Tägliche Nachrichten 31/10/03:
Freilassung entführter Touristen in Kolumbien verzögert
sich - Bogotá (epd). Die Freilassung der sieben in Kolumbien entführten
Touristen verzögert sich erneut. Nach einem Bericht der Tageszeitung
«El Colombiano» vom Freitag konnten sich die Guerillagruppe ELN und
die kolumbianische Regierung bislang nicht auf die Modalitäten der Übergabe
einigen. Die Gruppe, darunter eine Deutsche, war am 12. September bei
einer Trekking-Tour in Nordkolumbien gekidnappt worden. Die Rebellen
weigerten sich, die Touristen gleichzeitig freizulassen, wie es die
Regierung fordere, sagte der in dem Entführungsfall vermittelnde
Erzbischof von Medellín, Alberto Giraldo. Die ELN beharre darauf, die
sieben Geiseln nach und nach auf freien Fuß zu setzen. Es sei deshalb
nicht mehr damit zu rechnen, dass die erste Geisel bereits in der
kommenden Woche freikomme. Zu der Touristengruppe gehören neben der
Deutschen ein Spanier, vier Israelis und ein Brite. Einem weiteren
Briten war die Flucht gelungen. Nach Angaben der Armeeführung setzten
unterdessen 2.000 Soldaten die Suche nach den Geiseln fort. Die ELN («Nationales
Befreiungsheer») ist nach der FARC («Revolutionäre Streitkräfte
Kolumbiens») die zweitgrößte Guerillaorganisation des Landes. 29/10/03:
In Buch versteckte Bombe tötet kolumbianischen Anwalt - Bogota
(AP) Bei einem Bombenanschlag ist am Mittwoch ein Anwalt in der
kolumbianischen Stadt Medellin getötet worden. Der Sprengsatz war
nach Angaben der Polizei in einem Buch versteckt, das in einem Päckchen
an die Kanzlei Jorge Mario Escobars geschickt wurde. Beim Öffnen
explodierte die Bombe und tötete den Anwalt. Eine weitere Person
wurde verletzt. Über die Hintergründe des Attentats lagen zunächst
keine Informationen vor. 28/10/03:
Kolumbianische Regierung stimmt Geiselfreilassung zu - Bogotá
(dpa) - Die kolumbianische Regierung hat am Dienstag der von linken
ELN-Rebellen angekündigten Freilassung von sieben verschleppten Ausländern,
darunter einer Deutschen, zugestimmt. Präsident Alvaro Uribe sei
einverstanden, sagte der katholische Priester Darío Echeverri. Die
katholische Kirche vermittelt in der Geiselaffäre. Unklar war zunächst
jedoch, ob die Polizei und das Militär die direkt nach der Entführung
am 12. September begonnene Suchaktion in der Sierra Nevada de Santa
Marta im Norden des Landes aussetzen würde. Der Erzbischof von Medellín,
Alberto Giraldo, hatte zuvor mitgeteilt, das ELN wolle die Geiseln
nach und nach einzeln einer humanitären Kommission an einem nicht näher
bezeichneten Ort übergeben. Der Kommission sollen zwei Sprecher der
Rebellen angehören, von denen einer noch im Gefängnis sitzt. Zunächst
könne der einzige Spanier, der Baske Asier Huegun Etxeberría, Anfang 28/10/03:
Bischof: Geiseln in Kolumbien sollen freikommen
- Medellin (KNA) Linksgerichtete Rebellen in Kolumbien wollen
nach Angaben eines kirchlichen Vermittlers in der kommenden Woche mit
der Freilassung von sieben ausländischen Geiseln beginnen. Zunächst
solle ein Spanier aus dem Baskenland auf freien Fuß gesetzt werden,
wie der Erzbischof von Medellin, Alberto Giraldo Jaramillo, am Montag
(Ortszeit) nach einem Gespräch mit dem inhaftierten Rebellenführer
Francisco Galan mitteilte. Auch die vier Israelis, die Deutsche und
der Brite, die seit Mitte September knapp 1.000 Kilometer nördlich
der Hauptstadt festgehalten werden, sollten nach und nach freikommen.
Nach den Worten des Erzbischofs sollen die Geiseln einer Kommission übergeben
werden, die unter anderem aus katholischen Priestern sowie einem
UN-Vertreter bestehen soll. Staatspräsident Alvaro Uribe erklärte
unterdessen, er werde nicht zulassen, dass die Entführung zu einer
internationalen Show der Guerilla werde. 28/10/03: Kolumbianische ELN-Guerilla kündigt Freilassung von Geiseln an - Auch Deutsche soll ab kommender Woche freikommen - Bogotá, 28. Oktober (AFP) - Die kolumbianische ELN-Guerilla will ab kommende Woche die von ihr verschleppten sieben westlichen Geiseln, unter ihnen eine Deutsche, freilassen. Wie einer an der entsprechenden Vereinbarung beteiligter Unterhändler der Nachrichtenagentur AFP am Montag (Ortszeit) mitteilte, stellt die Guerilla für die Freilassung nur eine Bedingung: es müsse eine Delegation aus Vertretern der Kirche, der UNO und der Guerilla anwesend sein. Ein UN-Sprecher in Bogotá sagte, die Ankündigung der Guerilla werde ernst genommen. Die UNO werde sich am Dienstag dazu äußern. Die Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheer (ELN) werde als erstes den von ihr entführten spanischen Basken Asier Huegun Etxeberria freilassen, sagte der katholische Priester Héctor Fabio Henao. Die Guerilla hatte bereits früher ihre «Solidarität mit dem Kampf des baskischen Volks gegen den spanischen Staat» erklärt. Henao hatten zuvor mit zwei anderen Geistlichen im Hochsicherheitsgefängnis von Itagui im Nordwesten von Kolumbien den dort inhaftierten ELN-Sprecher Francisco Galán getroffen. Er und der am 8. Oktober aus dem Hochsicherheitsgefängnis entlassene zweite ELN-Sprecher Felipe Torres sollen der Delegation der Guerilla angehören. ELN-Rebellen hatten am 12. September acht Rucksacktouristen - eine Deutsche, vier Israelis, zwei Briten und den Spanier - in der Nähe der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida entführt. Einer der beiden Briten konnte jedoch fliehen. Mit der Geiselnahme will die Guerilla nach eigenen Angaben auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Paramilitärs hinweisen. 22/10/03: Mindestens elf Verletzte bei Explosion von Autobombe in Bogotá - Bogotá (dpa) - Die Explosion einer Autobombe in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá hat am Mittwoch mindestens elf Verletzte hinterlassen. Wie die Regierung mitteilte, ließen unbekannte Täter die rund 30 Kilogramm Sprengstoff in dem belebten Stadtviertel Restrepo detonieren als Polizisten dort gerade eine Durchsuchung vornahmen. Der Anschlag ereignete sich wenige Tage vor den Kommunalwahlen am kommenden Wochenende. Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe verurteilte die Tat und setzte eine Belohnung von 50 Millionen Pesos (15 500 Euro) auf die Ergreifung der Täter aus. 21/10/03: Razzia in Kolumbien gegen mutmaßliche Helfer von Rebellen - Bürgermeister und Rechnungsprüferin des Staates Arauca unter Verdacht Festgenommenen = Bogota (AP) Wenige Tage vor den Kommunal- und Gouverneurswahlen in Kolumbien hat die Polizei bei einer Razzia den Bürgermeister von Arauca sowie über ein Dutzend anderer Personen festgenommen. Sie wurden verdächtigt, die Rebellen in der Unruheprovinz Arauca zu unterstützen. Wie Heeresgeneral Eduardo Morales am Dienstag der Nachrichtenagentur AP telefonisch sagte, handelte es sich um eine gemeinsame Aktion der Streitkräfte, der Polizei und anderer Sicherheitsbehörden. Unter den Festgenommenen sind den Angaben zufolge auch die Rechnungsprüferin des Staates Arauca, Edna Benitez, ein Bürgermeisterkandidat der gleichnamigen Hauptstadt sowie ein Bewerber um das Gouverneursamt des Staates im Nordosten Kolumbiens. Morales zufolge gingen der Razzia am Dienstagmorgen monatelange Ermittlungen voraus, die sich auf Hinweise aus der Bevölkerung stützten. Generalstaatsanwalt Luis Camilo Osorio sagte, in Arauca sei eine sehr komplizierte Lage entstanden, wobei Mitglieder politischer Institutionen Straftaten begangen hätten Die Kommunal- und Gouverneurswahlen in Kolumbien finden am kommenden Sonntag statt. Die linke Rebellenorganisation FARC hat zu einem landesweiten Wahlboykott aufgerufen. 20/10/03:
Kolumbianische
Armee tötet einen Rebellenführer der FARC -
Washington, 20. Oktober (AFP) - Gut acht Monate nach der
Entführung von drei US-Bürgern hat die kolumbianische
Armee einen für die Geiselnahme verantwortlichen
Rebellenführer getötet. Insgesamt seien bei Kämpfen
mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC)
am Wochenende elf Rebellen ums Leben gekommen, sagte der
kolumbianische General Jorge Enrique Mora am Montag bei
einer Konferenz in Washington. Die Armee gehe gezielt
gegen die Rebellenführer vor: «Wenn wir die Kommandeure
vorführen können, werden die Kolumbianer glauben, dass
wir den Krieg gerade tatsächlich gewinnen.» Die
Vereinigten Staaten hatten vor gut einer Woche eine
Belohung von bis zu fünf Millionen Dollar (rund 4,3
Millionen Euro) für die Ergreifung der Entführer
ausgesetzt. Die drei US-Bürger waren von der FARC
verschleppt worden, nachdem ihr Flugzeug am 13. Februar
über dem Dschungel im Süden des Landes abgestürzt war.
