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Tägliche Nachrichten

31/07/03 : Senatoren in Kolumbien fordern freies Geleit für Paramilitärs - Buenos Aires (epd). Mehrere kolumbianische Senatoren wollen eine Auslieferung rechtsextremer paramilitärischer Milizen-Chefs an die USA verhindern. Laut Presseberichten vom Donnerstag planen sie die Vorlage eines entsprechenden Antrags am 12. August im Senat. Die USA hatten im vergangenen September einen Auslieferungsantrag für den Anführer der Milizen, Carlos Castaño, gestellt, weil sie ihn des Drogen-handels beschuldigen. Der Auslieferungsantrag gefährde die geplanten Friedensverhandlungen mit den Paramilitärs, argumentierten die kolumbianischen Senatoren. Präsident Álvaro Uribe, der als Gouverneur der Provinz Antioquia selbst Paramilitärverbände organisiert hatte, kündigte an, das Thema der Auslieferungsanträge zu überprüfen und mit der US-Regierung zu diskutieren. Auch Castaño selbst hatte um ein Aussetzen des Auslieferungsantrags gegen ihn gebeten. Obwohl er schon lange angekündigt hatte, sich zu stellen, ist er nach wie vor untergetaucht. Vor zwei Wochen hatten die rechtsextremen Milizen Friedensverhandlungen mit der kolumbianischen Regierung vereinbart. Ziel ist ihre Auflösung, Entwaffnung und Eingliederung ins zivile Leben bis 2005. In Kolumbien ist die Position der Senatoren umstritten. Einige Politiker werfen ihnen vor, mit Paramilitärs befreundet zu sein und juristische Vorteile für sie durchsetzen zu wollen. Es dürfe keine Straffreiheit für Drogenhändler geben, hieß es. Auch aus den USA kam eine Absage. Washington werde keine Anklage gegen Castaño zurücknehmen, er sei ein Drogenhändler, hatte der Direktor des US-amerikanischen Drogenkontrollprogramms, John Walters, vor einer Woche bei einem Kolumbien-Besuch erklärt. Die USA haben auch die Auslieferung von linksgerichteten Guerilla-Chefs beantragt. In Kolumbien herrscht seit bald 40 Jahren Bürgerkrieg. Den Guerillaorganisationen FARC und ELN, den Paramilitärs und der Armee werden immer wieder Übergriffe auf Zivilisten vorgeworfen. Die Rechtsextremen sollen für die meisten Massaker verantwortlich sein und die Duldung der Armee genießen.

30/07/03 : Kolumbien: Guerilla dementiert Pläne für Freilassung Betancourts - Buenos Aires (epd). Die FARC-Guerilla in Kolumbien hat Berichte zurückgewiesen, nach denen die Freilassung der von ihr entführten Grünen-Politikerin Ingrid Betancourt geplant gewesen sei. Die einzige Möglichkeit für die vor 17 Monaten gekidnappte ehemalige Präsidentschaftskandidatin, ihre Freiheit wieder zu erlangen, sei ein Gefangenenaustausch zwischen Guerilla und Regierung, erklärte die linksgerichtete Organisation am Dienstag (Ortszeit) auf ihrer Homepage. Die marxistischen Rebellen erneuerten ihre Forderung, die Regierung sollte inhaftierte Guerilleros im Austausch gegen etwa 70 entführte Politiker freilassen. «Zu diesem Zweck haben wir der Regierung unsere Forderungen mitgeteilt und drei Verhandlungspartner ernannt», so die FARC. «Bislang haben wir noch keine offizielle Antwort der Regierung erhalten.» Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe hat einen Gefangenenaustausch mehrfach strikt abgelehnt. Im Fall Betancourt hatten verschiedene Medien berichtet, dass die französische Regierung mit einem Versuch gescheitert sei, die kolumbianische Politikerin freizubekommen. Sie besitzt neben der kolumbianischen auch die französische Staatsbürgerschaft. Den Berichten zufolge reiste angeblich der Lateinamerika-Beauftragte der französischen Regierung, Pierre Henri Guignard, nach Brasilien, da die FARC eine Freilassung an der brasilianisch-kolumbianischen Grenze zugesichert habe. Zuvor sei die Schwester Betancourts von vermeintlichen FARC-Rebellen in das Grenzgebiet gelotst worden. Frankreich hat inzwischen ebenfalls dementiert, mit den Entführern verhandelt zu haben. Die FARC erklärte, es handele sich bei dieser Aktion um «Machenschaften des militärischen Geheimdienstes» im Auftrag von Präsident Uribe, der «die guten humanitären Absichten der Franzosen» habe ausnutzen wollen. Die Guerilla gab an, davon «absolut nichts» gewusst zu haben. (07967/30.7.2003)

30/07/03 : Paris: Keine Verhandlungen mit FARC wegen Geisel Betancourt - - Französische Geheimaktion «zu medizinischen Zwecken» = Paris, 30. Juli (AFP) - Die französische Regierung hat eigenen Angaben zufolge nicht mit der kolumbianischen FARC-Guerilla über eine Freilassung der entführten Politikerin Ingrid Betancourt verhandelt. Es habe «zu keinem Zeitpunkt» Verhandlungen mit der linksgerichteten FARC gegeben, beteuerte der Pariser Außenstaatssekretär Renaud Muselier am Mittwoch im Fernsehsender France 2. Anfang des Monats habe Paris lediglich «zu medizinischen Zwecken» ein Militärflugzeug in den brasilianischen Regenwald entsandt, unweit der kolumbianischen Grenze. Muselier verwies auf den «mehr oder weniger geheimen oder sehr diskreten» Charakter dieser Mission in «sehr schwierigen Ländern». Die Umstände dieses in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Geheimkommandos bleiben weiter unklar. Betancourts Familie hatte dabei eine Freilassung der seit Februar 2002 von Rebellen entführten Ex-Senatorin erwartet. Sowohl die kolumbianische als auch die brasilianische Regierung hatten zunächst offiziell verärgert reagiert, offenbar wurden die mit Dipolomatenpässen reisenden französischen Beteiligten zur Ausreise gedrängt. Verschiedene Quellen berichteten der Nachrichtenagentur AFP allerdings, beide südamerikanischen Regierungen seien in das Vorhaben eingeweiht gewesen. Die Politikerin besitzt auch die französische Staatsbürgerschaft.

27/07/03 : Bericht über Verhandlungen zu Freilassung Betancourts zurückgewiesen =Paris (AP) Frankreich hat Berichte zurückgewiesen, wonach sich französische Regierungsvertreter in Brasilien um die Freilassung der entführten kolumbianischen Politikerin Ingrid Betancourt bemühen. Außenminister Dominique de Villepin bezeichnete entsprechende Berichte am Sonntag im Fernsehsender France-2 als absurd. Frankreich habe niemals mit der Guerillabewegung FARC verhandelt. Paris habe mit dem nach Brasilien entsandten Militärflugzeug eine humanitäre Mission verfolgt. Die Zeitung `Le Monde" hatte am Freitag unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtet, an Bord des Flugzeugs seien Geheimdienstagenten. Die Aktion diene der Freilassung Betancourts. Zuvor hatte das brasilianische Nachrichtenmagazin `CartaCapital" berichtet, französische Regierungsvertreter wollten in Brasilien über die Freilassung der Politikerin verhandeln. Ingrid Betancourt kandidierte zum Zeitpunkt ihrer Entführung im Februar 2002 für die Präsidentschaftswahl. Sie besitzt die kolumbianische und die französische Staatsbürgerschaft.

26/07/03 : Bemühungen um Freilassung von Ingrid Betancourt = Bogota (AP) Mehr als ein Jahr nach der Entführung der kolumbianischen Politikerin Ingrid Betancourt sind offenbar konkrete Bemühungen um ihre Freilassung im Gange. Die Guerillabewegung FARC will die Politikerin nach brasilianischen Presseberichten vom Freitag gegen Zahlung eines Lösegelds freilassen. Außerdem verlangen die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) demnach eine medizinische Behandlung f}r ihren erkrankten Kommandeur Paul Reyes. An den Bemühungen um die Freilassung ist unbestätigten Berichten zufolge die französische Regierung beteiligt, die ein Flugzeug mit Geheimdienstagenten in die nordbrasilianische Stadt Manaus geschickt hat. Astrid Betancourt sagte am Freitag vor Journalisten, die Besatzung des Flugzeugs solle ihrer Schwester im Fall einer Freilassung medizinische Hilfe leisten. Ingrid Betancourt kandidierte zum Zeitpunkt ihrer Entführung im Februar 2002 für die Präsidentschaftswahl.

18/06/03 : Die französische Fußballmannschaft begegnet Kolumbien, diesen Mittwoch um 21.00 Uhr in Lyon. Unsere Unterstützer- Komitees, begleitet von Yolanda Pulecio, Ingrids Mutter, werden auf die auffälligste Art und Weise präsent sein und die Freiheit von Ingrid, Clara und den anderen 3000 Entführten von Kolumbien fordern..  (Yahoo : ). ).

17/06/03 : Die FARC lehnen eine Vermittlung der UNO ab und fordern ein Treffen mit dem Präsidenten der « Rio-Gruppe », um Ihre Version des bewaffneten Konfliktes in Kolumbien darzustellen. Letzten Monat hatte die « Rio-Gruppe » , die 19 Regierungschefs Lateinamerikas vereint, einen solchen Vorschlag zur Vermittlung unterbreitet. Die FARC beharren auf ihrer Position und erklären, „keinen Konflikt mit der UNO zu haben, aber wohl mit der kolumbianischen Regierung und mit dieser sollte die Verhandlung auch stattfinden. (RCN : )

16/06/03 : Sechs Menschen bei Rebellenangriff in Kolumbien getötet - Bogotá, 16. Juni (AFP) - Bei einem Rebellenangriff auf ein Freizeitzentrum im Südwesten Kolumbiens sind am Sonntag (Ortszeit) sechs Menschen getötet werden. Maskierte Bewaffnete in Tarnuniform hätten das Feuer auf die Besucher des Zentrums in Buenaventura rund 560 Kilometer südwestlich von Bogotá eröffnet, verlautete aus Polizeikreisen. Unter den Toten seien drei Frauen, zehn weitere Menschen seien verletzt worden. Die linksgerichtete FARC-Guerilla und rechtsgerichtete Paramilitärs liefern sich regelmäßig Kämpfe um die Kontrolle des Gebiets. In dem Konflikt zwischen der Guerilla, ultrarechten paramilitärischen Gruppen und der Armee kamen bislang mehr als 200. 000 Menschen ums Leben; knapp drei Millionen Menschen wurden vertrieben.

16/06/03 : Eine Armee von 10.000 bewaffneten Landarbeitern hat heute begonnen in 426 Gemeinden Kolumbiens zu patrouillieren, gab der Kommandant der Nationalen Armee, General Carlos Ospina bekannt. 5000 « Bauern-Soldaten » operieren bereits in 142 Gemeinden, die als die konfliktreichsten des Landes gesehen werden. Vor ihrem Einsatz wurden sie in Menschenrechten und internationalen Menschenrecht unterwiesen und geschult. Der Präsident hat ebenfalls ein Netz von einer Million zivilen Informanten gegründet, sowie die Mittel des  Militärhaushaltes erhöht. (El Colombiano : ) (Yahoo : ). ).

