Mai jährt sich zum 40. Mal die Vertreibung eines Haufens spärlich bewaffneter Bauernmilizionäre aus dem entlegenen Landkreis Marquetalia
südwestlich der Hauptstadt Bogotá durch das Militär. Der inzwischen legendäre Rebellenführer Manuel Marulanda floh damals mit seinen Leuten in die Berge. Seither bombt «Tiro Fijo» («Blattschuss») mit seinen erst später so getauften «Revolutionären Streitkräften
Kolumbiens» (FARC) für ein kommunistisches Kolumbien. Mit einer Welle von Bombenanschlägen und Angriffen auf Dörfer mit Dutzenden Toten wollen die FARC an ihren «Geburtstag» erinnern, sind sich die Behörden sicher. Die Bilanz von 40 Jahren könnte dabei kaum verheerender sein, sowohl für die Guerilla wie für den Staat. Schätzungsweise bis zu 250 000 Tote, Millionen Vertriebene sowie Unterentwicklung und Kokain im Überfluss. Und obwohl die FARC inzwischen 17 000 Männer und Frauen unter Waffen halten, ist das Land vom Kommunismus so weit entfernt wie vom Frieden.
«Hier wird ein Krieg um seiner selbst willen geführt», sagt der Direktor des Büros des UN-Hochkommissars für Menschenrechte in Bogotá, Michael Frühling. Armut gebe es auch in anderen Teilen der Welt, ohne dass dort Krieg geführt werde. Der Staat hat es ab und an mit Zuckerbrot versucht, aber immer schnell wieder auf die Peitsche gesetzt - Repression statt sozialer Reformen. Und die illegalen rechten Paramilitärs überzogen das Land im Namen des Krieges gegen die Rebellen mit weiterem Terror. Der über 70-jährige Marulanda - sein genaues Alter ist unbekannt - aber glaubt noch immer an den Sieg. «Eines Tages wird das siegreiche Volksheer in Bogotá einziehen», ist sich der FARC- Vertraute Luis Alvarez (Name geändert) im Gespräch mit dpa sicher. «40 Jahre Kampf haben uns nur immer stärker gemacht.» «Militärisch haben wir in Marquetalia keine Fehler gemacht», verteidigt sich der damalige Militär-Kommandeur und jetzige General im Ruhestand, Guillermo Tovar. «Aber Rebellen sind nicht zu besiegen, wenn man nicht die Zivilbevölkerung auf seine Seite zieht», fügt er hinzu. Und dafür hätte es nach seiner Ansicht sozialer Investitionen und Reformen bedurft. Auf die oft beschworene Unterstützung der «Volksmassen» sind die FARC kaum noch angewiesen. Das Geld für Sold und Waffen besorgen sie sich durch Schutz- und Lösegelderpressung sowie aus dem Drogenhandel. «Bei den Drogen respektieren wir den Markt. Die Bauern haben keine Alternative, und wir erheben hohe Steuern auf die Händler», sagt FARC-Vertreter Alvarez.
Die Plage der etwa 3000 Entführungen pro Jahr, der Drogenhandel und grausame Übergriffe auf Zivilisten haben die FARC jedoch einen großen Teil ihres Ansehens in der Bevölkerung gekostet. «In den 80er Jahren war Marulanda eine respektierte Figur, aber heute ist er weitgehend isoliert», sagt sein Biograf Arturo Alapa. «Die öffentliche Meinung ist den FARC nicht so wichtig», erwidert
Alvarez. Dann aber porträtiert er die Rebellen sogar als nette Öko- Truppe, weil sie gegen die Besprühung von Koka-Feldern mit Pflanzengiften seien. «Es darf gelacht werden», kommentiert ein
Journalist trocken. Für den konservativen Präsidenten Alvaro Uribe sind die Rebellen nichts als «Terroristen», die es militärisch mit allen Mitteln niederzukämpfen gilt. Frühling räumt ein, dass Kolumbien ein leidlich demokratischer Staat sei, der von illegalen bewaffneten Gruppen angegriffen wird. Aber er rät dringend zu Demokratie, Rechtsstaat und Respekt für die Menschenrechte. Und vor allem für Verhandlungen. Ein weiter Weg ...

25/05/04: Jahrestag der Hoffnungslosigkeit - Kolumbien kommt nach 40 Jahren Krieg weiter nicht zur Ruhe - Annäherung an FARC ebenso gescheitert wie Uribes «harte Hand"
Von Jacques Thomet und César Sabogal Bogotá, 25. Mai (AFP) - Grund zu feiern haben die Kolumbianer nicht, wenn sich am Donnerstag die Gründung der ältesten Guerillaorganisation Lateinamerikas zum 40. Mal jährt. Mit einer Serie von Anschlägen haben sich die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) in den vergangenen Tagen wieder in Erinnerung gebombt. Auch für ein Attentat auf eine voll besetzte Diskothek am Samstag mit sieben Toten machen die Behörden die linksgerichtete Guerillagruppe verantwortlich, die seit Mai 1964 gegen die Regierung kämpft. Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht. Bislang schlugen alle Versuche fehl, der FARC das Handwerk zu legen - die Politik der harten Hand von Präsident Álvaro Uribe ebenso wie Zugeständnisse unter seinem Vorgänger Andrés Pastrana. Der Amtsantritt Uribes im August 2002 war zugleich eine neue Kampfansage an die FARC. Der 52-jährige Staatschef hatte die Präsidentschaftswahl vor zwei Jahren vor allem mit dem Versprechen gewonnen, er werde der Guerilla den Garaus machen und dem seit 40 Jahren tobenden Bürgerkrieg ein Ende setzen. Doch bislang hat der Staatschef mit dem Beinamen «mano dura» (harte Hand) seine Wähler enttäuscht. Militärische Härte und Milliarden-Dollar-Hilfen aus den USA im Rahmen des Anti-Drogen-Programms «Plan Colombia» halten die FARC nicht von Geiselnahmen und Kokainanbau zur Finanzierung ihres bewaffneten Kampfes ab. Sie hat derzeit rund 1600 Menschen in ihrer Gewalt, unter ihnen seit über zwei Jahren auch die Grünen-Politikerin Ingrid Betancourt. Ursprünglich kämpfte die bäuerlich geprägte FARC für eine Landreform in dem von krassen sozialen Unterschieden geprägten Land. Die Guerilla ging 1964 aus einem Zusammenschluss ländlicher Selbstverteidigungsgruppen hervor. Unter Führung der Kommunistischen Partei baute die FARC ihre militärische Schlagkraft immer weiter aus und hat als größte Guerillagruppe Kolumbiens heute 17.000 Mann unter Waffen. Der inzwischen 70-jährige FARC-Gründer Manuel Marulanda alias «Tirofijo» (sicherer Schuss) führt die Guerilla nach wie vor straff. Ihren moralischen Anspruch hat die FARC schon lange auch im Volk verloren. Aus dem Kampf für soziale Reformen entwickelte sich ein Bürgerkrieg, in dessen Verlauf mehr als 200.000 Menschen starben und 2,7 Millionen Menschen vertrieben wurden. Ende der 90er Jahre sah es so aus, als könnte sich die Regierung mit der FARC auf eine Friedensvereinbarung verständigen. Der damalige Präsident Pastrana wies der Guerilla eine eigene Zone von der Größe der Schweiz im Süden des Landes zu, in der bis Anfang 2002 Friedensverhandlungen stattfanden. Die Guerilla nutzte das so genannte Friedenslabor allerdings zur Vorbereitung ihres Kampfes. Im Februar 2002 erklärte Pastrana die Friedensverhandlungen für gescheitert. Zugeständnisse an die FARC lehnt Uribe strikt ab. Stattdessen setzt der Hardliner auf einen militärischen Kurs gegen die Rebellen. Auf Vorwürfe, er trage mit seiner Politik zu einem systematischen Abbau des Rechtsstaats bei, entgegnet Uribe mit dem Hinweis, auf einen groben Klotz gehöre nun mal ein grober Keil. Unterstützung für diesen Kurs erhält der konservative Staatschef von der US-Regierung, die Uribes Rolle im «Kampf gegen den Terrorismus» tobt. Friedensbemühungen laufen derzeit ausschließlich mit den rechtsgerichteten Paramilitärs der Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen (AUC). Die Regierung gestand der AUC
kürzlich eine eigene Zone im Norden des Landes zu, wo die Paramilitärs ihre Friedensbereitschaft unter Beweis stellen sollen. Nicht zuletzt seine klammheimliche Unterstützung für die AUC, deren
Todesschwadronen ebenfalls Angst und Schrecken verbreiten, disqualifiziert Uribe in den Augen der FARC als Verhandlungspartner. Aus Furcht vor neuen Anschlägen der FARC anlässlich des 40. Jahrestages von deren Gründung gilt in Kolumbien Sicherheitsstufe eins. Nach den jüngsten Attentaten und dem Fund umfangreicher Sprengstofflager wurden Armee und Polizei in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Dass sich mit noch so starker Armee- und Polizeipräsenz neue Gewalt nicht verhindern lässt, ist offenbar auch den Militärs klar. Anschläge könnten sich «jederzeit» wiederholen, sagte ein Armeevertreter.

24/05/04: Sieben Tote bei Bombenanschlag auf Diskothek in Kolumbien - Rund 90 Verletzte - Behörden machen FARC verantwortlich - Bogotá, 24. Mai (AFP) - Bei einem Bombenanschlag auf eine stark besuchte Diskothek sind in Kolumbien nach Angaben vom Montag mindestens sieben Menschen getötet worden. Zuvor war von fünf Toten die Rede gewesen. Rund neunzig Besucher wurden nach Behördenangaben verletzt, als unter einem Tisch in dem Club in Apartado in der Nacht zu Sonntag ein ferngezündeter Sprengsatz explodierte. 26 Verletzte lagen noch in Krankenhäusern. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Die Behörden machten die Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) für den Anschlag verantwortlich. Erst am vergangenen Donnerstag waren bei einer Bombenexplosion in der kolumbianischen Stadt Medellín vier Menschen getötet und 17 weitere verletzt worden. Rund 20 Menschen wurden in Kolumbien laut Behördenangaben am vergangenen Wochenende getötet; allein zwischen
Donnerstag- und Samstagabend wurden zwölf Tote und 110 Verletzte gezählt. Die Ermittler konzentrierten sich auf die Stadtmilizen der FARC, die mit schätzungsweise 17.000 Kämpfern die größte linksgerichtete Guerilla-Gruppe des Landes ist. Die Behörden schließen nicht aus, dass die Anschläge im Zusammenhang mit dem 40. Jahrestag der FARC-Gründung am 27. Mai 1964 stehen.

24/05/04: Mindestens 47 Tote in Kolumbien - 40. Jahrestag der FARC - Bogotá (dpa) - Bei Bombenanschlägen, einem Massaker und Kämpfen sind in Kolumbien in den letzten Tagen insgesamt 47 Menschen getötet und mehr als hundert verletzt worden. Rechtsextreme Paramilitärs hätten zudem im Nordosten des Landes ein Massaker unter Bauern angerichtet, berichtete die Zeitung «El Tiempo» am Montag. Die Behörden gingen davon aus, dass die Welle der Gewalt seit Freitag mit dem 40. Jahrestag des Beginns des bewaffneten Kampfes der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) im Zusammenhang steht. Der schwerste Bombenanschlag ereignete sich in der Nacht zum Sonntag in der Stadt Apartado im Nordwesten des Landes. Bei der Explosion einer in einem Koffer versteckten Bombe in einem Lokal während der Übertragung eines Fußballspiels wurden 4 Menschen getötet. 3 der insgesamt 92 Verletzten seien später im Krankenhaus gestorben, teilten die Behörden mit. Der Bürgermeister des Ortes,
Fidel Banguero, beschuldigte die FARC der Tat. Nur kurz zuvor waren bei der Explosion einer Bombe in dem Ort San Carlos ebenfalls im Nordwesten 2 Menschen getötet und 12 verletzt worden. Bereits am Freitag waren bei schweren Kämpfen im Süden des Landes nach Angaben des Militärs 25 FARC-Rebellen und 2 Soldaten getötet worden. In der Provinz Arauca drangen nach diesen Informationen am Freitag etwa 100 Mitglieder der rechtsextremen «Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens» (AUC) in zwei Landgemeinden ein und verschleppten elf Bauern. Sie seien später mit Folterspuren tot gefunden worden, berichtete «El Tiempo» unter Berufung auf das Militär. In Arauca liefern sich die AUC einen erbitterten Kampf mit den FARC. Die FARC sind mit 17 000 Männern und Frauen unter Waffen die größte Rebellengruppe Kolumbiens. Sie bezeichnen einen Angriff der Streitkräfte Ende Mai 1964 auf Bauernmilizen unter dem Kommando des Rebellen Manuel Marulanda als den Beginn ihres Kampfes gegen den Staat. Marulanda ist auch heute noch Anführer der FARC. Der
konservative Präsident Alvaro Uribe versucht die Guerilla militärisch niederzukämpfen.

12/04/04: Kolumbiens Militär tötet versehentlich fünf Zivilisten - Bogotá (dpa) - Das kolumbianische Militär hat im Zentrum des Landes versehentlich fünf Zivilisten erschossen. Bei den Opfern handele es sich um zwei 17-Jährige und ihr sechsmonatiges Baby, einen 14-Jährigen sowie einen Erwachsenen, berichtete die Zeitung «El Tiempo» am Sonntag. Die Soldaten hätten die Landarbeiter in der Dunkelheit am Samstagabend mit linken Rebellen verwechselt, teilte das Militär mit. Als die Zivilisten auf den Zuruf «Halt, stehen bleiben» davongelaufen seien, hätten die Soldaten das Feuer eröffnet. Der Chef der Streitkräfte, General Carlos Ospina, räumte einen «Irrtum» des Militärs ein und drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Der Bürgermeister der nahe gelegenen Stadt Cajamarca, Everardo Rodríguez, sagte, die Opfer seien so arm gewesen, dass die Stadt die Särge spenden werde. Erst im März hatte das Militär aus Versehen insgesamt 14 Menschen, darunter vier Zivilisten, sieben Polizisten und drei Soldaten, getötet.

11/04/04: Mindestens 24 Tote bei Kämpfen in Kolumbien - Bogotá (dpa) - Bei Kämpfen sind in Kolumbien über die Osterfeiertage mindestens 24 Menschen getötet worden. Es habe sich um
Gefechte von Soldaten mit rechten Paramilitärs und linken Rebellen zum Schutz von Millionen Oster-Ausflüglern gehandelt, berichtete die Zeitung «El Tiempo» am Sonntag unter Berufung auf die Streitkräfte. Militär und Polizei befanden sich im Alarmzustand, um Autokarawanen vor allem aus der Hauptstadt Bogotá an die See und in andere Urlaubsgebiete durch unsichere Gebiete zu eskortieren.
Im ganzen Land waren schätzungsweise etwa zehn Millionen Menschen unterwegs, die von mehr als 250 000 Polizisten und Militärs geschützt wurden. Dennoch sei es linken FARC-Rebellen gelungen, fünf Menschen zu entführen. Kolumbien leidet seit fast vier Jahrzehnten unter einem bürgerkriegsähnlichen Konflikt, bei dem linke Rebellen den Staat bekämpfen. Die rechten Paramilitärs machen den Rebellen die Vorherrschaft über wichtige Drogenanbaugebiete streitig und werden vom Staat mehr oder weniger entschieden bekämpft.

09/04/04: Mindestens elf Tote bei Kämpfen in Kolumbien - Bogotá (dpa) - Bei Kämpfen in Kolumbien sind zum Auftakt der Osterfeiertage mindestens elf Menschen getötet worden.
Sicherheitskräfte hätten sich Gefechte mit rechten Paramilitärs und linken Rebellen geliefert, teilten die Streitkräfte am Freitag mit. Militär und Polizei befanden sich im Alarmzustand, um Autokarawanen vor allem aus der Hauptstadt Bogotá an die See und in andere Urlaubsgebiete durch unsichere Gebiete zu eskortieren. Schätzungen zufolge wollten allein aus Bogotá 1,3 Millionen Menschen in etwa 400 000 Fahrzeugen in solchen Konvois in den Osterurlaub fahren. Kolumbien leidet seit fast vier Jahrzehnten unter einen bürgerkriegsähnlichen Konflikt, bei dem linke Rebellen den
Staat bekämpfen.

08/04/04: Deutschstämmiger auf seiner Farm in Ecuador entführt - Buenos Aires/Quito (dpa) - Ein Deutscher ist im Norden Ecuadors von Unbekannten entführt worden. Insgesamt sechs Männer mit
kolumbianischem Akzent hätten Emilio Mettler (62) auf seiner Farm im Grenzgebiet zu Kolumbien überfallen und verschleppt, berichtete die Zeitung «El Comercio» am Donnerstag. Polizei und Militär der Provinz Carchi hätten nach der Entführung am Dienstag eine Großfahndung nach den Tätern eingeleitet und auch die Polizei des Nachbarlandes um Hilfe gebeten. Mettler, der schon lange in Ecuador lebe, habe die Osterfeiertage auf seinem Landgut verbringen wollen. Kolumbien ist eines der Länder mit der höchsten Entführungsrate weltweit. Auch das Grenzgebiet in Ecuador ist betroffen. Oft werden die Opfer von den Entführern an andere Banden oder linke Rebellen «verkauft», die dann die Lösegelder erpressen. Viele Großgrundbesitzer in Carchi zahlten monatliche Schutzgelder, um von den Entführungskommandos verschont zu bleiben, schrieb die Zeitung.

03/04/04: Erneut Journalist in Kolumbien erschossen - Bogotá (dpa) - Erneut haben Unbekannte einen Journalisten in Kolumbien erschossen. Francisco Acevedo sei vor den Augen seiner Frau
und seiner beiden kleinen Kinder mit 15 Schüssen umgebracht worden, berichteten kolumbianische Medien am Samstag. Der 39-Jährige war Mitbegründer des örtlichen Radiosenders «Macondo Estéreo» und Pressesprecher der Stadt Aracataca im Norden des Landes. Aracataca in der Provinz Magdalena ist die Geburtsstadt des Nobelpreisträgers für Literatur Gabriel García Márquez («Hundert Jahre Einsamkeit»). Es war der zweite Mord an einem Journalisten in diesem Jahr in Kolumbien, das als eines der weltweit gefährlichsten Länder für Journalisten gilt. Linke Rebellen, rechte Paramilitärs und Drogenschmuggler verüben immer wieder Anschläge auf unbequeme Reporter. Nach Angaben der Interamerikanischen Medien-Vereinigung SIP wurden in Kolumbien während der vergangenen zehn Jahre 114 Journalisten umgebracht.

03/04/04: Kolumbien: Kirche fordert Waffenstillstand zur Karwoche - Rom (KNA) Die katholische Kirche Kolumbiens hat zu einem Waffenstillstand für die Kar- und Ostertage aufgerufen. Der
Präsident der Bischofskonferenz, Erzbischof Pedro Rubiano, forderte die illegalen bewaffneten Gruppen auf, für die Heilige Woche einen Verzicht auf kriegerische Aktionen zu erklären,meldet der Missionspressedienst Misna am Samstag in Rom. Ein solcher Schritt wäre «sehr wichtig und bedeutsam für einen Frieden im Land und für ein Ende der Gewalt», so der Erzbischof. Denn wenn es gelinge, einen Waffenstillstand für die Karwoche zu erklären, müsste er auch für das gesamte Jahr möglich sein. Somit könnte er den Weg zum Dialog ebnen und den Friedensprozess fördern.

02/04/04 : EU gibt 30 Millionen humanitäre Hilfe - Brüssel (KNA) Die EU-Kommission hat 30 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für verschiedene Erdteile zur Verfügung gestellt. Jeweils acht Millionen Euro gehen an Kolumbien und Tadschikistan, wie die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mitteilte. In Tadschikistan sollen nach Bürgerkrieg und Dürre Nahrungsmittel geliefert und die Wasser- und medizinische Versorgung verbessert werden. In Kolumbien soll die Hilfe Bürgerkriegsvertriebenen zu Gute kommen. Rund neun Millionen Euro stellt die EU-Kommission für die Fortsetzung des Flugdienstes in Afrika zur Verfügung. Der Flugdienst des EU-Büros für humanitäre Hilfe (ECHO) befördert Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Hilfsgüter in Ost- und Zentralafrika. Weitere 5,5 Millionen Euro gehen zur Hilfe für Rückkehrer, Vertriebene und Flüchtlinge nach Sri Lanka.

02/04/04 : "Geld ist nicht alles, was zählt" - Ex-Kokabauern aus Kolumbien exportieren Kaffee nach Europa - Projekt steckt im Drogenland Kolumbien noch in Kinderschuhen Von Jacques Thomet - Bogotá, 2. April (AFP) - Kolumbien macht in der Regel eher mit traurigen Rekorden Schlagzeilen: Das südamerikanische Land ist der weltweit größte Hersteller von Kokain, es ist das Land mit den meisten Entführungen, und es ist seit Jahrzehnten durch einen erbarmungslosen Binnenkrieg und korrupte Beamte auf allen Ebenen gelähmt. Da ist die Nachricht umso erfreulicher, die jetzt aus dem gebeutelten südamerikanischen Land kommt: Kolumbien exportiert Kaffee nach Europa, der von ehemaligen Kokabauern angebaut wird. Die Exportmenge ist noch übersichtlich: Die Londoner Firma Wakefield will immerhin acht Container mit jeweils 17,5 Tonnen Bio-Rohkaffee einkaufen, das französische Unternehmen Andines nimmt dagegen zunächst nur 5000 Pfund-Päckchen Röstkaffee ab. Für die kolumbianische Kooperative Cosurca sind diese Verkäufe dennoch ein Riesenerfolg. «Das ist noch längst nicht das Ende dieser Geschichte, dies ist der Anfang eines neuen Wirtschaftsmodells für einen gerechten Handel auf internationaler Ebene», frohlockt Geschäftsführer René Ausecha, der die Handelsabschlüsse am Mittwoch in Bogotá bekannt gab. Rund 1200 Familien aus Popayán im Süden der Region Cauca haben sich dem von der UNO unterstützten Projekt angeschlossen. Mehr als 200 Hektar Koka-Felder wurden in dem Grenzgebiet zu Ecuador nach Angaben von Cosurca seit 1999 vernichtet und mit Kaffeepflanzen bestückt, die übrigens ohne Düngemittel gezogen werden. Doch die breite Masse der Bevölkerung konnte die Kooperative damit noch nicht erreichen. «Wir haben hier ständig mit sozialen Spannungen zu kämpfen», erläutert die Technische Leiterin, Luz Dari Menezes. Viele Koka-Bauern hielten die Idee, ihren Lebensunterhalt durch den Anbau von Kaffee zu verdienen, schlicht für «unmöglich», berichtet sie. Schließlich lässt sich mit Koka-Pflanzen viel Geld verdienen - viermal so viel wie etwa durch den Anbau von Gemüse. «Die Leute hier waren mit Sicherheit reich», berichtet Dari Menezes über diejenigen, die sich dennoch für den Ausstieg aus dem Drogengeschäft entschlossen haben. «Sie haben sich Autos gekauft, Motorräder und Waffen. Aber wir haben ihnen klar gemacht, dass Geld nicht alles ist, was zählt.»

30/03/04 : Flucht nach Hamburg - Stiftung für politisch Verfolgte unterstützt Kolumbianer in Not Von Oliver Spies (epd) - Hamburg (epd). Plötzlich steht ein neuer Name auf dem Klingenschild:
Humberto Londoño. Der Kolumbianer wohnt im fünften Stock eines Hamburger Wohnhauses in einer stilvoll eingerichteten Wohnung. Die gelben Post-it-Zettel fallen sofort auf. Überall im Raum kleben sie: «Stuhl», «Schrank» oder «Tisch» - der Deutschkurs grüßt. Der Zettel auf einem Bilderrahmen sticht heraus: «Mein Sohn» steht darauf, und darunter lacht ein fünfjähriger Lockenkopf. Humberto Londoño ist in Kolumbien politisch aktiv. Aber seit Juni 2003 lebt er in der Hansestadt. Die «Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte» hat ihn eingeladen, weil sein Leben in dem lateinamerikanischen Land in Gefahr war. «Mein Kopf muss ein paar Monate aus der Schusslinie», sagt Londoño, der in Jacke und Schaal die Wohnung zeigt. «Nichts hier gehört mir. Ich bin lediglich mit dem gekommen, was ich an hatte.» Die Wohnung gehört der Hamburger Stiftung. Sie diente schon vielen Menschen als Unterschlupf. Seit 1986 hat die vom ehemaligen Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) gegründete Stiftung 54 Menschen aus 15 verschiedenen Ländern eingeladen. Heute ist Bürgermeister Ole von Beust (CDU) Vorsitzender. Private Spenden ermöglichen es der Stiftung, bis zu acht politisch Verfolgte pro Jahr in die Hansestadt einzuladen. Für Humberto Londoño ist die in Deutschland einzigartige Hilfsorganisation eine Chance, sich ohne Angst bewegen zu können. In Kolumbien war dies nicht mehr möglich. Wegen seines Engagements als Anwalt und Vorsitzender einer  Vertriebenenorganisation stand sein Name auf den Todeslisten radikaler Gruppen. In Kolumbien herrscht seit fast 40 Jahren Bürgerkrieg zwischen linken Guerillas, der Armee und rechten Paramilitärs. Sein Einsatz für Flüchtlinge und Vertriebene zwang Londoño ins Exil: «Flucht ist immer schrecklich, weil du alles zurücklassen musst. Das ist wie ein Sterben mitten im Leben», sagt er und blickt auf das Bild seines Sohnes. Doch der Menschenrechtler nutzt die Zeit in Hamburg: Er lernt Deutsch, lässt keine Gelegenheit aus, öffentlich von den Problemen seines Landes zu berichten und knüpft Kontakte zu anderen Organisationen. Erstes Ergebnis ist die Gründung der «Gruppe zur Unterstützung Vertriebener in Kolumbien» im September 2003 gewesen. Mit Unterstützung des Deutsch-Chilenischen-Kulturzentrums will der Verein auf die schwierige Menschenrechtslage in Kolumbien hinweisen. Humberto Londoño ist gerne an Alster und Elbe. Die Wege, die er täglich mit dem Fahrrad zurücklegt, sind ihm vertraut, und er weiß, wo es die beste Pizza im Viertel gibt. In zwei Monaten wird er wieder nach Kolumbien zurückkehren. Seine Hoffnung ist, dass man ihn dort vergessen hat und er seine Arbeit ungestört fortsetzen kann. Seine Wohnung in Hamburg wird nicht lange leer bleiben: Dann steht ein neuer Name auf dem Klingelbrett.

30/03/04: Romero-Tage in Hamburg: Exil-Kolumbianer berichtet - Hamburg (epd). Anlässlich der 17. Romero-Tage in Hamburg berichtet Humberto Londoño am Freitag, 2. April, über «Vertriebene in Kolumbien». Der Anwalt und Menschenrechtler ist seit Juni Gast der «Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte». Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr in der Bramfelder Laterne (Berner Chaussee 58),
teilten die Initiatoren am Dienstag mit. Die Romero-Tage gedenken der Ermordung des Erzbischofs Oscar Arnulfo Romero während einer Messe im März 1981 in El Salvador. Über 30 Organisationen und kirchliche Einrichtungen beteiligen sich noch bis zum 4. April an der Veranstaltungsreihe, die in diesem Jahr unter dem Motto «Das Gesicht der Solidarität» steht. Die Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte ist eine in Deutschland einzigartige Hilfsorganisation. 1986 auf Initiative von Klaus von Dohnanyi (SPD) gegründet, beherbergte die Stiftung seither 54 politisch Verfolgte. Vorsitzender ist heute Bürgermeister Ole von Beust (CDU).

21/03/04 : Ermittlungen in Kolumbien nach Tod von elf Menschen - Bogotá (dpa) - Die kolumbianische Staatsanwaltschaft hat am Sonntag Ermittlungen wegen der versehentlichen Erschießung von elf Menschen, darunter sieben Polizisten, durch das Militär aufgenommen. Eine Anti-Guerilla-Einheit der Streitkräfte hatte die Polizisten und deren Begleiter am Vortag in der Provinz Nariño im Südwesten des Landes mit Rebellen verwechselt und das Feuer eröffnet, teilte das Verteidigungsministerium weiter mit. Nach ersten Erkenntnissen habe es keine Funkverbindung zwischen den Polizisten und den Militärs gegeben, hieß es. Erst am Donnerstag vergangener Woche waren drei Soldaten ums Leben gekommen und zahlreiche andere verletzt worden, als sie von einer anderen Einheit beschossen wurden. Nariño an der Grenze zu Ecuador ist seit Monaten Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen dem Militär und linken Rebellen.