Der Pilot der Maschine wurde von den Rebellen getötet. 18/10/03: Frauenrechtlerin in Kolumbien
erschossen - Bogota (AP) Mutmaßliche
rechtsgerichtete Milizionäre haben eine prominente
kolumbianische Frauenrechtlerin getötet. Wie eine
Sprecherin der Feministischen Volksorganisation (OFP) am
Freitag mitteilte, verschleppten bewaffnete Männer die
40-jährige Esperanza Amaris am Abend zuvor aus ihrem
Haus in der Hafenstadt Barrancabermeja im Norden
Kolumbiens und erschossen sie. Augenzeugen
identifizierten die Täter als Mitglieder einer örtlichen
paramilitärischen Gruppe. Amaris war die Leiterin der
Frauenorganisation in der Stadt. Die OFP ist eine der
aktivsten regierungsunabhängigen Organisationen in der
Region. Sie errichtet unter anderem Schulen und betreibt
Krankenhäuser. Wie viele andere Bürgerechtsgruppen erhält
auch die OFP immer wieder Drohungen rechter Milizen. In jüngster
Zeit kämpften die Milizen mit linken Rebellen um die
Vorherrschaft in Teilen Barrancabermejas. 15/10/03: Vermittlung der Kirche um Freilassung von Urlaubern gescheitert - Bischof: Kein Kontakt mit Rebellen - Bogotá, 15. Oktober (AFP) - Die Vermittlungsbemühungen der katholischen Kirche in Kolumbien um die Freilassung von sieben entführten ausländischen Urlaubern sind gescheitert. Es sei kein Kontakt mit den Rebellen der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) zustande gekommen, sagte Bischof Hugo Puccini Banfi, einer von drei Unterhändlern, der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Am Montag hatte die ELN angekündigt, die internationale Gemeinschaft in die Verhandlungen zur Befreiung der entführten Urlauber einbeziehen zu wollen. Die ELN hatte am 12. September acht Rucksacktouristen - vier Israelis, zwei Briten, ein Spanier und eine Deutsche - in der Nähe der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida verschleppt. Einer der beiden Briten konnte jedoch fliehen. Vergangene Woche hatten die Rebellen einen von der Regierung vorgeschlagenen Gefangenenaustausch nicht ausgeschlossen; daraufhin ließen die Behörden den seit über neun Jahren inhaftierten ELN-Sprecher Carlos Arturo Velandia alias Felipe Torres frei. Mit der Geiselnahme wollen die ELN-Rebellen nach eigenen Angaben auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Militärs hinweisen. Lösegeldforderungen wurden bislang nicht bekannt. Die Guerillagruppe ist mit rund 4500 Kämpfern die zweitgrößte Rebellenorganisation in dem südamerikanischen Land. Größte Gruppe sind die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) mit mehr als 17.000 Kämpfern. 15/10/03: Chef der FARC-Guerilla in Kolumbien bietet der Armee Gespräche an - Buenos Aires (epd). Nach blutigen Gefechten in Kolumbien hat der Kommandant der FARC-Guerilla, Manuel Marulanda, seine Bereitschaft zu Gesprächen mit der Armeeführung bekräftigt. «Es wird Zeit, dass wir uns gemeinsam hinsetzen, um ernsthaft unsere Streitigkeiten beizulegen», heißt es in einem offenen Brief an die Militärspitze, den die FARC am Mittwoch auf ihrer Internetseite veröffentlichte. Marulanda schlägt den Militärs vor, in Gesprächen eine «definitive Lösung» für die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gründe zu finden, die seiner Meinung nach zum bewaffneten Konflikt in Kolumbien führten. Der Guerilla-Chef, der den Beinamen «Tirofijo» Sicherer Schuss) trägt, rief zugleich die Angehörigen der Streitkräfte zum Desertieren auf. In den vergangenen Wochen waren bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und FARC-Einheiten zahlreiche Guerilleros ums Leben gekommen. Mehrfach schon hatte Marulanda den Militärs Gespräche angeboten, darauf aber keine offizielle Antwort erhalten. Staatspräsident Álvaro Uribe lehnt Gespräche mit der FARC ab, wenn diese zuvor keinen Waffenstillstand verkünden. Mit einem erhöhten Militäretat will Uribe die Guerilla auf dem Schlachtfeld besiegen. Kolumbien steckt seit fast 40 Jahren in einem schweren Bürgerkrieg, in dem sich linksgerichtete Guerillagruppen, Militär und rechte Paramilitärs bekämpfen. Die FARC («Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens») sind mit rund 15.000 Kämpfern die größte Guerilla in dem südamerikanischen Land. 15/10/03: Anschlag auf Präsidenten der kolumbianischen Viehzüchter - Bogotá (dpa) - Der Präsident der kolumbianischen Vereinigung der Viehzüchter, Jorge Visbal, ist am Mittwoch in Bogotá nur knapp einem Anschlag entgangen. Die Täter hätten eine Panzerfaust auf den Wagen Visbals abgeschossen, als er am Sitz der Vereinigung Fedegan im Zentrum der Hauptstadt eintraf, teilte die Polizei mit. Bei einer anschließenden Schießerei zwischen den Leibwächtern des Agrarfunktionärs und den Tätern seien zwei Menschen verletzt worden, darunter einer der Angreifer. Zunächst war von einem Toten berichtet worden. Erst vor einer Woche waren bei einem Bombenanschlag in der Millionenstadt sechs Menschen getötet und 20 verletzt worden. 14/10/03: Geiselnehmer in Kolumbien fordern internationale Vermittler - Bogota (KNA) Die kolumbianischen Geiselnehmer haben die Einbeziehung internationaler Vermittler an der Seite der katholischen Kirche gefordert. Den Geiseln gehe es gut, und man sei bereit, eine Lösung zu finden, betonte die linksgerichtete Nationale Befreiungsarmee (ELN) auf ihrer Internetseite. «Es ist jedoch wichtig, dass die internationale Gemeinschaft mit den katholischen Priestern an der Freilassung mitwirkt», so die ELN. Mitte September hatten ELN-Rebellen sieben ausländische Touristen entführt, darunter auch eine Deutsche und vier Israelis. Seit geraumer Zeit bemüht sich die katholische Kirche des Landes im Einvernehmen mit der Regierung um Vermittlung in dem Geiseldrama. Nach Auskunft von Kirchenkreisen suchten die Geiselnehmer bislang jedoch keinen Kontakt zu den Priestern. 12/10/03: Wieder zwei Politiker in Kolumbien
erschossen - Bogota (AP) Vermutlich linksgerichtete
Rebellen haben in Kolumbien wieder zwei Politiker
erschossen, die bei der landesweiten Kommunalwahl am 26.
Oktober kandidierten. Die beiden waren bei der Bürgermeister-
beziehungsweise Stadtratswahl in Genova in der Provinz
Quindio im Südwesten des Landes angetreten. Ihre Leichen
wurden am Samstag gefunden. Ein Polizeisprecher machte
linksgerichtete Rebellen für die Tat verantwortlich. 23
Politiker wurden bislang getötet, acht weitere entführt.
Fast 160 Kandidaten haben ihren Rückzug erklärt. Die größte
linke Rebellengruppe, die Revolutionären Streitkräfte
Kolumbiens (FARC), hatte am Freitag zum Boykott
aufgerufen. Der Bürgerkrieg in Kolumbien dauert nun
schon rund 40 Jahre. Er kostet jedes Jahr rund 3.500
Menschen das Leben, die meisten Opfer sind Zivilisten. 11/10/03: Rebellengruppe in Kolumbien ruft zum
Wahlboykott auf - Bogota (AP) Die linksgerichtete
kolumbianische Rebellengruppe FARC hat zum Boykott der
landesweiten Wahlen am 26. Oktober aufgerufen. `In
unserem Land war das Wahlsystem schon immer durchsetzt
mit Tricks, Gewalt und Korruption. Die Stimmabgabe war
stets Augenwischerei", erklärte die größte
Rebellengruppe am Freitag. Während des Wahlkampfs um
Gouverneurs- und Bürgermeisterposten sind in den
vergangenen Wochen landesweit bereits 22 Kandidaten
ermordet und acht entführt worden. 160 Politiker zogen
ihre Kandidatur zurück, ein Drittel unter Verweis auf
Morddrohungen. Die Revolutionären Streitkräfte
Kolumbiens (FARC) bekämpfen die Regierung seit rund 40
Jahren. Der Bürgerkrieg kostet jedes Jahr rund 3.500
Menschen das Leben, die meisten sind Zivilisten. 10/10/03: In Kolumbien verschleppte Betancourt
laut FARC-Guerilla «gesund» - Bogotá, 10. Oktober
(AFP) - Die im Februar 2002 verschleppte kolumbianische
Politikerin Ingrid Betancourt ist nach Angaben ihrer Entführer
gesund. Der zweithöchste Kommandeur der FARC-Guerilla,
in deren Gewalt sich die 41-jährige Grünen-Politikerin
befindet, versicherte in einer am Freitag bei der
Nachrichtenagentur AFP in Bogotá eingegangenen Erklärung,
Betancourt habe den Wunsch, so schnell wie möglich in
ihre gewohnte Umgebung zurückzukehren. Zugleich fühle
sie sich «zu Recht von der Regierung verlassen», hieß
es in der auf den 28. September datierten Erklärung von
Raúl Reyes. Betancourts Ehemann und ihre Mutter zeigten
sich in Bogotá zugleich «sehr glücklich» und «besorgt»
über die Nachricht. Das letzte Lebenszeichen von
Betancourt stammt vom 13. Mai dieses 10/10/03: USA setzen Kopfgeld für Entführer
von US-Bürgern in Kolumbien aus -- Washington kündigt
stärkeres Vorgehen gegen Rebellen an - Washington, 10.
Oktober (AFP) - Acht Monate nach der Entführung von drei
US-Bürgern in Kolumbien wollen die Vereinigten Staaten
eine Belohnung von bis zu fünf Millionen Dollar (rund 4,25
Millionen Euro) für die Ergreifung der Täter aussetzen.