15/06/03 : Uribe bereitet sich auf Verhandlungen mit den Paramilitärs vor.  (le Figaro :  : )..

14/06/03 : Militär - 67 linke Rebellen in Kolumbien getötet - Bogota, 14. Jun (Reuters) - Das kolumbianische Militär hat nach eigenen Angaben bei Luftangriffen auf Stützpunkte der linken Guerilla-Gruppe FARC mindestens 67 Rebellen getötet. In der südlichen Provinz Cauca seien bei einem Angriff mit Kampfjets und Kampfhubschraubern 37 Rebellen getötet worden, sagte ein Sprecher der Luftwaffe am Samstag. Weitere 30 Rebellen seien durch einen Luftangriff in der Provinz Meta östlich der Hauptstadt Bogota getötet worden. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben lag zunächst nicht vor. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und andere linke Rebellen-Gruppen liefern sich seit fast vier Jahrzehnten einen Guerilla-Krieg mit der Armee und rechten paramilitärischen Gruppen. Allein im vergangenen Jahrzehnt sind dabei rund 40.000 Menschen getötet worden. Präsident Alvaro Uribe hat den linken und rechten Extremistengruppen den Kampf angesagt.

14/06/03 : Die nationale Schlichtungskommission und die Kommission für die Vereinfachung der Verhandlungen hat die Regierung und die Guerilla eingeladen an einem nationalen Treffen teilzunehmen, um die Möglichkeit eines humanitären Abkommens zu besprechen. Vater Darío Echeverry, Mitglied der Kommission für die Vereinfachung, besteht darauf, dass die einzige Möglichkeit, das Entführungsdrama in Kolumbien zu beenden ein humanitäres Abkommen ist.

Yolanda Pulecio, Ingrid Betancourts Mutter hat sich verpflichtet die Realisierung beider Kommissionen zu unterstützen und sagte, sie fühle sich von der Uribe Regierung betrogen. „ Die Kampagne des Präsidenten basierte auf dem Slogan „harte Hand“ und „großes Herz“, aber sein Herz haben wir noch nirgendwo sehen können,“ sagte sie. Juan Carlos Lecompte, der Mann von Ingrid, versicherte seinerseits, "dass der Präsident uns belogen hat, seit dem Moment, in dem er als Regierungschef gewählt wurde, denn in unserem Haus hat er uns noch versichert ein humanitäres Abkommen zu treffen, aber in Wahrheit hat er sich für den Krieg entschieden.“  (Las voces del secuestro : )

13/06/03UN: Zivilisten in Kolumbien werden zur Zielscheibe - Bogota (KNA) In Kolumbien werden Zivilisten nach Aussage eines UN-Vertreters immer häufiger zur Zielscheibe von Angriffen. Sie gerieten nicht nur zwischen die Fronten, sondern würden als Mittel zur Kontrolle von Straßen und Gebieten sogar gezielt unter Feuer genommen, beklagte Kenzo Oshima vom UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) am Donnerstag (Ortszeit) in Bogota. In der Choco-Region würden indigene Gemeinden immer häufiger Ziel von Mord, Entführungen, Vertreibungen und Wirtschaftsblockaden. Oshima forderte zum Abschluss seines dreitätigen Aufenthalts in dem südamerikanischen Land alle Konfliktparteien des jahrzehntelangen Bürgerkriegs auf, Angriffe auf die Zivilbevölkerung einzustellen. Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der Vertriebenen in dem Konflikt auf insgesamt zwei Millionen, eine der höchsten Quoten weltweit. OCHA hat nach eigenen Angaben ein Hilfsprogramm zur Armutsbekämpfung bei Flüchtlingen von umgerechnet 68 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Bislang seien jedoch nur 22 Millionen
Euro aus Geberländern eingegangen.

13/06/03Milizen in Kolumbien ließen 40 Kindersoldaten frei - Genf (epd). Das UN-Kinderhilfswerk hat sich erfolgreich für die Freilassung von 40 Kindersoldaten in Kolumbien eingesetzt. Die Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren seien von rechtsgerichteten paramilitärischen Milizen entlassen worden, teilte UNICEF am Freitag in Genf mit. UNICEF und der Dachverband der Paramilitärs (AUC) hatten im November 2002 in dem südamerikanischen Bürgerkriegsland ein Abkommen zur Entlassung jungen Kämpfer getroffen. Die 40 Jugendlichen seien in guter gesundheitlicher Verfassung, sorgten sich jedoch um ihre Zukunft. Sie sollten schnellstmöglich eine Schule besuchen, so UNICEF. In den vergangenen drei Monaten hätten einige hundert Kindersoldaten in Kolumbien ihren Armeen den Rücken gekehrt. Insgesamt seien aber noch rund 7.000 Minderjährige an Kämpfen zwischen Armee, Paramilitärs und linksgerichteten Guerillaorganisationen beteiligt. (06383/13.6.2003)

13/06/03 : Ein Mitglied der amerikanischen Botschaft hat sich heimlich mit einem Gesandten der paramilitärischen Gruppe AUC getroffen, die von Washington als eine Terroristen-Organisation katalogisiert wird, gemäß Informationen eines Memos von Donnerstag. Alexander Lee, verantwortlicher Politikoffizier der amerikanischen Botschaft sagte dem Gesandten, dass „Washington weiterhin die Gefangennahme von den paramilitärischen Anführern Salvatore Mancuso und Carlos Castano verfolgen würde, die wegen Drogenhandels gesucht werden. Er sagte ihm ebenfalls, dass eine Strafminderung möglich wären, sollten sie nach ihrer Festnahme kooperien.“ Das Treffen fand, gemäß dem Memo am 3. mai statt und dauerte drei Stunden.  Der Sprecher der Botschaft, Jim Foster, weigerte sich die Ereignisse zu kommentieren, aber sagte, „dass wenn das Treffen stattgefunden hätte, wäre es keine Verhandlung gewesen.“ „ Unsere Haltung diesbezüglich hat sich nicht geändert. Wir verhandeln nicht mit Terroristen. Da gab es keine Verhandlungen.“

12/06/03 :  FARC-Guerilla ruft kolumbianische Soldaten zur Fahnenflucht auf - Belohnung für Deserteure mit Waffe ausgelobt - Bogotá, 12. Juni (AFP) - Die linksgerichtete FARC-Guerilla lockt in
Kolumbien Soldaten der Regierungstruppen mit einer Belohnung zur Fahnenflucht. Auf Flugblättern der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), die Soldaten im östlichen Verwaltungsbezirk Arauca gefunden hätten, werde jedem bewaffneten Deserteur eine Belohnung von umgerechnet knapp 3000 Euro versprochen, teilte die Armee am Mittwoch mit. Die Soldaten dürften sich nicht länger «Henker des eigenen Volkes» sein, hieß es demnach in der Flugschrift. Die Unversehrtheit der Überläufer werde garantiert. Die Militärs sehen in dem FARC-Aufruf eine Gegenstrategie zu einem Programm der Regierung in Bogotá, das seinerseits Rebellen zur Desertion auffordert. Das nach Regierungsangaben erfolgreiche Programm ermöglicht reuigen Rebellen und Paramilitärs die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Seit Amtsantritt von Präsident Alvaro Uribe im vergangenen August hätten rund 1400 Rebellen das Angebot angenommen. Besonders geschwächt worden sei
die FARC: Rund zwei Drittel der ehemaligen Rebellen gehörten den Angaben zufolge vorher der größten Guerilla-Organisation Lateinamerikas an. Knapp ein Viertel stamme von der Nationale Befreiungsarmee (ELN) und elf Prozent aus den Reihen der ultrarechten Paramilitärs. Seit Beginn des Jahres wurden nach Regierungsangaben rund 550 FARC-Mitglieder und 160 Elan-Kämpfer getötet. Mehr als 1300 Mitglieder beider Rebellen-Gruppen wurden festgenommen. Die FARC zählt rund 17.000 Mitglieder und kämpfen seit 1964 gegen die Regierung. Die ELN ist mit rund 4500 Mitgliedern die zweitgrößte linksgerichtete Rebellengruppe in Kolumbien. In dem Konflikt zwischen Guerilla, ultrarechten Paramilitärs und der Regierung kamen bislang mehr als 200.000 Menschen ums Leben.

12/06/03 : Kolumbien führt amerikanische Mordstatistik an - Bogota (KNA) Kolumbien darf weiter den unrühmlichen Titel des gefährlichsten Landes Amerikas führen. Das berichtete die kolumbianische Tageszeitung «El Espectador» (Donnerstagsausgabe). Nach aktuellen Zahlen der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation PAHO sterben demnach in dem lateinamerikanischen Land jedes Jahr 65 von 100.000 Menschen eines gewaltsamen Todes. Weitere vordere Plätze in der Gewaltstatistik belegen Honduras mit 55, El Salvador mit 45 und Jamaika mit 44 Toten pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In den Vereinigten Staaten liege die Quote bei jährlich 6,5.

12/06/03 : Das zweite in Kolumbien stattfindende "Laboratorio de Paz" (im Friedensprozess engagierte Vereinigung) finanziert von Europa, berücksichtigt keine der Gemeinden der konfliktreichen Region von Catatumbo, im Norden von Santander. Man könne dort nicht genügend Sicherheit garantieren, erklärten die Sprecher der Europäischen Gemeinschaft. Es wurden 20 von 40 Gemeinden des Gebietes ausgesucht, darunter Cúcuta, sagte der Beauftrage der Organisation, Nicola Bertolini. Andere 60 Gemeinden aus Ost- Antioquia und Alto Patía erhalten eine Investition von Euro 34 Mio.

11/06/03 : Alle 71 entführten Firmenmitarbeiter in Peru wieder befreit. - Toledo macht Leuchtenden Pfad für Geiselnahme verantwortlich - Lima, 11. Juni (AFP) - Rund 36 Stunden nach ihrer Entführung sind in Peru 71 verschleppte Mitarbeiter einer argentinischen Firma aus der Hand ihrer Geiselnehmer befreit worden. Die Geiseln hätten die gemeinsame Befreiungsaktion von Armee und Polizei am Dienstagabend «ohne jede Schramme» überstanden, sagte der peruanische Präsident Alejandro Toledo. Die Aktion sei «tadellos, effektiv und in großer Professionalität» verlaufen. Zum Ablauf machte er keine Angaben. Die Entführung sei «ein Alptraum mit einem guten Ende» gewesen, erklärte der Präsident lediglich. Lösegeld sei nicht geflossen. Für die Geiselnahme machte Toledo die maoistische Guerilla-Organisation Leuchtender Pfad verantwortlich. Am Montag hatten mehrere Dutzend Bewaffnete ein Arbeiter-Lager der argentinischen Firma Techint überfallen und alle 71 Mitarbeiter als Geiseln genommen. Unter den Verschleppten waren nach jüngsten Angaben auch sieben Ausländer aus Kolumbien und Chile. Die Regierung korrigierte am Dienstag Angaben des
Verteidigungsministeriums, das am Vortag von etwa 60 Entführten und acht Ausländern berichtet hatte. Das Lager der Techint-Mitarbeiter in Toccate in der Provinz La Mar liegt in der Amazonas-Region Ayacucho, einem Dschungelgebiet rund 500 Kilometer südöstlich von Lima. Die argentinische Firma arbeitet an einer Gasfernleitung zwischen Camisea und Lima. Die maoistische Rebellengruppe Leuchtender Pfad (Sendero Luminoso) hatte im Mai 1980 in der Region Ayacucho ihren blutigen Guerillakrieg begonnen. Seit der Festnahme ihres Anführers Abimael Guzmán im September 1992 ist die Organisation stark geschwächt. Nach Ansicht von Politologen ist die Gruppe weitgehend zerschlagen, aber noch vereinzelt im zentralen Amazonas-Gebiet und in Regenwaldzonen von Ayacucho aktiv. Peru wird derzeit von sozialen Unruhen erschüttert. Ende Mai verhängte Toledo über das Land einen einmonatigen Ausnahmezustand. In einer Fernsehansprache begründete der Staatschef seine Entscheidung damit, dass die seit Wochen andauernden Streiks und Proteste die Grundrechte der Bevölkerung verletzten.