18/03/04 : Geheimpolizei: Rebellenführer in Kolumbien gefasst  - «Der Muslim» soll Selbstmordattentäter rekrutiert haben - Bogotá, 18. März (AFP) - Die kolumbianische Polizei hat nach eigenen Angaben einen Mann festgenommen, der Jugendliche für Selbstmordanschläge linksgerichteter Rebellen gegen Staatspräsident Alvaro Uribe rekrutiert haben soll. Der Chef der Geheimpolizei DAS, Jorge Noguera, sagte am Mittwoch (Ortszeit), der 40-jährige Luis Hipólito Ospina Guzmán, genannt «der Moslem», sei ein Führungsmitglied Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräften Kolumbiens (FARC). Er sei 1986 zum Islam konvertiert und habe in der Nähe des zwischen 1998 und 2002 von der Guerilla kontrollierten Gebiets in der Größe der Schweiz Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 19 Jahren für die Anschläge ausgebildet. Laut Noguera waren auch Selbstmordattentate gegen Einrichtungen von Militär und Polizei geplant. Ospina Guzmán habe wegen seiner Sprachkenntnisse - unter anderem Englisch, Arabisch und Deutsch - auch als «FARC-Verbindungsmann zu anderen terroristischen Gruppen» gewirkt.

17/03/04 : Mehr als 150 kolumbianische Rebellen seit Mitte Februar getötet - Bogotá (dpa) - Bei Kämpfen mit linken Rebellen hat das kolumbianische Militär nach eigenen Angaben seit Mitte Februar
mindestens 157 Gegner getötet. Weitere 181 Guerilleros seien gefangen genommen worden, berichtet die Zeitung «El Tiempo» am Mittwoch unter Berufung auf die Streitkräfte. Im gleichen Zeitraum seien auch zehn rechte Paramilitärs erschossen worden. Auf Seiten des Militärs habe es bei den Gefechten in insgesamt zehn Provinzen zwölf Tote meist durch Minen gegeben.
Besonders umkämpft sei die Provinz Tolima im Zentrum des Landes. Dort befinde sich ein wichtiges Umschlagsgebiet der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) für Drogen. Die FARC sind mit etwa 17 000 Frauen und Männern unter Waffen die größte Rebellengruppe des Landes und bekämpfen den Staat seit fast 40 Jahren.

16/03/04 : Streik bei Coca-Cola in Kolumbien - Buenos Aires (epd). In Kolumbien streiken Coca-Cola-Arbeiter in mehreren Städten gegen die Schließung von Abfüllfabriken und die Verfolgung von Gewerkschaftern. Die kolumbianische Tageszeitung «El Tiempo» berichtete am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe, im vergangenen Jahr habe der Getränkekonzern in dem südamerikanischen Land bereits 14 Fabriken geschlossen und 500 Beschäftigte entlassen.
Die Kündigung von weiteren 97 Arbeitern sei geplant. Rund 30 Demonstranten traten nach Angaben der Gewerkschaft in Hungerstreik. Die Streikenden fordern auch umfassende Ermittlungen zum Schicksal von neun ermordeten Kollegen und zu Todesdrohungen gegen 67 Gewerkschafter. Dem Zeitungsbericht zufolge wurde auch ein Gewerkschaftsbüro in Brand gesteckt. Der Präsident der Lebensmittelgewerkschaft, Luis Javier Correra, machte ultrarechte Paramilitärs für die Morde und Drohungen verantwortlich. Die Gewerkschaft hat Coca-Cola vor einem Gericht in Florida (USA)
wegen Menschenrechtsverletzungen verklagt. Der Konzern bestreitet jegliche Zusammenarbeit mit illegalen Banden.

15/03/04 : Mindestens 18 Tote bei Kämpfen in Kolumbien - Bogotá (dpa) - Bei neuen Kämpfen zwischen kolumbianischen Streitkräften und linken Rebellen sind mindestens 18 Menschen getötet
worden. In der Provinz Tolima im Zentrum des Landes wurden nach Angaben des Militärs 16 Rebellen getötet. Die Luftwaffe habe ein Lager der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens»
(FARC) bombardiert, berichtete der Radiosender RCN am Sonntag unter Berufung auf die Streitkräfte. Etwa 1500 Soldaten seien in Tolima im Einsatz gewesen und hätten 44 Rebellen gefangen genommen. Sechs Entführungsopfer der FARC hätten befreit werden können. In der Provinz Toribio im Südwesten des Landes erschossen FARC-Guerilleros nach offiziellen Angaben zwei Polizisten.
Die FARC bekämpfen den Staat seit fast 40 Jahren. Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht.

11/03/04: Senator wirft kolumbianischen Paramilitärs Kannibalismus vor - Bogotá (dpa) - Der kolumbianische Senator Gerardo Jumi hat rechte Paramilitärs des Kannibalismus beschuldigt. Sie hätten in einem kleinen Ort der Region Sierra Nevada de Santa Marta im Norden des Landes zwei Mitglieder des Indio-Volkes der Arahuac umgebracht und teilweise aufgegessen, berichtete die Zeitung «El Tiempo» am Donnerstag unter Berufung auf den Politiker. Anschließend hätten die Mitglieder der extrem rechten «Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens» (AUC) gebratene Teile ihrer Opfer unter den ahnungslosen Bewohnern des Ortes verteilt. Indios leiden besonders unter dem bürgerkriegsähnlichen Konflikt in Kolumbien, weil sie meist abseits der relativ sicheren größeren Städte leben. Die AUC sind wegen ihrer meist grausamen Übergriffe auf die Zivilbevölkerung gefürchtet und stehen auf der Terrorliste der USA und der Europäischen Union (EU). Nach Angaben des Militärs starben während der vergangenen Tage bei Kämpfen in verschiedenen Landesteilen elf Paramilitärs und zehn Rebellen der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC). Die FARC bekämpfen den Staat bereits seit fast 40 Jahren.

10/03/04 : Kriegsberichterstattung: Presse-Institut beklagt «tödliche Kosten» - Wien (epd). Das Internationale Presse-Institut hat die «tödlichen Kosten» der Kriegsberichterstattung beklagt. 2003 sei eines der blutigsten Jahre für Kriegsreporter gewesen, erklärte das Institut am Mittwoch in Wien. Alleine im Irak seien während und nach dem Krieg 19 Journalisten getötet worden. Diese Erfahrung zeige, dass sich Medien mehr mit Sicherheitsfragen auseinander setzen müssten. Außer im Irak kamen den Angaben zufolge in 19 weiteren Ländern 45 Journalisten ums Leben. Die gefährlichste Region sei Asien gewesen, wo 19 Reporter getötet wurden. Sieben von ihnen auf den Philippinen und je drei in Nepal und Indien. In Südamerika starben den Angaben zufolge 17 Journalisten in Ausübung ihres Berufes, davon neun in Kolumbien. Das Land sei für Medienvertreter weiterhin eines der gefährlichsten der Welt. In Brasilien kamen vier Journalisten ums Leben. In Europa wurden laut dem Presse-Institut vier Journalisten getötet, drei in Russland und einer in der Ukraine. In zahlreichen Staaten der Region gebe es Auseinandersetzungen zwischen Medien und Regierungen. Zwei weitere Medienvertreter starben in Afrika, zwei im Nahen Osten. Ein Reporter kam den Angaben zufolge in Iran als Folge eines Verhörs ums Leben.

09/03/04 : Ingrid Betancourt nach Angaben ihrer Entführer gesund" - FARC: Wenig Hoffnung auf baldige Freilassung der Geiseln - Bogotá, 9. März (AFP) - Die seit zwei Jahren verschleppte
kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt ist nach Aussagen der Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) nach wie vor bei «guter Gesundheit». Die FARC lehne aber das Angebot der französischen Regierung ab, Betancourt gegen inhaftierte kolumbianische Rebellen auszutauschen, sagte der Vize-Chef der Guerillagruppe, Raul Reyes, der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag bei einem Interview in den kolumbianischen Anden.
Nach Aussagen von Reyes, der als «Außenminister» der FARC gilt, besteht wenig Hoffnung auf eine baldige Freilassung der Grünen-Politikerin sowie der anderen Geiseln seiner Organisation,
zu denen neben 800 Zivilisten 20 weitere Politiker, drei US-Bürger sowie 47 Offiziere der kolumbianischen Armee gehören. Die Grünen-Politikerin Betancourt war am 23. Februar 2002 zusammen mit ihrer Wahlkampfmanagerin beim Versuch verschleppt worden, auf dem Landweg in das südkolumbianische Rebellengebiet zu gelangen. Mehr als 400 FARC-Rebellen sitzen in kolumbianischen Gefängnissen. Die Guerilla will sie über den Austausch von Geiseln freipressen. Die Entführung der französischstämmigen kolumbianischen Politikerin hatte in Frankreich große Anteilnahme ausgelöst. Paris hatte angeboten, im Falle eines Gefangenenaustausches freigelassene kolumbianische Rebellen aufzunehmen.

09/03/04 : FARC-Führungsmitglied Palmera bekennt sich vor Gericht zu Guerilla - Erste öffentliche Anhörung im Prozess wegen Entführung - Bogotá, 9. März (AFP) - Das Anfang Januar in Ecuador festgenommene FARC-Führungsmitglied Ricardo Palmera hat sich bei seiner ersten öffentlichen Anhörung vor Gericht zu der kolumbianischen Guerillagruppe bekannt. Er übernehme die Verantwortung für seine Verbindung zu den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) als Akt der Rebellion gegen den Staat», sagte Palmera alias Simón Trinidad am Montag vor einem Gericht der nordkolumbianischen Stadt Valledupar. Palmera wurde per Videoschaltung aus dem Hochsicherheitsgefängnis von Cómbita, 120 Kilometer nördlich von Bogotá, zugeschaltet. Er muss sich vor dem Gericht wegen der Entführung des ehemaligen Bürgermeisters von Valledupar und dessen Bruder im März 1998 verantworten. Palmera war Anfang Januar in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito festgenommen worden, wo er sich wegen einer Krebserkrankung operieren lassen wollte. Seit dem 10. Januar sitzt er im Hochsicherheitsgefängnis von Cómbita ein. Dem ranghöchsten
FARC-Mitglied in kolumbianischer Haft werden unter anderem Mord, Entführung, Terrorismus und Rebellion vorgeworfen. Er gilt als die Nummer vier der FARC und als einer der Vordenker der 1964
gegründeten Guerillaorganisation. Trinidad war unter anderem an den 2002 gescheiterten Friedensverhandlungen unter der Regierung des damaligen Präsidenten Andrés Pastrana beteiligt.

09/03/04: Kolumbianischer Guerillaführer bekennt sich zu Rebellion - Gerichtsverfahren mit Video-Übertragung in die Zelle - Bogota (AP) Der bisher höchstrangige Guerillaführer in kolumbianischer Haft hat zu Beginn seines Prozesses den Anklagepunkt der Rebellion gestanden, die Vorwürfe von Mord und Entführung aber zurückgewiesen. `Ich übernehme die volle Verantwortung für meine Verbindung mit der FARC als Akt der Rebellion gegen den Staat", sagte am Montag Ricardo Palmera, der als Kommandeur bei den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) Simon Trinidad genannt wurde. Palmera steht nicht persönlich vor Gericht, sondern ist über eine Video-Übertragung aus seiner Zelle zugeschaltet. Es ist das erste Mal, dass dieses Verfahren in der kolumbianischen Justiz zum Einsatz kommt. Die Behörden hatten das Risiko eines Transports vom Gefängnis Combita nördlich der Hauptstadt Bogota in die 700 Kilometer nördlich gelegene Stadt Valledupar als zu hoch eingeschätzt. Palmera wird beschuldigt, 1998 die Entführung des damaligen Bürgermeisters von Valledupar, Elias Ochoa Daza, und seines Bruders Eliecer angeordnet
zu haben. Die beiden Männer wurden nach Zahlung eines Lösegelds freigelassen. Außerdem geht es in dem Prozess um die Ermordung des entführten US-Geologen Frank Pescatore im Februar 1997. Palmera wurde im Januar dieses Jahres im Nachbarland Ecuador verhaftet. Er war Chefunterhändler der FARC bei Friedensgesprächen mit der Regierung, die im Februar 2002 abgebrochen wurden. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) rief die Staaten in Mittel- und Südamerika am Montag dazu auf, ihre Grenzkontrollen zu verstärken, um illegale Waffenlieferungen an die kolumbianischen Guerilleros einzudämmen. Viele Waffen aus den inzwischen beigelegten Bürgerkriegen in Mittelamerika fielen in die Hände von Rebellen und paramilitärischen Gruppen in Kolumbien, sagte OAS-Generalsekretär Cesar Gaviria zur Eröffnung eines Kongresses über illegalen Waffenhandel in Bogota.

03/03/04 : Besprühung von Kokafeldern in Kolumbien um 84 Prozent gestiegen US-Regierungsbeamter: Entlaubungsflüge «immer gefährlicher» - Washington, 3. März (AFP) - Die Besprühung von Kokafeldern im Kampf gegen Drogenanbau in Kolumbien ist zu Jahresbeginn massiv verstärkt worden. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Entlaubungsflüge im Januar und Februar um 84 Prozent gestiegen, sagte der für die Drogenbekämpfung zuständige US-Regierungsbeamte Robert Charles am Mittwoch vor dem Unterausschuss für Drogenbekämpfung des US-Repräsentantenhauses in Washington. Bis 29. Februar seien mehr als 29.000 Hektar Kokafelder zerstört worden. Charles räumte ein, dass die Entlaubungsflüge wegen der linksgerichteten Guerillagruppen, die sich zu einem großen Teil aus Drogengeldern finanzieren, «immer gefährlicher» würden. Er verwies auf den Abschuss eines Flugzeuges am 13. Februar vergangenen Jahres

durch die linksgerichtete Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC). Drei US-Bürger, die sich in dem Flugzeug befanden, wurden von der FARC verschleppt. Allein imvergangenen Jahr hätten die USA vier Flugzeuge in Kolumbien verloren, sagte Charles. Die Entlaubungsflüge im Rahmen des von den USA massiv unterstützten Anti-Drogenprogramms «Plan Colombia» sind äußerst umstritten, da die Felder mit Kokapflanzen aus der Luft mit hoch giftigen Substanzen besprüht werden und auch andere Pflanzungen zerstören. Koka ist der Rohstoff für die Herstellung von Kokain. Die Zerstörung der Kokafelder gehört zu den Prioritäten des rechtsgerichteten Staatspräsidenten Álvaro Uribe.

28/02/04 : Kolumbien überstellt mutmaßliche Drogenbosse an US-Justiz - Bogotá/New York, 28. Februar (AFP) - Die kolumbianischen Behörden haben sieben mutmaßliche Drogenbosse an die US-Justiz überstellt. Wie die Polizei in Bogotá am Freitag (Ortszeit) mitteilte, müssen sich die Beschuldigten wegen Rauschgifthandels und Geldwäsche verantworten. Einem der sieben Kolumbianer, Ramiro López Imitola, wirft die New Yorker Justiz vor, als Chef des in Kolumbien und Venezuela angesiedelten Drogennetzwerks «Organisation» seit 1997 mehr als zwei Tonnen Heroin im Wert von 200 Millionen Dollar (161 Millionen Euro) in die USA eingeschleust zu haben. Der Anklage zufolge schickte der im April 2003 in Kolumbien gefasste López Imitola monatlich bis zu 60 Drogenkuriere per Flugzeug in die USA, häufig in der Business Class. Im Falle seiner Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

27/02/04 UN-Gesandter prangert Journalistenmorde in Kolumbien an : Bogota (AP) Die Vereinten Nationen haben Kolumbien vorgeworfen, Morde gegen Journalisten nicht aggressiv genug aufzuklären. Ambeyi Ligabo, ein f}r Pressefreiheit zuständiger UN-Beamter, sagte am Freitag in Bogota, im vergangenen Jahr seien in dem südamerikanischen Land sieben Journalisten ermordet worden und in keinem einzigen Fall sei auch nur ein Verdächtiger festgenommen worden. `Der Kampf gegen Straflosigkeit sollte von höchster Priorität sein", sagte Ligabo. F}r die Medien in Kolumbien werde es zunehmend schwieriger, ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Journalisten würden regelmäßig von Aufständischen, Drogenhändlern und korrupten Beamten bedroht. `All diese Faktoren führen nicht zu einer Atmosphäre f}r die Entwicklung von Meinungsfreiheit, die eine Voraussetzung für Demokratie ist." Alle Beteiligten im 40-jährigen Bürgerkrieg, einschließlich die Regierung von Präsident Alvaro Uribe, hätten Intoleranz gegen Andersdenkende gezeigt. Uribe hat beispielsweise Menschenrechtsgruppen und Nicht-Regierungsorganisationen, die sein Vorgehen gegen die linksgerichteten Rebellen kritisch begleiteten, als Feiglinge und Sympathisanten von Terroristen bezeichnet.

27/02/04 : Französische Geisel in Kolumbien nach fünf Wochen frei. Bogotá, 27. Februar (AFP) - Kolumbianische Paramilitärs haben einen französischen Studenten nach fünf Wochen aus ihrer Geiselhaft entlassen. Der 27-jährige Jurastudent aus Paris sei in der Provinz Magdalena rund tausend Kilometer nördlich von Bogotá dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben worden, teilte ein Diplomat am Freitag in der kolumbianischen Hauptstadt mit. Der Franzose sei bei «sehr guter Gesundheit». Einzelheiten über die Zeit der Geiselhaft bei den ultrarechten Vereinigten Selbstverteidigungskräften Kolumbiens (AUC) in der Sierra Nevada wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Der Mann war am 15. Januar verschleppt worden. Ein weiterer 23-jähriger Franzose wird seit Anfang Januar vermisst, nachdem er von Brasilien in die südliche Amazonas-Region eingereist war. In Kolumbien sind Entführungen an der Tagesordnung. Seit zwei Jahren befindet sich die französisch-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt in der Gewalt der linksgerichteten Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC).

25/02/04 ; Mindestens 15 Tote bei Kämpfen in Kolumbien - Bogotá (dpa) - Bei schweren Gefechten im Südwesten Kolumbiens sind mindestens elf Soldaten und vier linke Rebellen getötet worden. Die Soldaten hätten versucht, einen Überfall der Guerilleros auf den Ort Santa María in der Provinz Huila zu verhindern, sagte General Martín Carreño am Mittwoch. Die Soldaten seien von den Rebellen der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) mit automatischen Waffen, Handgranaten sowie sprengstoffgefüllten Gasflaschen angegriffen worden. Bei den fünfstündigen Kämpfen wurden den Angaben zufolge vier weitere Soldaten verwundet. Die Rebellen hätten sich anschließend zurückgezogen, sagte Carreño.
Die FARC sind mit 17 000 Männern und Frauen unter Waffen die größte Rebellengruppe des Landes und bekämpfen den Staat seit bald 40 Jahren.

24/02/04 : Kolumbianische Autorin Restrepo erhält Alfaguara-Preis - Madrid (epd). Die kolumbianische Schriftstellerin Laura Restrepo (53) hat in Spanien den mit 138.000 Euro dotierten
Alfaguara-Literaturpreis gewonnen. Die Auszeichnung erhielt sie für ihren Roman «Delirio», der sich mit der Gewalt in ihrer Heimat befasst, berichtete die spanische Tageszeitung «El País» am Dienstag.
Der Jury-Vorsitzende, der portugiesische Nobelpreisträger José Saramago, würdigte besonders die sprachlichen Fähigkeiten der Autorin. Bei der Preisverleihung in Madrid kritisierte Restrepo das harte Vorgehen der kolumbianischen Regierung gegen die Guerilla-Bewegungen. Die Regierung «ertränkt den Demokratieprozess in Kolumbien in Blut», sagte sie. Die Journalistin und Autorin leitet seit kurzem das Kulturinstitut der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Auf Deutsch erschienen von Restrepo die Romane «Der Engel an meiner Seite» und «Die dunkle Braut».

24/02/04 : Kolumbien kauft gebrauchte Kampfpanzer von Spanien - Bogotá, 24. Februar (AFP) - Kolumbien hat von Spanien für sechs Millionen Dollar (4,8 Millionen Euro) gebrauchte Kampfpanzer
gekauft. Mit den «32 bis 46 Panzern vom Typ AMX-30» solle die kolumbianische Armee im Anti-Terror-Kampf gestärkt werden, sagte Verteidigungsminister Jorge Alberto Uribe am Montag in Bogotá. Die genaue Zahl der Panzer werde bis Jahresende feststehen. Die in den 70er Jahren hergestellten Panzer stammen überwiegend aus französischer Produktion; ihre deutschen Motoren wurden nach
Angaben von Diplomaten jedoch im spanischen Santa Barbara eingebaut. Die Wochenzeitung «Cambio» hatte zuvor berichtet, Spanien habe Kolumbien 40 AMX-30-Panzer für hundert Millionen
Dollar verkauft. Der spanische Ministerpräsident José Maria Aznar hatte während seines am Sonntag beendeten Kolumbien-Besuchs der Regierung in Bogotá Unterstützung bei ihrem Kampf gegen die linksgerichtete Guerilla zugesagt. Wie Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gegenüber dem kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe während dessen Besuchs in Berlin am 13. Februar sprach sich auch Aznar dafür aus, das Nationale Befreiungsheer (ELN), die zweitgrößte Guerillaorganisation des Landes, auf die EU-Liste der Terrorgruppen zu setzen. Die mit etwa 17.000 Kämpfern größte Rebellenorganisation, die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), steht bereits auf der Liste.

24/02/04 : Morddrohungen wegen Kritik an Kolumbiens Präsident Uribe - Mann von Entführungsopfer sieht Rechtsextreme am Werk - Bogotá, 24. Februar (AFP) - Der Mann der seit zwei Jahren von linksgerichteten Rebellen verschleppten kolumbianischen Politikerin Ingrid Betancourt hat eigenen Angaben zufolge wegen seiner Kritik an Präsident Alvaro Uribe anonyme Morddrohungen erhalten. Juan Carlos Lecompte sagte der Nachrichtenagentur AFP in Bogotá am Montag (Ortszeit), der anonyme Anrufer habe ihm gedroht, ihn «zum Schweigen» zu bringen, sollte er nicht den Mund halten. «Wenn Dir Uribe nicht gefällt, scher dich aus dem Land», sagte der Anrufer demnach weiter. Lecompte antwortete nach eigenen Angaben: «Mir gefällt Alvaro Uribe nicht, aber ich liebe Kolumbien.» Er werde solange nicht schweigen, bis seine Frau freikomme. Lecompte vermutet, dass rechtsextreme paramilitärische Gruppen hinter den Drohungen stecken.
Lecompte kritisierte in den vergangenen Tagen wiederholt, Uribes rechtsgerichtete Regierung unternehme nichts für die Freilassung von Betancourt und anderer Geiseln. Betancourt war als
Präsidentschaftskandidatin der Grünen am 23. Februar 2002 von der Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) entführt worden. Die Guerilla fordert die Freilassung von rund 300 FARC-Gefangenen im Tausch gegen etwa 900 von ihr festgehaltene Geiseln. Uribe setzt dagegen darauf, die Guerilla militärisch zu schlagen.

23/02/04 : Bei Gefechten in Kolumbien 60 Menschen binnen 24 Stunden getötet - Links- und rechtsgerichtete Rebellen unter den Opfern - Bogotá, 23. Februar (AFP) - Bei einer Offensive der kolumbianischen Armee gegen linke Rebellen und rechte Paramilitärs sind nach Militärangaben binnen 24 Stunden mindestens 60 Menschen getötet worden. Allein bei einem Einsatz auf einer Landstraße nahe Villanueva im Nordosten des Landes seien 21 Paramilitärs und zehn Soldaten getötet worden, hieß es am Sonntag aus Militärkreisen. Ein weiteres Mitglied der rechtsgerichteten Paramilitärs sei in Apia im westlichen Verwaltungsgebiet Risaralda getötet worden. Die Armee beschlagnahmte nach eigenen Angaben 38 Sturmgewehre russischer Bauart, Maschinengewehre, Granaten, Landminen, Funkgeräte und Militäruniformen. Bei einem weiteren Vorfall in Llano Grande im Nordwesten seien 17 Mitglieder der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) getötet worden. Vier weitere FARC-Mitglieder seien bei Kämpfen
zwischen den Orten Vista Hermosa und Mesatas im Verwaltungsgebiet Meta ums Leben gekommen, teilten Militärangehörige weiter mit. Sieben Mitglieder der linksgerichteten Nationalen Befreiungsarmee (ELN) seien darüber hinaus im Nordwesten und Nordosten des Landes von der Armee erschossen worden. Die Regierung in Bogotá und rechte Paramilitärs hatten zwar im Juli vergangenen Jahres ein Abkommen geschlossen, dass 20.000 Paramilitärs bis Ende 2005 die Waffen abgeben sollen. Viele Splittergruppen boykottieren dieses Abkommen aber. Die FARC, mit rund 17.000 Kämpfern die größte Rebellenorganisation Kolumbiens, lehnt Verhandlungen mit der Regierung ab. Sie fordert die Freilassung von FARC-Gefangenen. Der rechtsgerichtete Präsident Alvaro Uribe hat der FARC bei seinem Amtsantritt 2002 den Kampf angesagt. In den Gefängnissen des Landes sitzten rund 300 Mitglieder der Organisation. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) halten rund 900 Menschen als Geiseln, unter ihnen die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Sie wurde vor genau zwei Jahren, am 23. Februar 2002, entführt. Im kolumbianischen Bürgerkrieg wurden in den vergangenen 40 Jahren schätzungsweise 200. 000 Menschen getötet.

22/02/04: Demonstration für Freilassung von Ingrid Betancourt - Paris (AP) Mehrere hundert Menschen haben am Sonntag in Paris für die Freilassung der von Guerilleros verschleppten Politikerin Ingrid Betancourt demonstriert. Die 18-jährige Tochter Melanie warf der kolumbianischen Regierung vor, die Freilassung ihrer Mutter nicht entschieden genug zu betreiben. Einige Demonstranten trugen Plakate mit der Forderung nach einem Waffenstillstand und Verhandlungen mit der kolumbianischen Guerillabewegung FARC. Am (morgigen) Montag jährt sich zum zweiten Mal der Tag, an dem Betancourt als Präsidentschaftskandidatin verschleppt worden war.

22/02/04 : Bei Gefechten in Kolumbien 48 Menschen binnen 24 Stunden getötet -Bogotá, 22. Februar (AFP) - Bei mehreren Angriffen der kolumbianischen Armee gegen linke Rebellen und rechte Paramilitärs sind nach Militärangaben binnen 24 Stunden 48 Menschen getötet worden. Bei einem Einsatz in Villanueva im Nordosten des Landes seien 21 Paramilitärs und sechs Soldaten getötet worden, hieß es am Sonntag aus Militärkreisen. In Llano Grande im Nordwesten seien 17 Mitglieder der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) getötet worden. Die Regierung in Bogotá und rechte Paramilitärs hatten zwar im Juli vergangenen Jahres ein Abkommen geschlossen, dass 20.000 Paramilitärs bis Ende 2005 die Waffen abgeben sollen. Viele Splittergruppen boykottieren dieses Abkommen aber. Die FARC, mit rund 17.000 Kämpfern die größte Rebellenorganisation Kolumbiens, lehnt Verhandlungen mit der Regierung ab. Sie fordert die
Freilassung von FARC-Gefangenen. Der rechtsgerichtete Präsident Alvaro Uribe hat der FARC bei seinem Amtsantritt 2002 den Kampf angesagt. In den Gefängnissen des Landes sitzten rund 300
Mitglieder der Organisation. Die FARC hält rund 900 Menschen als Geiseln, unter ihnen die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Sie wurde vor genau zwei Jahren, am 23. Februar 2002, entführt. Im kolumbianischen Bürgerkrieg wurden in den vergangenen 40 Jahren schätzungsweise 200.000 Menschen getötet.

22/02/04 : Roms Bürgermeister demonstriert in Bogotá für Freiheit Betancourts - Bogotá (dpa) - Der Bürgermeister Roms, Walter Veltroni, und hunderte weitere Menschen haben in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá für die Freilassung der früheren Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt aus der Geiselhaft linker Rebellen demonstriert. Zugleich forderten die Teilnehmer der Kundgebung am Samstag, dass die marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) auch alle anderen festgehaltenen Geiseln freigeben sollten. Die Entführung Betancourts im Süden des Landes jährt sich an diesem Montag zum zweiten Mal. Rom ist eine von mehr als 1000 Städten weltweit, die Betancourt zur Ehrenbürgerin erklärt haben. Die Bemühungen um einen Austausch der FARC-Geiseln gegen inhaftierte Rebellen treten seit Jahren auf der Stelle.