Die US-Regierung bemühe sich verstärkt darum, die
Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) für ihre
Verbrechen zu bestrafen und künftige Verbrechen zu
verhindern, sagte eine US-Außenamtssprecherin am
Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Um die Belohnungen
bekannt zu machen, werde es in ganz Kolumbien eine «aggressive
Werbekampagne» geben. Der US-Fernsehsender CBS hatte am
Mittwoch das Gespräch eines kolumbianischen Journalisten
mit den drei Geiseln ausgestrahlt, in dem diese sich
gegen eine militärische Befreiungsaktion aussprachen.
Die drei US-Bürger waren von der FARC verschleppt
worden, nachdem ihr Flugzeug am 13. Februar über dem
Dschungel im Süden des Landes abgestürzt war. Der Pilot
der Maschine wurde von den Rebellen getötet. 09/10/03: Chef der Entführer von Ausländern
in Kolumbien aus Haft entlassen - Bogotá (dpa) -
Einer der beiden seit Jahren inhaftierten Anführer der
kolumbianischen ELN-Rebellen, Felipe Torres, ist am späten
Mittwochabend (Ortszeit) aus dem Gefängnis entlassen
worden. Die zweitgrößte Rebellengruppe des Landes hält
seit dem 12. September sieben Ausländer, darunter eine
Deutsche, in ihrer Gewalt. Die Haftentlassung könnte die
Freilassung der Geiseln erleichtern. Torres habe drei Fünftel
seiner 20-jährigen Haftstrafe abgesessen, und wegen
guter Führung stehe ihm deshalb nach den kolumbianischen
Gesetzen die Freilassung zu, begründete ein
Justizsprecher die Entscheidung. Es handele sich nicht um
einen Gnadenakt oder eine politische Geste. Die Ankündigung
kam zu einem Augenblick, in dem Torres und der zweite
Sprecher des «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN),
Francisco Galán, ein Angebot von Präsident Alvaro Uribe
abgelehnt hatten, ihre Freiheit als Botschafter des
Friedens» wieder zu erlangen. Dafür sollten sie dem
bewaffneten Kampf abschwören. Die Annahme dieses
Angebots käme einem Verrat an ihren politischen Überzeugungen
gleich, 08/10/03: ELN unter Bedingung zu Austausch von
Geiseln gegen Häftlinge bereit - Kolumbianische
Guerilla fordert Freilassung kranker Genossen - Bogotá,
8. Oktober (AFP) - Im Entführungsfall um sieben ausländische
Touristen in Kolumbien hat die Guerillagruppe Nationale
Befreiungsarmee (ELN) einen von der Regierung
vorgeschlagenen Gefangenenaustausch nicht ausgeschlossen.
Die ELN könne einen Austausch der Geiseln gegen
inhaftierte Guerilleros in Erwägung ziehen, «wenn es
dabei um humanitäre Fragen geht», sagte ein Sprecher
der zweitgrößten kolumbianischen Guerillagruppe nach
Informationen der Zeitung «El Tiempo de Bogotá» (Mittwochsausgabe).
Die meisten der inhaftierten ELN-Mitglieder seien krank,
«und wir möchten, dass sie in den Tauschvorschlag
einbezogen werden», sagte der Sprecher demnach per Funk.
Die kolumbianischen Behörden hatten am Vortag
zugestimmt, den ELN-Sprecher Felipe Torres nach gut neunjähriger
Haft freizulassen. Die Freilassung war für Mittwoch
angekündigt. Bevor es zu einer Freilassung der sieben
Touristen komme, würden sie noch untersucht, teilte die
ELN weiter mit. «Einige Ausländer, die nach Kolumbien
kommen, wollen nicht nur die Schönheit unseres Landes
bewundern, sondern kommen für Geheimdienst- und Militäraktionen»,
sagte der Sprecher. Den Geiseln gehe es gut. Mit der
Geiselnahme wollen die ELN-Rebellen nach eigenen Angaben
auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada und
ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Militärs
hinweisen. Lösegeldforderungen wurden bislang nicht
bekannt. Acht Rucksacktouristen - vier Israelis, zwei
Briten, ein Spanier und eine Deutsche - waren am 12.
September nahe der historischen Ruinenstadt Ciudad
Perdida verschleppt worden. Ein 19-jähriger Brite konnte
fliehen und kehrte inzwischen in seine Heimat zurück. 08/10/03: Sechs Tote und zwölf Verletzte bei
Autobombenanschlag in Bogotá - Bogotá (dpa) - Bei
der Explosion einer Autobombe in der kolumbianischen
Hauptstadt Bogotá sind am Mittwoch sechs Menschen getötet
und zwölf verletzt worden. Das Fahrzeug sei im Geschäftsviertel
San Andresito der Millionenstadt abgestellt gewesen,
sagte ein Sprecher der Polizei. Als zwei Polizisten den
als verdächtig gemeldeten Wagen untersucht hätten, sei
die Bombe vermutlich per Fernsteuerung gezündet worden.
Die Beamten sowie vier Passanten und Straßenhändler
starben. Die Polizei in Bogotá wurde in
Alarmbereitschaft versetzt, weil Mittwoch der
inoffizielle «Tag des Rebellen» sei und deshalb weitere
Anschläge befürchtet würden, sagte der Sprecher.
Zahlreiche Geschäfte wurden durch die Druckwelle beschädigt.
Zu der Tat bekannte sich wie in Kolumbien üblich niemand.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde das
Bombenauto von drei Personen abgestellt. Vor allem die
marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens»
(FARC) sind für Bombenanschläge auch in den größeren
Städten des Landes berüchtigt. Fast immer handelt es
sich bei den Opfern um Zivilisten. 08/10/03: DPA Reportage - Kolumbianer
auf Urlaubsreise: Mit Badeente und Maschinengewehr Bogotá (dpa) - «Alles ruhig, war nicht viel
los» - lapidar fasst ein kolumbianischer Journalist
seine Wochenendschicht zusammen. Das klingt zynisch -
immerhin ist von mindestens 31 Toten die Rede - aber es
ist traurige Normalität. Die Menschen kamen bei schweren
Kämpfen zwischen Soldaten und Rebellen ums Leben, bei
der Explosion einer Autobombe und bei einem gescheiterten
Versuch des Militärs, zwei Entführungsopfer zu befreien.
Abstumpfung ist eine der Folgen des jahrzehntelangen Bürgerkrieges
und zugleich ein Schutzpanzer, um trotz des täglichen
Gemetzels ein einigermaßen normales Leben führen zu können.
Möglich ist das überhaupt nur noch in den größeren Städten.
So schwingen sich in Bogotá jeden Sonntag
zehntausende Menschen aufs Fahrrad und erobern ihre Stadt
auf zwei Rädern. Der Hauptfeind, der alltags alles in
seinen Abgasschwaden erstickende Auto- und Busverkehr,
ist am Tag des «Via Libre» (Freie Fahrt) von der
wichtigsten Durchgangsstraße verbannt. Ganze Familien
gondeln mit Kind und Kegel durchs Zentrum: Die Illusion
entspannter Normalität mit kostenloser Aerobic-Animation
im Stadtpark und Floh-Markt im Zentrum ist perfekt. Straßenhändler
bieten lauthals frisch gepressten Mango- und Maracujasaft
feil, andere versuchen - bewaffnet mit einer Luftpumpe
und einem Schraubschlüssel - ein paar Pesos am Straßenrand
zu verdienen. Viel mehr als «Plattfuß», abgelaufene
Ketten und schmerzende Hinterteile sind hier scheinbar
nicht zu befürchten. An die Wirklichkeit in diesem seit fast 40
Jahren unter einem grausamen Bürgerkrieg leidenden Land
erinnern jedoch Soldaten in Kampfanzug und mit schwerem
Feldfunkgerät, die zwischen Kinderwagen und Omas durch
die Straßen patrouillieren. Wer mit seinem Auto ins Grüne
oder gar an die Karibikküste im Norden will, muss jedoch
schon über gute Nerven verfügen. Jahrelang wagten sich
ohnehin nur Wahnsinnige aus der sicheren Insel Bogotá in
das malerische Umland. Zu groß war das Risiko, den Entführungskommandos
der linken Rebellen oder auch «normalen» Kriminellen in
die Hände zu fallen. Seit der konservative Präsident
Alvaro Uribe vor einem Jahr sein Amt antrat, werden
jedoch so genannte Puentes (Brücken) organisiert. Pünktlich
zum Beginn und zum Ende der Schulferien sowie an längeren
Wochenenden werden im ganzen Land einigermaßen sichere
Straßen-Korridore organisiert. So muss sich jeder, der
mit seinem Fahrzeug, Luftmatratze und Gummiente in den
Urlaub fahren will, zu einer festgesetzten Stunde am
Stadtrand einem Konvoi anschließen. Jeweils mehrere
Dutzend Autos fahren dann auf einer der
Hauptfernverkehrsstraßen unter Geleitschutz militärischer
Radpanzer und Jeeps mit schwerem Maschinengewehr Richtung
Strand. Über der gesamten Strecke sind zudem Aufklärungsflugzeuge
im Dauereinsatz, die bei verdächtigen Beobachtungen
sofort Hubschrauber mit Elitetruppen alarmieren können.
Alle paar Kilometer hat das Militär Straßensperren
aufgebaut. Und damit die Rebellen auch nicht aus dem
Hinterhalt zuschlagen können, fährt ein Vorauskommando
einige Kilometer vor einem jedem dieser Urlauberkonvois.
Wenn es zu Feindberührung kommt, wird die
Touristenkarawane rechtzeitig gestoppt, und es ist Zeit für
ein Picknick, bis die Straße wieder freigekämpft ist.