10/06/03 : Kolumbianische Rebellen schießen zwei Anti-Drogenflugzeuge ab - Bogotá (dpa) - Kolumbianische Rebellen des Nationalen Befreiungsheeres (ELN) haben Presseberichten zufolge zwei von den USA finanzierte Anti-Drogenflugzeuge abgeschossen. Die beiden Piloten seien unverletzt gerettet worden, berichtete Radio Caracol am Montag (Ortszeit) weiter. Die Propellermaschinen seien in der Provinz Antioquia im Nordwesten des Landes im Einsatz gewesen. Seit Jahren lassen die USA in Kolumbien Koka- und Mohnfelder mit Chemikalien aus der Luft vernichten, um die Produktion von Kokain und Heroin einzudämmen. Das ELN ist mit 4500 Männern und Frauen unter Waffen die zweitgrößte Rebellengruppe des Landes und finanziert sich zum Teil aus dem Drogenschmuggel. Kolumbien ist weltweit der größte Produzent von Kokain und eines der wichtigsten Ursprungsländer von Heroin.

10/06/03 : "Kolumbien ist der gefährlichste Platz auf der Welt für gewerkschaftliche Aktivitäten", bestätigt die Internationale Konföderation der freien Gewerkschaften (ICFTU), die weltweit 158 Millionen Arbeiter auf der ganzen Welt repräsentiert. Die internationale Organisation prangert "eine schreckliche Anzahl von Morden, von Gewalten, von Verschwinden und von Einschüchterung" in Kolumbien an und erklärt, dass solche Übertretungen der Menschenrechte mit "einer praktisch vollen Straffreiheit" verübt werden. Es hat 206 Massaker an Gewerkschaftlern im letzten Jahr in Lateinamerika gegeben, darunter 184 Büroangestellte in Kolumbien.

09/06/03 : In Frankreich mobilisiert sich der Westen, um die Befreiung von Ingrid Betancourt, Clara Rojas und den anderen 3000 Geiseln zu fordern. Eine große Unterstützungsbewegung hat sich im Westen organisiert: an diesem Sonntag in Mans wurde ein Friedenskonzert organisiert und Fabrice Delloye, der Vater der Kinder von Ingrid hat dort interveniert und wurde von der Verantwortlichen des Komitees – Isabelle Galent - interviewt. Siehe (bis zum 16.6.) die Fernsehreportage von France 3 (auf die Kamera klicken unterhalb des Bildes)

08/06/03 : Der kolumbianische Sumpf: Während die Amerikaner ihre Aufmerksamkeit auf den Mittleren Osten gerichtet haben, bereitet die amerikanische Regierung in aller Diskretion in Südamerika einen Krieg vor, der sich schon seit Jahrzehnten abzeichnet. Nach dem Beginn des „Plan Colombia“, in 1999 haben die Amerikaner bereits $2,5 Milliarden gezahlt für militärische und politische Hilfe und planen weiterhin Zahlungen von jährlich $700 Millionen zu leisten. (Baltimore Sun :)

08/06/03 : Kolumbiens Militärs dementieren Tötung Jugendlicher - Bogotá (dpa) Das kolumbianische Militär hat Berichte rechter Paramilitärs über die Tötung von Jugendlichen zurückgewiesen. Das sei absolut falsch, wurde der Chef der Streitkräfte, General Jorge Ospina, am Sonntag von einheimischen Medien zitiert. Paramilitärs hatten die Streitkräfte beschuldigt, zwölf jugendliche ehemalige Kämpfer getötet zu haben. Zugleich setzten sie Friedensgespräche mit der Regierung aus. Das Militär hatte am Freitag nach eigenen Angaben bei der Einnahme eines Lagers der Paramilitärs im Zentrum des Landes zwölf Gegner erschossen und zwei weitere gefangen genommen. Das Lager in der Gemeinde Puerto Gaitán in der Provinz Meta habe der Bewachung illegaler Koka-Plantagen gedient. Nach Angaben der paramilitärischen «Bauern-Einheiten zur
Verteidigung Casanares (ACC)» handelte es sich um minderjährige Paramilitärs, die am Wochenende dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF zur Wiedereingliederung in das Zivilleben übergeben werden sollten. Dem widersprach die Staatsanwaltschaft. Die Untersuchung der Leichen habe ergeben, dass es sich um Personen von mehr als 20 Jahren gehandelt habe. Sowohl die Paramilitärs als auch die linken Rebellen rekrutieren immer wieder Kinder und Jugendliche, die im Kampf als besonders tollkühn und todesmutig gelten.

07/06/03 : Die verstärkte militärische Unterstützung der Vereinigten Staaten in Kolumbien hat den internen Konflikt verstärkt, und sei  „die größte humanitäre Krise in der westlichen Hemisphäre“  Dies ist die Erklärung von zwei amerikanischen Bischöfen, die durch Kolumbien gereist sind, um das Schicksal der Personen abzuschätzen, die durch den Bürgerkrieg im Land verschleppt wurden.

Seit 1985 wurden etwa drei Millionen Kolumbianer durch den Bürgerkrieg von ihrem Land vertrieben. Die Situation sei noch schlimmer geworden, seit der « Plan Colombia » der USA 2000 ins Leben gerufen wurde, sagte Thomas Wenski, Hilfsbischof von Miami und John Manz, Hilfsbischof von Chicago.

06/06/03 : Kolumbien/Anschlag -Menschenrechtskämpfer in Kolumbien ermordet - Bogota (AP) Ein kolumbianischer Politiker und Menschenrechtskämpfer ist im Nordosten Kolumbiens auf offener Straße erschossen worden. Von den Attentätern fehlte zunächst jede Spur, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Der 49-jährige Tirso Velez ging den Angaben zufolge mit seiner Frau in der Innenstadt von Cucuta spazieren, als sie plötzlich von Motorrädern und einem Lieferwagen aus beschossen wurden. Velez war auf der Stelle tot, seine Frau wurde schwer verletzt. Der Politiker wollte sich bei Regionalwahlen im kommenden Oktober um das Amt des Gouverneurs von Norte de Santander bewerben - eine Gegend, in der linksgerichtete Rebellen und rechtsgerichtete paramilitärische Einheiten schon seit Jahrzehnten gegeneinander kämpfen. Velez hatte sich stets für die Menschenrechte eingesetzt und dabei beide Gruppen attackiert.

06/06/03 : 34 Festnahmen bei Großeinsatz gegen kolumbianische Guerilla - Bogotá, 6. Juni (AFP) - Nach einem zweiwöchigen Großeinsatz in Nordkolumbien hat die Polizei 34 mutmaßliche Mitglieder der linksgerichteten Guerillagruppen FARC und ELN festgenommen. Die Guerilleros seien in den Departamentos Magdalena, Cesar und La Guajira festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. 400 Polizisten seien dort im Einsatz gewesen. Unter den Festgenommenen ist demnach auch der als «Ivan» bekannte William Cote, Chef einer Stadtguerilla, die unter anderem für die Sprengung der Gemeindeverwaltung in Villanueva und mehrere Entführungen verantwortlich gemacht wird. Nach jüngsten Angaben der Regierung in Bogotá wurden seit Beginn des Jahres 543 FARC-Mitglieder und 160 ELN-Kämpfer getötet, mehr als 1300 Mitglieder beider Rebellengruppen wurden festgenommen. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), mit 17.000 Mitgliedern die größte Guerillaorganisation Lateinamerikas, kämpfen seit 1964 gegen die Regierung. Die Nationale Befreiungsarmee (ELN) ist mit rund 4500 Mitgliedern die zweitgrößte linksgerichtete Rebellengruppe in Kolumbien. In dem Konflikt zwischen Guerilla, ultrarechten Paramilitärs und der Regierung kamen bislang mehr als 200.000 Menschen ums Leben.

05/06/03 : Kolumbien: Die Armee befreit eine Französin und eine Kolumbianerin aus der Gewalt der FARC. Sylvie Cabero und ihre Freundin Angela Maria Medina wurden am Dienstag früh im Südwesten Kolumbiens von Männern der FARC gefangen genommen. Glücklicherweise erlangten sie am selben Tag ihre Freiheit wieder. Nach ihrer Entführung wurden die beiden jungen Frauen in einem Pick-up Wagen versteckt. Auf der Fahrt trafen die Guerilleros auf vermeintliche gegnerische Rebellen und übergaben ihr Fahrzeug. Tatsächlich aber handelte es sich um Soldaten, die somit die Geiseln ohne jegliche Gewalt befreien konnten.

04/06/03 : Vier Tote bei Bombenanschlag in Kolumbien Bogotá (dpa) - Bei einem Bombenanschlag im Nordwesten Kolumbiens sind vier Menschen, darunter drei Jugendliche, getötet und 13 weitere Menschen verletzt worden. Bei der heftigen Explosion in der Gemeinde Granada seien auch 18 Häuser beschädigt worden, sagte ein Behördensprecher am Dienstag. Der Sprengsatz sei am Vorabend von Unbekannten ausgelöst worden, als Soldaten und Polizisten einen Straßenkontrollpunkt anlegten. Bei den Toten und den meisten Verletzten handele es sich aber um Zivilisten. «Wir wissen nicht genau, gegen wen der Anschlag gerichtet war, aber er könnte den Uniformierten gegolten haben», sagte der Sprecher. Granada ist eine der am heftigsten umkämpften Regionen in der Provinz Antioquia. Dort sind linke Rebellen und ultrarechte Paramilitärs aktiv.

03/06/03 : Bischof soll bei Entwaffnung von Rebellen vermitteln - Bogota (KNA) Eine kolumbianische Rebellenorganisation hat den Bischof von Monteria, Julio Cesar Vidal, um Vermittlung bei ihrer eigenen Entwaffnung gebeten. Die Gruppierung rechts gerichteter Paramilitärs sei bereit, zunächst die Waffen von 1.000 ihrer 10.000 Mitglieder abzugeben, berichtete die lateinamerikanische katholische Nachrichtenagentur Aciprensa am Dienstag. Die Rebellen hätten nach Aussage des Bischofs verstanden, dass sie ein Hindernis auf Kolumbiens Weg zum Frieden darstellten. Vidal äußerte die Hoffnung, dass weitere Guerilla-Gruppen dem Vorbild folgen.