21/02/04: Spanien unterstützt Kolumbien im Kampf gegen Rebellen - Aznar will ELN auf EU-Terrorliste setzen - Cartagena (AP) Der spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar
unterstützt Kolumbien im Kampf gegen die Rebellen. Aznar sprach sich am Samstag während eines Besuchs in Cartagena dafür aus, die zweitgrößte Rebellenorganisation des Landes, die Nationale
Befreiungsarmee (ELN), auf die EU-Liste der Terrorgruppen zu setzen. Er werde seine europäischen Kollegen auffordern, entsprechende Schritte einzuleiten. Aznar erklärte, Spanien werde Kolumbien zwei Kampfflugzeuge zur Verfügung stellen. Außerdem sollten spanische Panzer die Hauptstraßen des Landes vor Terrorangriffen schützen. Vor einer Woche war der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe von seiner Europareise zurückgekehrt, die in seiner Heimat als Fehlschlag bezeichnet wurde. Uribe wurde mehrfach wegen mutmaßlicher Menschenrechtsverstöße im Kampf gegen die Rebellen kritisiert. Der Präsident bekräftigte am Samstag, er werde keinesfalls mit bewaffneten Gruppen verhandeln, solange diese nicht eine vollständige Waffenruhe ausriefen. In der Hauptstadt Bogota forderten unterdessen hunderte Demonstranten die Freilassung der seit zwei Jahren verschleppten
Politikerin Ingrid Betancourt. Die Teilnehmer des Protestzugs zeigten eine Karte mit mehr als 1.000 Städten weltweit, die Betancourt die Ehrenbürgerschaft verliehen haben. Die Präsidentschaftskandidatin und ihr Wahlkampfmanager waren am 23. Februar 2002 von der größten Rebellenorganisation Kolumbiens, den Revolutionären Streitkräften (FARC), entführt worden.
Der Bürgermeister von Rom, Walter Veltroni, sowie einige Abgeordnete europäischer grüner Parteien, reisten extra für den Protestmarsch nach Kolumbien. Veltroni forderte Uribe auf, Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch mit den Rebellen aufzunehmen. Nur so könne das Leiden Dutzender Entführter und ihrer Familien beendet werden, sagte er.

20/02/04 : Betancourt: «USA gegen humanitäre Lösung der Geiselfrage»Paris (dpa) - Die Schwester der in Kolumbien verschleppten grünen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, Astrid Betancourt, hat den USA vorgeworfen, eine humanitäre Lösung des schon zwei Jahre andauernden Geiseldramas zu verhindern. Die kolumbianische Regierung habe eine von der Kirche vermittelte Verständigung in letzter Minute platzen lassen, sagte Astrid Betancourt der Pariser Zeitung «France Soir» (Freitagausgabe). Ingrid Betancourt war am 23. Februar 2002 von linksgerichteten Rebellen der FARC (Revolutionäre Bewaffnete Kräfte Kolumbiens) verschleppt worden. Als letztes Lebenszeichen erhielt ihre Familie nach Angaben ihrer Tochter Melanie im September 2003 eine Kassette mit Videoaufnahmen vom Mai 2003. Präsident Alvaro Uribe fährt einen harten Kurs gegen die Entführer.
Über die Kirche hätten sich beide Seiten vor ein paar Tagen auf eine Verhandlungslösung geeinigt, sagte Astrid Betancourt. Uribe habe aber ein «doppeltes Spiel» gespielt und das Abkommen mit dem Argument platzen lassen, es würde seine Truppen demoralisieren.

19/02/04 : Weiterer Franzose in Kolumbien vermisst- Bogotá, 19. Februar (AFP) - In Kolumbien wird seit Januar ein weiterer Franzose vermisst. Von dem 27-jährigen Jura-Studenten gebe
es seit einem Aufenthalt in der nördlichen Bergregion Sierra Nevada Mitte Januar kein Lebenszeichen, verlautete am Mittwoch in Bogotá. Der Student war zu einem einjährigen Austauschprogramm an die
Universität Santa María del Rosario von Bogotá gekommen. Das letzte Lebenszeichen habe es am 15. Januar gegeben. Der französische Konsul in Bogotá, Noël Saez, bestätigte das Verschwinden des jungen Mannes. Die kolumbianischen Behörden hätten bereits eine Suchaktion eingeleitet. Ein weiterer 23-jähriger Franzose wird seit Anfang Januar vermisst, nachdem er von Brasilien in die südliche Amazonas-Region eingereist war.
In Kolumbien sind Entführungen vor allem durch linksgerichtete Guerillagruppen an der Tagesordnung. Die Guerilla will mit den Geiseln unter anderem Gefangene freipressen und ihren bewaffneten Kampf gegen Regierungstruppen und rechtsgerichtete Paramilitärs finanzieren. Seit zwei Jahren befindet sich die französisch-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt in der Gewalt der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC).

16/02/04 : Kolumbien: Kampagne für Wiederwahl von Präsident Uribe gestartet - Buenos Aires (epd). In Kolumbien wollen Parteigänger von Präsident Álvaro Uribe eine Wiederwahl des Staatschefs ermöglichen, was die Verfassung bislang untersagt. Wie die Tageszeitung «El Tiempo» am Sonntag (Ortszeit) in ihrer Internetausgabe berichtete, starteten Uribe-Anhänger eine Unterschriftensammlung für ihr Ziel. In einer ersten Runde müssen 125.000 Unterschriften zusammenkommen, erklärte der Abgeordnete Armando Benedetti. Hat die Wahlbehörde die Namen geprüft und anerkannt, kann erst die eigentliche Unterschriftensammlung für das Volksbegehren beginnen. Die Freunde des Präsidenten müssen dann 1,2 Millionen Unterschriften vorlegen, damit der Kongress sich mit einer Verfassungsänderung befasst. Mehrere Abgeordnete haben bereits einen Entwurf vorgelegt, der dem Präsidenten eine zweite vierjährige Amtszeit ermöglichen soll.
Der unabhängige Liberale Uribe ist seit August 2002 im Amt. Er gilt als Präsident der harten Hand, weil er die linksgerichteten Guerillaorganisationen mit militärischer Stärke besiegen will.
Kritiker werfen ihm die Aushöhlung der Grundrechte und eine Nähe zu den rechtsextremen Paramilitärs vor. In Kolumbien herrscht seit bald 40 Jahren andauernden Bürgerkrieg zwischen Guerilla, Armee und Paramilitärs.

13/02/04 : Schröder unterstützt Kolumbiens Kampf gegen den Terror- Berlin (dpa) - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) unterstützt Kolumbien in seinem Kampf gegen den Terrorismus. Er befürworte den Wunsch des südamerikanischen Landes, die Rebellengruppe ELN auf die Terrorliste der EU zu setzten, sagte er am Freitag nach einem Gespräch mit Präsident Alvaro Uribe in Berlin. «Wir sehen mit großem Respekt» die Anstrengungen Uribes im Kampf gegen den Terrorismus, der nicht nur mit militärischen Mitteln ausgetragen werde, sondern auch auf Integration setze. Uribe dankte für die «nachdrückliche Unterstützung» Deutschlands. Schröder zeigte sich besorgt über Geiselnahmen in Kolumbien. Uribe traf sich bei seinem dreitägigen Besuch unter anderem mit Außenminister Joschka Fischer (Grüne), Innenminister Otto Schily (SPD) und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD). Bei den Gesprächen ging es auch um engere Wirtschaftsbeziehungen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die prekäre Lage der
Menschenrechte und die Missachtung von Empfehlungen der Vereinten Nationen zur Verbesserung der Situation in Kolumbien.

13/02/04 : Schröder sagt Uribe Unterstützung beim «Anti-Terror-Kampf» zu - Berlin, 13. Februar (AFP) - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat dem kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe volle Unterstützung bei seinem «Kampf gegen Terrorismus und Drogen» zugesagt. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin erklärten beide Politiker, Deutschland werde sich dafür einsetzen, auch die linksgerichtete Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheer (ELN) auf die EU-Liste von «Terrororganisationen» setzen zu lassen. Bislang sind dort bereits die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) aufgeführt, die älteste und mit rund 17.000 Kämpfern größte Guerillagruppe Lateinamerikas. Schröder sicherte ferner zu, Kolumbien im Oktober dabei zu unterstützen, dass die EU dem Andenland für weitere zehn Jahre Zollpräferenzen gewährt.

Den Wunsch Bogotás nach einer weiteren Öffnung des europäischen Marktes für kolumbianische Produkte nannte Schröder berechtigt und fügte hinzu, dies müsse ein Thema auf dem kommenden
EU-Lateinamerikagipfel in Mexiko sein. Zuvor hatte Schröder Uribe im Ehrenhof des Bundeskanzleramts mit militärischen Ehren empfangen. Der am Donnerstag eingetroffene kolumbianische Präsident sprach am Freitag auch mit Außenminister Joschka Fischer (Grüne), Innenminister Otto Schily (SPD) und CDU-Chefin Angela Merkel. Am Nachmittag war ein Gespräch mit Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) vorgesehen. Uribe warb bei seinem Besuch um Unterstützung für das Andenland. Deutschland ist nach den USA und Venezuela drittwichtigster Handelspartner für Kolumbien. Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen forderten die Bundesregierung auf, Hilfen für Kolumbien an Fortschritte beim Schutz der Menschenrechte zu knüpfen.

13/02/04 : Schröder lobt kolumbianischen Präsidenten für Kampf gegen Terror - Berlin (epd). Bundeskanzler Gerhard Schröder hat den kolumbianischen Präsidenten Àlvaro Uribe für seine Bemühungen im Kampf gegen den Terrorismus gelobt. Uribe habe nicht nur mit Mitteln der Sicherheitspolitik, sondern auch durch Integration den Terror in seinem Land geschwächt, sagte Schröder am Dienstag vor Journalisten in Berlin. Zuvor war er zu einem knapp einstündigen Gespräch mit Uribe zusammengetroffen. Schröder und Uribe hoben die «engen und traditionellen Beziehungen»
zwischen Deutschland und Kolumbien hervor. Deutschland werde Uribe in seinem Anliegen unterstützen, weitere kolumbianische Organisationen auf die EU-Liste der Terrororganisationen zu setzen, so Schröder. Uribe sagte, er wolle anregen, die zweitgrößte kolumbianische Guerilla-Organisation ELN («Heer zur nationalen Befreiung») in die Liste aufzunehmen. Erst dann würden Organisationen wie die ELN begreifen, dass die internationale Gemeinschaft keinen Terrorismus zulasse. Kolumbien sei weiter «fest entschieden, den Terror zu bekämpfen», sagte er. Schröder sagte weiter, die wirtschaftlichen Beziehungen zu Kolumbien
entwickelten sich «sehr günstig». Die EU habe nun die Pflicht, ihre Märkte nicht nur für Blumen aus Kolumbien, sondern auch für andere landwirtschaftliche Produkte weiter zu öffnen. Diese Themen sollten auf dem EU/Lateinamerika-Gipfel Mitte des Jahres weiter vertieft werden. Kolumbiens Präsident reist derzeit durch Europa. Bei Menschenrechtsorganisationen gilt Uribe als umstritten. Sie werfen ihm Menschenrechtsverletzungen, den Abbau des Rechtsstaates sowie die Nähe zu rechtsextremen Paramilitärs vor. Amnesty international schätzt die Menschenrechtssituation in Kolumbien als «Besorgnis erregend bis katastrophal» ein. Uribe hatte im August 2002 sein Amt angetreten.

13/02/04: Kolumbiens Präsident Uribe in Berlin - Harte Haltung im Kampf gegen die Guerilla bekräftigt - Berlin (AP) Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe ist am Freitag in Berlin von Bundeskanzler Gerhard Schröder mit militärischen Ehren empfangen worden. Der Hardliner und frühere Bürgermeister von Medellin will dem seit nunmehr 40 Jahren andauernden Bürgerkrieg in seiner Heimat mit Gewalt ein Ende setzen. Der 51-jährige sieht sich wegen seines Kurses allerdings inzwischen kritischer Fragen der EU-Außenminister nach seine Anti-Terror-Politik ausgesetzt. Diese bezieht sich auf neue Vollmachten der Streitkräfte, Verhaftungen oder Durchsuchungen ohne richterliche Anordnung vorzunehmen. Vor seiner Unterredung mit Schröder war Uribe auch mit Außenminister Joschka Fischer zusammengetroffen. Außerdem stand eine Unterredung mit Bundestagspräsident Wolfgang Thierse auf dem Programm. Uribe sucht auf seiner Europareise um internationale Unterstützung für seine harte Linie nach. Am Vortag hatte er bei einer Zwischenstation im Vatikan erklärt, wenn kriminelle Gruppen den Staat angriffen, dann sei Gewalt gerechtfertigt. Dies schließe Dialog nicht aus, `vorausgesetzt, er führt zu Frieden und der Wiederherstellung der Ordnung". Im vergangenen Jahr hatte er mit seiner Forderung an Washington aufhorchen lassen, in seinem Land militärisch zu intervenieren: `Drogen und Terrorismus sind potenziell größere Bedrohungen als Irak," erklärte er vor Beginn des Irak-Krieges. Diesen Bedrohungen sollte nach seinen Worten mit Mitteln entgegengetreten werden, die dem US-Militäraufmarsch am Golf entsprächen. Der im Westen ausgebildete Politiker hat mit den Guerilleros in seinem Land eine persönliche Rechnung offen. Vermutlich Mitglieder der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) erschossen 1983 seinen Vater. Schätzungsweise 3.500 Menschen fallen dem Bürgerkrieg in Kolumbien jedes Jahr zum Opfer. Reisen nach Kolumbien gelten als besonders riskant. Das Land gilt als größter Kokain-Exporteur weltweit. Seit Uribes Amtsantritt ist die Zahl der Gewalttaten nach einer Statistik des Verteidigungsministeriums deutlich zurückgegangen.

12/02/04 : Kolumbiens Präsident Uribe trifft Fischer, Schröder und Thierse - Berlin, 12. Februar (AFP) - Zum Abschluss seines Europabesuchs trifft der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe am Freitag (11.30 Uhr) in Berlin mit Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) zusammen. Anschließend (12.30 Uhr) wird der Präsident von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit militärischen Ehren empfangen. Für den Nachmittag ist ein Gespräch mit Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) vorgesehen. Uribe wirbt bei seinem Besuch um Unterstützung für das Andenland. Deutschland ist - nach den Vereinigten Staaten und nach Venezuela - drittwichtigster Handelspartner für Kolumbien. Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen fordern die Bundesregierung auf, Hilfen für Kolumbien an Fortschritte beim Schutz der Menschenrechte zu knüpfen.

12/02/04 : Misereor: Uribe soll Menschenrechte stärker achten - Aachen (KNA) Das katholische Hilfswerk Misereor hat Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe aufgefordert, in seinem Land stärker die
Menschenrechte zu achten. Mit der Anti-Terrorgesetzgebung würden rechtsstaatliche Prinzipien aufgegeben und internationale Rechtsnormen verletzt, kritisierte das Bischöfliche Hilfswerk am
Donnerstag in Aachen. Auf deren Einhaltung müsse die Bundesregierung bei Uribes Deutschland-Besuch am Donnerstag und Freitag drängen. Kolumbien-Referent Stefan Ofteringer zeigte sich besorgt über das derzeitige Vorgehen der kolumbianischen Regierung bei der Demobilisierung der Paramilitärs. Er kritisierte, die Entwaffnung finde ohne Beteiligung der Bevölkerung und ohne rechtlichen Rahmen statt. Uribe suche zur Entwaffnung internationale Unterstützung. Hier könne die Bundesregierung nur dann aktiv werden, so Ofteringer, wenn Kolumbien internationale
Verpflichtungen einhalte. Der Referent fügte hinzu, Unterstützung verdiene vor allem eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit allen Konfliktparteien. Die örtliche Bischofskonferenz habe
bereits ihre Bereitschaft zur Vermittlung angekündigt.

12/02/04 : Präsident der «harten Hand» auf Werbetour in Deutschland - Uribe will kolumbianischer Guerilla den Garaus machen - Menschenrechtler besorgt über kompromisslose Politik - Berlin/Bogotá, 12. Februar (AFP) - Schon bei seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren versicherte der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe, er werde der linken Guerilla den Garaus machen und dem seit
vier Jahrzehnten währenden Bürgerkrieg in seinem Land ein Ende setzen. Seinen kompromisslosen Kurs bekräftigte er diese Woche auch auf einer Europareise, die ihn am Donnerstag und Freitag nach
Deutschland führte. Mit den Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), der ältesten und mit rund 17.000 Kämpfern größten Guerillagruppe Lateinamerikas, hat der Staatschef
eine persönliche Rechnung offen: Mutmaßliche FARC-Mitglieder töteten 1983 seinen Vater, einen Viehzüchter. In Berlin wird Uribe am Freitag unter anderem mit Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne), Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) zusammentreffen. Seine Werbetour durch Europa dient auch der Vertiefung wirtschaftlicher Beziehungen. Die Lateinamerika-Initiative der Deutschen Wirtschaft lud ihn zu einem Vortrag über Handels- und Investitionsmöglichkeiten in Kolumbien ins Haus der Deutschen Bank in Berlin ein. Innerhalb der Europäischen Union steht Deutschland als Wirtschaftspartner Kolumbiens an erster Stelle. Uribe ist ein entschiedener Gegner einer Politik der Zugeständnisse an die FARC, mit der sein Vorgänger Andrés Pastrana scheiterte. Verhandlungen mit der Guerilla über den Austausch von Gefangenen und Geiseln lehnt der rechtsgerichtete Präsident kategorisch ab. Stattdessen setzt er auf eine deutliche Verschärfung des militärischen Vorgehens gegen die Rebellen und - mit Unterstützung vor allem aus den USA - auf eine Aufrüstung der Armee. Menschenrechtsorganisationen kritisieren Uribes Sondergesetzgebung, die es den Streitkräften ermöglicht, Verdächtige ohne gerichtliche Genehmigung bis zu sechs Tage zu inhaftieren, Hausdurchsuchungen vorzunehmen und Gespräche abzuhören. Auch die geplante weitgehende Straffreiheit für ultrarechte Paramilitärs, die Verbindungen zu den staatlichen Sicherheitskräften unterhalten, stößt beim Büro des UN-Menschenrechtskommissariats in Bogotá auf Besorgnis. Uribe antwortet auf Vorwürfe, er trage mit seiner Politik zu einem systematischen Abbau des Rechtsstaats bei, auf einen groben Klotz gehöre nun mal ein grober Keil. Die entsprechenden Maßnahmen seien im «Anti-Terror-Kampf» unumgänglich. Redliche Bürger hätten nichts zu befürchten. Mit der Losung «Harte Hand und großes Herz» war er 2002 in den Wahlkampf um die Präsidentschaft gezogen, die er mit absoluter Stimmenmehrheit schon im ersten Durchgang gewann. Eingeprägt hat sich vor allem «mano dura», die harte Hand. Geboren wurde der 51-jährige Uribe, der früher Mitglied der Liberalen Partei war, in der Millionenstadt Medellín. Er studierte Jura und Politik an der Universität von Antioquía, seiner Heimatregion, sowie in Harvard in den USA mit dem Themenschwerpunkt Konfliktmanagement. 1982 wurde er Bürgermeister von Medellín, von 1986 bis 1994 saß er im Parlament und bekleidete ab 1995 das Amt des Gouverneurs von Antioquía.
"Autorität» und «Disziplin» gehören zu den Lieblingswörtern des schlanken Manns mit der Brille. Jeans sind ihm fremd, morgens macht er Yoga, abends betet er mit seiner Frau Lina und den Söhnen Tomas und Jeronimo. Beobachter bezeichnen ihn als weitgehend humorfrei. Seinen Kreuzzug für Recht und Ordnung wird der strenggläubige Katholik weiterhin ohne Gnade führen - auch ohne Gnade gegen sich selbst. Einer seiner Senatskollegen erinnert sich, ihn einmal um vier Uhr morgens in seinem Arbeitszimmer angetroffen zu haben. Uribe bereitete ein neues Gesetzesprojekt vor. Damit er nicht einschlief, steckten seine Füße in kaltem Wasser.

12/02/04 : Papst ruft Kolumbianer zum Ende des Bürgerkriegs auf - Vatikanstadt (KNA) Ein Ende des seit Jahrzehnten anhaltenden Bürgerkriegs in Kolumbien hat Papst Johannes Paul II. gefordert.
Bei einer Audienz für Staatspräsident Alvaro Uribe Velez sagte der Papst am Donnerstag im Vatikan, Kolumbien möge den wahren inneren Frieden finden und jegliche Form der Gewalt überwinden.
Das Land müsse «neue Formen des Zusammenlebens auf dem Weg der Gerechtigkeit» finden. Der Papst betonte, dringend müssten jetzt die Fundamente für den «moralischen und materiellen Wiederaufbau des Landes» und für die Wiederherstellung einer «gerechten, solidarischen, verantwortungsbewussten und friedlichen Gesellschaft» gelegt werden. Auf eine mögliche Vermittlung der katholischen Kirche zwischen linksgerichteten Guerilla-Armeen, rechtsgerichteten Milizen und der Regierung in Bogota ging der Papst in seiner vom Vatikan veröffentlichten Ansprache nicht direkt ein.

12/02/04 : Menschenrechtler prangern Terror gegen Indianer in Kolumbien an Göttingen (epd). Zum Auftakt des Besuchs von Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe in Berlin hat die Gesellschaft für bedrohte Völker den «unaufhörlichen Terror» gegen die Ureinwohner des südamerikanischen Landes angeprangert. Die 700.000 Indianer seien Opfer von «Terror, Landraub und Folter», erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag in Göttingen. In einem offenen Brief bat die Gesellschaft für bedrohte Völker den kolumbianischen Staatschef, die in der Verfassung festgeschriebene Autonomie indianischer Territorien zu respektieren. Der kolumbianische Staatschef will an diesem Freitag unter anderen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zusammentreffen. Seit fast vierzig Jahren herrscht in Kolumbien ein blutiger Bürgerkrieg zwischen linken Guerilla-Gruppen, rechten Paramilitärs und der Armee. «Alles deutet darauf hin, dass die Ureinwohner systematisch terrorisiert und verfolgt werden», sagte der Kolumbien-Experte der Gesellschaft, Theodor Rathgeber. Zwischen Januar und September vergangenen Jahres seien 76 Repräsentanten indianischer Völker ermordet worden. Darüber hinaus seien in der Region Sierra Nevada de Santa Marta im vergangenen Jahr 40 Angehörige des Konkuamos-Volkes getötet worden

12/02/04 : AFPrimetime/Vorschau Kolumbiens Präsident Uribe wirbt um Unterstützung in Deutschland - Berlin - Der kolumbianische Präsident Uribe will zum Abschluss seines Europabesuchs auch in Deutschland um Unterstützung für das Andenland werben. Heute Abend (ab 17.30 Uhr) hält Uribe auf Einladung der Lateinamerika-Initiative der Deutschen Wirtschaft in Berlin einen Vortrag über Handels- und Investitionsmöglichkeiten in Kolumbien. Für morgen ist ein Arbeitsgespräch mit
Wirtschaftsminister Clement (SPD) vorgesehen. Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen forderten die Bundesregierung auf, in ihrem Dialog mit Uribe auf die Umsetzung der Empfehlungen des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte zu drängen und dies zur Bedingung für eine weitere Unterstützung der Regierung zu machen.

26/01/04: Terroropfer aus aller Welt fordern Ende der Gewalt - Zweitägige Konferenz in Madrid eröffnet - Madrid (AP) Hunderte Terroropfer aus Israel, Algerien und anderen Staaten haben am Montag zu einem Ende der Gewalt in aller Welt aufgerufen. Der Terrorismus könne nur erfolgreich bekämpft werden, wenn die Staatengemeinschaft eine gemeinsame Front bilde, sagte der Spanier Javier Romeo Pastor, der 1991 einen Briefbombenanschlag der
baskischen Untergrundorganisation ETA überlebte, auf einer
zweitägigen Konferenz in Madrid. An dem Treffen nahmen rund 600
Delegierte aus etwa einem Dutzend Staaten teil. Die `soziale Isolation und moralische Schwäche von Terroristen" werde von Tag zu Tag offensichtlicher, sagte der spanische Kronprinz Felipe. Die irische Teilnehmerin Patricia Gallagher, die beim Bombenanschlag der IRA in Omagh 1998 ihren Sohn verlor, lobte die Unterstützung für Terroropfer in Spanien. `Die ETA hat etwa 800 Menschen getötet", sagte sie. `In Irland sind fast 4.000 Menschen
gestorben, aber die britische Königsfamilie würde den Terrorismus
niemals so scharf verurteilen." Der Präsident des Europäischen Parlamentes, Pat Cox, wies zur Eröffnung der Konferenz auf die jüngsten Anti-Terror-Maßnahmen der Europäischen Union hin. Die EU habe seit den Anschlägen vom 11. September 2001 unter anderem eine Liste von Terrororganisationen
erstellt und die rechtlichen Voraussetzungen für grenzüberschreitende Festnahmen geschaffen, sagte Cox. Am (morgigen) Dienstag wurden auf dem Internationalen Kongress über Terroropfer unter anderem Nobelpreisträger David Trimble und der kolumbianische Vizepräsident Francisco Santos erwartet. Die Abschlussrede sollte der spanische Ministerpräsident Jose Maria
Aznar halten, der 1995 einen Autobombenanschlag der ETA überlebte.
Im kommenden Jahr soll die Konferenz nach Angaben der Organisatoren
in Kolumbien stattfinden.

26/01/04: OAS vermittelt bei Verhandlungen mit Paramilitärs in Kolumbien - Buenos Aires (epd). Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS)
wird die Verhandlungen zwischen rechten Paramilitärs und der
Regierung in Kolumbien begleiten. Wie die kolumbianische Regierung am
Sonntag (Ortszeit) mitteilte, einigten sich der OAS-Generalsekretär
César Gaviria und Präsident Álvaro Uribe bereits am Freitag auf eine
entsprechende Vereinbarung. Das Abkommen zur Begleitung des
Friedensprozesses in Kolumbien erlaubt der OAS, mögliche
Verhandlungen zwischen der linken Guerilla und der Regierung zu
unterstützen.

Die OAS darf danach kontrollieren, ob vereinbarte Feuerpausen
eingehalten werden. Außerdem beobachten OAS-Diplomaten die
Verhandlungen. Die Regierung von Uribe steht im Kontakt mit
zahlreichen Paramilitär-Organisationen, um deren Entwaffnung bis Ende
2005 zu erreichen und die Wiedereingliederung der Kämpfer in die
Gesellschaft zu ermöglichen.

Die rechten Paramilitärs wurden in den 80er Jahren von
Großgrundbesitzern aufgestellt, um die linke Guerilla zu bekämpfen.
Derzeit sind etwa 18.000 Kämpfer in ihren Reihen. In den vergangenen
Jahren gab es immer wieder Hinweise darauf, dass die Paramilitärs mit
den kolumbianischen Streitkräften zusammenarbeiten. Den Paramilitärs
werden Massaker an der Zivilbevölkerung und Beteiligung am
Drogenhandel zur Last gelegt. Gegen ihren Anführer Carlos Castaño
haben die USA einen internationalen Haftbefehl erstellt.

23/01/04: EU und UNO setzen sich für Gefangenenaustausch in Kolumbien ein - Uribe hält an militärischer Lösung des Konflikts fest -
Bogotá, 23. Januar (AFP) - EU-Außenkommissar Chris Patten will den
festgefahrenen Verhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung
und der linksgerichteten FARC-Guerilla über den Austausch von
Gefangenen neuen Schwung verleihen. Er werde kommende Woche in
Brüssel mit UN-Generalsekretär Kofi Annan über eine gemeinsame
Initiative beraten, kündigte Patten am Donnerstag in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá an. Nach einem Treffen mit dem UN-Gesandten für Kolumbien, James LeMoyne, betonten beide Diplomaten ihre Unterstützung für den Friedensprozess in dem südamerikanischen Land.

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) fordern im
Gegenzug für die Freilassung von rund zwei Dutzend politischen
Gefangenen, über 40 Armee-Offizieren und drei US-Bürgern, dass die
Regierung rund 300 FARC-Rebellen aus den Gefängnissen freilässt.
Die rechtsgerichtete Regierung von Präsident Álvaro Uribe verlangt
jedoch die Freilassung sämtlicher rund 800 Geiseln aus der
Gefangenschaft der FARC. Unter den Geiseln in der Gewalt der
Guerilla ist auch die kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt.