Bis zu 100 000 Polizisten und Soldaten sind an
manchen Wochenenden landesweit im Einsatz, um diese
Fahrten durch Feindesland abzusichern. Dennoch können Ausflügler sogar in der Nähe
von Bogotá immer noch ihr blaues Wunder erleben. Kürzlich
hatten die Gäste eines Gartenlokals im so genannten «heißen
Land» unterhalb der 2600 Meter hoch gelegenen, angenehm
kühlen Hauptstadt eine Begegnung der unangenehmen Art.
Urplötzlich tauchten etwa 50 Rebellen der marxistischen
«Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) aus
dem Wald am Straßenrand auf. Schwer bewaffnet und
schweigend sahen sie sich die schönen neuen Autos auf
dem Parkplatz an, gingen dann ebenso schweigend zwischen
den Tischen herum und verschwanden wieder. Den vor Angst
erstarrten Gästen sei das Essen im Halse stecken
geblieben, erzählt ein Diplomat lachend von dem
gespenstischen Zwischenfall. Warum die Rebellen - wie bei
solchen Gelegenheiten sonst üblich - weder Autos noch
wohlhabende Gäste als Geiseln mitnahmen, bleibt ein Rätsel.
Rätselhaft ist vieles am blutigen Konflikt in
dem südamerikanischen Land. Geht irgendwo eine Bombe
hoch, werden Familienväter vor den Augen ihrer Angehörigen
massakriert oder Geiseln am Straßenrand erschossen
aufgefunden - fast immer nennen die Behörden bald die
Rebellen oder deren Erzfeinde, die ultrarechten Paramilitärs,
als Täter. Danach aber wird dann kaum noch etwas über
die Aufklärung solcher Verbrechen bekannt. Und auch in
Bogotá geht die Angst um. Vor einigen Monaten wurde die
Betriebsfeier eines deutschen Unternehmens im obersten
Stockwerk eines vornehmen Clubs in Bogotá jäh
unterbrochen. Das Licht flackerte kurz, erlosch dann ganz.
Die Gesellschaft saß in völliger Dunkelheit, bis sich
die automatische Notbeleuchtung einschaltete. Dass es
sich um etwas mehr als einen Kurzschluss handelte, wurde
den Gästen spätestens klar, als die Kellner höflich
darum baten, sich doch bitte flach auf den Boden zu legen.
Nur einige Stockwerke tiefer bot sich ein grausiges Bild:
In der Garage des Clubs Nogal war eine Autobombe mit der
Sprengkraft von etwa 200 Kilogramm Dynamit explodiert. 33
Menschen, die sich in dem direkt darüber liegenden
Stockwerk aufgehalten hatten, starben in dem Inferno, 200
wurden zum Teil schwer verletzt. Bis auf die oberste
Etage wurde das gesamte Gebäude verwüstet. Ob es sich
wirklich um einen Anschlag der FARC handelte, wie die
Regierung schon kurz nach der Explosion behauptete, ist
bis heute unklar. Zwar gibt es mehrere Festnahmen, aber
noch keine Anklage. Der riesige Bau steht noch immer wie
ein Mahnmal im vornehmen Norden der Stadt. Oben wird aber
schon wieder gefeiert. Keine Zweifel gibt es hingegen daran, dass die
frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt im
Februar 2002 von der FARC entführt wurde. Warum die
erfahrene Politikerin an jenem Tag versuchte, mit dem
Auto von der Stadt Florencia in die Hauptstadt der gerade
erst von der Armee zurückeroberten FARC-Zone zu fahren
versuchte, ist unklar. Böse Zungen sagen, sie habe die
Entführung provoziert und damit gerechnet, schon nach
einigen Tagen als Heldin mit einer Friedensbotschaft der
Rebellen wieder frei gelassen zu werden. Ihr Mann, Juan
Carlos Lecompte, weist dies als infame Unterstellung zurück
und berichtet, ihr sei auf «Befehl aus Bogotá» der
Flug in einem der vielen Militär-Hubschrauber verboten
worden, die an jenem Tag mehr als 100 Journalisten von
Florencia nach San Vicente gebracht hätten. Der damalige
Präsident Andrés Pastrana, nicht gerade ein Freund der
unbequemen Kämpferin gegen Korruption und
Vetternwirtschaft, konnte sich unterdessen in San Vicente
im Glanz des militärischen Sieges und im
Blitzlichtgewitter der Journalisten sonnen. Für viele Kolumbianer aber sind das alles
Probleme der Reichen. Ihre größte Sorge sind nicht die
Rebellen oder die Bomben oder die Entführungen. Sie
haben eine Heidenangst vor Arbeitslosigkeit, Hunger,
Elend und Krankheit. Etwa 55 Prozent der 43 Millionen
Kolumbianer leben unterhalb der Armutsgrenze und schlagen
sich mit umgerechnet gerade mal knapp 100 Dollar
monatlich durchs Leben. Mitten im dichten Autoverkehr
versuchen sie an Ampeln mit längerer Rotphase Kaugummi,
Kugelschreiber oder Blumen zu verhökern. Nachts zieht
ein Heer von Müllsuchern durch die Straßen und wühlt
im Abfall nach allem irgendwie noch Brauchbarem. Und nach
Essen aus den Mülltüten der Wohlhabenden. In den noch
viel ärmeren Provinzen haben die Rebellen und die
Paramilitärs beim Anwerben meist noch jugendlicher künftiger
Kämpfer deshalb leichtes Spiel. «Die bieten den halb
verhungerten Kindern und Jugendlichen zum ersten Mal im
Leben drei Mahlzeiten am Tag, eine schicke Uniform, neue
Gummistiefel und den Status einer gefürchteten
Respektsperson», erzählt der bekannte Journalist und
Autor mehrerer Bücher über den Konflikt, Gérman Castro.
Die Regierung versucht, diese Jugendlichen durch ein
Wiedereingliederungsverfahren zur Fahnenflucht zu
animieren. Die Jungen und Mädchen, so genannte «Reinsertados»
(Wiedereingegliederte), stehen unter dem Schutz der Behörden
und erhalten eine Starthilfe in ein ziviles Leben. Vor
Journalisten berichten sie von entsetzlichen Gräueltaten
der Rebellen, vor allem an Deserteuren. Dass sie dabei
den Rebellen Folterungen vorwerfen, für die vor allem
die Paramilitärs berüchtigt sind, muss ihre Glaubwürdigkeit
nicht unbedingt in Frage stellen, könnte der Regierung
aber sehr gut ins Konzept passen. «Uribe erklärt zwar
verbal ständig seine Bereitschaft zu Verhandlungen, tut
faktisch aber alles, um dies unmöglich zu machen»,
kritisiert der Dekan der Jesuiten-Universität, Fernando
Giraldo. In Kolumbien ist offenbar nichts so, wie es
erscheint. Jede Information kann eben so gut eine Lüge
sein. Die meisten Kolumbianer misstrauen deshalb fast
jedem und allem und versuchen, ihr Leben so weit wie möglich
aus dem Konflikt herauszuhalten. Und hoffen, dass Uribe
sein Wahlversprechen hält, die Rebellen und die
Paramilitärs militärisch zu besiegen. Koste es was es
wolle. 08/10/03: Kolumbianischer Guerillaführer soll
freigelassen werden - In Bemühungen um Freilassung
von entführten Touristen - Bogotá, 8. Oktober (AFP) -
In den Bemühungen um die Freilassung von sieben in
Kolumbien entführten Touristen, unter ihnen eine
Deutsche, haben die Behörden die Haftentlassung eines
Guerilla-Funktionärs zugesagt. Der Sprecher der
Nationalen Befreiungsarmee (ELN), Felipe Torres, solle am
Mittwoch nach gut neunjähriger Haft auf freien Fuß
gesetzt werden, teilte ein regionaler Justizrat am
Dienstag (Ortszeit) mit. Die ursprünglich 20-jährige
Haftstrafe für Torres wegen Terrorismus werde wegen
guter Führung und seines Studiums während der Haftzeit
verkürzt. Staatspräsident Alvaro Uribe hatte die
katholische Kirche gebeten, bei ihren Vermittlungsbemühungen
Möglichkeiten für Friedensgespräche auszuloten,
nachdem die Guerilla die 08/10/03: Zwei kolumbianische Bürgermeister
erschossen - Nach Verhandlungen mit Rebellen -Bogota
(AP) Nach Verhandlungen mit linksgerichteten Rebellen
sind in Kolumbien zwei Bürgermeister getötet worden.
Guerilleros hätten die beiden Politiker erschossen,
teilten die kolumbianischen Streitkräfte am Dienstag mit.
Orlando Hoyos und Jaime Zambrano hatten sich am Montag in
der Bergregion Cauca mit Vertretern der Revolutionären
Streitkräfte Kolumbiens (FARC) getroffen, der größten
linksgerichteten Rebellenorganisation in dem
lateinamerikanischen Land. Hoyos, Bürgermeister von
Bolivar, wurde nach Angaben des Gouverneurs von Cauca auf
der Rückfahrt überfallen und von zwei FARC-Kämpfern
erschossen. Der Bürgermeister von Santa Rosa, Zambrano,
sei vermutlich von Rebellen der Nationalen
Befreiungsarmee (ELN) getötet worden, hieß es weiter.
Die FARC beschuldigte Hoyos und Zambrano der
Zusammenarbeit mit rechtsgerichteten paramilitärischen
Gruppen, die die linksgerichteten Rebellengruppen bekämpfen.
Nach Angaben des kolumbianischen Gemeindebunds wurden in
den vergangenen drei Jahren mindestens 30 Bürgermeister
und 60 städtische Abgeordnete ermordet. In den
vergangenen Wochen häuften sich wegen der Ende des
Monats anstehenden Wahlen Attentate auf Politiker. Ob die
beiden jüngsten Fälle mit den Kommunal- und
Gouverneurswahlen am 26. Oktober in Verbindung stehen,
war zunächst allerdings unklar. 07/10/03: Bemühungen um Freilassung von
Touristen in entscheidender Phase - Kolumbianische
Kirchendelegation will schnelle Lösung - Santa Marta, 7.