02/06/03 : In Kolumbien gibt es momentan keinen Fortschritt in der Angelegenheit eines humanitären Austausches und nun greift man diejenigen an, die in der Vergangenheit an der Befreiung von Entführten beteiligt waren. Monseñor José Serna Alzate, der von seiner Diözese aus Gesundheitsgründen suspendiert wurde, erhielt eine Vorladung der Justizbehörde in Tolima, im Landesinneren. Er wird der Zusammenarbeit mit der Guerilla angeklagt, als er Bischoff der Diözese von Libano und Honda war. Er hatte in der Tat damals als Unterhändler in mehreren Befreiungen von Entführten agiert.

02/06/03 : In einem am letzten Samstag veröffentlichten Bericht auf ihrer Web-Seite informiert die FARC, dass sie eine Antwort der kolumbianischen Regierung bezüglich des Gefangenenaustausches warten. Die Guerilleros sagten, dass sie die physische Gesundheit ihrer Gefangenen garantieren könnten, solange die Regierung auf bewaffnete Befreiungsaktionen verzichte. Die FARC verlangt außerdem Garantien für ihre Verhandlungsführer, unter anderem entmilitarisierte Zonen. 

01/06/03Neun Tote bei neuen Kämpfen in Kolumbien - Bogota (AP) Bei neuen Zusammenstößen zwischen Soldaten und Rebellen in Kolumbien sind am Sonntag nach Armeeangaben acht Aufständische getötet worden. Die Kämpfe hätten in den Staaten Cesar, Norte De Santander und Tolima stattgefunden. Außerdem sei im Staat Meta eine Zivilperson das Opfer eines Bombenanschlags der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) geworden, hieß es weiter. Die Rebellen hätten den Mann gezwungen, ein Auto mit dem Sprengsatz in eine Gruppe Soldaten zu fahren. Unter diesen habe es aber keine Todesopfer gegeben.

01/06/03 :  In der Zeitung „Le Monde Diplomatique“ konnte man heute zwei Artikel über die Beteiligten des kolumbianischen Bürgerkrieges lesen. „Die Paramilitärs im Zentrum des kolumbianischen Staatsterrorismus“. „Ausdrücklich unterstützt durch Washington hat die kolumbianische Regierung am 27. November 2002 den Verhandlungsbeginn mit den Paramilitärs von Kolumbien (AUC) angekündigt. Ein Waffenstillstand mit dieser Organisation, die stark im Drogenschmuggel tätig ist und der Verletzung der Menschenrechte angeklagt wird, ist am 1. Dezember in Kraft getreten. Die Verhandlungen mit der bewaffneten Opposition sind aber nicht weiter fortgeschritten. Aber Staat und Paramilitärs machten immer gute Geschäfte in Kolumbien.“

„Eine blutige Zweckehe : Wie die Paramilitärs, aber ohne jegliche gemeinsame Maßnahmen werden die bewaffneten Oppositionsbewegungen angeklagt, humanitäre Rechte zu verletzen.“

31/05/03 : Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, begrüßt den Aufruf der lateinamerikanischen Regierungschefs eine friedliche Lösung im Kolumbien-Konflikt zu verhandeln. Mit besonderem Interesse hat man die Erklärung der „Rio-Gruppe“ zur Kenntnis genommen, die zu einer friedlichen Lösung durch einen offenen und transparenten Dialog aufgerufen hat.

29/05/03 : Kolumbianischer Drogenboss Ochoa in den USA verurteilt
Washington (dpa) - Der frühere kolumbianische Drogenboss Fabio Ochoa Vasquez ist von einem amerikanischen Geschworenengericht des Rauschgiftschmuggels schuldig gesprochen worden. Die Jury brauchte in Miami (US-Bundesstaat Florida) am Mittwoch nur fünf Stunden, um zu ihrem Urteil zu kommen. Dem 46 Jahre alten Ochoa droht jetzt eine lebenslange Haft. Das Strafmaß soll am 19. August verkündet werden. Das einst mächtige Mitglied des Medellin-Kartells, das in den 80er Jahren die USA mit Kokain überschwemmte, fiel nach dem Schuldspruch auf die Knie und betete. Fabio Ochoa Vasquez galt als Vertrauter des «Rauschgift-Königs» Carlos Lehder, der 1987 von Kolumbien an die USA ausgeliefert und im Mai 1988 zu lebenslanger Haft verurteilt worden ist. Das Medellin- Kartell wurde zu seiner Blütezeit für 80 Prozent des Kokain- Schmuggels in die Vereinigten Staaten verantwortlich gemacht. Ochoa Vasquez hatte in seiner Heimat bereits eine sechsjährige Haftstrafe verbüßt und versprochen, den Rauschgifthandel aufzugeben. Nach Feststellung der Behörden brach er jedoch das Versprechen. Er wurde 2001 an die USA ausgeliefert. (Yahoo : )

28/05/03 : "Ingrid Betancourt, ist wo auch immer sie sich befindet, in absoluter Gefahr", erklärte Fabrice Delloye, Ex-Ehemann von der ehemaligen Senatorin, die am 23. Februar 2002 entführt wurde, in einem Interview mit "Le Parisien". Der Journalist traf sich in Santo Domingo auch mit Delloyes Tochter Melanie, die ebenfalls für die Freilassung ihrer Mutter und gegen das Vergessen ihrer Entführung  kämpft.

"Die letzten Lebenszeichen erhielten wir auf einer Videokassette, aufgenommen am 15.Mai 2002. Danach – nichts mehr", sagte Fabrice Delloye. "Wir klammern uns an die Tatsache, dass ihr Name in jedem Kommunique der FARC genannt wird.“ Seines Erachtens nach, „berücksichtige der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe, nicht mehr das Leben der Geiseln, da er beschlossen habe, die FARC um jeden Preis zu vernichten. Es ist ebenfalls auf diplomatischer Ebene sehr ungünstig für uns geworden, da Uribe die volle Unterstützung von Präsident Bush hat, der die kolumbianische FARC auf den selben Platz einstuft wie Al Qaida,“ sagt Delloye. Den ehemaligen Ehemann von Ingrid Betancourt freut allerdings über die außergewöhnliche Unterstützung von Frankreich, Kanada, der Schweiz, Deutschland, Belgien und Italien. Er appelliere an diese Länder, damit sie Kolumbien zu Verhandlungen mit der FARC ansporne, „da hiervon nicht nur Ingrids Schicksal, sondern auch das der anderen Tausenden Geiseln abhängt.“ Hinsichtlich ihres Zustandes, sagte Delloye, seien die Gerüchte dass sie tot sei, unendlich.“ „ Wir haben eine höllische Angst.“  (Le Parisien :

27/05/03 "Es ist nicht Sache der Entführten, den Kopf hinzuhalten“,  sagte Juan Carlos Lecompte, Ehemann von Ingrid, in einem heute veröffentlichten Artikel in „Cambio“.

„Es ist eine hitzige Debatte geworden, über Entführte, Entführer, Regierung und Armee und deren Befreiungsversuche. Alle spielen mit der Hoffnung der Familienangehörigen der Entführten, um offensichtlich Zeit zu gewinnen und den Druck etwas herauszunehmen. Aber wenn die Regierung gegen ein humanitäres Abkommen ist, dann soll sie es gleich sagen. Ingrid fuhr nach San Vicente del Caguan, weil sie den Bürgern dort versprochen hatte, sie in guten und in schlechten Zeiten zu unterstützen. Während ihrer häufigen Besuche dort, freundete sie sich mit vielen Menschen an. Als der Friedensprozess scheiterte, riefen sie viele dieser Menschen zuhause an, um ihre Anwesenheit zu fordern, da viele Menschen verschwanden, es Tote gab, Bomben etc. Angesichts dieser verzweifelten Situation, war Ingrid der Meinung, dass es ihre moralische Verpflichtung war, nach San Vicente zu fahren. Sie wollte die Geschehnisse dort publik machen und dachte, dass sie in ihrer Eigenschaft als Präsidentschaftskandidatin eine Art Schutzschild sein könne, um die Bewohner von San Vicente und  Ihren grünen Bürgermeister in ihrer wohl kritischsten Situation in der Geschichte zu begleiten.

Grosse Teile der öffentlichen Meinung, aufgehetzt von der Presse, ist die, dass sich die Entführten für die Demokratie opfern sollten. Aber es lohnt sich hier zu fragen : „Für welche Demokratie?“

Für so eine Demokratie, glaube ich, sollte man nicht das Leben von Ingrid und keinem anderen Entführten und keinem Kolumbianer opfern. Das Land darf nicht von Hass, Hochmut und Groll geleitet sein. Die Familien der Entführten und die Entführten selbst können nicht den Kopf hinhalten. Wir glauben an Ingrids Philosophie, an ihre Werte, ihre Ideale und ihre Friedfertigkeit um Konflikte zu lösen: Das ist der Weg, der gegangen werden sollte, um ihr die Freiheit wiederzugeben.“   (Cambio :   )

26/05/03 Die am höchsten angesehene Auszeichnung der internationalen Menschenrechts-Bewegung geht an das Mitglied einer „Brot für die Welt“- Partnerorganisation: Der kolumbianische Anwalt und Menschenrechtsverteidiger Alirio Uribe Muñoz erhält am 31. März in Genf den 10. Martin-Ennals-Preis für Menschenrechtsverteidiger. Die Verleihung durch den UN-Hochkommissar für Menschenrechte Sergio Vieira de Mello wird vom Schweizer Fernsehen live übertragen. Das Anwalts-kollektiv „José Alvear Restrepo“, dessen Vorsitzender Uribe ist, wird seit 1994 von „Brot für die Welt“ unterstützt.

Alirio Uribe Muñoz engagiert sich seit mehr als einem Jahrzehnt für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen und deren Angehörige. Im Bürgerkriegsland Kolumbien fielen allein im vergangenen Jahr wieder über 4.000 Zivilisten politisch motivierten Morden zum Opfer. Unter ihnen waren 17 Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen und 184 Gewerkschafter. Die meisten dieser Verbrechen werden von den staatlichen Behörden nicht untersucht und bleiben deshalb straflos. Für ihr mutiges Auftreten werden Alirio Uribe und andere Mitglieder des Anwaltskollektivs von paramilitärischen Gruppen und deren Hintermänner in der Armee bis heute mit dem Tod bedroht. (The Guardian : )  (martinennalsaward.org :  ) (Lainsignia.org : )

25/05/03 Lateinamerikanische Staaten wollen UN-Vermittlung in Kolumbien - Lateinamerika/Peru/Gipfel/Kolumbien/UNO - Gipfel der Rio-Gruppe in Peru beendet =
Cusco, 25. Mai (AFP) - Die Staaten Lateinamerikas wollen im kolumbianischen Bürgerkrieg die Vereinten Nationen einschalten. Die Staats- und Regierungschefs der Rio-Gruppe forderten auf ihrem Gipfeltreffen in Peru UN-Generalsekretär Kofi Annan auf, sich für eine Friedenslösung einzusetzen, wie der peruanische Präsident Alejandro Toledo am Samstag nach Abschluss des zweitägigen Gipfels sagte. Die linksgerichtete kolumbianische FARC-Guerilla solle zum «Ende der Gewalt, einem Dialog und Schritten zum Frieden» gedrängt werden. Eine Entscheidung über die Entsendung internationaler Truppen habe die Rio-Gruppe aber nicht getroffen, sagte Toledo. Die kolumbianische Regierung wird beim Vorgehen gegen die Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) bislang von den USA unterstützt. Die FARC-Guerilla, mit 17.000 Mitgliedern die größte Rebellenorganisation Lateinamerikas, kämpft seit 1964 gegen die Regierung in Bogotá. In dem Konflikt zwischen Guerilla, ultrarechten Paramilitärs und Armee kamen bislang mehr als 200.000 Menschen ums Leben. In der Abschlusserklärung des 17. Rio-Gipfels vereinbarten die Staats- und Regierungschefs in der einstigen Inka-Hauptstadt Cusco zudem Maßnahmen zur Förderung und zum Ausbau der Demokratie in den Mitgliedstaaten. Der 1986 gegründeten Rio-Gruppe gehören 19 Staaten von Mexiko bis Argentinien an. Sie ist das wichtigste politische Forum in Lateinamerika. (Reuters :