Uribe kündigte unterdessen an, er setze auch weiterhin auf eine
militärische Lösung des Konflikts mit linksgerichteten
Guerillagruppen. Für «die Sicherheit der Menschen» werde er weiter
mit Polizei und Armee gegen die Rebellen vorgehen, sagte der
Staatschef vor dem diplomatischen Korps in Bogotá. «Reden Sie
weiter über den Dialog, und ich mache weiter mit Streitkräften und
Polizei.» Voraussetzung für eine Friedensvereinbarung sei, dass die
FARC und das Nationale Befreiungsheer (ELN) sämtliche
Feindseligkeiten einstellten.

23/01/04: Mindestens 40 Tote bei Kämpfen in kolumbianischer Drogenregion - Bogotá (dpa) - Bei schweren Kämpfen zwischen linken Rebellen und rechten Paramilitärs um die Kontrolle des Drogenanbaus sind im Norden Kolumbiens mindestens 40 Menschen getötet worden. Guerilleros
der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) und
des an Kuba orientierten «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN) hätten
sich erbitterte Gefechte mit Mitgliedern der «Einheiten zur
Selbstverteidigung Kolumbiens» (AUC) geliefert, teilte ein Sprecher
des nationalen Menschenrechtsbeauftragten am Donnerstag mit. Dabei
sei es um die Kontrolle des kleinen Ortes San Juan de César in
der Provinz La Guajira gegangen.

In der Umgebung des Ortes werden Kokasträucher angebaut, aus deren
Blättern die Rohmasse für das Rauschgift Kokain gewonnen wird. Zudem
führen wichtige Routen für Drogenschmuggler durch die Gegend in der
Nähe der Grenze zu Venezuela. Die Kämpfe hätten bereits vor einigen
Tagen begonnen. Zahlreiche Zivilisten befanden sich auf der Flucht.
Das Militär teilte mit, es seien Soldaten in die Region unterwegs.

22/01/04: Junge Anwältin wird Antikorruptions-Beauftragte in Kolumbien - Bogotá, 22. Januar (AFP) - In Kolumbien ist eine junge Anwältin zur
obersten Antikorruptions-Beauftragten ernannt worden. Die ehemalige
Vize-Justizministern María Margarita Zuleta soll finanziellen
Unregelmäßigkeiten in Behörden nachgehen und dabei mit der
Staatsanwaltschaft sowie den Finanz- und Aufsichtsbehörden
zusammenarbeiten, wie Vizepräsident Francisco Santos am Mittwoch
(Ortszeit) in Bogotá mitteilte. Die neue Beauftragte werde auch die
Arbeit ihrer regionalen Kollegen beaufsichtigen, die sich dem
«Transparenzpakt» zur aufrichtigen Verwendung öffentlicher Geldern
verpflichtet hätten.

Die 38-jährige Anwältin war im September vergangenen Jahres wegen
Differenzen mit ihrem Chef, Innen- und Justizminister Fernando
Londoño, zurückgetreten. Ihre neue Aufgabe werde ihr viel Einsatz
abverlangen, erklärte Zuleta. Ziel ihrer Arbeit sei vor allem die
Stärkung «interner Kontrollmechanismen in allen öffentlichen
Einrichtungen».  

22/01/04: Patten kritisiert US-gestützte Anti-Drogenpolitik Kolumbiens -  
- EU-Außenkommissar fordert FARC-Guerilla zum Dialog auf -
Bogotá/Quito, 22. Januar (AFP) - Bei einem Besuch in Kolumbien hat
der EU-Außenkommissar Chris Patten die Anti-Drogenpolitik der
kolumbianischen Regierung kritisiert. Nach einem Gespräch mit
Präsident Alvaro Uribe am Mittwoch stellte Patten das US-gestützte
Anti-Drogen-Programm Plan Colombia in Frage. Die Vernichtung von
Koka-Feldern mit Pflanzenvernichtungsmitteln sei «keine wirksame
Methode», sagte Patten bei seinem zweitägigen Besuch in dem
südamerikanischen Land. Wer wolle, könne seine Pflanzungen gegen
das Besprühen mit toxischen Mitteln aus der Luft schützen;
gleichzeitig würden aber Nachbarkulturen geschädigt, die mit dem
Drogenanbau nichts zu tun hätten.

Die USA unterstützten den Plan Colombia seit dem Jahr 2000 mit
bislang 2,6 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro). Allein im
vergangenen Jahr wurden etwa 100.000 Hektar Koka-Plantagen in
Kolumbien vernichtet. Das Land ist mit rund 700 Tonnen
Jahresproduktion der weltgrößte Kokainproduzent. Rund sechs Tonnen
Heroin gelangen jährlich aus Kolumbien auf den internationalen
Markt.

Nach seinem Appell an die Regierung, die Menschenrechte im Kampf
gegen den Terrorismus zu achten, forderte Patten die Guerillagruppe
Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) zu Verhandlungen auf.
Patten regte einen Gefangenenaustausch an. Es gebe keine
«schlimmere Verletzung der Menschenrechte als eine Familie
jahrelang auseinander zureißen», sagte der EU-Kommissar mit Blick
auf die zahlreichen Geiseln in den Händen der FARC. Während seines
Besuchs traf Patten auch Vertreter mehrerer internationaler
Menschenrechtsgruppen.

Die Guerilla hält gegenwärtig etwa 800 Zivilisten und 21 politische
Gefangene fest, unter ihnen die Politikerin und ehemalige
Präsidentschaftskandidaten der kolumbianische Grünen, Ingrid
Betancourt. Von 47 entführten Armeeangehörigen sind einige bereits
mehr als sechs Jahre in Geiselhaft; auch drei US-Bürger sind in
Händen der FARC, die mit rund 17.000 Mitgliedern die größte
Guerilla Kolumbiens ist. Alle Versuche, den Konflikt zwischen
Rebellen und Regierung zu lösen, schlugen bislang fehl. In rund 40
Jahren Bürgerkrieg in dem südamerikanischen Land wurden rund 200.
000 Menschen getötet.

Am Donnerstag wollte Patten mit den Außenministern der
Andengemeinschaft (CAN) in Quito zusammenkommen. Zur CAN zählen
Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela.

22/01/04: Mit Schach und Würfelspielen gegen Kolumbiens Guerilleros - Bogotá (dpa) - Kolumbiens Regierung setzt im blutigen Konflikt mit
den linken Rebellen jetzt auch auf Spiele wie Schach, Würfeln und
Dart. Insgesamt sollen eine Millionen Steckbriefe verteilt werden,
auf deren Rückseite Zielscheiben, Schachfelder und andere Brettspiele
aufgedruckt sind, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch
mit. Ganz oben auf der Liste der insgesamt mehr als 50 gesuchten
Rebellen steht der Chef der marxistischen «Revolutionären
Streitkräfte Kolumbiens» (FARC), Manuel Marulanda alias Tiro Fijo
(Blattschuss). Die Lösegelder belaufen sich auf insgesamt umgerechnet
zwei Millionen Euro.

Kolumbien leidet unter einem bürgerkriegsähnlichen Konflikt, den
die linken Rebellen mit rechten Paramilitärs austragen. Das Militär
und die Polizei müssen oft einen Zweifrontenkrieg gegen beide Seiten
ausfechten. In den vergangenen Jahren sind dem Konflikt zehntausende
Menschen zum Opfer gefallen und Millionen aus ihren Heimatregionen in
die größeren Städte geflüchtet.

21/01/04: CIA-Chef Tenet soll in Prozess zu Waffenschmuggel für FARC aussagen - Lima (dpa) - Der Leiter des US-Geheimdienstes CIA, George Tenet, soll im Prozess gegen Perus früheren Geheimdienstchef Vladimiro
Montesinos als Zeuge aussagen. Das zuständige Gericht in Lima gab
einem entsprechenden Antrag von Montesinos Verteidigern am Dienstag
statt. Tenet soll Auskunft über eine mögliche Beteiligung der USA an
Waffenlieferungen an die kolumbianischen FARC-Rebellen geben. Der
CIA-Chef könne entweder schriftlich auf Fragen antworten oder in
einer Videokonferenz gehört werden, hieß es.

Montesinos hatte Peru unter der Regierung des nach Japan
geflüchteten früheren Präsidenten Alberto Fujimori (1990-2000) mit
einem Netz aus Spitzeln und Korruption überzogen. In dem Prozess geht
es unter anderem um den Vorwurf, 10 000 Schnellfeuergewehre vom Typ
AKM-47 aus Jordanien für Peru seien an die marxistischen
«Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) weitergleitet worden.

20/01/04: FARC nach Anschlag auf Ölpipeline wieder im Kampf gegen Regierung - Zwei Polizisten an Straßensperre erschossen -
Bogotá, 20. Januar (AFP) - Rund zwei Wochen nach der Festnahme
ihres führenden Mitglieds Ricardo Palmera alias Simón Trinidad
haben die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) ihren Kampf
gegen die Regierung offenbar wieder aufgenommen. Unbekannte
sprengten eine Ölpipeline bei Arauqita in der Provinz Arauca rund
400 Kilometer nordöstlich von Bogotá, wie die Polizei am Montag
(Ortszeit) mitteilte. Sie machte die FARC für den Anschlag
verantwortlich. Die US-Ölfirma Oxy und das kolumbianische
Unternehmen Ecopetrol pumpen täglich rund 105.000 Barrel Öl (ein
Barrel sind 159 Liter) durch die 772 Kilometer lange Pipeline
zwischen Cano Limon und dem Hafen Covenas westlich der Stadt
Cartagena an der Karibikküste.

Anschläge gegen die Wirtschaftsinfrastruktur sind neben
Entführungen ein häufig gewähltes Mittel der FARC im Kampf gegen
den kolumbianischen Staat. Seit 1986 zählte die Polizei rund 735
Anschläge gegen Ölpipelines im Land.

Der 53-jährige Trinidad war Anfang Januar in der ecuadorianischen
Hauptstadt Quito festgenommen und nach Kolumbien überstellt worden.
Trinidad gilt als die Nummer vier der FARC und als einer der
Vordenker der 1964 gegründeten Guerilla. 16 Jahre lang war der
frühere Bankier und Wirtschaftsprofessor Mitglied der FARC-Führung.
Trinidad war an den 1999 begonnenen Friedensverhandlungen
beteiligt, die die Regierung des damaligen Präsidenten Andrés
Pastrana im Februar 2002 für beendet erklärte. Der rechtsgerichtete
Präsidenten Alvaro Uribe hatte bei seinem Amtsantritt 2002 der FARC
den Kampf angekündigt.

Bei einem Überfall auf eine Anti-Drogeneinheit erschossen
FARC-Rebellen am Montag zwei Polizisten. Zu dem Feuergefecht
zwischen den Sicherheitskräften und den Rebellen kam es auf der
Regionalstraße zwischen den Provinzen Tolima und Quindío im Westen
Kolumbiens, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten mussten demnach
an einer von der FARC errichteten Straßensperre halten und wurden
aus Gewehren und mit Granaten beschossen. Die Rebellen hätten einen
Werttransporter mit 120 Millionen Pesos (rund 35.000 Euro) erbeutet.

16/01/04: EU: 250 Millionen Euro für Lateinamerika - Brüssel (KNA) Mit  mehr als 250 Millionen Euro will die EU-Kommission die Entwicklung von Demokratie und Wohlstand in Lateinamerika unterstützen. Das Geld solle etwa für Bildung, nachhaltige Entwicklung und Modernisierung eingesetzt werden, teilte die Brüsseler Behörde am Freitag mit. Der Beschluss zeige
das große Engagement der EU für die Zusammenarbeit mit
Lateinamerika, so der für die auswärtigen Beziehungen zuständige
EU-Kommissar Chris Patten.

Ein Großteil der Mittel, mehr als 39 Millionen Euro, komme den so
genannten Friedens-Laboratorien in Kolumbien zu Gute. Honduras
erhalte zur Verbesserung des zweiten Bildungssektors rund 41
Millionen Euro. Für die Entwicklung ihrer wenig sozial
entwickelten Regionen bekämen Mexiko 15 Millionen Euro und
Uruguay 12 Millionen Euro.

15/01/04: Kolumbianischer Drogenhändler von Panama an USA ausgeliefert - Panama-Stadt (dpa) - Panama hat am Mittwoch einen kolumbianischen Drogenhändler an die USA ausgeliefert. Es handelt sich um den in der vorigen Woche im Süden des Landes festgenommenen Jesús Henao Montoya, einen der mutmaßlichen Anführer des kolumbianischen Kartells Valle del Norte del Cauca. Wie das Außenministerium in Panama-Stadt am Mittwoch mitteilte, kam die Regierung damit einem Ersuchen der US-Botschaft nach. Kolumbien hatte ebenfalls die Auslieferung beantragt. In den USA droht Henao eine lebenslange Freiheitsstrafe.

13/01/04: «Kirchen-Vermittlung zu Freilassung Betancourts noch vergeblich»-Paris (KNA) Kirchliche Vermittlungsbemühungen zur Freilassung der in Kolumbien im Februar 2002 entführten grünen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt sind bislang vergeblich geblieben. Es habe bei den geheimen Verhandlungen zwischen den Entführern der FARC-Rebellen und der Regierung bislang keine Annäherung der Positionen gegeben, zitierte die französische Tageszeitung «Le Figaro» am Dienstag Betancourts Schwester Astrid. Die Rebellen seien offenbar weiter an einer Verhandlungs-Lösung interessiert. Sprecher der Entführer hätten unterdessen mitgeteilt, Betancourt sei bei guter Gesundheit. Die Politikerin ist das prominenteste Entführungsopfer in Kolumbien. Besonders in Frankreich und Belgien wurde ihr Schicksal mit Aufmerksamkeit verfolgt. Von zahlreichen Kommunen wurde sie nach ihrer Entführung zur Ehrenbürgerin erklärt. Die FARC-Rebellen halten noch mindestens 20 weitere Politiker als Geiseln gefangen, außerdem nahezu 50 Militärs, drei US-Bürger sowie geschätzte 800 Zivilisten. Sie verlangen vor allem einen Austausch mit rund 400 in Gefängnissen einsitzenden FARC-Rebellen.

13/01/04: 13 Rebellen in Kolumbien getötet - Bogota (AP) Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Soldaten und Rebellen im Westen Kolumbiens sind nach Armeeangaben 13 Aufständische getötet worden. Sieben Mitglieder der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) kamen in einem einzigen Gefecht bei El Tambo rund 400 Kilometer südwestlich von Bogota ums Leben, wie die Streitkräfte am Montag mitteilten. Im Nordwesten des Landes kämpften Soldaten an drei Stellen gegen Einheiten der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC). Dabei wurden den Angaben zufolge sechs Rebellen getötet.

12/01/04: FARC bereit zur Freilassung von Betancourt bei Gefangenenaustausch - Politikerin ist nach Angaben von Guerilla-Vizechef gesund - Paris, 12. Januar (AFP) - Die seit zwei Jahren verschleppte französisch-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt könnte nach Angaben ihrer Entführer bald auf freien Fuß kommen. Die 42-Jährige sei bei guter Gesundheit und warte auf einen Gefangenenaustausch, sagte der Vize-Chef der Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC), Paul Reyes, dem Fernsehsender TV5 in einem am Montag ausgestrahlten Interview. Betancourt wisse «genau, dass ihre Freilassung von einem derartigen humanitären Austausch abhängt», betonte der als «Außenminister» der FARC geltende Reyes und bot der Pariser Regierung erneut Verhandlungen an.

In der Gewalt der FARC-Rebellen befinden sich neben Betancourt, der einstigen Grünen-Kandidatin bei der kolumbianischen Präsidentschaftswahl, noch 20 weitere politische Geiseln, 47 ranghohe Militärs, drei US-Bürger sowie rund achthundert andere Zivilisten. Etwa vierhundert Guerilleros sitzen ihrerseits im Gefängnis. Zum Jahresbeginn war auch das führende FARC-Mitglied Ricardo Palmera alias Simón Trinidad festgenommen worden. FARC-Vertreter hatten daraufhin zunächst Verhandlungen mit dem Hinweis abgelehnt, diese könnten als Zeichen der Schwäche ausgelegt
werden.

11/01/2004: Kolumbianischer Drogenboss in Panama gefasst -Panama-Stadt (dpa) - Die Polizei in Panama hat im Süden des Landes einen mächtigen kolumbianischen Drogenboss festgenommen. Wie die Behörden am Sonntag mitteilten, handelt es sich um den 50-jährigen Arcángel de Jesús Henao Montoya, einen der Chefs des so genannten Kartells Norte del Valle. Er sei einer der meistgesuchten Drogenhändler des Nachbarlandes und stehe auch auf den Fahndungslisten der USA. Die Regierung Kolumbiens beantragte bereits seine Auslieferung.

09/01/2004: Vergangenes Jahr weltweit 91 Journalisten bei der Arbeit getötet - Australien/Irak/Kolumbien/Medien/Konflikte/Menschenrechte
- Internationaler Journalistenverband fordert besseren Schutz -
Sydney, 9. Januar (AFP) - Weltweit sind im vergangenen Jahr 91
Journalisten in Ausübung ihrer Arbeit getötet worden. Durch den
Irak-Krieg und zahlreiche weitere Konflikte stieg die Zahl der
getöteten Journalisten im Vergleich zum Vorjahr um fast ein
Viertel, wie der Internationale Journalistenverband (IFJ) am
Freitag in Sydney anlässlich der Vorstellung seines Jahresberichtes
2003 mitteilte. «Die Auswirkungen von Kriegen und Konflikten auf
die Arbeit der Medien wirft einen langen Schatten auf den
Journalismus 2003», sagte IFJ-Präsident Christopher Warren.

Laut IFJ kamen im vergangenen Jahr in mehr als 25 Ländern
Journalisten gewaltsam ums Leben. Allein in Irak wurden 18
Journalisten getötet, nicht mitgezählt sind allerdings zwei seit
März vermisste Reporter, die ebenfalls als tot gelten. Die meisten
der getöteten Berichterstatter kamen demnach an Kriegsschauplätzen
ums Leben, einige waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.
Aber viele Journalisten wurden gezielt getötet, weil sie über
politisch brisante Informationen verfügten.

Als Beispiel einer gezielten Tötung hob der IFJ den Fall des
philippinischen Radiojournalisten Juan Porras Pala hervor, der im
September von Unbekannten erschossen wurde. Er hatte in seiner
täglichen Sendung lokale Politiker und kommunistische Rebellen
kritisiert. Der indonesische Journalist Ersa Siregar wurde in der
Unruheprovinz Aceh im Dezember versehentlich von Soldaten
erschossen, als er in ein Gefecht mit Rebellen geriet.

Der Kolumbianer Alfonso Parada von der Zeitung «El Tiempo» hatte
über Korruption berichtet, bevor er im März von Unbekannten
erschossen wurde. Allein in Kolumbien wurden dem Bericht zufolge
sieben Journalisten getötet, auf den Philippinen drei. In allen
Fällen werden Mafia- oder Drogenbanden als Täter vermutet.

Der IFJ rief die Regierungen in aller Welt auf, Medienvertreter
besser zu schützen, um ihnen die Ausübung ihrer Arbeit zu
ermöglichen und damit die Pressefreiheit zu garantieren. Zudem
müssten die Untersuchungen der Todesfälle unterstützt werden.
«Gerechtigkeit und Demokratie verlangen das», sagte Warren. Der IFJ
mit Sitz in Brüssel ist der größte internationale Zusammenschluss
von Journalisten. Der Verband zählt eine halbe Million Mitglieder
in 106 Ländern.

09/01/2004: Mutmaßlicher Waffenschmuggler in Berlin in Auslieferungshaft - Berlin, 9. Januar (AFP) - Der Ukrainer, der unter dem Verdacht des Waffenschmuggels für die kolumbianische Guerilla vor Weihnachten festgenommen worden war, befindet sich in Berlin in vorläufiger Auslieferungshaft. Einen entsprechenden Beschluss fasste das
Berliner Kammergericht, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am
Freitag mitteilte. Der Ukrainer, der verdächtigt wird, als Pilot am
Schmuggel von 10.000 Kalaschnikows für die FARC-Guerilla beteiligt
gewesen zu sein, kann nun 90 Tage festgehalten werden.
Der Bundesgrenzschutz (BGS) hatte den Mann am 23. festgenommen. Ein
BGS-Sprecher, der die Festnahme zunächst dementiert hatte,
bestätigte sie später doch. Nach den Angaben der Staatsanwaltschaft
liegt noch kein Auslieferungsersuchen aus Peru vor. Der Mann war am
23. Dezember in Berlin gefasst worden.

06/01/2004: FARC-Rebellen wollen Betancourt nicht freilassen - Rebellen wollen nach Trinidads Festnahme keine Schwäche zeigen - Bogotá, 6. Januar (AFP) - Die Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) wollen die vor knapp zwei Jahren verschleppte Politikerin Ingrid Betancourt auch nach der Festnahme ihres Führungsmitglieds Simon Trinidad nicht freilassen. Zum jetztigen Zeitpunkt könne die Freilassung von Betancourt oder weiteren Geiseln als Zeichen der Schwäche ausgelegt werden, sagten Mitglieder der Rebellenorganisation am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Die Mutter der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin, Yolanda Pulecio, rechnete damit, dass Trinidads Festnahme den Geiseln schaden könne: «Ich bin nach dieser Festnahme sehr besorgt und verängstigt», sagte sie AFP. Es sei nicht abzusehen, was Regierung und Rebellen «im Zuge dieses Trophäenkrieges» voneinander verlangen würden. Dagegen sagte die ehemalige kolumbianische Außenministerin Maria Emma Mejia, Trinidad könne zur Wiederaufnahme der Verhandlungen beitragen und von seiner Zelle aus eine Rolle dabei
spielen.
Neben der Grünen-Politikerin Betancourt befinden sich 20 weitere
politische Geiseln, 47 ranghohe Militärs, drei US-Bürger sowie rund
achthundert Zivilisten in der Gewalt der FARC-Rebellen. Etwa
vierhundert Guerilleros sitzen dagegen im Gefängnis.
Der 53-Jährige Ricardo Palmera alias Simón Trinidad war am Freitag
in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito festgenommen worden, wo er
sich wegen einer Prostatakrebs-Erkrankung operieren lassen wollte.
Er wurde mittlerweile nach Kolumbien überstellt. Trinidad gilt als
die Nummer vier der FARC und als einer der Vordenker der 1964
gegründeten Guerillagruppe. 16 Jahre lang war der frühere Bankier
und Wirtschaftsprofessor Mitglied der FARC-Führung.

06/01/2004: Anführer kolumbianischer Paramilitärs in Medellín ermordet - Bogotá, 6. Januar (AFP) - Ein Anführer einer paramilitärischen
kolumbianischen Organisation ist in Medellín ermordet worden.
Guillermo Echavarría wurde am Samstag in der zweitgrößten
kolumbianischen Stadt von mutmaßlichen Kriminellen aus einem Taxi
heraus erschossen, als er zusammen mit seinem dreijährigen Sohn und
dessen Mutter zu Fuß unterwegs war, wie ein Regierungsvertreter am
Montag in Bogotá mitteilte. Seinem Sohn wurde nach Angaben von
Echavarrías Vater in die Hand geschossen. Der 28-jährige politische
Koordinator der paramilitärischen Gruppe Bloque Cacique Nutibara
(BCN) war maßgeblich an der Entwaffnung von Kämpfern
paramilitärischer Gruppen beteiligt, die mit der Regierung
vereinbart worden war.
Die paramilitärischen Gruppen in Kolumbien hatten Ende November
nach einer entsprechenden Vereinbarung mit der Regierung in Bogotá
mit ihrer freiwilligen Entwaffnung begonnen. In dem seit 40 Jahren
dauernden Konflikt zwischen Regierungstruppen, rechtsgerichteten
Paramilitärs und linksgerichteten Guerillagruppen wurden mehr als
200.000 Menschen getötet.

05/01/2004: FARC spielt Festnahme von Führungsmitglied Trinidad herunter - Reyes: Mitbegründer ist lediglich «sehr wichtiger Guerillero» - Bogotá, 5. Januar (AFP) - Die kolumbianische FARC-Guerilla FARC hat
die Festnahme eines ihrer einflussreichsten Mitglieder
heruntergespielt. Der am Freitag in Ecuador gefasste Simón Trinidad
gehöre weder dem Sekretariat der Rebellen an noch sei er Finanzchef
oder Befehlshaber über den Karibischen Block gewesen, erklärte der
Vize-Chef der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), Raúl
Reyes, in einem am Montag auf der Internetseite der Organisation
veröffentlichten Interview. Bei Trinidad handele es sich lediglich
um einen «sehr wichtigen und verantwortungsbewussten Guerillero».
Der 53-Jährige Ricardo Palmera alias Simón Trinidad war am Freitag
in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito festgenommen worden, wo er
sich wegen einer Prostata-Krebserkrankung operieren lassen wollte.
Er wurde mittlerweile nach Kolumbien überstellt. Trinidad gilt als
die Nummer vier der FARC und als einer der Vordenker der 1964
gegründeten Guerillagruppe. 16 Jahre lang war der frühere Bankier
und Wirtschaftsprofessor Mitglied der FARC-Führung.
Trinidad war unter anderem an den 1999 begonnenen
Friedensverhandlungen beteiligt, welche die Regierung des damaligen
Präsidenten Andrés Pastrana im Februar 2002 für beendet erklärte.

05/01/2004: Kolumbianische Armee und Polizei in Alarmbereitschaft versetzt - Gefasster FARC-Führer war wegen Krebsoperation in Quito -
Bogotá, 5. Januar (AFP) - Nach der Festnahme eines der
einflussreichsten Führer der FARC-Rebellen hat die kolumbianische
Regierung Armee und Polizei wegen befürchteter Racheaktionen in den
Alarmzustand versetzt. Die Truppen hätten klare Anweisungen
erhalten, um jede mögliche Aktion der Rebellen zu «neutralisieren»,
sagte der Oberbefehlshaber über das kolumbianische Heer, General
Martin Orlando Carreno, am Sonntag. Das mit internationalem
Haftbefehl gesuchte FARC-Führungsmitglied Simón Trinidad war am
Freitag in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito gefasst und am
Samstag nach Kolumbien gebracht worden.
Trinidad war nach Quito gereist, um sich dort wegen einer
Krebserkrankung operieren zu lassen, hieß es aus gut informierten
Kreisen in Bogotá. Bei dem 53-Jährigen sei vor einem Jahr
Prostata-Krebs festgestellt worden. Die ecuadorianischen Behörden
wiesen unterdessen kolumbianische Angaben über ausländische Hilfe
bei der Festnahme zurück. Trinidad sei bei einer Routinekontrolle
festgenommen woren, weil er keine Papiere sich hatte, sagte ein
Polizeisprecher in Quito.
Nach Angaben der kolumbianischen Armee wollte Trinidad nach seinem
Aufenthalt in der ecuadorianischen Hauptstadt nach Manaus in
Brasilien für ein Treffen mit weiteren FARC-Führern weiterreisen.
Bei dem Gespräch wollte die Guerilla ihre Haltung zu diplomatischen
Vermittlungsversuchen in der Frage der von der Organisation fest
gehaltenen Geiseln abstimmen, hieß es. Kolumbien und Brasilien
hatten Ende 2003 ein Treffen zwischen FARC- und UN-Vertretern
vorgeschlagen, um einen Austausch von Geiseln mit gefangenen
Rebellen in Gang zu bringen. Zu den von der FARC entführten
Persönlichkeiten gehört die franko-kolumbianische
Grünen-Politikerin Ingrid Betancourt.