Oktober (AFP) - Die Bemühungen zur Freilassung von
sieben in Kolumbien entführten Touristen, unter ihnen
eine Deutsche, sind nach Angaben aus Verhandlungskreisen
in eine entscheidende Phase getreten. Die
Vermittlungsmission der Katholischen Kirche wolle eine
rasche Lösung erreichen, hieß es am Montagabend (Orstzeit)
in Santa Marta im bergigen Norden des südamerikanischen
Landes. Der Erzbischof der Großstadt Medellín, Alberto
Giraldo, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Mission
erfordere «größte Diskretion und Vorsicht», um den
Verhandlungserfolg nicht zu gefährden. Die Delegation
trifft sich mit Vertretern der so genannten Nordfront der
Guerillagruppe Nationale Befreiungsarmee (ELN). Giraldo
hatte am Donnerstag bei einem Treffen mit inhaftierten Führern
der Guerillabewegung im Hochsicherheitsgefängnis von
Itaguí die katholische Vermittlungsmission vereinbart.
Die Suchaktion von Hunderten von Polizisten nach den von
der ELN in der Sierra Nevada de Santa Marta verschleppten
Geiseln dauerte unterdessen an, wie
Verteidigungsministerin Martha Lucía Ramírez mitteilte.
Zu der Kirchendelegation gehören der Priester Darío
Echeverri, Generalsekretär der Nationalen Versöhnungskommission,
und der in der Kirchenleitung für soziale Fragen zuständige
Geistliche Héctor Fabio Hanao. Der Friedensbeauftragte
von Staatspräsident Alvaro Uribe, Luis Carlos Restrepo,
rief die Guerilla auf, ihre Geiseln freizulassen und
Friedensgespräche mit der Regierung aufzunehmen. Uribe
hatte die Kirche gebeten, bei ihren Vermittlungsbemühungen
Möglichkeiten für solche Gespräche auszuloten, nachdem
die Guerilla die Verantwortung für die Geiselnahme übernommen
und zugleich Verhandlungsbereitschaft angekündigt hatte.
Für den Fall, dass sich die nach wie vor einflussreichen
inhaftierten ELN-Führer Francisco Galán und Felipe
Torres von der Guerilla lossagen und einen Friedensdialog
in Gang bringen sollten, stellte Uribe ihre Freilassung
in Aussicht. Mit der Geiselnahme wollen die ELN-Rebellen
nach eigenen Angaben auf die Not verarmter Bauern in der
Sierra Nevada und ihre Drangsalierung durch Soldaten und
ultrarechte Militärs hinweisen. Lösegeldforderungen
wurden bislang nicht bekannt. Die acht 05/10/03: Bürgermeisterkandidat
in Kolumbien erschossen - Bogota (AP) Attentäter
haben in der Nähe der mittelkolumbianischen Stadt Chivor
einen Bürgermeisterkandidaten erschossen. Damit wurden
bislang 16 Politiker vor den Ende des Monats anstehenden
Wahlen ermordet. Wie die Polizei am Samstag mitteilte,
wurde der Anschlag auf Jorge Roa am Freitag in einem ländlichen
verübt. Einer seiner Begleiter wurde ebenfalls getötet,
zwei weitere verletzt. Wer die Attentäter waren, war
unbekannt. Roa soll zuvor keine Todesdrohungen erhalten
haben. Einem Zeitungsbericht zufolge sollen Roas Angehörige
einen Anruf erhalten haben, demzufolge sich Rebellen zu
der Tat bekannten. Die Regierung macht die Revolutionären
Streitkräfte Kolumbiens (FARC) für die meisten der
Anschläge verantwortlich. Am 26. Oktober finden in
Kolumbien Kommunal- und Gouverneurswahlen statt. 03/10/03: Kirchenvertreter
zu Entführern von Touristen aufgebrochen -
Kolumbianische Unterhändler treffen inhaftierte
Rebellenführer = Bogota (AP) Zu Verhandlungen über
eine Freilassung von sieben in Kolumbien entführten ausländischen
Touristen ist eine Delegation der katholischen Kirche am
Freitag in die Berge im Norden des Landes aufgebrochen.
Im dortigen Dschungel werden die Verschleppten vermutet.
Zuvor hatten sich Unterhändler der Regierung und der
Kirche mit inhaftierten Führern der Guerillabewegung
Nationale Befreiungsarmee (ELN) getroffen. Zu welchem
Ergebnis die Gespräche des Geistlichen Dario Echeverri
und des Regierungsbevollmächtigten Luis Carlos Restrepo
mit den beiden Rebellen führten, wurde nicht bekannt.
Der Erzbischof von Medellin, Alberto Giraldo, sagte im
Rundfunksender Caracol, Echeverri leite die Delegation,
die in der Sierra Nevada Kontakt zu Kommandeuren der ELN
aufnehmen wolle. Die Delegation bemühe sich um eine
schnelle Lösung, da die Entführung den Familien der
Entführten und der internationalen Gemeinschaft bereits
zu viel Pein bereitet habe. Die Kirche arbeite eng mit
Regierungsunterhändler Restrepo zusammen. Der
kolumbianische Präsident Alvaro Uribe begrüßte die
Vermittlungsmission. Er habe volles Vertrauen, dass die
Delegation eine schnelle Freilassung der Touristen
erreichen werde. Ferner bat er die Kirche, die Möglichkeit
von Friedensgesprächen mit der ELN auszuloten. Die
Suchaktion der Armee, an der Hunderte Soldaten beteiligt
sind, werde jedoch fortgesetzt. Echeverri, Generalsekretär
der Nationalen Versöhnungskommission, und Giraldo trafen
die ELN- Führer Felipe Torres und Francisco Galan am
Donnerstag zu mehrstündigen Gesprächen im Itagui- Gefängnis.
Am Dienstag bat bereits Restrepo die ELN- Mitglieder um
ihre Hilfe. Er überbrachte den beiden vor mehr als zehn
Jahren verhafteten Guerilla-Kämpfern ein Angebot Uribes,
sie freizulassen, wenn sie sich dem Einsatz für den
Frieden verpflichten, wie das Büro des Präsidenten
mitteilte. Torres und Galan gelten nach wie vor als
einflussreich innerhalb der ELN und haben bereits in der
Vergangenheit bei Geiselnahmen vermittelt. Die ELN hat
sich zur Entführung der Touristen bekannt, um auf die
Not verarmter Bauern hinzuweisen. Lösegeldforderungen
wurden bisher nicht erhoben. Die Rucksacktouristen - vier
Israelis, zwei Briten, eine Deutsche und ein Spanier -
waren am 12. September nahe der `Verlorenen Stadt",
einer historischen Ruinenstätte, entführt worden. Einem
der Briten gelang vergangene Woche die Flucht. 03/10/03: Kolumbianische
Guerilla bekennt sich zu Abschuss von US-Flugzeug - Bogotá,
3. Oktober (AFP) - Die kolumbianische Guerillagruppe
Nationales Befreiungsheer (ELN) hat sich zum Abschuss
eines US-Flugzeugs vor knapp zwei Wochen bekannt, das im
Kampf gegen Drogen eingesetzt wurde. Die Rebellen hätten
am 21. September eine OV-10 Buffalo in der Region
Catatumbo im Nordosten Kolumbiens abgeschossen, erklärte
die ELN am Donnerstag auf ihrer Website. Das US-Außenamt
hatte den Abschuss bestätigt, ohne die mutmaßlichen Täter
zu nennen. Dabei war der aus Costa Rica stammende Pilot
ums Leben gekommen. Die USA helfen der Regierung in Bogotá
im Rahmen des ehrgeizigen «Plan Colombia» beim Kampf
gegen die Drogen. Unter anderem werden dabei tief
fliegende Flugzeuge eingesetzt, die mit Herbiziden Coca-Plantagen
zerstören. Da die Flieger so weit heruntergehen, sind
sie öfters Ziel von Angriffen. 02/10/03: Friedensbeauftragter
trifft Guerilla-Anführer in Gefängnis - Bogotá, 2.
Oktober (AFP) - Die kolumbianische Regierung hat
Verhandlungen mit den Entführern der seit Mitte
September verschleppten sieben ausländischen Geiseln
aufgenommen. Die Guerillagruppe Nationales Befreiungsheer
(ELN) habe ihre Bereitschaft signalisiert, einen Weg zur
Freilassung der Entführten zu finden, sagte der
Friedensbeauftragte der kolumbianischen Regierung, Luis
Carlos Restrepo, nach Gesprächen mit den ELN- Anführern
Francisco Galan und Felipe Torres. Beide sitzen derzeit
im Hochsicherheitsgefängnis von Itaguí, 400 Kilometer
nordwestlich der Hauptstadt Bogotá, in Haft. Kolumbiens
Präsident Alvaro Uribe hatte ihre Freilassung für den
Fall in Aussicht gestellt, dass sie sich von der ELN
lossagen und einen Friedensdialog in Gang bringen.
Restrepo zeigte sich zuversichtlich, dass die ELN eine
Vermittlung durch die katholische Kirche akzeptieren
werde, von der er sich eine rasche Befreiung der Geiseln
verspricht, unter denen sich auch eine Deutsche befindet.
Am Montag hatte die Regierung die Kirche offiziell um
Hilfe gebeten, nachdem die ELN die Verantwortung für die
Geiselnahme übernommen und gleichzeitig
Verhandlungsbereitschaft angekündigt hatte. Die vier
Israelis, zwei Briten, ein Spanier und eine Deutsche
waren am 12. September in der Bergregion Sierra Nevada de
Santa Marta im Norden Kolumbiens beim Besuch eines
Indianerreservats verschleppt worden. Ein 19-jähriger
Brite konnte fliehen und kehrte inzwischen in seine
Heimat zurück. Mit der Geiselnahme will die ELN, die
zweitgrößte Guerillagruppe Kolumbiens, nach eigener
Darstellung auf die Probleme der Menschen in der Sierra
Nevada aufmerksam machen, denen Soldaten und Paramilitärs
das Leben schwer machen. Die Indianer der Region hatten
jedoch ihren Unmut über die Präsenz aller bewaffneter
Gruppen einschließlich der ELN in ihrer Heimat bekundet.