24/05/03 Die Regierung in Kolumbien antwortet dem UNO- Beauftragten :  Wir wollen keine Diplomaten, die den Terrorismus verteidigen" Die kolumbianische Verteidigungsministerin, Marta Lucia Ramirez, hat mit harten Worten auf die Kritik des Sonderbeauftragten der UNO in Kolumbien James Lemoyne geantwortet. Dieser hatte zwei Tage zuvor in der kolumbianischen Presse gesagt, dass „ das Rückgrat der FARC aus ideologisch motivierten Menschen zusammengesetzt sei. In den Augen von Präsident Uribe und der Mehrheit der Kolumbianer, „sei die FARC jedoch nicht mehr als nur eine Bande von blutrünstigen und profitgierigen Drogenhändlern.“

23/05/03 : 30 Tote bei Kämpfen zwischen Guerilla und Armee in Kolumbien – Bogotá, 23. Mai (AFP) - Bei Kämpfen zwischen Rebellen und der kolumbianischen Armee sind am Donnerstag (Ortszeit) 29 Mitglieder der linksgerichteten FARC-Guerilla und ein Soldat getötet worden. Zu den blutigen Auseinandersetzungen kam es in einer bewaldeten Gegend der Region Vichada im Osten des Landes, wie Verteidigungsministerin Marta Lucía Ramírez mitteilte. Es habe sich um einen Militäreinsatz im Kampf gegen Drogen an der Grenze zu Venezuela gehandelt. Die FARC, mit 17.000 Mitgliedern die größte Guerillaorganisation Lateinamerikas, kämpft seit 1964 gegen die Regierung in Bogotá. In dem Konflikt zwischen der Guerilla, ultrarechten paramilitärischen Gruppen und der Armee kamen bislang mehr als 200.000 Menschen ums Leben; knapp drei Millionen Menschen wurden vertrieben.

23/05/03 : Heute beginnen Ingrid und Clara ihren 16. Monat in Gefangenschaft…..Rigoberta Menchu Tum, Friedensnobelpreisträgerin von 1992, hat einen Brief zur Unterstützung ihrer Befreiung geschickt, für die beiden und auch für die anderen Entführten.

23/05/03 : Der amerikanische Ölkonzern Occidental Petroleum ist angeklagt worden, logistische Unterstützung für das Massaker von 17 Zivilpersonen in einem kleinem kolumbianischen Dorf gewährleistet zu haben, dass von der Armee im Dezember 1998 bombardiert wurde. Eine Klage ist am vergangenen 25. April von einem Überlebendem des Massakers in San Francisco eingereicht worden. Er zählt auf die Unterstützung mehrerer amerikanischer NGO’s, sowie der Stiftung für Internationales Arbeitsrecht.

22/05/03: Kirche bietet Vermittlerdienste in Kolumbien an - Bonn/Bogota (KNA) Die katholische Kirche hat Regierung und Guerilla in Kolumbien ihre Vermittlung zur Beilegung des über 35-jährigen Bürgerkriegs angeboten. Zum Abschluss des einwöchigen Besuches einer Delegation von vatikanischem Koordinierungsrat für humanitäre Hilfe «Cor unum», des katholischen deutschen Dritte-Welt-Hilfswerks «Misereor» sowie von Bischöfen aus sieben europäischen und amerikanischen Ländern heißt es in einer am Donnerstag in Bonn veröffentlichten Erklärung, die Kirche trete entschieden für eine Verhandlungslösung ein und biete unparteiisch ihre Dienste zur Anbahnung von Gesprächen zwischen den Bürgerkriegsparteien an. Die Kirchendelegation, der neben dem aus Deutschland stammenden Vatikan-Erzbischof Paul Josef Cordes und dem Regensburger Diözesanbischof Gerhard Ludwig Müller der Leiter des Kommissariats der Deutschen Bischöfe in Berlin, Prälat Karl Jüsten, sowie Misereor-Hauptgeschäftsführer Prälat Josef Sayer, angehörten, hatte in Bogota unter anderem Gespräche mit Staatspräsident Alvaro Uribe, Vizepräsident Francisco Santos, dem UN-Hochkommissar für Menschenrechte in Kolumbien, Früling, sowie Mitgliedern der so genannten Nationalen Versöhnungskommission» geführt. Bei einer Gedenkmesse in der Kirche von Bella Vista, in der am 2. Mai 2002 bei Gefechten zwischen rechten Paramilitärs und linken Guerilleros nach Regierungsangaben 119 Menschen ums Leben gekommen waren, sprachen die Bischöfe die Hoffnung aus, dass das Blut der Opfer der Same für Versöhnung und Friede werden möge. Der Besuch der Delegation in dem Guerillagebiet solle, so hatte Misereor-Chef Sayer betont, ein Zeichen der Solidarität und Verbundenheit mit den Opfern und den von Krieg bedrohten Menschen sein. Die deutschen Katholiken unterstützen über Misereor unter anderem die Menschenrechtsarbeit kirchlicher Gruppen sowie zahlreiche Entwicklungsprojekte, vor allem auf dem Schulsektor und der Sozialarbeit. Der Delegation, die nach den Worten des Regensburger Bischofs Müller «Lobbyarbeit für den Frieden» betreiben wollte, gehörten als Gäste auch führende Vertreter des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED), darunter dessen Leiter, Konrad von Bonin, an.

22/05/03 Der Sonderbeauftragte der UNO in Kolumbien wehrt sich gegen den Vorwurf der Verteidigungsministerin „er verteidige den Terrorismus“: Die kontroverse Diskussion wurde durch eine Bemerkung Lemoyne´s ausgelöst, in der er sagte, dass „das Rückgrat der FARC aus etwa 1000-1500 ideologisch motivierten Männern und Frauen bestehen würde.“ LeMoyne, sagte in ungewöhnlich direkten Kommentaren zu zwei kolumbianischen Zeitungen, dass “die Upper Class in Kolumbien nicht genug Opfer für den Krieg in Kolumbien bringen würde, der nun bereits 39 Jahre andauert. Die meisten der Armeesoldaten, die im Dschungel und in den Bergen dieses Landes kämpfen, sind Kinder von Armen.“

„Ich habe zwei Fragen an die Upper Class dieses Landes“, sagte LeMoyne der Zeitung El Tiempo. „Erstens: Sind ihre Söhne, Neffen oder Enkel in der Armee?....Wer bringt die Opfer in diesem Land, wenn ein Kampf stattfindet?“  (The Guardian : )  (El Tiempo : )

 21/05/03 Kolumbianischer Minister fordert Hochverratsprozess gegen Militärs
- Soldaten sollen Geld aus Guerillaversteck gestohlen haben -

Bogotá, 21. Mai (AFP) - Der kolumbianische Innen- und Justizminister hat eine strenge Bestrafung von 147 Soldaten gefordert, die verdächtigt werden, Geld aus einem Stützpunkt linksgerichteter Guerilleros gestohlen zu haben. Die Beschuldigten müssten wegen «Vaterlandsverrats» angeklagt und aus der Armee verstoßen werden, sagte Fernando Londoño am Dienstag. Nach Angaben von Heereskommandeur Carlos Ospina wurden bislang 40 Soldaten festgenommen, unter ihnen drei Offiziere. Mehrere von den übrigen stellten sich am Dienstag freiwillig, wie die Armee mitteilte. Die Verdächtigen sollen das Geld am 18. April bei einer Razzia in der Nähe der Ortschaft San Vicente del Caguán im Süden des Landes in einem Versteck der Guerillaorganisation Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) gefunden haben. Laut Ospina wurde ein «winziger Teil» der Summe mittlerweile sichergestellt. In Presseberichten heißt es, insgesamt hätten die Soldaten umgerechnet 12,5 Millionen Euro veruntreut.   lat/bt/sp  (MSNBC News : )  (BBC News : )  (El Tiempo : )

21/05/03 : Die Sendung von France-Inter: "Rendezvous mit Herrn X." handelte am 17. Mai von Kolumbien - insbesondere von der Farc, von den Paramilitärs und der Intervention der USA. Bis zu diesem Samstag ist sie noch im Internet verfügbar. Unbedingt zu empfehlen, wenn sie mehr von der Farc, den Paramilitärs, dem Drogenschmuggel, dem „Plan Kolumbien“ und der Rolle der USA in diesem Land erfahren wollen  ( France-Inter  )

21/05/03 : In einem an den Kongress gerichteten Brief vom 12. Mai, der heute veröffentlicht wurde, hat Amnesty International von den kolumbianischen Kongressabgeordneten verlangt, den Vorschlag zur Verfassungsänderung bezüglich der Verstärkung von Polizei- und Armeegewalt abzulehnen.

"Diese Maßnahme wäre ein unglaublicher Schlag gegen die Menschenrechte. Er würde der Armee eingehende Untersuchungen erlauben, das Abhören von Telefongesprächen, Festnahmen aufgrund von militärischer Anschuldigungen und nicht aufgrund von Beweisen in Verlauf einer gerichtlichen Untersuchung“, erklärte AI.   (AI :

20/05/03: Kolumbien/Festnahmen/Korruptionsskandal
Soldaten sollen Geld aus Guerilla-Stützpunkt gestohlen haben -

Bogota (AP) In Kolumbien stehen 147 Soldaten im Verdacht, Geld aus einem Stützpunkt von Guerilleros gestohlen zu haben. Wie das Präsidentenbüro am Montag in Bogota mitteilte, wurden 40 Soldaten festgenommen, unter ihnen drei Offiziere. Für weitere 107 wurde ein Haftbefehl ausgestellt. Die Verdächtigen sollen das Geld Mitte April bei einer Razzia im Staat Caqueta in einem Versteck der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) gefunden haben. Übergeordneten Kommandeuren wurde der Fund nie gemeldet. Um welche Summe es sich handelt, ist den Behörden nach eigenen Angaben nicht genau bekannt. Ein Kommandeur ordnete eine Untersuchung an, nachdem auffallend viele Soldaten des Bataillons um Entlassung aus der Armee baten oder einfach desertierten. In Caqueta wird viel Koka angebaut, der Rohstoff für Kokain. Ende AP/125/s}/pz  (MSNBC News : )  (BBC News : )  (El Tiempo : )

20/05/03 «Herumdoktern an Symptomen»
Der Regensburger Bischof Müller zur Lage in Kolumbien=

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat mit einer
Delegation von Kirchenvertretern in Kolumbien Gespräche über
Friedensmöglichkeiten in dem unter einem jahrzehntelangen
Bürgerkrieg leidenden Land geführt. In einem Interview der
Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) äußerte sich Müller am
Dienstag nach seiner Rückkehr zur Lage in dem
lateinamerikanischen Land.