04/01/2004: Einflussreicher Anführer der kolumbianischen Guerilla festgenommen - Regierung in Bogotá gelingt Schlag gegen FARC-Rebellen - Bogotá/Quito, 4. Januar (AFP) - Mit der Festnahme eines der
einflussreichsten Führer der FARC-Rebellen ist der kolumbianischen
Regierung am Wochenende ein Schlag gegen die älteste Guerilla in
Südamerika gelungen. Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte
Ricardo Palmera alias Simón Trinidad wurde am Freitag in der
ecuadorianischen Hauptstadt Quito gefasst und am Samstag nach
Kolumbien gebracht. Verteidigungsminister Jorge Alberto Uribe
würdigte den Anteil der USA und der ecuadorianischen Polizei an der
Festnahme. Nach Behördenangaben könnte gegen den 53-jährigen
Trinidad Anklage in bis zu 30 Punkten erhoben werden, darunter
Entführung und Mord.
Der aus einer wohlhabenden Familie stammende Trinidad gilt als
einer der Vordenker der 1964 gegründeten Revolutionären
Streitkräfte Kolumbiens (FARC), in deren Reihen heute etwa 17.000
Männer und Frauen kämpfen. 16 Jahre lang war der frühere Bankier
und Wirtschaftsprofessor Mitglied der FARC-Führung. Er war unter
anderem an den 1999 begonnenen Friedensverhandlungen beteiligt,
welche die Regierung des damaligen Präsidenten Andrés Pastrana im
Februar 2002 für beendet erklärte.
Nach Angaben der ecuadorianischen Polizei hatte Trinidad bei seiner
Festnahme keinerlei Ausweispapiere bei sich. Unter strengsten
Sicherheitsvorkehrungen wurde er an Bord eines Militärhubschraubers
zunächst in die Grenzstadt Ipiales gebracht. Ein Flugzeug der
kolumbianischen Luftwaffe brachte ihn anschließend zu einem
Militärflughafen der Hauptstadt Bogotá. Wartenden Journalisten rief
Trinidad zu, die Guerilla sei keineswegs geschlagen und werde ihren
Kampf fortsetzen. Bei der vom Verteidigungsminister erwähnten
Unterstützung der USA soll es sich um geheimdienstliche
Informationen gehandelt haben.
Für den rechtsgerichteten kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe
markiert Trinidads Festnahme den «Anfang der vollständigen
Zerschlagung des Terrorismus». Dem ecuadorianischen Staatschef
Lucio Gutiérrez dankte Uribe telefonisch für die Zusammenarbeit.
Gutiérrez sagte seinerseits, die Festnahme sei ein weiterer Beitrag
zu den «ausgezeichneten Beziehungen» zwischen beiden Staaten. Uribe
hatte sein Amt im August 2002 mit dem Versprechen angetreten, hart
gegen die Rebellen vorzugehen.
Trinidad hatte sich gegenüber der Regierung Uribe für einen
Gefangenenaustausch eingesetzt. Die FARC-Guerilla hält derzeit 21
Politiker fest, unter ihnen die ehemalige
Präsidentschaftskandidatin der Grünen-Partei, Ingrid Betancourt.
Hinzu kommen etwa 50 Offiziere und 800 Zivilisten. Mehr als 400
Guerilleros sitzen in kolumbianischen Gefängnissen.

04/01/2004: Festgenommener FARC-Anführer nach Bogotá gebracht -
Bogotá, 4. Januar (AFP) - Nach seiner Festnahme in Ecuador ist
einer der einflussreichsten Führer der linksgerichteten
kolumbianischen FARC-Guerilla nach Bogotá gebracht worden. Ricardo
Palmera alias Simon Trinidad kam mit einem Flugzeug der
kolumbianischen Armee an und wurde dann zu einem Militärstützpunkt
gebracht, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Samstag
vom Flughafen der kolumbianischen Hauptstadt berichtete. Nach
Behördenangaben könnte gegen Trinidad Anklage in bis zu 30 Punkten
erhoben werden, darunter Entführung und Mord.
Der 53-Jährige war jüngsten Angaben zufolge am Freitag von der
ecuadorianischen Polizei in Quito gefasst worden, als er sich nicht
ausweisen konnte. Von der ecuadorianischen Hauptstadt wurde er
zunächst in die südkolumbianische Stadt Ipiales gebracht und von
dort aus weiter nach Bogotá. Zuvor hatte ein Geheimdienstmitarbeiter erklärt, Trinidad sei von ecuadorianischen Sicherheitskräften in Zusammenarbeit mit der kolumbianischen Armee im gemeinsamen Grenzgebiet festgenommen worden. Trinidad gilt als einer der Ideologen der marxistischen FARC-Guerilla. Bevor er Mitglied des FARC-Sekretariats wurde, leitete er eine Bank und unterrichtete an der Universität Jorge
Tadeo Lozano in Bogotá Wirtschaft. Trinidad war an den 1999
begonnenen Friedensverhandlungen beteiligt, die die Regierung im
Februar 2002 für beendet erklärte.

03/01/2004: Führungsmitglied der kolumbianischen FARC-Rebellen festgenommen - Bogotá (dpa) - Das Führungsmitglied der mächtigen kolumbianischen FARC-Rebellen, Juvenal Ricardo Palmera alias Simón Trinidad, ist im Grenzgebiet zum Nachbarland Ecuador festgenommen worden. Es handele sich um den schwersten Schlag gegen die marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) seit dem Amtsantritt von Präsident Alvaro Uribe im August 2002, sagte ein Sprecher des kolumbianischen Geheimdienstes am Samstag.
Trinidad gehörte dem innersten Führungszirkel der FARC an, war
einer ihrer Verhandlungsführer bei den Anfang 2002 abgebrochenen
Friedensgesprächen mit der Regierung und führte eine der Kampfgruppen
der Rebellen. Er galt trotz seiner Bemühungen um einen Dialog mit der
Regierung als Verfechter einer besonders harten und kämpferischen
Linie innerhalb der größten Rebellengruppe des Landes.
Trinidad habe sich in ärztlicher Behandlung befunden und sei am
Freitag in einem Krankenhaus im Grenzgebiet festgenommen worden,
sagte der Sprecher des Geheimdienstes weiter. An der Aktion seien
Polizisten aus Kolumbien und Ecuador beteiligt gewesen. Trinidad
solle in Kürze in die Hauptstadt Bogotá gebracht werden. Die FARC
halten etwa 17 000 Männer und Frauen unter Waffen und bekämpfen den
Staat seit fast 40 Jahren. Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht.

03/01/2004: Geheimdienst: Einflussreicher FARC-Anführer festgenommen - Bogotá, 3. Januar (AFP) - Einer der einflussreichsten Anführer der linksgerichteten kolumbianischen FARC-Guerilla ist nach
Geheimdienstangaben festgenommen worden. Sicherheitskräfte hätten
Ricardo Palmera alias Simon Trinidad in Zusammenarbeit mit der
ecuadorianischen Armee an der gemeinsamen Landesgrenze
festgenommen, teilte ein Geheimdienstmitarbeiter am Samstag in
Bogotá mit. Trinidad gehörte den Angaben zufolge 16 Jahre lang zur
Führung der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC). Zuvor
war er Bankier und Wirtschaftsprofessor.
Mitte Dezember war den kolumbianischen Sicherheitsbehörden der
FARC-Anführer für die Hauptstadtregion, Wílmer Antonio Marín Cano,
genannt «Hugo», ins Netz gegangen. In Militärkreisen war von einem
entscheidenden Schlag gegen die größte kolumbianische
Guerillaorganisation die Rede.

03/01/2004: Komitee: 36 Journalisten kamen 2003 bei der Arbeit ums Leben - New York (epd). 36 Journalisten sind nach Angaben des
US-amerikanischen «Komitees zum Schutz von Journalisten» im
vergangenen Jahr weltweit bei der Ausübung ihres Berufes getötet
worden. Am gefährlichsten sei die Situation im Irak, heißt es in
einer am Freitag (Ortszeit) in New York veröffentlichten Erklärung.
Dort hätten 13 Journalisten ihr Leben verloren.
Das US-Verteidigungsministerium gebe unzureichend Auskunft über
amerikanische Militäraktionen im Irak, bei denen vier Journalisten
ums Leben gekommen seien, beklagte Ann Cooper, die Direktorin des
unabhängigen Komitees.
Fünf Journalisten seien auf den Philippinen bei der Recherche und
infolge von Beiträgen über Korruption ermordet worden. Vier
Journalisten wurden in Kolumbien getötet, zwei in Brasilien, zwei in
Israel und den besetzten Gebieten, und jeweils einer in Kambodscha,
Guatemala, Indien, Indonesien, Iran, der Elfenbeinküste, Nepal,
Pakistan, Somalia und Russland. 2002 waren den Angaben zufolge 19
Journalisten um Leben gekommen, 2001 waren es 37, neun davon in
Afghanistan. (www.cpj.org (00043/3.1.2004)

03/01/2004: Vom Knast zur Amtseinführung und wieder zurück
- Bürgermeister in Kolumbien wartet auf Prozess -

Bogotá, 3. Januar (AFP) - Vom Knast zur feierlichen Amtseinführung
und wieder zurück: Für einen Tag durfte Jorge Uribe seine Zelle in
Quinchia im Westen Kolumbiens am Freitag verlassen, um sein Amt als
Bürgermeister anzutreten. Für den kurzen Ausflug hatte ihm der
Generalstaatsanwalt einen Tag Ausgang gestattet - nachdem Uribe
versprochen hatte, wieder zurückzukommen. Er war im September mit
89 Anderen unter dem Verdacht festgenommen worden, Rebellen der
FARC und der ELN geholfen zu haben. Beide Gruppen operieren in der
Kaffeanbauregion Risaralda, wo sich Quinchia befindet.

Der neue Bürgermeister, der nicht mit Präsident Alvaro Uribe
verwandt ist, wies die Vorwürfe zurück. Diese gründeten sich auf
geschmierte Informanten und Falschaussagen. Nun wartet er auf die
Entscheidung über ein Verfahren.

01/01/2004: 40 Tote bei Guerilla-Angriff in Kolumbien - Überfall auf rechtsgerichtete Miliz - Bogota (AP) Kolumbianische Guerilleros haben ein Dorf im Norden des Landes überfallen und mindestens 40 Menschen getötet. Die meisten Opfer waren nach Polizeiangaben Mitglieder einer
rechtsgerichteten Miliz. Mehr als 500 Kämpfer der beiden
Guerillagruppen FARC und ELN griffen das Dorf Pozo Azul am Dienstag
mit Mörsern an, wie der Polizeichef des kolumbianischen Staates
Bolivar, Jesus Gomez, am Mittwoch mitteilte. Die angegriffenen
Milizionäre erwiderten den Beschuss. Im Kreuzfeuer kam auch eine
unbeteiligte Frau ums Leben.
Geflohene Einwohner von Pozo Azul berichteten, dass es auch Opfer
unter den Rebellen gegeben habe. Die Guerilleros hätten deren
Leichen aber bei ihrem Abzug mitgenommen. Nach dem Überfall
schickten die Streitkräfte Truppen in die 300 Kilometer nördlich von
Bogota gelegene Region. Die Behörden vermuten, dass die
Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und die Nationale
Befreiungsarmee (ELN) mit den paramilitärischen Organisationen der
Rechten um Einnahmen aus dem Drogenhandel in Nordkolumbien kämpfen.
Bei der angegriffenen Miliz handelt es sich um den Bloque Central
Bolivar; diese Organisation führt zurzeit Verhandlungen mit der
Regierung mit dem Ziel einer Entwaffnung.
In Kolumbien herrscht seit 39 Jahren Bürgerkrieg. Jedes Jahr
kommen etwa 3.500 Menschen ums Leben, überwiegend einfache
Einwohner.

31/12/2003: Mindestens 40 Tote bei schweren Kämpfen in Kolumbien -
Bogotá (dpa) - Bei schweren Kämpfen zwischen linken Rebellen und
rechten Paramilitärs sind im Norden Kolumbiens mindestens 40 Menschen
getötet worden. Unter den Opfern sei auch eine größere Zahl
Zivilisten, sagte der Polizeioberst Jesus Antonio Gómez am Mittwoch
dem Radiosender RCN. Mitglieder der marxistischen «Revolutionären
Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) und des an Kuba orientierten
«Nationalen Befreiungsheeres» (ELN) hätten die Orte Pueblo Nuevo,
Pozo Azul und Monterrey in der Provinz Bolívar angegriffen. Die Orte
seien von den «Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens» (AUC)
gehalten worden.
Den Angaben zufolge setzten die Rebellen ihre berüchtigten
Gaszylinderbomben ein, die von einer Abschussrampe in die Orte
geschleudert wurden. Sie haben zwar eine hohe Sprengkraft, aber eine
nur geringe Treffergenauigkeit und töten deshalb meistens mehr
Unbeteiligte, als Gegner der Rebellen. Rebellen und Paramilitärs
bekämpfen einander seit Jahren erbittert. Dabei geht es meistens um
die lukrative Kontrolle über Drogenanbaugebiete.

30/12/2003: Fünf mutmaßliche Spanier in Kolumbien getötet -
Bogotá (dpa) - In der kolumbianischen Großstadt Medellín sind die
Leichen fünf mutmaßlicher Spanier in einer gepanzerten Limousine
entdeckt worden. Die vier Männer und eine Frau seien erwürgt worden
und offenbar einem Kampf zwischen Drogenbanden zum Opfer gefallen,
teilten die Behörden am Dienstag weiter mit. Das Fahrzeug war im
Barrio Triste (Stadtteil der Traurigkeit) der Millionenstadt im
Nordwesten des Landes abgestellt. Die Frau sei vor etwa einem Monat aus Spanien nach Kolumbien eingereist und die vier Männer am 23. Dezember, sagte Luis Fernando Ramírez von der Staatsanwaltschaft. Es handele sich offenbar um Spanier. Neben Drogenbanden sind in Medellín linke Rebellen und rechte Paramilitärs aktiv. Auch diese Gruppen beteiligen sich am
Drogenschmuggel.

30/12/2003: 2003 wurden 29 Missionare getötet - Rom (KNA) Weltweit sind in diesem Jahr 29 Missionare getötet worden. Wie der vatikanische Missionspressedienst «Fides» am Dienstag berichtete, war Afrika der gefährlichste Kontinent für Verkünder des katholischen Glaubens. Dort starben 16 Missionare, der bislang letzte war der am Montag erschossene Apostolische Nuntius in Burundi, Erzbischof Michael Courtney.
Trauriger Spitzenreiter ist nach der Statistik Uganda mit sechs
Todesopfern, gefolgt von Kolumbien und Kongo mit je fünf. Unter
den Opfern waren ein Küster, zwei weibliche Laien und drei
Seminaristen, die übrigen waren Priester und Ordensmänner. In der
Liste findet sich auch ein Deutscher: der Heiligabend in Kamerun
getötete bayerische Claretiner-Bruder Anton Probst.

29/12/2003: Kolumbianische Paramilitärs töten sechs Menschen in Venezuela - Bogotá (dpa) - Kolumbianische Paramilitärs haben nach Angaben der Behörden im benachbarten Venezuela sechs Menschen umgebracht. Die Mitglieder der rechtsextremen «Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens» (AUC) seien mit Motorrädern über die Grenze in den Ort San Antonio del Táchira eingedrungen und hätten vier Venezolaner und zwei Kolumbianer erschossen, berichtete der Fernsehsender Caracol am Montag unter Berufung auf den kolumbianischen Grenzpolizeioffizier Richard Lozada. Nach ersten Erkenntnissen habe es sich um Auftragsmorde gehandelt, fügte Lozada hinzu.
Die Lage an der Grenze ist seit langem angespannt. Kolumbien wirft
dem Nachbarland immer wieder vor, linken Rebellen Unterschlupf zu
gewähren. Erst vergangenen Freitag sollen venezolanische Truppen bei
der Verfolgung eines Autodiebes vorübergehend auf kolumbianisches
Territorium vorgerückt sein und sich in einem Grenzort ein
erbittertes Feuergefecht mit Paramilitärs geliefert haben.

Venezuela beschuldigt Kolumbien, bei der Verfolgung von Rebellen
wiederholt die Grenze verletzt zu haben. Kolumbiens Präsident Alvaro
Uribe versuchte meinte am Montag, Grenzverletzungen könne es
angesichts des kaum markierten Grenzverlaufes geben. Dahinter stecke
aber keine böse Absicht.

18/12/03:  Annan fordert Freilassung von Geiseln in Kolumbien: Rebellen und Regierung sollen Dialog wieder aufnehmen - New York (AP) UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die Rebellen in Kolumbien zur Freilassung ihrer Geiseln aufgefordert. Die linksgerichteten Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) sowie die Nationale Befreiungsarmee (ELN) müssten die Kolumbianer und Ausländer in ihrer Gewalt freilassen, um vor den Festtagen eine Wiedervereinigung der betroffenen Familien zu ermöglichen, sagte Annan am Mittwoch in New York. Er hoffe, die Parteien würden ihren Dialog wieder aufnehmen, um nach vier Jahrzehnten diesen blutigen Konflikt endlich zu beenden, erklärte der UN-Generalsekretär weiter. In Kolumbien werden jährlich rund 3.000 Menschen entführt, mehr als in jedem anderen Land der Erde. Die ELN hat derzeit auch vier Israelis und einen Briten in ihrer Gewalt. Die Vermittler hatten Präsident Alvaro Uribe am Mittwoch zu einem Stopp der Militäraktionen im Norden des Landes aufgefordert. Dies könne eine Übergabe der Geiseln ermöglichen. Insgesamt acht Touristen waren am 12. September beim Besuch einer präkolumbianischen Ausgrabungsstätte in der Sierra Nevada verschleppt worden. Eine britische Geisel konnte nach kurzer Zeit fliehen. Eine Deutsche und einen Spanier hatte die ELN am 24. November nach 74 Tagen Geiselhaft freigelassen.

17/12/03:  Vermittler für Rückzug von Soldaten aus dem Norden Kolumbiens - Soll Freilassung der verschleppten Ausländer ermöglichen - Bogota (AP) Die in die Bemühungen zur Freilassung der fünf in Kolumbien verschleppten ausländischen Touristen eingeschalteten Vermittler haben Präsident Alvaro Uribe zu einem Stopp der Militäraktionen im Norden des Landes aufgefordert. Die Aktionen müssten für Stunden oder Tage ausgesetzt oder vermindert werden, um eine Übergabe der Geiseln zu ermöglichen, sagte Cesar Mauricio Velasquez, ein Vermittler der nationalen Versöhnungskommission, am Mittwoch. Die Guerilleros der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) haben erklärt, die vier Israelis und der Brite in ihrer Gewalt würden binnen Tagen freigelassen, wenn in den Bergen der Sierra Nevada eine neutrale Zone geschaffen werde. Dies solle die Sicherheit der fünf Touristen gewährleisten. Uribe erklärte in der vergangenen Woche, er werde keinen einzigen Soldaten aus der Region abziehen, `bis wir auch den letzten Terroristen los sind". Eine Deutsche und einen Spanier hatte die ELN am 24. November nach 74 Tagen Geiselhaft freigelassen. Insgesamt acht Touristen waren am 12. September beim Besuch einer präkolumbianischen Ausgrabungsstätte in der Sierra Nevada verschleppt worden. Eine britische Geisel konnte nach kurzer Zeit fliehen. Nach der Freilassung der Deutschen und des Spaniers hatte die ELN den Unterhändlern der kolumbianischen Kirche versprochen, die restlichen Geiseln bis Weihnachten freizulassen. In einer Botschaft an die israelische und die britische Regierung erklärten die Guerilleros aber in der vergangenen Woche, die kolumbianischen Streitkräfte würden das Leben der Geiseln durch ihre Aktionen in unverantwortlicher Weise aufs Spiel setzen. Die ELN könne deshalb nicht länger die notwendigen Sicherheitsbedingungen für eine Freilassung der Gefangenen vor Weihnachten garantieren. Die kolumbianische Armee sucht nach den Geiseln, um sie zu befreien. Mit der Entführung wollten die Rebellen nach eigenen Angaben auf das Elend der indianischen Bevölkerung in der Region aufmerksam machen.

16/12/03:  Kolumbianischen Sicherheitsbehörden gelingt Schlag gegen FARC - Guerillachef für Bogotá geht Geheimdienst ins Netz = Bogotá, 16. Dezember (AFP) - Den kolumbianischen Sicherheitsbehörden ist der Anführer der linksgerichteten FARC-Guerilla für die Hauptstadtregion ins Netz gegangen, der für zahlreiche Gewalttaten verantwortlich gemacht wird. Wílmer Antonio Marín Cano, genannt «Hugo», wurde am Montag in einem Vorort von Bogotá von Beamten des kolumbianischen Geheimdienstes DAS festgenommen, wie DAS-Direktor Jorge Noguera mitteilte. Er bezeichnete den Rebellenchef als «wichtigen Mann», der mit 31 «terroristischen Anschlägen» in Verbindung gebracht werde. Marín Cano sei zudem ein «absoluter Vertrauensmann» von FARC-Militärchef Jorge Briceño. In Militärkreisen war von einem entscheidenden Schlag gegen die größte kolumbianische Guerillaorganisation die Rede. "Hugo» gilt als Chef der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) in der Region Cundinamarca, deren Hauptstadt Bogotá ist. Er wird unter anderem für einen Anschlag auf einen Nobelclub in Bogotá verantwortlich gemacht, bei dem im Februar 36 Menschen getötet und 170 weitere verletzt worden waren. Der FARC-Anführer soll zudem Drahtzieher der Ermordung eines japanischen Industriellen im November sein. Er war im August 2000 schon einmal gefasst worden, floh jedoch aus der Haftanstalt La Picota in Bogotá. Seitdem hat er sein Aussehen verändert.

12/12/03:  Ingrid Betancourt und Kofi Annan Ehrenbürger von Rom - Rom, 12. Dezember (AFP) - UN-Generalsekretär Kofi Annan und die seit Februar 2002 als Geisel festgehaltene kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt sind zu Ehrenbürgern der Stadt Rom ernannt worden. Der Gemeinderat begründete die Entscheidung am Freitag mit den politischen und menschlichen Qualitäten der beiden Geehrten. Betancourt, die Gründerin der Partei Grüner Sauerstoff und frühere Präsidentschaftskandidatin, habe sich für Freiheit, Demokratie und Einhaltung der Menschenrechte in Kolumbien eingesetzt. Annan erhielt die Auszeichnung für seinen Einsatz «zugunsten der Vorbeugung und friedlichen Beilegung von Konflikten» und sein Engagement im Anti-Terror-Kampf nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA

12/12/03:  Kolumbianischer Kongress verabschiedet neues Anti-Terror-Gesetz -Buenos Aires (epd). Die kolumbianische Armee darf künftig ohne richterliche Genehmigung Verdächtige festnehmen, Wohnungen durchsuchen und Telefone abhören. Der kolumbianische Kongress verabschiedete am Donnerstag (Ortszeit) ein entsprechendes Antiterrorgesetz, für das eine Verfassungsänderung notwendig war. Menschenrechtsgruppen kritisierten die Neuregelung. Die Oppositionsparteien stimmten gegen das Gesetz. Die Regierung verteidigte dagegen den von ihr eingebrachten Entwurf. «Die Gesellschaft, also die Guten, müssen in Ruhe leben können, die Bösen hingegen müssen langsam anfangen, sich Sorgen zu machen», sagte Innen- und Justizminister Sabas Pretelt in seiner Parlamentsrede. In Kolumbien tobt zwischen linken Guerillagruppen, rechtsextremen Paramilitärs und der Armee seit Jahrzehnten ein blutiger Bürgerkrieg. Die Regierung plant, das südamerikanische Land mit einem Netz von Informanten aus der Zivilbevölkerung zu überziehen, die den Sicherheitskräften Hinweise über bewaffnete Gruppen geben sollen. Nach Ansicht von Menschenrechtlern werden dadurch aus Zivilisten in den Konfliktgebieten Beteiligte am Bürgerkrieg. Ein bloßer Verdacht gegen Zivilisten könne genügen, um diese zu Zielscheiben von Vergeltungsaktionen der bewaffneten Gruppen zu machen. Amnesty international kritisierte, das neue Antiterrorgesetz habe «schlimme Folgen» für die Menschenrechte in Kolumbien. Die Organisation fürchtet auch Übergriffe des Militärs auf Menschenrechtsaktivisten und soziale Organisationen. Auch das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte in Kolumbien zeigte sich besorgt. In einem Brief an die Abgeordneten des kolumbianischen Kongresses schreibt der Leiter des Büros, Michael Frühling, das neue Gesetzeswerk verstoße gegen die Amerikanische Menschenrechtskonvention und das von Kolumbien unterzeichnete internationale Abkommen über die politischen Rechte und die Bürgerrechte.  

12/12/03:  Bogotá (dpa) - Kolumbianische Armee tötet 24 Paramilitärs - Die kolumbianischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei Gefechten in verschiedenen Landesteilen insgesamt 24 ultrarechte Paramilitärs getötet. Weitere 61 Mitglieder der «Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens» (AUC) seien gefangen genommen worden, sagte Armeechef, General Martín Carreño, am Donnerstag weiter. Zu den Kämpfen kam es, obwohl sich die Regierung und die AUC auf die Demobilisierung der insgesamt etwa 13 000 Paramilitärs bis Ende 2005 verständigt hatten. Zugleich kritisierten die Vereinten Nationen (UN) und Menschenrechtsorganisationen ein neues Antiterrorgesetz. Der Kongress hatte am Vorabend ein Statut gebilligt, das den Streitkräften weitgehende Vollmachten zur Bekämpfung linker Rebellen und der Paramilitärs wie Hausdurchsuchungen ohne richterliche Erlaubnis einräumt. Die Regierung betonte, die Maßnahmen seien im Kampf gegen den Terror unumgänglich.

11/12/03:  Geiselnahme: Angehörige verlassen besetzte Kathedrale - Bogota (KNA) Die Angehörigen kolumbianischer Geiseln haben ihre Besetzung der Kathedrale von Bogota aufgegeben. Die rund zwei Dutzend Menschen, darunter auch die Mutter und der Ehemann der vor 22 Monaten entführten Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, verließen die Bischofskirche am Mittwochnachmittag (Ortszeit). Zuvor hatten sie mit Bogotas Erzbischof, Kardinal Pedro Rubiano Saenz, sowie ausländischen Botschaftern verhandelt und von Staatspräsident Alvaro Uribe zugesichert bekommen, dass er ihre Forderungen in Betracht ziehen werde. Rubiano willigte ein, Uribe bis Donnerstagabend eine Liste mit Forderungen der Kirchenbesetzer zu übergeben. Die Anhänger von Betancourts grüner Partei fordern unter anderem, dass Uribe mit den Entführern der linksgerichteten Rebellenorganisation FARC über einen Austausch der Geiseln gegen Freilassung von Guerillakämpfern verhandelt. Der Dialog zwischen Regierung und Rebellen ist seit Februar 2002 unterbrochen. Ein Treffen von Kirchenvertretern mit FARC-Rebellen im Oktober blieb bislang noch ohne Folgen. Seit 22 Monaten in Geiselhaft Betancourts Ehemann, Juan Carlos Lecompte, feierte die 28-stündige Besetzung wie einen Sieg. Er äußerte die Hoffnung, dass die Aktion mit der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft Früchte tragen werde. Betancourt wird seit 22 Monaten von ihren Geiselnehmern festgehalten. Außer ihr befinden sich nach unbestätigten Angaben rund 20 weitere politische Gefangene, etwa 50 Armeeoffiziere sowie geschätzte 800 Zivilisten in der Gewalt der FARC. Mehrere kolumbianische Rebellengruppen haben sich auf die Entführung westlicher Geiseln spezialisiert, um mit den Lösegeldern ihren Kampf zu finanzieren.

10/12/03:  Angehörige von politischen Geiseln besetzten Kirche in Kolumbien - Bogota (AP) Angehörige von Geiseln kolumbianischer Rebellen haben in Bogota eine Kathedrale besetzt, um die Regierung zu neuen Gesprächen mit der linken Guerillabewegung FARC zu zwingen. Mehr als
25 Personen - darunter fünf Kinder - begaben sich am Dienstag in das Gotteshaus aus dem 17. Jahrhundert unweit des Präsidentenpalastes. Das aufgebrachte Kirchenpersonal versperrte das Portal, um weitere Angehörige abzuwehren. Bereitschaftspolizei bezog Stellung, griff jedoch zunächst nicht ein. `Wir werden bleiben, bis die Regierung handelt", sagte Juan Carlos Lecompte einem Reporter der Nachrichtenagentur AP durch einen Spalt in der Tür. Lecompte ist der Ehemann der früheren Senatorin Ingrid Betancourt, die während ihre Präsidentschaftskampagne im vergangenen Jahr von den Aufständischen gekidnappt wurde. Die FARC-Rebellen halten Dutzende politische Gefangene, darunter Polizisten, Politiker, Soldaten und drei Mitarbeiter der US-Armee. Ihre Angehörigen wollen den unnachgiebigen Präsidenten Alvaro Uribe drängen, wie in seiner Regierungserklärung versprochen ein humanitäres Abkommen mit den Aufständischen zu schließen, um die Gefangenen frei zu bekommen. Die Regierung reagierte zunächst nicht auf die Aktion.
Zuvor hatten Rebellen der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) erklärt, die fünf von ihnen gekidnappten ausländischen Touristen doch nicht vor Weihnachten freizulassen. Die linken Rebellen machten dafür andauernde Aktionen der kolumbianischen Streitkräfte verantwortlich. Die ELN-Guerilleros halten noch vier israelische und einen britischen Touristen in ihrer Gewalt. Eine Deutsche und einen Spanier hatten sie am 24. November nach 74 Tagen Geiselhaft freigelassen. Insgesamt acht Touristen waren am 12. September beim Besuch einer präkolumbianischen Ausgrabungsstätte in der Sierra Nevada verschleppt worden. Eine britische Geisel konnte nach kurzer Zeit fliehen. Nach der Freilassung der Deutschen und des Spaniers hatte die ELN den Unterhändlern der kolumbianischen Kirche versprochen, die restlichen Geiseln bis Weihnachten freizulassen.