02/10/03: Kolumbiens
Regierung spricht mit Rebellen über Freiheit für
Geiseln - Bogotá (dpa) - Die kolumbianische
Regierung hat Gespräche mit den ELN-Rebellen über eine
mögliche Freilassung sieben entführter Ausländer,
darunter eine Deutsche, aufgenommen. Der
Friedensbeauftragte der Regierung, Luis Carlos Restrepo,
sei am Mittwoch in das Hochsicherheitsgefängnis in Itagüí
im Nordwesten des Landes gereist, um sich mit den beiden
inhaftierten Sprechern des «Nationalen Befreiungsheeres»
(ELN), Francisco Galán und Felipe Torres zu treffen,
teilte ein Sprecher mit. Präsident Alvaro Uribe hatte
zuvor angeboten, die beiden Guerilleros als «Friedensvermittler»
auf freien Fuß zu setzen. Das ELN hatte die Ausländer,
darunter auch vier Israelis sowie je ein Brite und ein
Spanier, am 12. September in der Sierra Nevada de Santa
Marta im Norden des Landes verschleppt. In einem
Bekennerschreiben forderten die Rebellen die Entsendung
einer internationalen Kommission in die Region, die
Menschenrechtsverletzungen durch das Militär und rechte
Paramilitärs dokumentieren solle. Von den Entführern
und ihren Opfern fehlt jede Spur. 01/10/03: Bremerin soll
unter den in Kolumbien entführten Touristen sein -
Bremen (AP) Eine Bremerin soll unter den vor drei Wochen
in Kolumbien entführten Touristen sein. Nach Recherchen
des `Weser-Kuriers" handelt es sich um die 31-jährige
Reinhilt Weigel. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes
lehnte auf AP-Anfrage Stellungnahmen zur Identität des
Opfers ab. Er verwies jedoch darauf, dass die
Bundesregierung ihre Bemühungen zur Freilassung der
Deutschen unverändert fortsetze. Im Auswärtigen Amt
befasst sich der Krisenstab Kolumbien mit dem Fall, bestätigte
der Sprecher. Die deutsche Botschaft in Bogota sei
eingeschaltet und im Kontakt mit der kolumbianischen
Regierung und den Auslandsvertretungen der anderen
betroffenen Staaten in Bogota. Die Rucksack-Touristen -
vier Israelis, zwei Briten, eine Deutsche und ein Spanier
- waren am 12. September nahe der Verlorenen Stadt"
der präkolumbianischen Tayrna-Kultur entführt worden.
Einem Briten gelang die Flucht. Am Montag hatte sich die
Guerillabewegung Nationales Befreiungsheer (ELN) zu der
Entführung bekannt. 01/10/03: Botschafter und
Kirche bemühen sich um Geiseln in Kolumbien - Bogotá
(dpa) - Schweden, die Schweiz, Spanien und Kuba bemühen
sich um die Freilassung der von der linken Rebellengruppe
ELN in Kolumbien entführten sieben Ausländer, darunter
eine Deutsche. Bei den anderen Geiseln handelt es sich um
vier Israelis sowie einen Briten und einen Spanier. Die
so genannte Gruppe der befreundeten Länder hatte schon
früher bei Friedenskontakten des «Nationalen
Befreiungsheeres» (ELN) mit der Regierung vermittelt.
Die Botschafter der betreffenden Staaten in Bogotá hätten
sich am Dienstag mit einem Komitee aus Zivilisten
getroffen, das sich für die Freilassung der Touristen
einsetzt, sagte der frühere kolumbianische Außenminister
Augusto Ramírez. Die Vereinten Nationen (UN) riefen die
Guerilleros auf, die Geiseln sofort freizulassen. Auch
die katholische Kirche wollte ihre Beziehungen nutzen, um
die Geiselnahme zu einem friedlichen Ende zu führen. Präsident
Alvaro Uribe hatte bereits zuvor angeboten, inhaftierte
ELN-Anführer als «Botschafter des Friedens» auf freien
Fuß zu setzen. Bisher habe er jedoch keine positive
Antwort auf diesen Vorstoß erhalten, sagte er. Das ELN,
die zweitgrößte kolumbianische Rebellengruppe, hatte
sich am Vortag zu der Entführung bekannt. Die Gruppe
verlangte die Entsendung einer internationalen Kommission
in die Sierra Nevada de Santa Marta im Norden des Landes.
Sie solle die Verletzung von Menschenrechten durch die
Armee und rechte Paramilitärs dokumentieren und damit
Bedingungen für eine mögliche Freilassung der Geiseln
schaffen. Weitere Forderungen wurden zunächst nicht
bekannt. Parlamentspräsident Germán Vargas forderte
eine Untersuchung zu Gerüchten, dass es sich bei einigen
der entführten Ausländer um Waffenschieber für das ELN
handeln soll. Bei einigen der Entführten handele es sich
«eventuell nicht gerade um Heilige», sagte Vargas, ohne
jedoch Beweise vorzulegen. 30/09/03: Bürgermeisterkandidat
in Kolumbien ermordet - Bogota (AP) In Kolumbien ist
erneut ein Politiker einem Attentat zum Opfer gefallen.
Jose Castillo wurde am Dienstag erschossen, als er sein
Haus in Soledad in der Nähe von Barranquilla verließ.
Den beiden Attentätern gelang die Flucht, bevor die
Leibwächter zurückschießen konnten, wie ein
Polizeisprecher mitteilte. Castillo wollte für die
Liberale Partei bei den Wahlen am 26. Oktober als Bürgermeister
kandidieren. Er war landesweit bereits der 15. Kandidat,
der im Wahlkampf ermordet wurde. Hinter den meisten 30/09/03: 26 Tote bei
Gefechten in Kolumbien Bogotá (dpa) - Ein
kolumbianischer Soldat und 25 linke Rebellen sowie rechte
Paramilitärs sind nach Angaben der Streitkräfte bei
Gefechten in verschiedenen Landesteilen getötet worden.
Zudem hätten die Truppen in der Sierra Nevada de Santa
Marta in einem eroberten Lager des an Kuba orientierten
«Nationalen Befreiungsheeres» (ELN) Kleidungsstücke
der vor zweieinhalb Wochen entführten sieben Ausländer,
darunter einer Deutschen, gefunden, teilte das Militär
am Montag weiter mit. Mindestens zwei Dutzend Helfer der
Entführer vom ELN, das sich zu der Verschleppung der
Touristen bekannt hat, seien festgenommen worden. Das ELN
verlangt die Entsendung einer internationalen Kommission
in die Region, die behauptete Menschenrechtsverletzungen
durch das Militär und die Paramilitärs dokumentieren
solle. Bei Kämpfen im Nordwesten des Landes seien in der
Provinz Antioquia fünf Mitglieder der paramilitärischen
«Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens» (AUC)
erschossen worden, teilten die Streitkräfte weiter mit.
Im Zentrum des Landes seien bei einer Schießerei drei
Rebellen der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte
Kolumbiens» (FARC) getötet worden. Dabei sei auch ein
Soldat tödlich verletzt worden. In der Nähe der
Hauptstadt Bogotá und in der zentralen Provinz Meta
seien neun weitere FARC-Guerilleros bei Kämpfen
gestorben. In der Nähe der Grenze zu Venezuela im Norden
seien acht Rebellen der FARC sowie des «Nationalen
Befreiungsheeres» (ELN) getötet worden. 29/09/03: ELN bekennt
sich zu Entführung von Ausländern in Kolumbien -
Bogotá (dpa) - Die zweitgrößte kolumbianische
Rebellengruppe ELN hat sich zur Entführung von sieben
Ausländern, darunter einer Deutschen, bekannt. Zugleich
forderte das an Kuba orientierte «Nationale
Befreiungsheer» (ELN) auf seiner Internetseite am Montag
die Entsendung einer internationalen Kommission in die
Sierra Nevada de Santa Marta im Norden des Landes. Sie
solle die Verletzung von Menschenrechten durch die Armee
und rechte Paramilitärs dokumentieren und damit die
Bedingungen für eine mögliche Freilassung der Geiseln
schaffen. In der Bergregion waren die Deutsche und zunächst
sieben weitere junge Rucksacktouristen aus Großbritannien,
Israel und Spanien am 12. September verschleppt worden.
Ein junger Brite hatte zwischenzeitlich fliehen können.
In der Erklärung des ELN heißt es weiter, die Touristen
seien entführt worden, um an den Sturz des chilenischen
Präsidenten Salvador Allende am 11. September vor 30
Jahren und an die von «Terror und Tod» geprägte Lage
in Kolumbien zu erinnern. «Das ELN übernimmt die
Verantwortung für die Aktion Allende lebt 30 Jahre nach
seinem Tod. Dabei wurden die Ausländer in der Sierra
Nevada festgenommen, und wir bekräftigen dadurch unser
Versprechen, für den Frieden mit sozialer Gerechtigkeit,
für ein erneuertes Land und eine neue Regierung» zu kämpfen,
stand in dem ELN-Text. Die Armee und die Paramilitärs hätten
die Region jedoch von der Außenwelt abgeschnitten und würden
Reisende wahllos umbringen sowie die Versorgung mit
Lebensmitteln behindern. Für die Unversehrtheit der
Geiseln machten die Rebellen einzig und allein Präsident
Alvaro Uribe verantwortlich. Unter seiner Leitung suchen
seit 17 Tagen etwa 2000 Soldaten nach den Entführern und
ihren Opfern. Die Guerilleros betonten, sie seien für
eine gewaltlose Lösung des Geiselkonflikts. Das ELN hat
in den vergangenen Jahren stark an Einfluss verloren.