KNA: Herr Bischof Müller, wie beurteilen Sie die Situation in
Kolumbien?

Müller: Es herrscht eine feindselige Stimmung. Und nach 40 Jahren
Bürgerkrieg und Tausenden von Toten kann sich das Land nur schwer
aus eigener Kraft aus diesem Sumpf der Gewalt ziehen.

KNA: Wie kann die Kirche helfen?

Müller: Sie hat eine große Autorität und kann den eingeleiteten
Versöhnungsprozess stärken. Schließlich ist die Kirche die
einzige Institution, die glaubwürdig für Menschenrechte wie das
Recht auf Leben und die körperliche Unversehrtheit eintritt.
Diese Botschaft kann die Kirche der Gesellschaft geben.

KNA: Wie kam es zu dieser neuen Friedensinitiative?

Müller: Wir sind seit Jahrzehnten durch die Hilfswerke Misereor
und Adveniat präsent und stehen mit vielen Menschen in Kontakt.
Mit unserer Delegation, zu der auch Kurien-Erzbischof Cordes und
Misereor-Chef Sayer gehörten, wollten wir ein Zeichen dafür
setzen, dass sich die Weltkirche für dieses Land interessiert.
Diese internationale Solidarität ist sehr wichtig.

KNA: Die Regierung Kolumbiens hat die Friedensinitiative
offiziell begrüßt. Wie stehen die Guerilla-Gruppierungen dazu?

Müller: Von dieser Seite haben wir noch nichts gehört, aber wir
hoffen, dass sie die Initiative nicht grundsätzlich ablehnen.
Schließlich besteht bei den Paramilitärs wie auch bei FARC und
ELN ein Restvertrauen gegenüber der Kirche, auch wenn im
Bürgerkrieg schon viele Priester starben. Entscheidend ist, dass
die Kirche als einzige Institution lebensbedrohlichen Situationen
nicht aus dem Weg geht. Das schafft Vertrauen und Autorität.

KNA: Präsident Alvaro Uribe Velez wünscht sich eine stärkere
Einmischung der USA in seinem Land. Was halten Sie davon?

Müller: Überhaupt nichts. Im Gegenteil: Wir appellieren an die
Regierung, den Konflikt nicht mit militärischen Mitteln zu lösen.
Die Urwaldgebiete, in denen sich die Guerilla aufhält, sind auch
für die modernsten Hightech-Waffen unerreichbar. Ich hoffe, dass
es der Bischofskonferenz gelingt, die Regierung zu überzeugen,
dass solche Aktionen nichts bringen. Sie wären nur ein
Herumdoktern an Symptomen.

KNA: Und wie müsste die «Krankheit» richtig behandelt werden?

Müller: Die Landbevölkerung muss in die Gesellschaft integriert
werden, damit ein Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht. Staat und
Führungseliten müssen diese Menschen ernst nehmen: Schule für
alle ist ganz wichtig, die Bauern brauchen einen Zugang zu den
Märkten, um die Lebensgrundlagen für ihre Familien erwirtschaften
zu können. Das Stichwort heißt Vertrauen. Misstrauen und
Feindseligkeit werden diese Gesellschaft weiter zerstören. Das
Grundproblem liegt in einem mangelnden Gefühl für soziale
Gerechtigkeit. Und es ist Aufgabe der Kirche, dieses Gefühl
herzustellen. Dann ist Frieden möglich.

Interview: Gottfried Bohl (KNA)

Bischof Müller warnt vor militärischer Lösung in Kolumbien -
Regensburg (KNA) Vor einer militärischen Lösung des Bürgerkriegs in Kolumbien hat der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller gewarnt. Von dem Wunsch des Präsidenten Alvaro Uribe Velez, die USA solle sich stärker in Kolumbien einmischen, halte er «überhaupt nichts», sagte Müller am Dienstag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Urwaldgebiete, in
denen sich die Guerilla aufhielten, seien auch für modernste Hightech-Waffen unerreichbar. Solche Aktionen wären nur ein «Herumdoktern an Symptomen», so der Bischof. - Müller war zusammen mit einer Kirchendelegation unter Leitung des deutschen Kurien-Erzbischofs Paul Josef Cordes vergangene Woche nach Kolumbien gereist. Dort regten die Kirchenvertreter eine neue
Friedensinitiative an, die von der Regierung offiziell begrüßt wurde. Der Staat müsse die Landbevölkerung ernst nehmen und sie in die Gesellschaft integrieren, forderte Müller. Der Bischof verlangte freien Zugang zu Schulen und zu den Märkten, damit die Bauern die Lebensgrundlagen für ihre Familien erwirtschaften könnten. Den Grund für den Bürgerkrieg sieht er in einem «mangelnden Gefühl für soziale Gerechtigkeit». Dieses Gefühl wieder herzustellen, sei Aufgabe der Kirche, die Autorität selbst bei den Guerilla-Gruppen besitze. Entscheidend sei, dass die Kirche als einzige Institution lebensbedrohlichen Situationen nicht aus dem Weg gehe und Menschenrechte glaubwürdig vertrete. «Das schafft Vertrauen und Autorität», so der Bischof.

14/05/03 : Kolumbien wünscht Vermittlung des Vatikans – Bogota (KNA) Kolumbiens Staatspräsident Alvaro Uribe Velez begrüßt die Initiative der katholischen Kirche zur Beendigung des 35-jährigen Bürgerkriegs in dem lateinamerikanischen Land. Bei Gesprächen mit einer Delegation katholischer Bischöfe aus sieben europäischen Ländern nannte Uribe es am Dienstag (Ortszeit) in Bogota wünschenswert, wenn die Kirche Kontakte zu den Guerilla-Gruppierungen knüpfte, die verhandlungsbereit seien. Uribe, dem sein harter Kurs zur Bekämpfung der Guerilla bei den Präsidentschaftswahlen vom Mai 2002 als unabhängigem Kandidaten zur absoluten Mehrheit verholfen hatte, bekannte sich damit zu Verhandlungen als Weg zum Frieden. Er will in Kürze mit dem schwedischen UN-Hochkommissar für Menschenrechte in Kolumbien, Michael Früling, zusammenzutreffen. Man wolle über die UN-Vorschläge für einen Weg zum Frieden und zur Verbesserung der Menschenrechtssituation diskutieren und gemeinsam nach Wegen zu
dessen Umsetzung suchen. Zugleich teilte er mit, er werde im September zu einem offiziellen Besuch nach Deutschland kommen.

Entführungen als «menschliches Lösegeld»

Vizepräsident Francisco Santos Calderon sprach von Erfolgen der Regierung Uribe. So sei die monatliche Zahl der Morde um mehr als 700 zurückgegangen; die Rate der Entführten sei um 70 Prozent gesenkt worden. 1.800 Entführte seien seit Regierungsbeginn aus Geiselhaft befreit und die Zahl der von der Guerilla besetzten Dörfer deutlich reduziert worden. Gleichwohl lehnte es Santos entschieden ab, gefangene Guerilleros gegen entführte Geiseln auszutauschen. Dies könne zu gezielten neuen Verschleppungen als «menschliches Lösegeld» der «Terroristen» führen.
Vertreter von Nichtregierungsorganisationen widersprachen der optimistischen Einschätzung der politischen Führung über die Menschenrechtssituation. Die Vereinigung von Familienangehörigen Verschwundener und der unabhängigen Juristenkommission Kolumbiens nannten die Lage übereinstimmend «alarmierend» und dramatisch.

Besuch im Rebellengebiet

Der Kirchendelegation unter Leitung des deutschen Kurienerzbischofs Paul Josef Cordes gehören unter anderen der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, der Leiter des Berliner Katholischen Büros, Prälat Karl Jüsten, der Hauptgeschäftsführer des Bischöflichen Hilfswerks Misereor, Prälat Josef Sayer und der Direktor des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED), Konrad von Bonin, an. Nach den Gesprächen mit staatlichen und kirchlichen Stellen sowie humanitären Organisationen in Bogota wollte die Delegation ab Donnerstag die Region um die Stadt Quibdo besuchen, eines der Hauptoperationsgebiete mehrerer Guerilla-Organisationen sowie der
so genannten Paramilitärs.

14/05/03 : Kolumbien, das bereits militärische Unterstützung von den USA erhält, hat Europa um Hilfe bei dem Kampf gegen linke Rebellen und extrem rechtsgerichtete paramilitärische Gruppen, gebeten, sagte am Dienstag Präsident Uribe. Er erklärte: „ Es scheint seltsam zu klingen, dass wir die Europäische Union um militärische Hilfe bitten, aber wir müssen das tun.“ Er sagte außerdem,  „ dass diese Bitte um Unterstützung an einige spezifische europäische Länder gerichtet sei.“  (Reuters : ).

14/05/03 : "Es ist natürlich möglich ein Abkommen zu schließen, dass sowohl die Freilassung von zivilen Geiseln, als auch militärische Geiseln umfasst, wenn alle in dem Konflikt involvierten Parteien das auch so entscheiden“, erklärte am Dienstag der Sonderberater des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Kolumbien, James LeMoyne.

In einer schriftlichen Erklärung, wollte LeMoyne Zweifel der kolumbianischen Öffentlichkeit ausräumen, die durch einen Kommentar seinerseits am vergangenen Sonntag entstanden waren.

LeMoyne wiederholte auch dass die « Geiselnahme von zivilen Personen gegen die Menschenrechte verstoße. Die FARC und andere bewaffnete Gruppen seien für das Leben der sich in ihrer Gewalt befindlichen Geiseln verantwortlich.“ Abschließend sagte er, „dass die UNO dafür da wäre, ein humanitäres Abkommen zwischen den Parteien zu erleichtern, in dem Maße, wie diese das wünschten. Man stehe zur Verfügung.“  (El Colombiano :

13/05/03 : Der Sonderberater  der Vereinten Nationen für Kolumbien, James LeMoyne, warnte die FARC, dass die UNO nicht  deren Bedingungen für die Verhandlungen eines Gefangenenaustausches von inhaftierten Guerillakämpfern gegen zivile Geiseln erfüllen könne. „Wir stimmen nicht im geringsten mit der FARC und der ELN überein, dass es unmöglich ist, mit der Regierung zu sprechen. Das ist einfach nicht wahr“, sagte er.   (Reuters : )

13/05/03 : Die größte Rebellengruppe in Kolumbien, die FARC, hat sich für die Exekution von 10 Geiseln, während eines Befreiungsversuches durch die Armee, verantwortlich erklärt. Ein Sprecher der FARC, versuchte die Entscheidung des Rebellenkommandeurs zu rechtfertigen, da man unter keinen Umständen zulassen könne, dass die Armee Gefangene befreit , ohne mit militärischen Mitteln darauf zu antworten. Die Kolumbianer waren außer sich über den Tod von Guillermo Gaviria, Gouverneur von Antioquia und den ehemaligen Verteidigungsminister Gilberto Echeverri, sowie acht gefangene Soldaten, von denen sich einige seit fast 6 Jahren in der Gewalt der FARC befanden.   (Yahoo : ) (San Francisco Chronicle : ).

13/05/03 : In Kolumbien, sei das Leben von Ingrid Betancourt in Gefahr, sagt ihr Ex-Mann. Die Angehörigen von Ingrid Betancourt widersetzen sich jeder Militäraktion zu ihrer Befreiung und verlangen die Unterstützung Frankreichs angesichts der Unnachgiebigkeit der Regierung in Bogota,  (Le Monde : ).