09/12/03:  Kolumbianische Rebellen verschieben Freilassung von Geiseln - Britische Regierung «verblüfft» über Erklärung - Bogotá/London, 10. Dezember (AFP) - Die Freilassung der von linksgerichteten kolumbianischen Rebellen seit September festgehaltenen Geiseln verzögert sich. Die Kämpfer des Nationalen Befreiungsheeres (ELN) wollen die vier Israelis und den Briten nicht wie zunächst angekündigt vor Weihnachten übergeben, wie Vermittler der katholischen Kirche am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP sagten. Die Rebellen begründeten dies demnach mit der Armeepräsenz in der Region, in der sie sich mit den Entführten versteckt halten. Der Leiter der kirchlichen Vermittlungsmission, Bischof Hector Fabio Henao, kündigte eine Fortsetzung der Verhandlungen an. Ein Sprecher des britischen Außenministeriums zeigte sich vom Sinneswandel der Rebellen «verblüfft». Weder Downing Street noch die Vermittlungsmission hätten Informationen über neue Aktivitäten der kolumbianischen Armee in dem Gebiet. London werde den Kontakt mit der katholischen Kirche Kolumbiens und der Regierung in Bogotá aufrecht erhalten, um zu prüfen, wie die Lage «vorwärts gebracht» werden könne. Die Mutter des entführten Briten sagte, sie sei «bitter enttäuscht.» Die ELN-Rebellen hatten Mitte September in der Nähe der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida insgesamt acht Touristen entführt, darunter eine Deutsche. Einer der Briten konnte kurz darauf fliehen. Die Bremerin und ein Spanier wurden Ende November nach 74-tägiger Geiselhaft frei gelassen. Mit der Geiselnahme will die Guerilla nach eigenen Angaben auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada de Santa Maria und ihre Drangsalierung durch Soldaten aufmerksam machen.

09/12/03:  ELN-Rebellen wollen ausländische Geiseln doch noch nicht freilassen:  Aktionen der kolumbianischen Armee für Verzögerung verantwortlich gemacht  - Bogota (AP) Die kolumbianischen ELN-Rebellen wollen nach eigenem Bekunden nun doch nicht wie versprochen ihre fünf ausländischen Geiseln noch vor Weihnachten freilassen. In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung machten die linken Rebellen dafür andauernde Aktionen der kolumbianischen Streitkräfte verantwortlich. Die Guerilleros der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) halten noch vier israelische und einen britischen Touristen in ihrer Gewalt. Eine Deutsche und einen Spanier hatten sie am 24. November nach 74 Tagen Geiselhaft freigelassen. Insgesamt acht Touristen waren am 12. September beim Besuch einer präkolumbianischen Ausgrabungsstätte in der Sierra Nevada verschleppt worden. Eine britische Geisel konnte nach kurzer Zeit fliehen. Nach der Freilassung der Deutschen und des Spaniers hatte die ELN den Unterhändlern der kolumbianischen Kirche versprochen, die restlichen Geiseln bis Weihnachten freizulassen. In einer Botschaft an die israelische und die britische Regierung erklärten die Guerilleros jetzt, die kolumbianischen Streitkräfte würden das Leben der Geiseln durch ihre Aktionen in unverantwortlicher Weise aufs Spiel setzen. Die ELN könne deshalb nicht länger die notwendigen Sicherheitsbedingungen für eine Freilassung der Gefangenen vor Weihnachten garantieren. Die kolumbianische Armee sucht nach den Geiseln, um sie zu befreien. Mit der Entführung wollten die Rebellen nach eigenen Angaben auf das Elend der indianischen Bevölkerung in der Region aufmerksam machen.

09/12/03:  Fian fordert Schutzmaßnahmen für Friedensgemeinden in Kolumbien - Berlin (KNA) Die Menschenrechtsorganisation Fian hat Kolumbien zur Wahrung der Menschenrechte aufgefordert. Fian-Deutschland forderte am Dienstag vom kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe Velez sofortige Schutzmaßnahmen für die Menschen am Cacarica-Fluss. Zum Tag der Menschenrechte übergab Fian am Dienstag über tausend Postkarten an die kolumbianische Botschafterin in Berlin, Victoriana Mejia Marulanda. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Kues drängte in einem Gespräch mit der Botschafterin auf die Einhaltung der Menschenrechte. Laut Fian gehen die Anwohner des Flusses aus Angst vor militärischen Übergriffen weder dem Fischfang noch der Landwirtschaft nach. Fian verlangte zudem eine umfassende Agrarreform und ein Ende der gewaltsamen Vertreibungen in dem lateinamerikanischen Land.

Meinungsaustausch mit kolumbianischer Botschafterin

Kues forderte in einem Gespräch mit Mejia in Berlin die Einhaltung der Menschenrechte im Kampf gegen die Rauschgiftkartelle und paramilitärischen Bewegungen. Er verwies dabei auf Berichte von amnesty international und kirchlicher Entwicklungshilfegruppen, die eine Behinderung ihrer Arbeit
beklagen. Kues verlangte ferner von der Regierung, die Menschenrechte einzuhalten und die Wächterfunktion von Menschenrechtsorganisationen zu respektieren. Kolumbien befinde sich zwar unter dem neu gewählten Staatspräsidenten auf einem positiven Weg. Die Wahrung der Menschenrechte und die Umsetzung der Empfehlungen des UN-Hochkommissars blieben jedoch wichtige Punkte des deutsch-kolumbianischen Dialogs und der Entwicklungszusammenarbeit.

08/12/03: ELN entführt kolumbianische Beamte - Noch 5 Ausländer verschleppt - Bogotá (dpa) - Linke ELN-Rebellen haben im Nordwesten Kolumbiens sechs Beamte der Umwelt- und der Straßenbaubehörden entführt. Die Männer seien in der Gemeinde Santa Rita in der Provinz Chocó
verschleppt worden, als sie den Bau einer Straße prüften, teilten die Behörden am Sonntag (Ortszeit) weiter mit. Das ideologisch an Kuba orientierte «Nationale Befreiungsheer» (ELN) hatte am 12. September auch eine Gruppe von Ausländern, darunter die Deutsche Reinhilt Weigel aus Ganderkesee bei Bremen, im Norden des Landes entführt. Weigel und ein spanischer Leidensgenosse waren vor zwei Wochen frei gelassen worden. Vier Israelis und ein Brite befinden sich jedoch weiter in der Gewalt der mit etwa 4000 Männern und Frauen unter Waffen zweitgrößten Rebellengruppe des Landes. Die katholische Kirche, die in dem Geiseldrama im Auftrag der Rebellen und der Regierung vermittelt, hatte die Hoffnung geäußert, dass auch die restlichen fünf Ausländer bis Weihnachten freikommen könnten.

07/12/03: Weitere 160 kolumbianische Paramilitärs legen Waffen nieder - El Edén, 7. Dezember (AFP) - In Kolumbien haben weitere 160 Mitglieder ultrarechter Paramilitärs ihre Waffen abgegeben. Bei einer Zeremonie in dem Andendorf El Edén, rund 650 Kilometer südöstlich von Bogotá, nahm auch der Friedensbeauftragte der Regierung, Luis Carlos Restrepo, teil, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Milizionäre gehören den Bäuerlichen Selbstverteidigungsgruppen von Ortega (ACO) an, der ältesten paramilitärischen Gruppe des Landes. Die ACO agiert unabhängig von den Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen (AUC), der größten paramilitärischen Organisation. Die paramilitärischen Gruppen hatten Ende November mit ihrer freiwilligen Entwaffnung begonnen. Im Juli hatten sich AUC und die Regierung in Bogotá geeinigt, bis Ende 2005 alle 13.000 Kämpfer zu demobilisieren. Die ultrarechte AUC war von Großgrundbesitzern im Kampf gegen die linksgerichteten Guerillaorganisationen Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und Nationales Befreiungsheer (ELN) aufgebaut worden. In dem seit fast 40 Jahren dauernden Konflikt in dem lateinamerikanischen Land kamen mehr als 200.000 Menschen ums Leben, etwa 3000 Menschen werden pro Jahr entführt.

05/12/03: Hilferuf aus dem «Herzen der Welt» - In Kolumbien sind Indianer - zwischen die Fronten der Bürgerkriegsparteien geraten Von Gerhard Dilger (epd) = Porto Alegre (epd). Luis Evelis Andrade Casamá befürchtet das Schlimmste: Dem kleinen Volk der Kakumanos-Indianer drohe die Ausrottung. Allein in diesem Jahr seien in der nordkolumbianischen Sierra Nevada de Santa Marta 54 von ihnen ermordet worden, sagt der indianische Priester, der vor kurzem zum Vorsitzenden der nationalen Ureinwohner-Organisation ONIC gewählt worden ist. Zusammen mit den Nachbarvölkern der Kogis, Arhuacos und Wiwas bilden die rund 7.500 Kankuamos jene vier Pfeiler, die nach ihrem Glauben die Welt zusammenhalten. Für sie ist das Bergmassiv, das sich unweit der Karibik wie eine riesige Pyramide bis auf 5.775 Meter Höhe empor streckt, das «Herz der Welt».
In den achtziger Jahren tauchten dort die ersten linken Guerillagruppen auf. 1996 kamen die von Großgrundbesitzern gegründeten rechten Paramilitärs. Deren Terror solle unter anderem den Bau von Bewässerungsanlagen und eines Wasserkraftwerks in der Region vorantreiben, sagt Andrade.
Dass die Lage in der Sierra Nevada nun größere Aufmerksamkeit erfährt, hängt mit der Entführung von acht Rucksacktouristen im vergangenen September durch die Guerillagruppe ELN («Heer zur
nationalen Befreiung») zusammen. Die Deutsche Reinhilt Weigel und der Spanier Asier Huegun kamen in der vergangenen Woche frei, nachdem Präsident Álvaro Uribe auf die Hauptforderung der Rebellen eingegangen war: Er genehmigte die Entsendung einer unabhängigen Kommission ins Entführungsgebiet, die die Lebensumstände in der Bergregion untersuchen sollte.
Eine Woche lang war die Gruppe unterwegs, darunter der katholische Priester Héctor Fabio Henao. In den besuchten Dörfern herrsche eine «dramatische soziale Situation» und ein «Klima der Angst», erklärte Henao. Vor der Veröffentlichung eines offiziellen Berichts Mitte Dezember wolle er aber keine Details nennen.
Doch seriöse Bestandsaufnahmen gibt es bereits mehrere. Je drei Verbände der FARC «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens»), ELN und der Paramilitärs treiben mittlerweile in der Sierra Nevada ihr Unwesen. Die rechtsgerichteten Paramilitärs und die Armee arbeiten nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros in Bogotá eng zusammen. Bereits im September 2002 forderte der regierungsunabhängige Ombudsmann Eduardo Cifuentes dringende Maßnahmen zum Schutz der Indianer-Völker. Stattdessen kam es noch schlimmer: Nach übereinstimmenden Einschätzungen von Menschenrechtlern gehen die meisten der mittlerweile rund 200 Morde an den Kakuamos auf das Konto der Todesschwadronen. Aber auch Guerilla-Kämpfer der FARC und der ELN hätten in diesem Jahr zehn Indianer umgebracht, sagt Gabriel Muyuy, der im Büro des Ombudsmannes zuständig für die Rechte der Ureinwohner ist. «Zusammenarbeit mit dem Feind» laute die gängige Begründung, so Muyuy. Alle Gruppen würden Jugendliche zwangsrekrutieren. Selbst der Armee würden Hinrichtungen von Ureinwohnern und andere Grausamkeiten vorgeworfen, sagt der ehemalige Senator. Auch einige zivile Behörden seien in Verbrechen verwickelt. Etwa 200 Kankuamo-Familien hätten in Elendsvierteln der umliegenden Städte Zuflucht gesucht. Wer geblieben sei, traue sich kaum mehr aus den Dörfern heraus. «Wir stecken mitten in einem Konflikt, mit dem wir nichts zu haben», sagte ein Aruahco-Sprecher kürzlich auf einer Versammlung im Bergdorf Nabusímake. Und dann wiederholte er, was Indianer in ganz Kolumbien seit Jahren fordern: «Paramilitärs und Guerilleros müssen unser Land verlassen», die Regierung solle «Lösungen durch den Dialog suchen und
nicht durch militärische Aktionen».

04/12/03: Schwere Unwetter in Kolumbien - mindestens 40 Tote - Bogotá (dpa) - Bei heftigen Unwettern sind in Kolumbien mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Zuletzt wurden 7 Bewohner eines Armenviertels im Westen des Landes von einem Erdrutsch begraben, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Weitere 15 Bewohner der Gemeinde Mistrató seien verletzt worden, als die Schlammlawine ihre Häuser erfasste. In Kolumbien gehen seit Wochen ungewöhnlich heftige Regenfälle nieder.

04/12/03: Mindestens 13 Bauern bei Überfall in Kolumbien getötet - Täterschaft zunächst ungeklärt = Bogotá, 4. Dezember (AFP) - Bei einem Überfall auf eine Bauernsiedlung im Südwesten Kolumbiens sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Wie der Menschenrechtsbeauftragte des Bezirkes Nariño, Carlos Maya, am Donnerstag mitteilte, ereignete sich das «Massaker» in der zur Ortschaft Barbacoas gehörenden Gemeinde Llorente. Wer die Täter waren, stand zunächst nicht fest. In dem Gebiet rund 1000 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bogotá sind sowohl ultrarechte paramilitärische Gruppierungen sowie linksgerichtete Rebellen aktiv. Die rechtsgerichtete Regierung von Präsident Alvaro Uribe hatte die linke Guerilla in den vergangenen Tagen aufgefordert, dem Beispiel der ultrarechten Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen (AUC) zu folgen und die Waffen niederzulegen. Ende November hatten etwa 850 AUC-Mitglieder unter den Augen des Friedensbeauftragten der Regierung, Luis Carlos Restrepo, ihre Waffen abgegeben. Im bewaffneten Konflikt zwischen Regierungstruppen, Paramilitärs und der Guerilla wurden in Kolumbien seit 1964 mehr als 200.000 Menschen getötet. Jedes Jahr werden etwa 3000 Menschen entführt; 2,7 Millionen Menschen wurden bislang durch die Kämpfe vertrieben.

04/12/03: Mindestens 22 Tote bei Massaker und Kämpfen in Kolumbien - Bogotá (dpa) - Bei einem Massaker im Südwesten Kolumbiens und bei Kämpfen zwischen Rebellen und dem Militär sind mindestens 22 Menschen getötet worden. Unbekannte hätten in dem Ort Llorente in der Provinz Nariño 13 Bauern umgebracht, teilte der Menschenrechtsbeauftragte der Provinz, Carlos Maya, am Donnerstag mit. Sowohl die Täter als auch der genaue Zeitpunkt des Überfalls auf den Ort seien noch nicht bekannt. In dem fraglichen Zeitraum seien aber Einheiten der linken Rebellengruppe FARC wie auch der ultrarechten Paramilitärs in der Region gewesen. Beide Gruppe bringen immer wieder Zivilisten um, denen sie vorwerfen, die jeweils andere Seite unterstützt zu haben. Unterdessen teilte das Militär mit, im Norden des Landes seien neun Mitglieder der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) getötet und zehn weitere gefangen genommen worden. Bei dem Einsatz in der Provinz Bolívar seien auch 4,7 Tonnen Sprengstoff beschlagnahmt worden. Zudem seien 19 Minenfelder geräumt worden. Die FARC bekämpfen den Staat seit fast vier Jahrzehnten und ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht.

02/12/03: Zwölf Tote bei Anschlägen und Kämpfen in Kolumbien - Bogotá (dpa) - Bei Anschlägen und Kämpfen sind in Kolumbien mindestens zwölf Menschen getötet worden. Sechs Polizisten starben im Norden des Landes durch eine Bombe, die neben dem Auto der Beamten explodierte. Sechs weitere Polizisten seien verletzt worden, als der am Straßenrand versteckte Sprengsatz detonierte. Es habe sich nach ersten Erkenntnissen um einen Anschlag der FARC-Rebellen gehandelt, teilten die Behörden am Montag weiter mit. Das Militär berichtete, es habe bei mehreren Einsätzen in verschiedenen Landesteilen insgesamt sechs Rebellen der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) getötet. Die FARC bekämpfen den Staat seit fast 40 Jahren. Ein Ende der
Gewalt ist nicht in Sicht.

01/12/03: Gewerkschafter fordern Ende von Tötungen in Kolumbien -  Die internationale Dachverband freier Gewerkschaften (ICFTU) forderte die kolumbianische Regierung zudem auf, gegen Ermordungen von Gewerkschaftsmitgliedern vorzugehen. Allein in diesem Jahr seien 69 Gewerkschaftsmitglieder in Kolumbien getötet worden, erklärte der ICFTU am Montag in Brüssel. Hinzu kämen Einschüchterungen, Todesdrohungen, Vertreibungen und Entführungen. Dem kolumbianischen Vizepräsidenten sei von einer ICFTU-Delegation ein Schreiben überreicht worden, in dem darüber hinaus die Freilassung inhaftierter Gewerkschaftsmitglieder gefordert werde. Sie seien wegen ihrer Gewerkschafts-Tätigkeit ins Gefängnis gekommen. Kolumbien dürfe den sozialen Protest nicht kriminalisieren, so der Gewerkschafts-Dachverband.

01/12/2003:  Amnesty: EU muss größeren Druck auf Kolumbien ausüben - Brüssel (KNA) Die Menschenrechtsorganisation «amnesty
international» (ai) hat die Europäische Union zu mehr Druck auf
Kolumbien aufgerufen. Die Menschenrechte in dem Land müssten
besser eingehalten werden, verlangte ai am Montag in Brüssel. Der
kolumbianische Vizepräsident Francisco Santos Calderon hält sich
am Montag und Dienstag zu Gesprächen mit EU-Repräsentanten in
Brüssel auf. Er trifft unter anderem EU-Außenkommissar Chris Patten und den EU-Repräsentanten für Außenpolitik, Javier Solana. In den Gesprächen müsse die EU das Land dazu auffordern, die gegenüber den Vereinten Nationen eingegangenen Verpflichtungen einzuhalten. Dazu gehöre unter anderem, dass Menschenrechtsverletzungen vor Gericht gebracht und paramilitärische Truppen aufgelöst würden. Zudem bräuchten gefährdete gesellschaftliche Gruppen besonderen Schutz.
«Gegenteilige Politik»
Die Menschenrechtsorganisation zeigte sich besorgt, dass die kolumbianische Politik zum Teil den UN-Empfehlungen strikt zuwiderlaufe. So würden paramilitärische Truppen in private
Sicherheitsdienste umgewandelt. Sorge gebe es auch über die
mögliche Anwendung der Folter als Folge neuer Gesetze, die
zusätzliche juristische Gewalt an das Militär übertragen hätten. Die EU müsse auf die Einhaltung der UN-Empfehlungen drängen, weil sonst diese ohne politischen Druck zu Makulatur würden.

29/11/2003: Rebellen entführen in Kolumbien 15 Ölarbeiter - Bogotá (dpa) - Linke FARC-Rebellen haben im Südwesten Kolumbiens
nach Angaben des Militärs 15 Arbeiter einer Erdölgesellschaft
entführt. Die Guerilla habe eine Anlage des Unternehmens in San
Miguel in der Provinz Putumayo angegriffen, berichteten nationale
Medien am Samstag unter Berufung auf General Martín Orlando Carreño. Die Arbeiter seien nach ersten Erkenntnissen am Freitag in die
Grenzregion zu Ecuador verschleppt worden. Ob sich auch Ausländer
unter den Opfern befanden, war zunächst nicht bekannt. Die marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC)
sind mit 17 000 Männern und Frauen unter Waffen die größte
Rebellengruppe des Landes und finanzieren sich durch Drogenschmuggel sowie Schutz- und Lösegelderpressung. Sie sprengen auch immer wieder Ölpipelines und andere wichtige Teile der Infrastruktur wie Brücken und Hochspannungsmasten. Eine Ende des bald 40-jährigen Konflikts ist nicht in Sicht.

26/11/2003: Entwaffnung kolumbianischer Paramilitärs als dubios kritisiert - Bogotá (epd). Die Entwaffnung von 870 rechtsgerichteten Paramilitärs in Kolumbien ist am Mittwoch von Menschenrechtlern und Politikern als undurchsichtig und übereilt kritisiert worden. José Miguel Vivanco von «Human Rights Watch» sagte, es sei nicht klar, ob sich die
Milizionäre für Menschenrechtsverletzungen verantworten müssten. Die
Regierung bezeichne die Entwaffnung in Medellín als Auftakt zu einem
Friedensprozess mit dem Dachverband der Paramilitärs, AUC.
Die liberale Senatorin Piedad Córdoba sprach von einem «Fenster zur
Straflosigkeit». In den vergangenen Jahren waren ähnliche Demobilierungen in Medellín wiederholt gescheitert. «Wenn man die
Leute einfach unbewaffnet in ihre Stadtviertel zurückschickt, wo auch
noch ihre Opfer wohnen, ist das wie eine Einladung zu Racheakten»,
sagte der Soziologe Teófilo Vásquez der Tageszeitung «El Tiempo».
Lokalpolitiker beklagten, es sei unklar, wie man die Kämpfer wieder
ins Zivilleben eingliedern könne. In einem Kongresszentrum von Medellín hatten am Dienstag 870 uniformierte Paramilitärs 200 Waffen abgegeben, darunter Maschinengewehre, alte Gewehre und Revolver. In einem Video räumte AUC-Chef Carlos Castaño «einige Übergriffe» ein und rief die Armee auf, an die Stelle der entwaffneten Milizen zu treten. Den Paramilitärs werden die meisten Massaker an der Zivilbevölkerung in dem seit rund 40 Jahren andauernden Bürgerkrieg zur Last gelegt. Die Paramilitärs waren in den 80er Jahren von Großgrundbesitzern als Kampftruppen gegen die linksgerichtete Guerilla gegründet worden. Heute gehören ihnen rund 13.000 Kämpfer an. Viele finanzieren sich durch Drogenhandel. Castaño hatte der Regierung im Juli eine vollständige Demobilisierung bis Ende 2005 zugesagt.

26/11/2003: Kolumbien-Geisel Weigel ist wieder zu Hause - «Das ging ruckzuck» Von Wolfgang Heumer und Ulrich Steinkohl, dpa
Bremen (dpa/lni) - Pünktlich um 13 Uhr 40 landet Lufthansa-Flug LH
344 aus Frankfurt am Mittwoch auf dem Flughafen Bremen. Niemand an Bord der Maschine wünscht sich diesen Moment sehnlicher herbei als die Passagierin Reinhilt Weigel. Nach mehr als zehn Wochen in der
Hand linksgerichteter Rebellen in Kolumbien hat sie endlich wieder
heimischen Boden unter den Füßen. Keine zehn Minuten später sitzt die 32-Jährige bereits in einem Polizeiwagen, der sie zu ihren Eltern bringen soll. Auf Schleichwegen verlässt sie den Flughafen. Fotografen und Kamerateams rennen vergeblich von der Besucherterrasse zum Ausgang der Ankunftshalle. «Das ging ruckzuck», schildert Flughafen-Sprecher Siegfried Spörer die Ereignisse. Auch vor dem rot geklinkerten Bungalow ihrer Eltern im 30 Kilometer entfernten Ganderkesee warten die Journalisten zur selben Zeit vergeblich. Ein Auto mit Berliner Kennzeichen fährt vor, bringt aber nicht die junge Frau, sondern nur ihren Rucksack vorbei. Schließlich kommt ihr Bruder Gerald aus dem Haus im Birkenweg 6. Seine Schwester wolle jetzt nicht mit der Presse reden, verkündet er. Sie sei auch nicht hier, sondern zusammen mit ihren Eltern an einem sicheren Ort. «Es geht ihr gut. Sie ist müde.» Gelegentlich vorbei kommende Nachbarn in der dörflich wirkenden Reihenhaus-Siedlung hüllen sich ebenfalls in Schweigen.
Gerold Sprung, der Bürgermeister von Ganderkesee, hat kurz vor der
Ankunft von Reinhilt Weigel mit ihrem Vater Otger telefoniert. Er
weiß, wie diesem und seiner Frau Brigitte zumute ist. «Alle sind froh
und glücklich.» Schließlich hätten die Eltern über Wochen hinweg in
Ungewissheit über das Schicksal ihrer Tochter gelebt. Erst mit der
Nachricht von ihrer Freilassung am Montagabend hätten sie erleichtert
aufatmen können. «Die Stimmungslage ist seitdem gut.» Auch der Vater sei überrascht gewesen, dass nun am Ende alles so schnell ging.
«Damit hat er nicht unbedingt gerechnet.» Weigel kommt aus Bogotá mit Zwischenstopp in Frankfurt nach Ganderkesee. Sie wohnt hier allerdings schon seit Jahren nicht mehr. Zur Zeit arbeitet sie in der Schweiz in einem Krankenhaus. Die Gemeinde respektiere den Wunsch der Eltern, gemeinsam mit ihrer Tochter erst einmal zur Ruhe zu kommen, sagt Bürgermeister Sprung. Die Eltern lehnten auch deshalb den Kontakt mit Journalisten ab, weil die ELN-Rebellen in Kolumbien, die ihre Tochter gefangen hielten, noch immer fünf Touristen aus Israel und Großbritannien in ihrer Hand haben. «Die Eltern wollen das Leben der weiteren Geiseln nicht gefährden.»

26/11/2003: Kolumbien-Geisel landet am Mittag in Bremen - Bremen (ddp). Die in Kolumbien freigelassene Bremer Geisel landet
am Mittwochmittag in Bremen. Die 32-Jährige werde um 13.40 Uhr mit
einer aus Frankfurt kommenden Maschine eintreffen, sagte eine
Sprecherin des Bremer Flughafens der Nachrichtenagentur ddp. Reinhilt Wiegel werde jedoch vom Bundesgrenzschutz (BGS) und von der Öffentlichkeit abgeschirmt aus dem Airport-Gebäude gelotst.
Möglicherweise wird sie danach zu ihren Eltern nach Ganderkesee in
Niedersachsen fahren. Die Deutsche war am Montagabend zusammen mit einer spanischen Geisel per Hubschrauber aus dem Dschungelversteck ausgeflogen worden. Der Gesundheitszustand der Freigelassenen sei «gut», hieß es. Die gebürtige Bremerin gehörte zu einer Gruppe von Ausländern, die vor zweieinhalb Monaten während eines Ausfluges in die Ruinenstadt Ciudad Perdida verschleppt worden waren.

26/11/03: Toter in Kolumbien als entführter japanischer Manager identifiziert - Geschäftsmann wurde im Februar 2001 verschleppt =
Bogotá, 26. November (AFP) - Bei einer in Kolumbien entdeckten
Leiche handelt es sich um einen vor über zwei Jahren verschleppten
japanischen Geschäftsmann. Der Leichnam von Chikao Muramatsu sei
anhand von Fingerabdrücken und seines Gebisses identifiziert
worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstagabend
(Ortszeit) aus kolumbianischen Regierungskreisen. Der kolumbianische General Carlos Ospina hatte am Montag gesagt, die Leiche sei in einer Berggegend 70 Kilometer westlich von Bogotá entdeckt worden. Demnach wurde der Japaner von Rebellen erschossen, als Regierungstruppen sich der Gegend näherten. Die japanische
Außenministerin Yoriko Kawaguchi sprach am Mittwoch in Tokio von
einem «sittenlosen Verbrechen». Ein Vertreter von Muramatsus Firma
Yazaki sagte, der Vorfall breche den Mitarbeitern des Unternehmens
das Herz. Der Vizepräsident der kolumbianischen Niederlassung der japanischen Firma Yazaki war im Februar 2001 in Bogotá verschleppt worden. Die linksgerichtete Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) hatte sich zu der Entführung bekannt und ein Lösegeld von 27 Millionen Dollar für seine Freilassung gefordert. In Kolumbien werden im Jahresdurchschnitt etwa 3000 Menschen entführt, zu einem Großteil von der FARC-Guerilla und der
kleineren Rebellengruppe Nationales Befreiungsheer (ELN).