Viele seiner Mitglieder desertierten zu den rechten
Paramilitärs. Heute hält das ELN noch etwa 4500 Frauen 28/09/03: Zehn Tote bei
Bombenanschlag in Kolumbien / Suche nach verschleppten
Touristen fortgesetzt - Bogota (AP) Bei einem
Bombenanschlag in Kolumbien sind am Sonntag zehn Menschen
getötet und 48 verletzt worden. Die Behörden machten
die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) für
den Anschlag im Zentrum der Provinzhauptstadt Florencia
verantwortlich. Der auf einem Motorrad versteckte
Sprengsatz wurde mit einer Fernsteuerung gezündet. Zum
Zeitpunkt des Anschlags gegen 4.00 Uhr früh (13.00 Uhr
MESZ) waren noch viele Besucher von Bars und Nachtklubs
auf den Straßen unterwegs. Das Motorrad war nach Angaben
von General Luis Alberto Ardilla vor einem vielbesuchten
Nachtklub abgestellt. Unter den Toten sind auch ein neunjähriges
Kind und zwei Polizisten. Florencia liegt 380 Kilometer südwestlich
der Hauptstadt Bogota. Bei der Suche nach den in
Kolumbien entführten Touristen haben Soldaten am
Wochenende vier mutmaßliche Guerilleros erschossen.
Diese wollten nach Angaben der Armee Minen legen, um den
Vormarsch der Truppen in der Sierra Nevada aufzuhalten.
Einem Armeesprecher zufolge handelt es sich bei den
Erschossenen vermutlich um FARC-Mitglieder. Mehr als 1.500
Soldaten waren auch am Sonntag in der vom Regenwald überwachsenen
Sierra Nevada im Norden Kolumbiens im Einsatz, um die
Touristen aufzuspüren - vier Israelis, eine Deutsche,
einen Briten und einen Spanier. Starker Regen und dichter
Nebel behinderten die Suche in dem unwegsamen Berggebiet.
Die sieben Geiseln waren am 12. September aus der
historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida verschleppt
worden. 28/09/03: Bei Suche nach
Geiseln vier Rebellen getötet / Kirche in Kolumbien
bietet Vermittlung an - Bogota (AP) Bei der Suche
nach den in Kolumbien entführten Touristen haben die
Streitkräfte vier mutmaßliche Rebellen getötet. Nach
Armeeangaben wollten die Männer am Samstag Minen legen,
um den Vormarsch der Truppen in der Sierra Nevada
aufzuhalten. Die katholische Kirche bot unterdessen an,
bei Verhandlungen zur Freilassung der sieben Entführten
zu vermitteln. Einem Armeesprecher zufolge handelte es
sich bei den Erschossenen höchstwahrscheinlich um
Mitglieder der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC),
der größten linksgerichteten Rebellenorganisation in
dem lateinamerikanischen Land. Bislang wurde hinter der
Entführung allerdings die kleinere Nationale
Befreiungsarmee (ELN) vermutet. Beobachtern zufolge könnte
dies auf eine verstärkte Zusammenarbeit der beiden
linken Gruppen hindeuten. Mehr als 1.500 Soldaten waren
auch am Sonntag in der vom Regenwald überwachsenen
Sierra Nevada im Norden Kolumbiens im Einsatz, um die
Touristen - vier Israelis, eine Deutsche, einen Brite und
einen Spanier - aufzuspüren. Starker Regen und dichter
Nebel behinderten die Suche in dem unwegsamen Berggebiet.
Die sieben Geiseln waren am 12. September aus der
historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida verschleppt
worden. Einem 19-jährigen Briten gelang später die
Flucht. Der Geistliche Dario Echeverry bot am
Freitagabend die Hilfe der Kirche bei Verhandlungen mit
den Rebellen an - aus humanitären Gründen, wie er sagte.
Die Geiselnahme könnte ernste Auswirkungen auf die Bemühungen
um Frieden in Kolumbien haben - insbesondere auf die
Bereitschaft ausländischer Regierungen oder
Menschenrechtsorganisationen, den Dialog mit der ELN
fortzusetzen. `Das ist eine sehr komplizierte Situation
f}r die ELN", sagte Echeverry. Der kolumbianische Präsident
Alvaro Uribe begrüßte das Angebot des Geistlichen.
`Jede Vermittlung der Kirche ist gut", sagte er.
Uribe wollte am Sonntag die Küstenstadt Santa Marta am
Fuße der Sierra Nevada besuchen, um sich über den Großeinsatz
informieren zu lassen. 27/09/03: Uribe fordert
Freilassung ausländischer Geiseln in Kolumbien - Kolumbiens
Präsident macht Rebellengruppe ELN verantwortlich - Bogotá,
27. September (AFP) - Nach der Flucht eines Briten aus
der Gewalt von Entführern in Kolumbien hat der
kolumbianische Präsident Alvaro Uribe die Guerillagruppe
Nationale Befreiungsarmee (ELN) aufgefordert, die übrigen
sieben entführten Touristen freizulassen. «Ich fordere
die ELN auf, diese Menschen freizulassen (...) und sich
an den Verhandlungstisch zu setzen», sagte Uribe am
Freitag im Rundfunksender Caracol. Es gebe «zahlreiche
Beweise», dass die ELN für die Entführung
verantwortlich sei. Uribe bot der ELN an, im Gegenzug zur
Freilassung der Touristen zwei Anführer der Guerillakämpfer,
Francisco Galan und Felipe Torres, auf freien Fuß zu
setzen. Die ELN ist mit 4500 Kämpfern die zweitgrößte
Rebellengruppe Kolumbiens; die Revolutionären Streitkräfte
Kolumbiens (FARC) verfügen über 17.000 Kämpfer. Der Präsident
warf der FARC vor, die ELN zu beeinflussen und
Friedensgespräche mit der Regierung zu verhindern. Uribe
hatte bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr angekündigt,
hart gegen die Rebellen vorzugehen. Der Brite Matthew
Scott war aus den Fängen der Entführer geflohen 26/09/03: Britische Ex-Geisel
aus Kolumbien zurückgekehrt - Familie des 19-Jährigen
freut sich über ein «Wunder" London, 26.
September (AFP) - Nach der Flucht aus den Fängen einer
Entführergruppe in Kolumbien und einer fast zweiwöchigen
Wanderung durch den Dschungel ist der Brite Matthew Scott
wohlbehalten zu seiner Familie zurückgekehrt. «Ich
konnte es noch immer nicht glauben. Es ist eine Art
Wunder», sagte der Vater des 19-Jährigen, James, am
Freitag nach der Ankunft seines Sohnes am Flughafen
London-Heathrow. Die Touristengruppe des Heimkehrers, zu
der auch eine Deutsche gehört, war am 12. September von
einer bewaffneten Gruppe etwa tausend Kilometer nördlich
von Bogotá entführt worden. Scott konnte noch am selben
Tag entkommen. Seine Familie reagierte auf die Nachricht
von der geglückten Flucht Scotts mit großer Freude: «Wir
sprangen auf und ab, und dann öffneten wir Champagner»,
sagte sein Vater, ein im Süden Londons ansässiger
Chirurg. «Es ist so aufregend - ein Mann, von dem du
geglaubt hast, er könnte tot sein, spricht plötzlich
einfach so mit dir», erklärte er vor Journalisten.
Scott gab nach seiner Ankunft in Kolumbien im Mai in Cali
im Norden des Landes Englischunterricht. Zusammen mit
einem weiteren Briten, einer Deutschen, einem Spanier und
vier Israelis bereiste er den Tairona-Nationalpark an der
Karibikküste, wo sie von Bewaffneten entführt wurden.
Nach geglückter Flucht irrte er zwölf Tage lang ohne
Nahrung durch den Urwald, bis ihn ein Indianerstamm am
Dienstag entdeckte. In der Zwischenzeit nahm er allein
Flusswasser zu sich. Von den sieben übrigen Entführten
fehlte am Freitag weiterhin jede Spur. "Als mich
diese Menschen fanden, gaben sie mir eine Bohnensuppe mit
etwas Salz und drei Orangen. Das waren die einzigen
Dinge, die ich in den vergangenen zwölf Tagen gegessen
habe», sagte Scott nach seiner Rückkehr. Noch zehn Tage
hat der Brite nun Zeit, wieder zu Kräften zu kommen,
dann beginnt sein Maschinenbau-Studium in Oxford. Der
kolumbianische Armeegeneral Carlos Ospina kündigte Verstärkungen
für die mit der Suche nach den Entführten 25/09/03: Bundesregierung
drängt auf Friedensverhandlungen in Kolumbien - Berlin
(dpa) - Die Bundesregierung will sich gemeinsam mit der
EU und den Vereinten Nationen dafür einsetzen, dass die
Friedensverhandlungen in Kolumbien fortgesetzt werden.