12/05/03 : Kolumbianische Armee tötet elf Rebellen - Waffenversteck ausgehoben
Bogotá, 12. Mai (AFP) - Bei Razzien und Kämpfen zwischen Rebellen und Soldaten der kolumbianischen Armee sind in Kolumbien am Sonntag elf Rebellen getötet worden. Weitere sechs Kämpfer der linksgerichteten FARC-Guerilla und der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) wurden nach Armeeangaben gefangen genommen. Die bewaffneten Auseinandersetzungen fanden demnach in der nordöstlichen Regionen Antioquia und Santander, in der Zentralregion Boyacá und in den
östlichen Gebieten Meta und Génova statt. Bei Yondó in der Region Antioquia hoben Soldaten den Angaben zufolge zudem ein Waffenversteck der Rebellen aus, in dem neben Gewehren 400 Patronen
und acht Anti-Personenminen gefunden wurden. Die FARC, mit 17.000 Mitgliedern die größte Guerillaorganisation Lateinamerikas, kämpft seit 1964 gegen die Regierung in Bogotá. Die
ELN ist mit rund 4500 Mitgliedern die zweitgrößte linksgerichteten Rebellengruppe in Kolumbien. In dem Konflikt zwischen der Guerilla, ultrarechten paramilitärischen Gruppen und der Armee kamen bislang mehr als 200.000 Menschen ums Leben; knapp drei Millionen Menschen wurden vertrieben.

12/05/03 : Angelino Garzon, Ex-Gesundheitsminister bittet um einen direkten Dialog für die Befreiung der Entführten. « Es sei der richtige Weg, um ein humanitäres Abkommen zu erreichen. Trotz des Schmerzes, der Wut, des Hasses durch die Ermordung der zehn Geiseln, müssen wir weiterhin auf dem Weg des Dialoges bleiben, um dieses Abkommen zu erreichen und somit die Gewalt zu vermindern,“ kommentierte er von Italien aus. Zusammen mit Monseigneur Augusto Castro, Erzbischoff von Tula und Dario Echeverri, Sekretär der Nationalen Versöhnungskommission, ist Angelino Garzon Mitglied einer Kommission, die von Präsident Uribe im Dezember 2002 ins Leben gerufen wurde, um die Möglichkeiten eines humanitären Austausches zu untersuchen.  (El Tiempo : ).

11/05/03 : Die Titelseite der Zeitung « El Tiempo » ist der Frage gewidmet, die ganz Kolumbien momentan beschäftigt : Welche Politik wird nun folgen, nach dem missglückten Befreiungsversuch der Geiseln ? Abgesehen von dem Horror und der überwältigenden Entrüstung aufgrund des Massakers von zehn unschuldigen Geiseln, hat die militärische Aktion das Land in zwei Lager geteilt. Die Regierung verteidigt  ihre Befreiungspolitik und wird damit von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt. Die Kirche stellt das Recht des Lebens über das Recht der Freiheit und die Angehörigen der Entführten verlangen einen humanitären Austausch.   (El Tiempo : )

11/05/03: Hunderttausende Kolumbianer nach Rebellen-Anschlägen ohne Strom - Bogotá (dpa) - Linke FARC-Rebellen haben ihre Anschläge auf die
Stromversorgung des Landes fortgesetzt und etwa 700 000 Menschen von
der Energieversorgung abgeschnitten. Betroffen seien vor allem die
im Südwesten des Landes gelegenen Provinzen Valle und Tolima,
teilten die Behörden am Samstag mit. Rebellen der
Marxistischen Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) hätten
Hochspannungsmasten und Verteilerstationen zerstört.

Zudem sei ein Polizist bei einem Bombenanschlag in der Stadt
Algeciras getötet worden. Mutmaßliche FARC-Rebellen hätten den
Sprengsatz in Sandsäcken versteckt, die die Polizisten gerade vor
ihrer Kaserne als Kugelschutz aufschichteten, sagte ein Sprecher.

Das Militär tötete nach eigenen Angaben bereits am Freitag einen
der FARC-Kommandanten. Der Chef der Kampfgruppe 36, Alfonso
Villalobos alias «Arnulfo» oder «Tres Pelos», sei zusammen mit einem
weiteren Rebellen beim Kämpfen in der nordwestlichen Provinz
Antioquia erschossen worden.

10/05/03: Amnesty International verurteilt strikt die Ermdordung der Geiseln in Kolumbien und weist auf die Dringlichkeit hin, endlich ein humanitäres Abkommen zwischen Regierung und Guerilla zu erreichen, damit die Zivilbevölkerung vor Übergriffen geschützt wird (A.I. : ).

09/05/03 Drei Tote bei Bombenanschlag in kolumbianischer Großstadt Cali. Bogotá (dpa) - Bei einem Bombenanschlag auf ein Wasserwerk der südkolumbianischen Großstadt Cali sind zwei Wächter und ein Techniker getötet worden. Der Sprengsatz habe erhebliche Schäden angerichtet und die Trinkwasserversorgung in weiten Teilen der Millionenstadt für Stunden unterbrochen, teilten die Behörden am Freitag mit. Bei der Explosion zwei weiterer Bomben im Stadtgebiet sei niemand verletzt worden und nur geringer Sachschaden entstanden. Wie in Kolumbien üblich bekannte sich niemand zu den Taten. Bei weiteren Bombenanschlägen auf den Mast einer
Hochspannungsleitung und auf eine Stromverteileranlage wurde die Energieversorgung für 300 000 Menschen im Großraum des Pazifikhafens Buenaventura unterbrochen. Die Stromunterbrechung könne wegen der schwierigen Reparaturarbeiten Tage dauern, warnte das örtliche Energieversorgungsunternehmen. Für diesen Anschlag machten die Behörden die marxistische Rebellengruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) verantwortlich.

Die FARC und andere linke wie rechte Gruppen bekämpfen sich gegenseitig und den Staat. Dabei verüben sie immer wieder auch Anschläge gegen Zivilisten und öffentliche Versorgungsunternehmen.

09/05/03 : Juan Carlos Lecompte, Ehemann von Ingrid Betancourt sagt, es gäbe einen großen Unterschied zwischen der Unterstützung von ausländischen Regierungen, wie z.B. Frankreich, im Vergleich zu der Unterstützung der kolumbianischen Regierung, von der sich die Familie absolut im Stich gelassen fühle (Le Figaro : ) (El Colombiano :

Diese Meinung teilen mit ihm Tausende Familienangehöriger von Entführten. Sie forderten diesen Donnerstag in einem Brief die Internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Alvaro Uribe auszuüben, damit dieser von weiteren militärischen Geiselbefreiungsaktionen absehe und stattdessen ein humanitäres Abkommen mit der FARC verhandeln solle.

"Wir brauchen die Intervention der Internationalen Gemeinschaft, da die Regierung eine Fortsetzung der Befreiungsaktionen angekündigt hat », sagt Fabiola Perdomo, Ehefrau eines entführten Ministers, die an der Trauerfeier der ermordeten Geiseln in Medellin teilnahm. “Wir verlangen vom Roten Kreuz, vom Kongress und von der Katholischen Kirche, dass sie beim Präsidenten diesbezüglich intervenieren“, erklärt Perdomo. In dem Brief wird auch von der FARC verlangt, dass Leben der Geiseln zu garantieren, sie würdig zu behandeln und einen Beweis ihrer Bereitschaft für eine  politische Lösung zu liefern.

"Wir wiederholen, dass der einzige Weg, die Freiheit der Geiseln zu erlangen, der eines humanitären Abkommens ist », las Yolanda Pulecio, Ingrid Betancourts Mutter,  aus dem Brief,  in einer Pressekonferenz in Medellin vor. (El Colombiano : )

08/05/03 : In der französischen Zeitung « Le Figaro » erschien ein Interview mit Yolanda Pulecio, Ingrid Betancourts Mutter. Sie verurteilt den „militärischen Weg zur Befreiung der Geiseln und bedauert, dass Präsident Uribe gegen jeglichen humanitären Austausch ist“ (Le Figaro : ).

08/05/03 : Ingrid Betancourts Familie wünscht sich einen schnellen Beginn der Verhandlungen. Wie viele unschuldige Opfer müssen wir noch beklagen, bis es einen Dialog geben wird ?", fragt die Familie. "Wir appellieren an die Verantwortlichkeit der beiden Parteien.“ „ Wir sind hier nicht mehr weitergekommen“, sagte gestern, Ingrid Betancourts Schwester Astrid, „ich habe das Gefühl, dass der Präsident keinen anderen Weg, außer den militärischen in Betracht gezogen hat,.“ Melanie, Ingrid Betancourts Tochter, sagte, „ dass man das Leben der Geiseln nicht aufs Spiel setzen sollte“ und bat Frankreich und befreundete Länder Kolumbiens, den Präsident in der Suche nach einer humanitären Lösung zu bestärken. „Man darf nicht Russisch Roulette mit dem Leben der Geiseln spielen“, sagte sie, „ein humanitäres Abkommen ist die einzige Lösung.“  (Yahoo : ) (Libération : ) (El Espectador : ) (communiqué :
(Yahoo : ) (El Tiempo :

Medellín, 7. Mai (AFP) - Die Regierung in Kolumbien will auch nach einer missglückten Geiselbefreiung mit zehn Toten am Montag weiterhin die Armee zur Befreiung von Entführten einsetzen. Die Regierung habe die «Verpflichtung, die Freiheit jedes Kolumbianers wiederherzustellen», erklärte Vizepräsident Francisco Santos am Mittwoch bei einer Trauerfeier für die zehn getöteten Geiseln in Medellín. Bei dem Befreiungsversuch der Armee am Montag hatte die linksgerichtete FARC-Guerilla acht Soldaten, einen Provinzgouverneur und einen früheren Verteidigungsminister getötet. Staatspräsident Álvaro Uribe sprach am Dienstagabend von einem
«äußerst traurigen Moment für die Nation» und übernahm die «volle Verantwortung» für den Befreiungsversuch.

Die Familie der prominentesten Geisel der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), der Grünen-Politikerin Ingrid Betancourt, hatte Uribe am Dienstag aufgefordert, von seiner harten Linie im Kampf gegen linksgerichtete Rebellen abzurücken. Die FARC, mit 17.000 Mitgliedern die größte Guerillaorganisation Lateinamerikas, kämpft seit 1964 gegen die Regierung in Bogotá. In dem Konflikt zwischen der Guerilla, ultrarechten paramilitärischen Gruppen und der Armee kamen bislang mehr als 200.000 Menschen ums Leben.

(La Libre : ) (Le Soir : ) (Le Monde : ) (Libération : ) (France 2 : )  (Le Figaro : ) (La Croix : )  (Radio Canada : ) (CyberPresse : )  (BBC : ) (The Guardian : )  (New York Times : ) (CNN en espanol : ) (Der Spiegel )  (Faz.net )

07/05/03 : Die Ermordung von zehn Geiseln durch die FARC ist weltweit verurteilt worden. Die Delegation der Vereinten Nationen in Kolumbien sprachen sich wiederholt gegen die  unannehmbare Praxis der Entführungen aus. Der französische Außenminister hat ebenfalls seiner Empörung Ausdruck verliehen und steht für einen eventuellen Geiselaustausch zwischen Entführten und Inhaftierten Mitgliedern der FARC zur Verfügung,

In einem Fernsehinterview sagte der Präsident Alvaro Uribe, dass er einen Austausch nur  in Betracht ziehen würde, wenn die Vereinten Nationen vermitteln würden und nur unter der Bedingung, dass alle Geiseln freigelassen werden. Außerdem sollten die Rebellen von einem Drittland – möglicherweise Frankreich- in Gewahrsam genommen werden, mit der Gewährleistung, dass sie nicht mehr zu den Waffen greifen würden.