Am Montag hatte die ELN-Guerilla zwei seit mehr als zwei Monaten
von ihr festgehaltene Touristen freigelassen: die Deutsche Reinhilt
Weigel und den Spanier Azier Huegun Etxeberría. Die übrigen noch in
der Gewalt der Guerilla befindlichen Urlauber - vier Israelis und ein Brite - sollen nach Angaben der als Vermittlerin tätigen katholischen Kirche noch vor Jahresende freikommen. Mit der Geiselnahme im Norden Kolumbiens wollen die ELN-Rebellen nach eigener Darstellung auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada de Santa Marta und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Paramilitärs hinweisen.

25/11/03: 800 kolumbianische Paramilitärs legen Waffen nieder - Start der Demobilisierung von insgesamt 13.000 Kämpfern - Bogotá, 25. November (AFP) - In Kolumbien hat eine erste Einheit der paramilitärischen Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen (AUC)
mit ihrer Entwaffnung begonnen. Bei einer feierlichen Zeremonie in
Medellín im Nordwesten des Landes legten insgesamt 800
AUC-Mitglieder am Dienstagmorgen (Ortszeit) unter den Augen des
Friedensbeauftragten der Regierung, Luis Carlos Restrepo, ihre
Waffen nieder. Im Juli hatten sich AUC und die Regierung in Bogotá
geeinigt, bis Ende 2005 alle 13.000 paramilitärischen Kämpfer zu
demobilisieren. Die ultrarechte, paramilitärische Gruppe war von Großgrundbesitzern im Kampf gegen die linksgerichteten Guerillabewegungen Bewaffnete Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und Nationales Befreiungsheer (ELN) aufgebaut worden. In dem seit fast 40 Jahren dauernden Konflikt in dem lateinamerikanischen Land kamen mehr als 200.000 Menschen ums Leben.

25/11/03: Toter in Kolumbien möglicherweise von Guerilla entführter Japaner - Geschäftsmann wurde im Februar 2001 verschleppt =
Tokio/Bogotá, 25. November (AFP) - In Kolumbien ist möglicherweise
der Leichnam eines vor mehr als zwei Jahren entführten japanischen
Geschäftsmanns gefunden worden. Wie das Außenministerium in Tokio
am Dienstag mitteilte, werden entsprechende Hinweise des
kolumbianischen Militärs derzeit in enger Zusammenarbeit mit den
Behörden des südamerikanischen Landes überprüft. Der kolumbianische General Carlos Ospina hatte zuvor mitgeteilt, bei dem in einem ländlichen Gebiet bei Bogotá gefundenen Toten könne es sich um Chikao Muramatsu handeln. Der Vizepräsident der kolumbianischen Niederlassung der japanischen Firma Yazaki war im Februar 2001 in Bogotá verschleppt worden. Die linksgerichtete Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) hatte sich zu der Entführung bekannt und ein Lösegeld in Millionenhöhe für seine Freilassung gefordert. In Kolumbien werden im Jahresdurchschnitt etwa 3000 Menschen entführt, zu einem Großteil von der FARC-Guerilla und der kleineren Rebellengruppe Nationales Befereiungsheer (ELN). Am Montag hatte die ELN-Guerilla zwei seit mehr als zwei Monaten von ihr festgehaltene Touristen freigelassen: die Deutsche Reinhilt Weigel und den Spanier Azier Huegun Etxeberría. Die übrigen noch in der Gewalt der Guerilla befindlichen Urlauber, - vier Israelis und ein Brite - sollen nach Angaben der als Vermittlerin tätigen katholischen Kirche noch vor Jahresende freikommen. Mit der Geiselnahme im Norden Kolumbiens wollen die ELN-Rebellen nach eigener Darstellung auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada de Santa Marta und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Paramilitärs hinweisen.

25/11/03: In Kolumbien freigelassene Deutsche und Spanier in Bogotá - Bogotá (dpa) - Die von kolumbianischen Rebellen freigelassene Deutsche Reinhild Weigel und der Spanier Asier Huegun Etxeberría sind am Montagabend (Ortszeit) in der Hauptstadt Bogotá eingetroffen. Die beiden wurden von Vertretern ihrer Botschaften empfangen und sollten nach einer Befragung möglichst bald in die Heimat fliegen. Ein genauer Termin war zunächst nicht bekannt.
Weigel sagte nach der Freilassung im Norden des Landes, sie habe
trotz der mehr als zehnwöchigen Geiselhaft keinen Groll auf
Kolumbien. Außerdem sei die Sierra Nevada de Santa Marta, wo sie
zusammen mit sechs weiteren Ausländern am 12. September verschleppt worden war, eine sehr schöne Region, fügte die 24-Jährige hinzu. Die junge Deutsche, die aus Niedersachsen stammt, und der Baske Huegun waren in guter gesundheitlicher Verfassung. Die Rebellen vom «Nationalen Befreiungsheer» (ELN) hatten sie am Montag einer humanitären Kommission übergeben. Zuvor war die Hauptforderung der Rebellen nach einer unabhängigen Untersuchung der Menschenrechtslage in der Sierra Nevada de Santa Marta erfüllt worden.

24/11/03: Freiheit für junge Deutsche nach zehn Wochen der Angst in Kolumbien Von Jan-Uwe Ronneburger, dpa =
Buenos Aires/Bogotá (dpa) - Mehr als zehn Wochen hatte die
Reinhild Weigel aus Ganderkesee auf diesen Augenblick gewartet.
Endlich frei und befreit von Strapazen, Hunger und Angst in der
Gewalt linker ELN- Rebellen in Kolumbien. Doch dann verzögerte sich
alles doch noch um ein paar Stunden, die ihr und einem
Leidensgenossen aus Spanien wie eine Ewigkeit erscheinen mussten.
Der Hubschrauber mit Kirchen- und UN-Vertretern an Bord, die die
Geiseln in ihre Obhut nehmen sollten, musste wegen Treibstoffmangels
zunächst aus der Sierra Nevada de Santa Marta in die Stadt Valledupar 700 Kilometer nördlich von Bogotá zurückkehren. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hatte schon vorzeitig mitgeteilt, die Deutsche und ein Spanier seien frei. Doch dann lief alles wie vereinbart und Weigel und der Baske Asier Huegun Etxeberría konnten endlich den Hubschrauber des IKRK besteigen und in die Freiheit fliegen. Dabei dürfte ihnen jedoch bei aller Erleichterung nicht leicht ums Herz gewesen sein. Denn sie mussten vier Israelis und einen Briten zurücklassen, mit denen sie am 12. September auf einer Wanderung zu der «Verlorenen Stadt», einer präkolumbischen Ruinenstätte, waren. Im Morgengrauen war die Gruppe damals von schwer bewaffneten Rebellen aus den Schlafsäcken geholt worden. Seither waren sie mit ihren Entführern auf der Flucht vor tausenden Polizisten und Soldaten, die nach ihnen suchten. Die Guerilleros erreichten unterdessen, was sie wollten. Eine unabhängige Kommission untersucht inzwischen die vom ELN angeprangerten Menschenrechtsverletzungen durch die Polizei, das Militär und ultrarechte Todesschwadronen. In einem kolumbianischen Medien zugespielten Video hatten die Geiseln vor kurzem von den anstrengenden Märschen durch das mehr als 5000 Meter hoch gelegene Gebirge, von Mückenplagen und Hunger berichtet. Auch die seelischen Qualen können unerträglich werden. «Todesangst, immer wieder Todesangst erleiden - das muss man nicht erlebt haben», sagte der Deutsche Reiner Bruchmann, nachdem er vor zwei Jahren aus mehrmonatiger Geiselhaft bei der marxistischen Rebellengruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) freigekommen war.

24/11/03: Freilassung von deutscher Geisel in Kolumbien erwartet - Bogotá (dpa) - Kurz vor der angekündigten Freilassung einer
Deutschen und eines Spaniers durch Rebellen im Norden Kolumbiens ist eine humanitäre Kommission am Montag in die Sierra Nevada de Santa Marta geflogen. Die Vertreter der Kirche und der Vereinten Nationen (UN) sowie Menschenrechtler seien in einem Hubschrauber des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) unterwegs.
Ein Mitglied der Kommission sagte Radio Caracol, die Angaben der
ELN-Guerilla zum genauen Ziel und Zeitpunkt der Übergabe der beiden Ausländer würden erst während des Fluges erwartet.
Der Menschenrechtsbeauftragte Volmar Pérez und der Delegierte der
Vereinten Nationen (UN) in Kolumbien, Américo Incalcaterra, kündigten an, dass die beiden Touristen sofort nach ihrer Freilassung nach Bogotá geflogen werden sollten.
Pérez äußerte die Hoffnung, dass auch die anderen fünf Geiseln -
vier Israelis und ein Brite - bis Weihnachten freikommen könnten.
Zuvor war die Hauptforderung der Rebellen vom «Nationalen
Befreiungsheer» (ELN) erfüllt worden. Eine unabhängige Kommission
begann in der schwer zugänglichen Region mit einer Untersuchung über behauptete Menschenrechtsverletzungen durch Polizei, Militär und illegale rechte Paramilitärs.

22/11/03: Kolumbiens Kirche bereitet sich auf Freilassung einer Deutschen vor - Bogotá (dpa) - Eine Kommission der katholischen Kirche Kolumbiens ist am Samstag in den Norden des Landes zur Vorbereitung auf die angekündigte Freilassung einer Deutschen und eines Spaniers durch linke ELN-Rebellen gereist. Das «Nationale Befreiungsheer» (ELN) hatte angekündigt, sie werde die beiden seit dem 12. September verschleppten Touristen am Montag der Kommission übergeben. Die Vertreter der Kirche, die mit der Vermittlung in der Geiselaffäre beauftragt sind, wollten bis Mittwoch auch insgesamt sechs Ortschaften in der Sierra Nevada de Santa Marta besuchen. Dabei geht es um die von den Rebellen geforderte Untersuchung behaupteter Menschenrechtsverletzungen durch das Militär und rechte Paramilitärs.
Die 24-jährige Deutsche und der Baske Asier Huegun Etxeberría
gehören zu einer Gruppe von sieben Ausländern, die am 12. September im Norden des Landes während eines Ausflugs in die präkolumbianische Ruinenstadt «Ciudad Perdida» (Verlorene Stadt) verschleppt worden war.

22/11/03: Drahtzieher der Touristen-Entführungen in Kolumbien verhaftet - Bogotá (epd). Im Norden Kolumbiens ist am Freitag (Ortszeit) der mutmaßliche Drahtzieher der Entführungen von Touristen festgenommen worden. Edison Ramos Alcázar soll nach Angaben von
Generalstaatsanwalt Luis Camilo Osorio die Entführung der acht
ausländischen Touristen durch die Guerillagruppe «Heer zur nationalen Befreiung» (ELN) am 12. September koordiniert haben.
Am Donnerstag hatte die ELN angekündigt, am Montag die deutsche
Geisel Reinhilt Weigel und einen Spanier freizulassen. Die
Ankündigung steht im Zusammenhang mit der Entsendung einer Kommission in die Sierra Nevada, an der Vertreter der katholischen Kirche und der Vereinten Nationen teilnehmen. Die Rebellen wollen nach eigenen Angaben auf die «humanitäre Krise» hinweisen, der die
Zivilbevölkerung in der Bergregion Sierra Nevada de Santa Marta
ausgesetzt ist.
In Bogotá veröffentlichte die Anwaltsgruppe «José Alvear Restrepo»
eine Aufstellung von Menschenrechtsverletzungen, denen die indigenen Völker der Region den Angaben zufolge in diesem Jahr ausgesetzt waren. Vor allem rechtsextreme Paramilitärs und die kolumbianische Armee gingen immer wieder brutal gegen die Ureinwohner vor, heißt es in der Erklärung der Anwälte. Nach UN-Angaben aus Bogotá wurden im Jahr 2003 allein 50 Angehörige der Kankuamos ermordet.

21/11/03: Dritter Priester binnen eines Monats in Kolumbien ermordet - Bogotá (dpa) - Binnen eines Monats sind in Kolumbien bereits drei Priester ermordet worden. Pater José Rubín Rodríguez, der nach Einschätzung der Behörden von linken FARC-Rebellen entführt worden war, sei am Freitag im Norden des Landes tot aufgefunden worden, sagten Vertreter der Kirche der dpa.
Vor zwei Wochen war ein anderer Priester in der zentralen Provinz
Meta mit durchschnittenem Hals in seinem Wohnhaus gefunden worden. Fast zeitgleich waren ein weiterer Priester und seine Sekretärin im Nordosten des Landes von Unbekannten in ihrem Auto erschossen worden.
Geistliche sind in dem von einem fast 40-jährigen Bürgerkrieg
zerrissenen Land oft die einzigen Autoritäten, die trotz der Gewalt
und Einschüchterung durch linke Rebellen und rechte Paramilitärs
fernab der größeren Städte aushalten. Sie genießen deshalb großes
Ansehen in der Bevölkerung, leben aber immer mit dem Risiko, zwischen die Fronten zu geraten. Oftmals kann schon Hilfe in einer kirchlichen Krankenstation für einen verletzten Rebellen einen Auftragskiller der Gegenseite auf den Plan rufen.
In allen Landesteilen sind linke Rebellen von den marxistischen
«Revolutionären Streitkräften Kolumbiens» (FARC), dem ideologisch an Kuba orientierten «Nationalen Befreiungsheer» (ELN) sowie
rechtsextreme Paramilitärs von den «Einheiten zur Selbstverteidigung
Kolumbiens» (AUC) aktiv.

20/11/03:  Kolumbianische Guerilla will deutsche Geisel am Montag freilassen - Bogotá, 20. November (AFP) - Die von linksgerichteten Rebellen in Kolumbien seit mehr als zwei Monaten festgehaltene Deutsche soll nach Angaben der katholischen Kirche des Landes am Montag freikommen. Der als Vermittler tätige Priester Dario Echeverry
sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag, die Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheeer (ELN) habe zugesagt, die Bremerin Reinhilt Weigel zusammen mit der spanischen Geisel Azier Huegun Etxeberría am Montag auf freien Fuß zu setzen.
Echeverry ist Generalsekretär der Nationalen Versöhnungskommission
Kolumbiens. Weitere Einzelheiten wollte er nicht nennen, um die
Freilassung nicht zu gefährden.
ELN-Rebellen hatten am 12. September außer der Deutschen und dem
Basken in der Nähe der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida
sechs weitere Rucksacktouristen - vier Israelis und zwei Briten -
entführt. Einer der beiden Briten konnte später fliehen. Mit der
Geiselnahme will die Guerilla nach eigenen Angaben auf die Not
verarmter Bauern in der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden
Kolumbiens und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte
Paramilitärs hinweisen.

20/11/03: Anschlagsserie legt wichtige Ölleitung im Südwesten Kolumbiens - Bogotá, 20. November (AFP) - Eine Serie von Anschlägen hat eine wichtige Ölleitung im Südwesten Kolumbiens lahmgelegt. Zeitgleiche Explosionen an 15 Punkten hätten am Dienstagabend (Ortszeit) die Pipeline und weitere Ölinfrastruktur in der Region von Orito etwa 1000 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bogotá erschüttert und beschädigt, sagte der Bürgermeister von Orito, Miguel Rosero, der Nachrichtenagentur AFP. Menschen seien nicht verletzt worden, doch habe der Öltransport bis zum Mittwochabend nicht wieder aufgenommen werden können. Rosero machte die FARC-Rebellen für die Anschläge verantwortlich. Mit Angriffen auf Ölleitungen versucht die größte Rebellenorganisation Kolumbiens, einen der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes zu treffen. Auf der 300 Kilometer langen Strecke von Orito an der Grenze zu Ecuador bis nach Tumaco am Pazifik wurden täglich etwa 10.000 Barrel Öl befördert.

19.11.2003: Kolumbiens Präsident Uribe setzt unnachgiebige Militärführung ein - Bogotá (dpa) - Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe hat die Militärführung mit zwei im Kampf mit linken Rebellen als besonders unnachgiebig bekannten Generälen neu besetzt. General Carlos Alberto Ospina wurde zum Chef der Streitkräfte und General Martín Orlando Carreño zum Heereschef ernannt. Aufgabe der neuen Führung sei es, den seit fast 40 Jahren andauernden Krieg gegen linke Rebellen und rechte Paramilitärs zu gewinnen, sagte der Präsident am Dienstag. Ospina übernimmt das Amt von General Jorge Mora, der vor einer Woche den Dienst ohne Nennung von Gründen quittiert hatte. Der neue Verteidigungsminister Jorge Uribe hatte unmittelbar nach seinem Amtsantritt Änderungen in der Militärspitze angekündigt. Auch der Präsident rügte das Militär wiederholt wegen mangelnder Erfolge bei der Bekämpfung der Rebellen. Zudem werden die Streitkräfte immer wieder von Korruptionsskandalen erschüttert. Ein Ende des Bürgerkrieges, dem jährlich tausende Menschen zum Opfer fallen, ist indes nicht in Sicht.

19.11.2003: Kolumbianische Streitkräfte haben neuen Chef - Bogotá, 19. November (AFP) - Neuer Chef der kolumbianischen Streitkräfte ist General Carlos Alberto Ospina. Wie die Regierung am Dienstag mitteilte, tritt er die Nachfolge des vergangene Woche zurückgetretenen Generals Jorge Mora an. Auf Ospinas Posten als Heereschef rückt nach Angaben des neuen Verteidigungsministers Jorge Uribe Echavarría der bisherige Kommandeur der Sondertruppen, General Martín Orlando Carreño, nach. Er tat sich insbesondere im Kampf gegen die linksgerichte Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheer (ELN) hervor. Außer Mora waren innerhalb weniger Tage auch drei Kabinettsmitglieder zurückgetreten, unter ihnen die für Polizei und Armee zuständige Verteidigungsministerin Marta Lucía Ramírez. Die Regierung von Präsident Alvaro Uribe geriet dadurch in ihre
schwerste Krise seit ihrem Amtsantritt im August 2002.

19.11.2003: USA planen neue Freihandelsabkommen in Lateinamerika - Miami (dpa) - Die USA planen neue Freihandelsabkommen mit sechs lateinamerikanischen Ländern. Wie der US-Handelsbeauftragte Robert Zoellick Dienstag in Miami (Florida) bekannt gab, sollen die Verhandlungen mit Peru, Kolumbien, Ecuador und Bolivien sowie mit Panama und der Dominikanischen Republik in Kürze beginnen. Im Miami treffen am Donnerstag und Freitag die Wirtschafts- und Finanzminister des amerikanischen Kontinentes - außer Kuba - zusammen, um über den Verhandlungstand der Gesamtamerikanischen Freihandelszone (FTAA) zu beraten. Zoellick versicherte, dass die nun angekündigten bilateralen Verhandlungen nicht bedeuteten, dass man an der Realisierbarkeit der FTAA Zweifel hege. Inhalt und Umfang des FTAA-Abkommens sind zwischen den Ländern des Kontinentes umstritten. So haben die USA die Forderung Brasiliens zurückgewiesen, über eine Senkung ihrer Agrarsubventionen zu verhandeln. Brasilien und die USA, die sich derzeit den Vorsitz der Verhandlungen teilen, haben den Entwurf einer Abschlusserklärung für die Miami-Konferenz vorgelegt, der es den Teilnehmerländern erlaubt, sensible Bereiche aus dem FTAA herauszuhalten. Kanada und Chile haben gegen eine Flexibilisierung des FTAA protestiert und wollen ein möglichst umfassendes Freihandelsabkommen. Das FTAA-Projekt war Ende 1994 vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton und den 33 eingeladenen Staats- und Regierungschefs auf einem Amerika-Gipfel in Miami vorgestellt worden. Die USA haben in jüngster Zeit aber verstärkt auf bilaterale Abkommen gesetzt. Außer dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) mit Kanada und Mexiko gibt es bereits ein Abkommen mit Chile. Die Verhandlungen über ein Zentralamerikanisches Freihandelsabkommen (CAFTA) mit Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica stehen kurz vor dem Abschluss.

17.11.2003: Nach Anschlag in Kolumbien gefasster Mann gesteht FARC-Kontakte - Bogotá (dpa) - Nach den Anschlägen in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá mit einer Toten und 74 Verletzten hat ein kurz nach der Tat festgenommener Mann Verbindungen zu linken FARC-Rebellen gestanden. Die marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) hätten ihn nach Bogotá geschickt, um die Anschläge mit Handgranaten zu verüben, sagte der 26-jährige Arturo Montaño Presseberichten vom Montag zufolge. Bei den Anschlägen auf zwei vollbesetzte Lokale in einem Vergnügungsviertel der Hauptstadt waren auch mehrere Amerikaner verletzt worden. Nach vier weiteren Personen wurde weiter gefahndet. Die FARC versuchen ihren seit fast 40 Jahren andauernden Guerillakrieg zunehmend auch in die bisher als relativ sicher geltenden Großstädte zu tragen.

17.11.2003: Polizei schreibt tödliches Attentat in Bogotá FARC-Guerilla zu - Bogotá, 17. November (AFP) - Die kolumbianische Polizei schreibt die tödlichen Bombenanschläge in der Hauptstadt Bogotá der linksgerichteten FARC-Guerilla zu. Polizeichef Jorge Daniel Castro sagte am Sonntag (Ortszeit), alles deute darauf hin, dass der von einem Wachmann nach den Attentaten festgehaltene 26-jährige Mann Mitglied der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) sei. Bei der Explosion von zwei Sprengsätzen am Samstagabend vor zwei Lokalen in einem exklusiven und belebten Viertel der Hauptstadt waren eine etwa 25-jährige Frau getötet und mindestens 72 weitere Menschen verletzt worden. 19 von ihnen mussten operiert werden, drei schwebten Krankenhausärzten zufolge in Lebensgefahr. Nach Polizeiangaben waren unter den Verletzten auch drei US-Bürger. Die US-Botschaft in Bogotá machte keine Angaben über mögliche Verletzte in den Reihen ihrer Mitarbeiter. Die kolumbianische Hauptstadt war in den vergangenen Monaten mehrfach Ziel von Anschlägen. Zuletzt wurden Anfang Oktober bei der Explosion einer Autobombe in Bogotá sechs Menschen getötet und 21 verletzt. Der Polizei zufolge wurden vier für dieses Attentat verantwortliche FARC-Mitglieder zwei Wochen später festgenommen.

17.11.2003: Bürgermeister und Menschenrechtlerin in Kolumbien erschossen - Bogotá (dpa) - Unbekannte haben in Kolumbien einen Bürgermeister und einen Menschenrechtler erschossen. Orlando Salgado war erst vor drei Wochen zum Bürgermeister der Stadt Zapayá im Norden des Landes gewählt worden, als er am Samstagabend von zwei Männern von einem
Motorrad aus erschossen wurde. Bei einem weiteren Attentat sei die Menschenrechtsbeauftragte des Ortes El Tarra in der Nähe der Grenze zu Venezuela, Rosa Duarte, auf offener Straße erschossen worden, teilten die Behörden am Sonntag weiter mit. In beiden Fällen waren die Motive der Täter zunächst unklar. Inhaber öffentlicher Ämter wie Bürgermeister und Menschenrechtler geraten in Kolumbien jedoch schnell in das Visier linker Rebellen oder rechter Paramilitärs, wenn sie sich nicht an Weisungen dieser
Gruppen halten und ihre Ämter verantwortlich auszuüben versuchen.
In der Hauptstadt Bogotá wurden bei zwei Anschlägen mit Handgranaten auf vollbesetzte Lokale am Samstagabend eine Frau getötet und 72 Menschen verletzt. Sieben von ihnen schwebten noch in Lebensgefahr, sagte ein Krankenhaussprecher. Die Polizei vermutete Rebellen der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) hinter den Taten. Präsident Alvaro Uribe und das Büro der Vereinten Nationen (UN) in Kolumbien verurteilten die Anschläge.

16.11.2003: Eine Tote und mindestens 72 Verletzte bei Anschlägen in Kolumbien - Sprengsätze explodierten in Sekundenabstand vor zwei Lokalen - Bogotá, 16. November (AFP) - Bei zwei Bombenanschlägen in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind in der Nacht zum Sonntag eine Frau getötet und mindestens 72 weitere Menschen verletzt worden. Das teilten die Rettungskräfte mit. Nach Angaben der Polizei waren unter den Verletzten auch drei US-Bürger. Die beiden Sprengsätze explodierten demnach im Abstand von einigen Sekunden vor zwei Lokalen in einem exklusiven und belebten Viertel der Hauptstadt. Wie ein AFP-Reporter berichtete, wurden einige Menschen schwer
verletzt. Von Seiten der Sicherheitskräfte hieß es, ein Wachmann habe einen Mann festhalten können, der die Sprengsätze gelegt habe. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die US-Botschaft machte keine Angaben über mögliche Verletzte in den Reihen ihrer Mitarbeiter. Die kolumbianische Hauptstadt war in den vergangenen Monaten mehrfach Ziel von Anschlägen. Zuletzt wurden Anfang Oktober bei der Explosion einer Autobombe in Bogotá sechs Menschen getötet und 21 weitere verletzt.

15.11.2003: Kolumbianische Regierung erwartet baldiges Ende des Geiseldramas - Bogota (AP) Die sieben in Kolumbien entführten ausländischen Touristen könnten nach Ansicht eines Regierungsunterhändlers bald freikommen. Luis Carlos Restrepo sagte am Freitag in einem Radiointerview, er habe mit einem örtlichen Kommandeur der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) Gespräche geführt, `mit der größten Umsicht und Diskretion". Die Rebellen der ELN haben sich zur Entführung der Rucksacktouristen bekannt, zu denen auch eine Deutsche gehört. In den Verhandlungen sei ein Plan ausgearbeitet worden, `der meiner Meinung nach zur Freilassung der Geiseln führen wird", sagte Restrepo. Er äußerte sich zuversichtlich, dass die Entführten bald `sicher und wohlbehalten zu Hause zurück" sein werden. Die Ausländer - neben der Deutschen vier Israelis, zwei Briten und ein Spanier - waren am 12. September an einer präkolumbianischen Ausgrabungsstätte in der Sierra Nevada überfallen und verschleppt worden. Einem der Briten gelang später die Flucht. Am Mittwoch
strahlten zwei Fernsehsender ein von den Rebellen eingesandtes Video mit den Geiseln aus. Es war das erste Lebenszeichen seit ihrer Entführung.

14.11.2003: Polizei schreibt tödliches Attentat in Bogotá FARC-Guerilla zu - Bogotá, 17. November (AFP) - Die kolumbianische Polizei schreibt die tödlichen Bombenanschläge in der Hauptstadt Bogotá der linksgerichteten FARC-Guerilla zu. Polizeichef Jorge Daniel Castro sagte am Sonntag (Ortszeit), alles deute darauf hin, dass der von einem Wachmann nachdem Attentaten festgehaltene 26-jährige Mann Mitglied der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) sei. Bei der Explosion von zwei Sprengsätzen am Samstagabend vor zwei Lokalen in einem exklusiven und belebten Viertel der Hauptstadt waren eine etwa 25-jährige Frau getötet und mindestens 72 weitere Menschen verletzt worden. 19 von ihnen mussten operiert werden, drei schwebten Krankenhausärzten zufolge in Lebensgefahr. Nach Polizeiangaben waren unter den Verletzten auch drei US-Bürger. Die US-Botschaft in Bogotá machte keine Angaben über mögliche
Verletzte in den Reihen ihrer Mitarbeiter. Die kolumbianische Hauptstadt war in den vergangenen Monaten mehrfach Ziel von Anschlägen. Zuletzt wurden Anfang Oktober bei der Explosion einer Autobombe in Bogotá sechs Menschen getötet und 21 verletzt. Der Polizei zufolge wurden vier für dieses Attentat verantwortliche FARC-Mitglieder zwei Wochen später festgenommen.