Einige Familien von Entführten, unter ihnen die Familie von Ingrid Betancourt, sagten, dass sie immer gegen solche Militäraktionen waren und dass sie weiterhin einen Dialog verlangen, um die Situation zu lösen (El Columbiano :

Brüssel (KNA) Die Ermordung entführter Geiseln in Kolumbien ist von der Europäischen Union verurteilt worden. Es müsse alles getan werden, um das Leben weiterer Entführter zu schützen, erklärte die griechische EU-Präsidentschaft am Mittwochabend in Brüssel. Eine weitere Eskalation der Gewalt müsse verhindert und Anstrengungen zur Erzielung eines humanitären Abkommens zur politischen Lösung des Konflikts gemacht werden. - Am Montag waren bei einem Befreiungsversuch der Armee ein früherer Verteidigungsminister, ein Provinzgouverneur und acht Soldaten
von der linksgerichteten FARC-Guerilla getötet worden  (Yahoo : )

Papst verurteilt Erschießung von Geiseln in Kolumbien

Vatikanstadt (KNA) Papst Johannes Paul II. hat die Erschießung von zehn gefangen genommenen Politikern und Militärs durch die kolumbianische Guerilla-Armee FARC scharf verurteilt. In einem am Dienstag veröffentlichten Beileidstelegramm, das von Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano im Auftrag des Papstes versandt wurde, heißt es, die Erschießung sei ein «abscheuliches Attentat». Johannes Paul II. habe die Nachricht mit Bestürzung aufgenommen und diese Terrorakte energisch verurteilt. Es handle sich um einen «Anschlag auf die Gesellschaft und eine Verletzung der tiefsten menschlichen Gefühle» (Yahoo : ).

Mehr Informationen :

El Tiempo (Bogota)
El Espectador / UOL 
El Colombiano
El Pais (Cali)
RCN Radio

Guillermo Gaviria, gouverneur de Medellin06/05/03 : Der Gouverneur von Medellin und der früherer Verteidigungsminister sind von der FARC ermordet worden.

Bei einem Versuch der kolumbianischen Armee, Geiseln aus den Händen der Farc zu befreien, ist es zu einem Blutbad gekommen. Die Rebellen ermordeten zehn der Gekidnappten - darunter den Gouverneur von Medellin, Guillermo Gaviria und einen früheren Verteidigungsminister, Gilberto Echeverri  (Der Spiegel ) (Yahoo : ) (El Tiempo : ) (News24.com : )  (Human Rights Watch : )

Erklärung des Präsidenten (El Tiempo : )
Unsicherheit macht sich breit bei den Familien der anderen Entführungsopfer (El Tiempo :
Es erheben sich Stimmen- unter ihnen Yolanda Pulecio und Juan Carlos Lecompte – und fordern vom Präsidenten den Weg des Dialoges und nicht den Weg der Militärinitiativen. (El Tiempo : )

France 2 - Kolumbien: 10 exekutierte Geiseln (06/05/03)
10 Geiseln kommen ums Leben bei einer Militäroperation der kolumbianischen Armee (Reuters)
Die Exekution von Geiseln : Eine Bedrohung für die anderen Entführungsopfer (AFP)
Kolumbien: Ein Provinzgouverneur und ein früherer Verteidigungsminister von den Rebellen ermordet; Unsicherheit über das Befinden von Ingrid Betancourt (AP)

04/05/03 : Reporter ohne Grenzen : Gewalt gegen Journalisten hält an

Reporter ohne Grenzen ist bestürzt über die Ermordung von zwei Journalisten innerhalb von 48 Stunden in Kolumbien und fordert die Behörden auf, alles zu unternehmen, um die Verantwortlichen zu ermitteln und zu bestrafen. Die Zahl der in diesem Jahr ums Leben gekommenen Journalisten steigt somit auf 17  (RSF : )

04/05/03 : Die grüne Partei Kolumbiens, „ Verde Oxígeno“ hat in einer Erklärung die Ernennung von drei Verhandlungsführern der FARC begrüßt.
( )

03/05/03 : Der Ausnahmezustand, der am 12. August letzten Jahres von Präsident Uribe ausgerufen worden war, ist am 29. April vom Verfassungsgericht in Bogota aufgehoben worden. Das gab Gerichtspräsident Eduardo Montealegre bekannt. Nach Angaben des Gerichts waren verfassungsmäßige und rechtliche Voraussetzungen für den Ausnahmezustand nicht erfüllt. Da der Ausnahmezustand die Errichtung von „Rehabilitationsgebieten“ unter Militärmandat ermöglichte, sind auch diese mit der Aufhebung zunächst einmal hinfällig.

Der Bürgerkrieg in Kolumbien hat seit 1964 mehr als 200.000 Todesopfer gefordert, mit 2,9 Mio. Vertriebenen seit 1985 und mit durchschnittlich 3000 Entführungen im Jahr (Le Monde : ) ( Voice of America : ) (El Tiempo : ).

02/05/03 : Die Rückeroberung Kolumbiens hat begonnen. Uribe hat sein Land auf Kriegskurs eingeschworen und ist nach Washington gereist, um Kolumbien in  die Liste derer aufnehmen zu lassen, die „Krieg gegen den Terror führen“. Außerdem forderte er Präsident George W. Bush auf, sich mehr mit dem seit 38 Jahren dauernden Bürgerkrieg in Kolumbien auseinander zusetzen.

Drei Provinzen Kolumbiens sind von der Regierung als erste Ziele der Rückeroberungspläne benannt worden. Eine von ihnen, Arauca, wurde zum „Rehabilitations- und  Konsolidierungsgebiet“ erklärt. Es ist wohl kein Zufall, dass Arauca ausgesucht wurde, da hier eine amerikanische Öl-Firma ansässig ist. Die Entscheidung nützt also vor allem den USA. Deswegen geht es bei der Auswahl Arauca’s wohl nicht in erster Linie um die Bekämpfung des Koka-Anbaus.

Auf Arauca's größtem Ölfeld, Caño Limon, wird von der amerikanischen Firma „Occidental Petroleum“ aus Los Angeles („Oxy“) nach Öl gebohrt. 

George W. Bush hatte sich bereit erklärt, Kolumbien in seinem Krieg gegen die Rebellen zu unterstützen - unter der Voraussetzung, dass das Land seinen Verteidigungsetat erhöhe und „ernsthafte Schritte“ ergreife, um die Sicherheitslage zu verbessern.

Alvaro Uribe hat diese Forderungen erfüllt. In den ersten sechs Wochen seiner Amtszeit, erhöhte er die Steuern und steckte jeden Extra-Peso in die Armee. Er hat ein ziviles Spionagenetz und ein Belohnungssystem für Informanten aufgebaut, Bauern in kritischen Gegenden bewaffnet und der Armee außerordentliche Vollmachten gegeben.

Der Status des „Rehabilitationsgebietes“ gibt der Armee beispiellose Macht. Sie kann ohne Haftbefehl festnehmen, Ausgangssperren verhängt, Häuser und Wohnungen durchsuchen, und die Bewegungsfreiheit  der Bürger einschränken. „Wir möchten aber auch klarstellen, dass es zusätzlich zur Militärpräsenz auch Gesundheits-, Bildungs- und Arbeitsbeschaffungsprogramme für diese Gebiete geben wird“,  sagte Verteidigungsministerin Marta Ramirez.

Die USA haben Kolumbien im letzten Hilfspaket fast 100 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt, um eine Spezialtruppe zur Bewachung der „Caño Limon Pipeline“ aufzubauen und zu trainieren. Grund: Die Pipeline war im vergangenen Jahr 170 Mal von „marxistischen Rebellen“ angegriffen worden (BBC News : ).

les présidents Bush et Uribe01/05/03 : Präsident Uribe wurde von George W. Bush im Weißen Haus empfangen. Auf der Homepage des Weißen Hauses kann man Einzelheiten Ihrer Pressekonferenz nachlesen.

Hier ein paar Auszüge:

Präsident Bush:  Es ist mir eine Ehre hier im “Oval Office” einen Freund und einen mutigen Menschen, den Präsidenten von Kolumbien zu empfangen. Er ist fest dazu entschlossen, den Terror zu bekämpfen. Er ist entschlossen, den Drogenhandel mit den USA zu unterbinden. Wir schätzen seine Entschlossenheit. Wir schätzen seine Stärke.

Wir danken ihnen für ihren mutigen Kampf gegen den Terror und heißen sie herzlich willkommen, hier im “Oval Office”.

Frage eines Journalisten:  Herr Bush, mehr als 500 Terroristen der FARC haben sich freiwillig gestellt. Wir fragen uns ob die Vereinigten Staaten bereit  sind diesen Terroristen bei ihrer Resozialisierung in der Gesellschaft Hilfe zu gewähren.

Präsident Bush: Dass wir ihnen wie helfen sollten? Ich habe ihre Frage nicht verstanden.

Journalist: ...mit der Resozialisierung in die Gesellschaft....

Präsident Bush: Um was mit  der Gesellschaft ? Es tut mir leid.

Journalist: Reintegration, sich wieder in die Gesellschaft….

Präsident Bush: Oh, Ihnen zu helfen bei der Rückkehr in die Gesellschaft?

Journalist: Ja.

Präsident Bush: Nun ja, einige Terroristen sind einfach nur eiskalte Mörder. Es ist sehr schwer jemanden umzudrehen, der ein Mörder ist. Und wir – - es wird die --- der  Präsident wird hier entscheiden, was das Beste für sein Land ist. Alles was ich weiß, ist, das dieser Mann absolut entschlossen ist, den Terror zu bekämpfen. Das schätze ich. Er hat eine ehrliche, feste Vorstellung darüber, was mit Leuten geschehen muss, die bereit sind unschuldigen Menschen zu töten. Und damit muss man sich ernsthaft auseinandersetzen.

Der Präsident von Kolumbien ist fleißig, stark und sehr konzentriert. Er weiß, was er tun muss, um aus Kolumbien eine große Nation zu machen, und um sie zu schützen vor Menschen, die in meinen Augen nichts anderes als Terroristen sind.

Präsident Uribe: Was diesen Punkt betrifft,  sind wir nur zu einem fest entschlossen, nämlich die Terroristen in Kolumbien zu besiegen. Wenn sie sich die Menschen in den Terrororganisationen betrachten, dann sehen sie Rädelsführer, professionelle Mörder und auch junge Menschen, die versehentlich auf den falschen Pfad gekommen sind. Daher haben wir die Pflicht Terroristen zu besiegen und die Pflicht, diesen jungen Menschen wieder die Möglichkeit zu geben verfassungsgemäß zu leben.........

(Whitehouse.gov : ).


AlterFocus : Ingrid Betancourt et ses enfantsNachrichten 04/03

AlterFocus : info Ingrid Betancourt www.Betancourt.info