14.11.2003: Erste rechtsgerichtete Miliz in Kolumbien kündigt Entwaffnung an - 800 Kämpfer der AUC wollen in Kürze ihre Waffen abgeben - Bogota (AP) Erstmals hat sich eine der rechtsgerichteten Milizen in Kolumbien zur Entwaffnung bereit erklärt. Rund 800 der 12.000 Mitglieder der Vereinigten Streitmacht zur Selbstverteidigung in Kolumbien (AUC) wollten Ende November ihre Waffen niederlegen, teilte das Büro von Präsident Alvaro Uribe am Freitag mit. Die AUC erklärte in einem Schreiben an die Nachrichtenagentur AP, die Entwaffnung der gesamten Miliz solle bis Ende 2005 abgeschlossen sein. Regierungsunterhändler Luis Carlos Restrepo sagte dem Radiosender RNC, die 800 AUC-Kämpfer in der Umgebung der Stadt Medellin im Nordwesten des Landes wollten am 25. November ihre Waffen, Munition und Uniformen abgeben. Die Regierung verpflichtete sich laut Uribes Büro, die Entwaffnung zu unterstützen und den Kämpfern bei der Suche nach Arbeitsplätzen zu helfen. Die rechten Milizen in Kolumbien gründeten sich in den 80er Jahren als Gegengewicht zu den linken Guerilleros. 1997 schlossen sich die gefürchteten Todesschwadronen offiziell unter dem Dach der AUC zusammen. Das US-Außenministerium setzte die AUC im vergangenen Jahr auf ihre Liste internationaler Terrororganisationen.

14.11.2003: 800 kolumbianische Paramilitärs starten in Kürze Entwaffnung - Bis Ende 2005 sollen alle 13.000 Kämpfer ihre Waffen abgeben = Bogotá, 14. November (AFP) - Mit der Entwaffnung von 800 Kämpfern wollen die kolumbianischen Paramilitärs der Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen (AUC) Ende November ihre mit der Regierung vereinbarte Demobilisierung starten. Die Entwaffnung soll am 25. November beginnen, wie der Friedensbeauftragte der kolumbianischen Regierung, Luis Carlos Restrepo, sowie der scheidende und der designierte Bürgermeister der Stadt Medellín am Donnerstag ankündigten. Die Paramilitärs zählen zu einer Einheit, die in der Gegend um Medellín im Nordwesten Kolumbiens aktiv ist. Im Juli hatten sich AUC und die Regierung in Bogotá geeinigt, bis Ende 2005 alle 13.000 paramilitärischen Kämpfer zu entwaffnen. Die paramilitärische Gruppe war von Großgrundbesitzern im Kampf gegen die Guerilla-Gruppen Bewaffnete Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und Nationales Befreiungsheer (ELN) aufgebaut worden. In dem seit fast 40 Jahren dauernden Konflikt in dem lateinamerikanischen Land kamen mehr als 200.000 Menschen ums Leben.

12.11.2003: Kolumbianischer Armeechef reicht Rücktritt ein = Bogotá, 12. November (AFP) - Nach dem Rücktritt dreier Minister und des Polizeichefs in Kolumbien hat am Mittwoch nach Angaben der Präsidentschaft auch der Armeechef seine Demission eingereicht. Der 58-jährige Jorge Enrique Mora war seit August 2002 im Amt. Für die Regierung des kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe bedeuten die fünf Rücktritte innerhalb von sechs Tagen die schwerste Krise seit ihrem Amtsantritt vor 15 Monaten. Erst am Dienstag war im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre Polizeichef Teodoro Campo zurückgetreten. Am gleichen Tag gab auch Umweltministerin Cecilia Rodríguez ihren Amtsverzicht bekannt. Die für Polizei und Armee zuständige Verteidigungsministerin Marta Lucía Ramírez hatte am Sonntag das Handtuch geworfen. Den Reigen eröffnet hatte am Donnerstag der bisherige Innen- und Justizminister Fernando Londoño.

12.11.2003: Deutsche Geisel in Kolumbien bittet um Hilfe bei Freilassung = Bogotá (dpa) - Die kolumbianischen ELN-Rebellen haben erstmals seit der Entführung von sieben Ausländern, darunter eine Deutsche, einen Beweis für das Überleben ihrer Geiseln geliefert. Medien in Kolumbien wurde am Mittwoch ein Video zugespielt, in dem die Deutsche und ihre Leidensgenossen aus Großbritannien, Israel und Spanien ihre Regierungen um Hilfe bei der Freilassung bitten. An einem unbekannten Ort mutmaßlich im Norden des Landes berichteten die Geiseln von erschöpfenden Fußmärschen durch das Hochgebirge, Mückenplagen, Hunger und Müdigkeit. Die Deutsche sprach in dem Video vom Hunger der Bevölkerung in der unzugänglichen Bergregion, von Kälte und dem Mangel an Medikamenten. «Deshalb kämpft das ELN für Änderungen», zitierte Radio Caracol die junge blonde Frau, die auf dem Video zeitweilig auf einem Pferd sitzt. Die Geiseln hätten sich überwiegend von Reis und Zuckerrohrextrakt ernährt, sagte der Spanier Asier Huegun Etxeberría. Wie die anderen in dem Video zu sehenden Geiseln erschien er trotz der Strapazen und der Angst bei guter Gesundheit und gefasst. Die Entführten trugen
Sportkleidung und wurden von schwer bewaffneten Rebellen in Tarnanzügen bewacht. Die junge Deutsche sowie vier Israelis und je ein Brite und ein Spanier waren am 12. September von Rebellen des «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN) in der Sierra Nevada de Santa Marta während eines Ausflugs in die präkolumbische Ruinenstadt «Ciudad Perdida» (Verlorene Stadt) verschleppt worden. Die Rebellen haben gedroht, ihre Geiseln umzubringen, falls Polizei und Militär eine gewaltsame Befreiung versuchen sollten. Die Bemühungen der katholischen Kirche um eine Lösung der Geiselkrise sind festgefahren, weil die Rebellen ihre Geiseln nur einzeln freilassen wollen. Die Regierung in Bogotá besteht darauf, dass die Ausländer alle zusammen freikommen. Das ELN ist mit etwa 5000 Bewaffneten die zweitgrößte Rebellengruppe des Landes.

12.11.2003: Lebenszeichen von entführten Touristen in Kolumbien = Bogotá (epd). Die kolumbianische Guerillagruppe ELN hat Journalisten ein Video mit Aufnahmen von sieben Touristen zugespielt, die sie vor zwei Monaten entführt hatte. Wie die Tageszeitung «El Colombiano» am Mittwoch in ihrer Online-Ausgabe berichtete, appellierten darin drei Geiseln aus Deutschland, Spanien und Großbritannien an ihre Regierungen, sich für ihre Freilassung einzusetzen. Es ist das erste Lebenszeichen der Entführten. Im Video klagten die Geiseln über Kälte, Hunger und Erschöpfung. Die deutsche Frau wiederholte die Forderung der ELN («Heer zur nationalen Befreiung») nach Entsendung einer internationalen Kommission ins Gebiet der Entführung, die Bergregion Sierra Nevada in Nordkolumbien. Den Rebellen zufolge gehen dort paramilitärische Verbände gegen die Zivilbevölkerung vor. Wegen Differenzen zwischen der kolumbianischen Regierung und der ELN verzögerte sich die mehrfach angekündigte Freilassung der Geiseln immer wieder. Die Rebellen beharren darauf, die Touristen nach und nach auf freien Fuß zu setzen. Zu der Touristengruppe gehören neben den drei Europäern vier Israelis. Einem weiteren Briten war die Flucht gelungen. Die ELN ist nach der FARC («Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens») die zweitgrößte Guerillaorganisation des Landes.

12.11.2003: Schwere Regierungskrise in Kolumbien nach drei Ministerrücktritten - Auch Umweltministerin und Polizeichef geben Ämter auf - Bogotá, 12. November (AFP) - Drei Ministerrücktritte binnen einer Woche haben die Regierung von Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe in die schwerste Krise seit ihrem Amtsantritt vor 15 Monaten gestürzt. Nach den Chefs der Schlüsselressorts Inneres und Verteidigung gab am Dienstag (Ortszeit) auch Umweltministerin Cecilia Rodríguez ihren Amtsverzicht bekannt. Uribe habe das Gesuch akzeptiert, teilte sein Büro in Bogotá mit. Wenige Stunden später nahm auch Polizeichef Teodoro Campo wegen einer Korruptionsaffäre seinen Hut. Mit der Ernennung zweier politisch unerfahrener Unternehmer zum Innen- und Verteidigungsminister traf Uribe angesichts der anhaltenden politischen Gewalt auf Unverständnis. Rodríguez nannte in ihrem Rücktrittschreiben keine Begründung für ihre Entscheidung. Sie war jedoch zuletzt wegen einer fehlenden umweltpolitischen Linie der konservativen Regierung massiv unter Beschuss geraten. Rodríguez ist Mitbegründerin der Grünen-Partei Oxígeno, der auch die seit Februar 2002 von der FARC-Guerilla entführte Ex-Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt angehört. Zur neuen Umweltministerin ernannte Uribe die bisherige Leiterin des von den USA unterstützten Anti-Drogen-Programms Plan Colombia, Sandra Suárez. Nach dem gescheiterten Korruptions-Referendum Ende Oktober ist Uribe nach den Minister-Rücktritten trotz seiner anhaltenden Popularität politisch zusätzlich geschwächt. Der konservative Hardliner war im August vergangenen Jahres vor allem mit dem Versprechen angetreten, mit harter Hand gegen linksgerichtete Guerillagruppen vorzugehen. Dabei spielte die am Sonntag zurückgetretene Verteidigungsministerin Marta Lucía Ramírez ebenso eine Schlüsselrolle wie Ex-Innen- und Justizminister Fernando Londoño, der vergangenen Donnerstag das Handtuch geworfen hatte. Dessen Rücktritt hatte in Kolumbien ein regelrechtes politisches Erdbeben ausgelöst, indem er kritisierte, dass der Präsident nicht mehr über die notwendige Unterstützung der Konservativen im Parlament verfüge. Als neuen Innenminister ernannte Uribe den Unternehmer Sabas Pretelt, der zuletzt vor 23 Jahren ein öffentliches Amt bekleidet hatte. Neuer Verteidigungsminister wurde der politisch völlig unerfahrene Chef eines Versicherungsunternehmens, Jorge Alberto Uribe Echavarría. Dieser kündigte für kommende Woche einen personellen Austausch an der Spitze der Armee an und versprach ein entschlossenes Vorgehen gegen Korruption und Misswirtschaft im Polizeiapparat. Mit der Ernennung der beiden unerfahrenen Minister traf Uribe auch in den eigenen Reihen auf Unverständnis. Carlos Holguín, Chef der Konservativen Partei und enger Vertrauter des Staatschefs, nannte es fraglich, ob die Ernennung von «Technokraten oder Unternehmern fernab der politischen Aktivität zu guten Ergebnissen führen» könne. Der Senator Luis Humberto Gómez forderte Uribe auf, die Krise «nicht tröpfchenweise» zu lösen. Der Politologe Pedro Medellín sieht in der Ernennung von Pretelt und Uribe Echavarría einen Politikwechsel nach dem gescheiterten Referendum.
Der zurückgetrene nationale Polizeidirektor Campo hatte vor einigen Tagen einen groß angelegten Treibstoffdiebstahl bei seiner Behörde in den vergangenen zwei Jahren einstanden. Zudem soll die Polizei in der zweitgrößten Stadt Medellín öffentliche Gelder in Luxus-Restaurants sowie für den Kauf von Schmuck und Antiquitäten veruntreut haben. Neben Campo nahm auch der Polizeichef von Medellín, Leonardo Gallego, seinen Hut. Er verfügt über umfangreiche Erfahrung im Kampf gegen Drogenhandel. Nachfolger Campos als nationaler Polizeichef wird der bisherige Polizeikommandeur von Bogotá, Jorge Daniel Castro.

12.11.2003: Kolumbiens Umweltministerin und Polizeichef zurückgetreten - Bogotá (dpa) - Kolumbiens Umweltministerin Cecilia Rodríguez ist als drittes Regierungsmitglied binnen einer Woche zurückgetreten. Sie gab am Dienstagabend keine Gründe für ihre Entscheidung an, aber die Umweltpolitik befand sich nach Einschätzung ihrer Kritiker in einer schweren Krise. Zur Nachfolgerin ernannte Präsident Alvaro Uribe die Politikerin Sandra Suárez, die als Direktorin des so genannten Programms Kolumbien zur Drogenbekämpfung bisher unter anderem für die umstrittene Besprühung von Koka- und Mohnpflanzungen mit Pflanzenvernichtungsmitteln aus der Luft zuständig war. Zugleich erklärte der nationale Polizeichef, General Teodoro Campo, inmitten eines Korruptionsskandals seinen Rücktritt. Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Polizeichef von Bogotá, General Jorge Castro, ernannt.

11.11.2003: Kolumbianische Umweltministerin zurückgetreten - Dritter Amtsverzicht in Kabinett binnen weniger Tage = Bogotá, 11. November (AFP) - In Kolumbien ist zum dritten Mal binnen weniger Tage ein Kabinettsmitglied zurückgetreten. Umweltministerin Cecilia Rodriguez überreichte Präsident Alvaro
Uribe nach offiziellen Angaben am Dienstag ihre Rücktrittserklärung. Der Präsident habe das Gesuch akzeptiert, teilte sein Büro in Bogotá mit. Rodriguez habe keinen Grund für ihre Entscheidung angegeben. Erst am Sonntag hatte Verteidigungsministerin Martha Lucia Ramirez ihr Amt aufgegeben. Nur drei Tage zuvor war Innen- und Justizminister Fernando Londono zurückgetreten. Bereits Londonos Rücktritt hatte die Regierung in eine schwere Krise gestürzt. Londono hatte mit Kritik an Uribe für ein politisches Erdbeben in der Hauptstadt gesorgt. Dabei deutete er an, dass der Präsident nicht mehr die notwendige Unterstützung der Konservativen im Kongress habe. Uribe gilt seit dem Scheitern eines von ihm angestrengten Referendums zur Korruptionsbekämpfung als politisch angeschlagen.

11.11.2003: Kolumbianische Journalistin und Gewerkschafterin ermordet = Bogotá (dpa) - Unbekannte haben am Dienstag im Norden Kolumbiens die Journalistin und Gewerkschafterin Zuli Codina auf offener Straße erschossen. Die 49-Jährige sei in der Stadt Santa Marta von zwei Angreifern in der Nähe eines Krankenhauses mit zahlreichen Schüssen niedergestreckt worden, teilte die Polizei mit. Über die Täter und ihr Motiv hatte die Polizei zunächst keine Erkenntnisse. Auch über Morddrohungen gegen Codina sei nichts bekannt gewesen. Damit stieg die Zahl der seit Jahresbeginn in Kolumbien ermordeten Journalisten auf mindestens zehn. Auch Gewerkschafter geraten immer wieder in das Visier vor allem ultrarechter Paramilitärs.

11.11.2003: Annan wirbt für friedliche Lösung des Kolumbienkonflikts - Quito (dpa) - UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich am Montag für eine friedliche Beilegung des Kolumbienkonflikts ausgesprochen. «Es kann keine militärische Lösung geben», sagte Annan nach einem Treffen mit Ecuadors Präsidenten Lucio Gutiérrez in Quito. Nach unbetätigten Presseberichten sollte es bei der Unterredung auch um die mögliche Entsendung von Blauhelmen aus Peru, Ecuador und Chile nach Kolumbien gehen. Gutiérrez habe seinen Gast um mehr Hilfe bei der Versorgung tausender Flüchtlinge aus Kolumbien sowie bei der Verminderung der Last der Auslandsschulden gebeten, sagte ein Sprecher anschließend. Annan wollte am Abend nach Peru, der dritten Station einer Südamerikareise, weiterfliegen. Am Freitag und Samstag nimmt er am 13. Iberoamerika-Gipfel der Staats- und Regierungschefs 21 lateinamerikanischer Staaten sowie Spaniens und Portugals in der bolivianischen Stadt Santa Cruz teil.  

10/11/03: Kolumbianische Verteidigungsministerin tritt zurück - Bogota (AP) Die kolumbianische Verteidigungsministerin Martha Lucia Ramirez hat am Sonntag überraschend ihren Rücktritt aus der Regierung von Präsident Alvaro Uribe erklärt. Sie ist das zweite Kabinettsmitglied nach Innenminister Fernando Londono, das innerhalb einer Woche die Regierung verlässt. Eine Begründung für den Rücktritt gab es zunächst nicht. Uribe ernannte den Geschäftsmann Jorge Alberto Uribe, der nicht mit dem Präsidenten verwandt ist, zu ihrem Nachfolger. Ramirez war es während ihrer Amtszeit gelungen, die Sicherheit im Land deutlich zu verbessern. So ging die Zahl der Morde um 22 Prozent und die der Entführungen um 35 Prozent zurück. Sie war deshalb eine der populärsten Politikerinnen des Landes.

08/11/03: Abgeordneter und zwei Polizisten in Kolumbien erschossen Bogotá (dpa) - Ein Unbekannter hat in der Nähe der kolumbianischen Stadt Cali einen Abgeordneten erschossen. Arcángel Clavijo von der oppositionellen liberalen Partei sei am frühen Samstagmorgen in einer Bar niedergestreckt worden, teilten die Behörden mit. Er habe keinen Leibwächter bei sich gehabt. In der Hauptstadt der Provinz Valle del Cauca sind linke Rebellen und rechte Paramilitärs aktiv. Bei einem Überfall der marxistischen Rebellengruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) in der Ortschaft La Llanada in der Nachbarprovinz Nariño starben mindestens zwei Polizisten. Ein Polizist sei verletzt worden, sagte ein Sprecher. Kolumbien leidet seit fast 40 Jahren unter einem Guerillakrieg, dem jährlich Tausende von Menschen zum Opfer fallen. 

08/11/03: Annan zu Gesprächen in Ecuador - Kolumbien auf der Tagesordnung - Quito (dpa) - UN-Generalsekretär Kofi Annan ist am Samstag in Ecuador zu Gesprächen unter anderem über den Bürgerkrieg im Nachbarland Kolumbien eingetroffen. Auf der zweiten Station seiner Südamerikareise wollte er sich am Montag mit Präsident Lucio Gutiérrez und Vertretern des Parlaments treffen. Nach unbestätigten Berichten soll es auch um die Frage der Entsendung von Blauhelmen aus Peru, Ecuador und Chile nach Kolumbien gehen. In Kolumbien selbst ist dieses Thema seit dem Präsidentenwahlkampf im Frühjahr 2002 nicht mehr auf der Tagesordnung gewesen. Annan traf aus Chile ein und will am kommenden Dienstag nach Peru weiterreisen. Für Freitag und Samstag ist seine Teilnahme am 13. Iberoamerikagipfel der Staats- und Regierungschefs 21 lateinamerikanischer Staaten sowie Spaniens und Portugals in der bolivianischen Stadt Santa Cruz vorgesehen. 

08/11/03: Kolumbien: In drei Jahren 20 Priester ermordet - Rom (KNA) Durch Gewalttaten hat die katholische Kirche in Kolumbien in den vergangenen drei Jahren 20 Priester verloren. Die Kirche werde dennoch weiter für Versöhnung und Verzeihung eintreten, um einen dauerhaften inneren Frieden in Kolumbien zu erreichen, heißt es in einem Kommunique der kolumbianischen Bischofskonferenz, das der vatikanische Missionspressedienst «Fides» am Samstag verbreitete. Allein in der vergangenen Woche wurden in Kolumbien zwei katholische Priester Opfer der Guerilla oder paramilitärischer Gruppen. 

07/11/03: Geschäftsmann soll neuer Innenminister Kolumbiens werden - Bogota (AP) Der Geschäftsmann Sabas Pretelt soll neuer kolumbianischer Innen- und Justizminister werden. Präsident Alvaro Uribe nominierte Pretelt am Freitag als Nachfolger des am Vortag zurückgetretenen Fernando Londono. Londono hatte nach scharf kritisierten Äußerungen über einen möglichen Rücktritt des Präsidenten sein Amt niedergelegt. Er war unter Druck geraten, nachdem er Abgeordnete gewarnt hatte, wenn sie die Reformen von Uribe nicht unterstützten, würde das Land in eine politische Krise gestürzt. Uribe würde dann möglicherweise zurücktreten und Neuwahlen ansetzen, sagte Londono am Mittwoch. Sowohl die Parlamentarier als auch der Präsident protestierten gegen die Äußerungen. Die Abgeordneten warfen Londono Einschüchterung vor, Uribes Büro widersprach den Aussagen. 

07/11/03: Kolumbianische Armee will Großangriff abgewehrt haben - Bogota (AP) Die kolumbianische Armee hat nach Angaben von General Reinaldo Castellanos einen Großangriff linksgerichteter Rebellen auf Bogota abgewehrt. Mehr als 1.300 Rebellen seien in den Bergen um die Hauptstadt zusammengezogen worden, um Straßen zu blockieren und neue Kämpfer zu rekrutieren, sagte Castellanos der Nachrichtenagentur AP. Er zeigte dabei eine Karte des militärischen Geheimdienstes, wonach 14 Einheiten der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) in das Gebiet entsandt wurden. Wie der General weiter sagte, hätten sich die FARC-Kämpfer bei einem Angriff wohl nicht lange gegen die waffentechnisch überlegenen Regierungstruppen halten können. Die Operation hätte der Rebellenkommandeur Marco Urelio Rodriguez Buenida leiten sollen. Er wurde dann aber bei einer Kommandooperation der Armee am 30. Oktober getötet. Ein weiterer FARC-Kommandeur, Luis Alexis Castellanos Garzon, wurde am vergangenen Sonntag getötet.

06/11/03: Kolumbianischer Innenminister Londono tritt zurück - Regierung in tiefe Krise gestürzt - Bogotá, 6. November (AFP) - Der kolumbianische Innenminister Fernando Londono ist am Donnerstag wie angekündigt zurückgetreten. Das Rücktrittsgesuch liege Präsident Alvaro Uribe bereits vor, verlautete aus dem Umfeld des Ministers. Von Uribe, der sich in der 180 Kilometer nordöstlich von Bogotá gelegenen Stadt Paipa mit Militärs traf, gab es zunächst keine Reaktion. Der Rücktritt Londonos, einem politischen Schwergewicht im Kabinett und Gefolgsmann Uribes seit dessen Amtsantritt im August 2002, stürzt die Regierung in eine tiefe Krise. Bereits am Vortag hatte Londono mit Kritik an Uribe für ein politisches Erdbeben in der Hauptstadt gesorgt. Londono deutete an, dass der Präsident nicht mehr die notwendige Unterstützung der Konservativen im Kongress habe. Uribe habe «nicht die Absicht, in seinem Palast zu bleiben, nur um die verbleibenden drei Jahre seines Mandats zu überleben, wenn er nichts für die Nation tun kann», sagte Londono wörtlich vor konservativen Abgeordneten. Uribe gilt seit dem Scheitern eines von ihm angestrengten Referendums zur Korruptionsbekämpfung als politisch angeschlagen. Die Volksabstimmung Ende Oktober war wegen zu geringer Beteiligung gescheitert. Gleichzeitig wurde bei den Kommunalwahlen erstmals in der Geschichte Kolumbiens mit dem früheren Gewerkschaftsführer Luis Eduardo Garzón ein Politiker der Linken und Widersacher Uribes zum Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá gewählt. 

06/11/03: Zweiter Priester innerhalb eines Tages in Kolumbien ermordet - Bogotá, 4. November (AFP) - In Kolumbien ist zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden ein katholischer Geistlicher ermordet worden. Der 44-jährige Priester sei in Villavicencio im Südosten des Landes von einer Putzfrau erstochen aufgefunden worden, teilte die Polizei am Mittwoch (Ortszeit) mit. Der Leichnam war demnach an einen Stuhl gefesselt und geknebelt. Hinweise auf die möglichen Täter lagen zunächst nicht vor. Am Dienstag waren nach Polizeiangaben in der nordöstlichen Stadt Saravena ein Priester und mit ihm eine Krankenhausangestellte von einem Mordkommando aus zwei Männern getötet worden. In den vergangenen eineinhalb Jahren wurden in Kolumbien damit bereits 13 Geistliche ermordet. In dem seit vier Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieg zwischen linken Guerilleros und rechten Paramilitärs starben bislang mehr als 200.000 Menschen. 

05/11/03: Priester und Begleiterin in Kolumbien ermordet - Bogotá (dpa) - Ein Priester und seine Sekretärin sind im Nordosten Kolumbiens ermordet worden. Ein Attentäter habe den 41-jährigen Geistlichen und dessen Begleiterin erschossen, als sie mit ihrem Wagen vor einem Krankenhaus in der Ortschaft Saravena in der Provinz Arauca hielten, sagte ein Polizeioffizier. Nach dem Mörder werde noch gefahndet, 15 Verdächtige seien bereits festgenommen worden. Die Polizei untersuche, ob die Guerillabewegung Nationales Befreiungsheer (ELN) für die Tat verantwortlich sei. Geistliche sind in dem von einem 40-jährigen Bürgerkrieg zerrissenen Land oft die einzigen Autoritäten, die trotz der Gewalt und Einschüchterung linker Rebellen und rechter Paramilitärs fernab der größeren Städte ausharren. Sie genießen deshalb großes Ansehen in der Bevölkerung, leben aber immer mit dem Risiko, zwischen die Fronten zu geraten. Oftmals kann schon Hilfe in einer kirchlichen Krankenstation für einen verletzten Rebellen einen Auftragskiller der Gegenseite auf den Plan rufen. In der Provinz nahe der Grenze zu Venezuela sind neben dem ELN auch die kommunistischen Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und rechtsextreme Paramilitärs aktiv. Dort bilden auch etwa 70 US-Militärs kolumbianisches Sicherheitspersonal zum Schutz der wichtigsten Öl-Pipeline des Landes Caño Limón Coveñas aus. 

02/11/03: Mindestens vier Tote bei Bombenanschlag in Kolumbien - Bogotá (dpa) - Bei der Explosion einer Sprengladung in der südwestkolumbianischen Stadt Florencia sind mindestens vier Menschen getötet und weitere neun verletzt worden. Der Sprengsatz sei am Samstagabend (Ortszeit) in einem Haus gezündet worden, als ein Militärkonvoi das Gebäude an der Straße zum Flughafen passiert habe, berichtete die Zeitung «El Tiempo» am Sonntag unter Berufung auf die Behörden. Unter den Verletzten des Anschlags befänden sich drei Soldaten und ein kleines Mädchen. Mindestens 15 Häuser seien schwer beschädigt worden. Die Behörden gingen davon aus, dass es sich um die Tat der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) handelte. Zuletzt waren in der Hauptstadt der Provinz Caquetá am 28. September bei einem Bombenanschlag 11 Menschen getötet und 48 weitere verletzt worden. Die FARC bekämpfen den Staat seit fast 40 Jahren. Bei ihren Anschlägen sterben jedoch meist Zivilisten.

01/11/03: Lebenszeichen von verschleppten Touristen in Kolumbien verlangt - 15 Guerilleros bei Angriff von Regierungstruppen getötet - Bogota (AP) In ihren Bemühungen um die Freilassung von sieben verschleppten Touristen in Kolumbien haben katholische Geistliche von den Guerilleros ein Lebenszeichen verlangt. Außerdem sollten die Kommandeure der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) die Kommunikation der vor sieben Wochen entführten Geiseln mit ihren Familien erleichtern, forderte am Freitag der Priester Dario Echeverri. Die sieben Ausländer - vier Israelis, eine Deutsche, ein Spanier und ein Brite - wurden am 12. September beim Besuch einer präkolumbianischen Ausgrabungsstätte in der nördlichen Sierra Nevada überfallen und an einen unbekannten Ort gebracht. Die Regierung habe der ELN alles angeboten, damit die verschleppten Ausländer freigelassen werden könnten, sagte der Regierungsunterhändler Luis Carlos Restrepo. Allerdings will die Regierung, dass alle Geiseln
auf einmal freigelassen werden. Die ELN will hingegen zuerst nur die spanische Geisel freilassen, die aus dem Baskenland stammt. Kolumbianische Truppen suchen weiter nach dem Aufenthalt von Geiseln und Guerilleros. Bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Guerilleros der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) kamen nach Militärangaben vom Freitag 15 Rebellen ums Leben. Die Truppen hätten einen Überraschungsangriff auf einen FARC-Stützpunkt 75 Kilometer nordöstlich von Bogota geführt, teilte die Armee mit. Unter den Toten befinde sich auch der regionale FARC-Kommandeur Marco Urelio Rodriguez Buendia, der für mehrere Anschläge in Bogota verantwortlich sei.


AlterFocus : Ingrid Betancourt et ses enfantsNachrichten 08-10/2003
AlterFocus : Ingrid Betancourt et ses enfantsNachrichten 05-07/2003
AlterFocus : Ingrid Betancourt et ses enfants
Nachrichten 04/2003

AlterFocus : info Ingrid Betancourt www.Betancourt.info