Man werde alle Bemühungen von Präsident Alvaro Uribe
unterstützen, die auf eine Friedenslösung setzen, sagte
die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller
(Grüne), am Donnerstagabend im Bundestag. Zudem werde
die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung,
Claudia Roth (Grüne), Anfang des kommenden Monats nach
Kolumbien reisen, um sich dort ein Bild von der aktuellen
Situation zu machen. Seit Jahrzehnten tobt in Kolumbien
ein bewaffneter Konflikt. Derzeit gibt es in dem südamerikanischen
Land rund 2,5 Millionen Flüchtlinge; pro Jahr werden
etwa 3000 Menschen entführt. Erst vor zwei Wochen waren
im Norden Kolumbien acht Ausländer verschleppt worden,
darunter auch eine Deutsche. 25/09/03: Kolumbianische
Streitkräfte wollen Suche nach Geiseln verstärken -
Bogota (AP) Nach der erfolgreichen Flucht einer
britischen Geisel wollen die kolumbianischen Streitkräfte
die Suche nach den übrigen sieben verschleppten
Touristen verstärken. Heereschef General Carlos Ospina
sagte am Donnerstag, für Hinweise auf den Aufenthaltsort
der Kidnapper sei eine Belohnung in Höhe von umgerechnet
rund 15.000 Euro ausgesetzt worden. Sondereinsatztruppen
stünden für eine Rettungsaktion bereit. Am Mittwoch war
ein Brite von einer Militärpatrouille entdeckt worden,
der zuvor den Geiselnehmern entkommen war. `Wenn wir den
Aufenthaltsort der Geiseln erfahren, werden sich meine Männer
sofort auf den Weg machen, um die Operation zu starten",
kündigte Ospina an. `Wir hoffen, sie ohne den Verlust
von Menschenleben retten zu können". Nach Angaben
des Heereschefs verdichteten sich die Hinweise, dass
hinter der Geiselnahme die linksgerichtete Nationale
Befreiungsarmee (ELN) stehe. Die ELN ist nach den
Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) die
zweitgrößte Rebellenorganisation in dem südamerikanischen
Land. Die deutschen Behörden reagierten zurückhaltend
auf Ospinas Erklärung. Ein Regierungssprecher in Berlin
erklärte, Leben und Gesundheit der Geiseln hätten
oberste Priorität. Der 19-jährige Brite hielt sich am
Donnerstag weiter in der britischen Botschaft in Bogota
auf. Nach Angaben von Diplomaten ist er bei guter
Gesundheit und soll in Kürze in seine Heimat geflogen
werden. Dem Mann war während eines Gewaltmarsches durch
den Dschungel der Sierra Nevada die Flucht gelungen. Er
war am 12. September gemeinsam mit sieben weiteren
Rucksacktouristen aus der historischen Ruinenstadt Ciudad
Perdida in der Sierra Nevada verschleppt worden. Zu der
Gruppe gehörten ein weiterer Brite, vier Israelis, eine
Deutsche und ein Spanier. 25/09/03: Geiseln in
Kolumbien leiden unter Strapazen und Todesangst - Buenos
Aires/Bogotá (dpa) - Mit dem Mut der Verzweiflung stürzte
sich der junge Brite Matthew Scott auf der Flucht vor
seinen kolumbianischen Entführern einen steilen Berghang
hinunter. «Endlos bin ich hinabgestürzt und hatte
Angst, mir Arme und Beine zu brechen», berichtete der 19-Jährige
nach einer tagelangen Odyssee durch die mehr als 5000
Meter hohe Sierra Nevada im Norden des Landes. Zurück
bleiben sieben weitere vor fast zwei Wochen von
Bewaffneten verschleppte Touristen, darunter eine
Deutsche. Die Gruppe junger Leute, die auf einer
Wanderung zu der präkolumbischen Ruinenstadt «Ciudad
Perdida» (Verlorene Stadt) war, sei zum Zeitpunkt seiner
Flucht vor mehreren Tagen ziemlich verzweifelt gewesen,
erzählte Scott vom Krankenhausbett in der Stadt Santa
Marta aus. Indios vom Volk der Kogui hatten den Briten
halb verhungert und sich ständig übergebend gefunden.
«Wir haben ihn mit Suppe und Apfelsinen ein bisschen
aufgepäppelt», erzählte einer der Indios
kolumbianischen Medien. Zu den körperlichen Strapazen
der Entführung kommen die seelischen Qualen. «Todesangst,
immer wieder abrupt Todesangst erleiden - das muss man
nicht erlebt haben», sagte der Deutsche Reiner
Bruchmann, nachdem er vor zwei Jahren aus mehrmonatiger
Geiselhaft bei der marxistischen Rebellengruppe «Revolutionäre
Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) freigekommen war.
Ungewissheit, schreckliche Ängste und
Niedergeschlagenheit plagten ihn und seine zwei deutschen
Leidensgenossen. Die Monotonie der endlosen Tage und die
verlorene Lebenszeit lasten schwer auf den Opfern einer
Entführung. Das Schlimmste für Brückmanns
Leidensgenossen Ulrich Künzel aber war das Gefühl, dass
einen die ganze Welt vergessen habe. Im Fall der jetzt
noch sieben entführten Rucksacktouristen - neben der
Deutschen ein weiterer Brite, vier Israelis und ein
Spanier - kann von mangelnder Aufmerksamkeit kaum die
Rede sein. 2000 Soldaten, unterstützt von «Black Hawk»-Kampfhubschraubern
und Spionageflugzeugen, jagen die Entführer und deren
Opfer durch die Bergwälder der Sierra Nevada. Das harte
Vorgehen des kolumbianischen Staates bedeutet nicht nur
Gewaltmärsche für die Verschleppten, sondern auch ständige
Lebensgefahr. Denn linke Rebellen haben in der
Vergangenheit nicht gezögert, ihre Geiseln zu erschießen,
wenn ihnen die Sicherheitskräfte zu dicht auf den Leib rückten.
Andere kamen im Kreuzfeuer angreifender Soldaten und der
Rebellen zu Tode. Die meist ganz jungen Fußtruppen der
FARC kommen aus ärmlichen Verhältnissen und sind äußerst
abgehärtet. Sie haben ihre Geiseln nach zahlreichen
Berichten Überlebender meist korrekt behandelt, aber an
das karge Nomadenleben in der Wildnis können sich viele
der Verschleppten nur schwer gewöhnen. Scott berichtete
zudem, eines der israelischen Opfer leide an Asthma. Wenn
das Spray zur Freihaltung der Atemwege aufgebraucht ist,
könnten erstickungsähnliche Anfälle die Folge sein.
Zwei zunächst ebenfalls entführte Australier erklärten
sich ihre schnelle Freilassung mit ihrem schlechten
Schuhwerk. «Wir hatten nur Sandalen», sagte James
Schultz in einem Interview. «Deshalb haben sie uns wohl
gleich wieder laufen lassen.» Wie üblich ließen die
bewaffneten Entführer ihre Opfer über die Motive der
Entführung völlig im Dunkeln. Nervöse und wegen der
militärischen Verfolger selbst mit ständiger Angst kämpfende
Rebellen treiben die Opfer ständig zur Eile an. Die äußerst
kargen Essensrationen werden zwar meist gerecht geteilt,
aber oft klagten Überlebende über lediglich eine Hand
voll Reis als einzige Nahrung pro Tag und ab und an mal
eine Konservendose. Feuer zum Zubereiten warmen Essens
wagten die Rebellen wegen der Verfolger meist nicht zu
machen, und oft durfte nicht einmal gesprochen werden.
Die FARC-Führung hat inzwischen bestritten, etwas mit
der Entführung zu tun zu haben. Präsident Alvaro Uribe
äußerte den Verdacht, die Ausländer könnten sich in
der Gewalt des an Kuba orientierten «Nationalen
Befreiungsheeres» (ELN) befinden. Bekannt hat sich
niemand zu der Tat, und Forderungen für eine Freilassung
wurden auch nicht erhoben. Hohlwangig und zerschrammt,
aber glücklich über seine Rettung, freut sich Scott nun
auf seine Eltern in England. «Er hat sich Backkartoffeln
gewünscht», erzählte sein Vater James Reportern. 25/09/03: Brite entkam Entführern
und lief tagelang durch Kolumbiens Wildnis = Bogotá
(dpa) - Einem der acht in Kolumbien entführten Ausländer
ist bereits kurz nach der Geiselnahme die Flucht gelungen.
Er sei fast zwölf Tage durch die Sierra Nevada de Santa
Marta marschiert, berichtete der 19-jährige Mathew Scott
am Mittwoch. Über den derzeitigen Aufenthaltsort und das
Schicksal der anderen sieben Entführten, darunter einer
Deutschen, wisse er deshalb nichts. Eine der israelischen
Geiseln leide an Asthma und die Gruppe sei im Augenblick
seiner Flucht ziemlich verzweifelt gewesen, sagte er vom
Krankenhausbett in der Stadt Santa Marta aus der Zeitung
«El Tiempo». Indios vom Volk der Kogui berichteten, sie
hätten den völlig erschöpften Ausländer gefunden. Von
Hunger geplagt und halbverdurstet habe er sich ständig
übergeben müssen. Mit einer Suppe und Apfelsinen sei er
jedoch wieder etwas zu Kräften gekommen. Der Kommandant
des Heeres, General Carlos Ospina, äußerte die
Hoffnung, dass Scotts Angaben bei der Suche nach den
anderen Entführten helfen könnten. Scott war am Freitag
vor einer Woche zusammen mit den sieben anderen Touristen
- neben der Deutschen vier Israelis, ein weiterer Brite
und ein Spanier - in der Sierra Nevada des Santa Marta im
Norden des Landes von Bewaffneten verschleppt worden. Die
Rucksacktouristen befanden sich auf dem Weg in die präkolumbische
Ruinenstadt «Ciudad Perdida» (Verlorene Stadt), eine
der größten Touristenattraktionen des Landes. Präsident
Alvaro Uribe, der die Suchaktion von 2000 Polizisten und
Soldaten überwacht, äußerte die Vermutung, die Ausländer
könnten sich in der Gewalt einer Rebelleneinheit
befinden, der sowohl Guerilleros von den marxistischen
Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) wie auch
vom Nationalen Befreiungsheer (ELN) angehören. Jedes
Jahr werden in Kolumbien bis zu 3000 Entführungsfälle
bekannt. Die meisten dieser Taten sollen auf das Konto
der FARC gehen, die sich zum Teil aus Lösegeldern
finanzieren. Die FARC bestreiten jedoch, die Ausländer
entführt zu haben. 24/09/03: US-Flugzeug zur
Drogenbekämpfung in Kolumbien abgeschossen - Costaricanischer
Pilot kam ums Leben - Washington, 24. September (AFP)
- Ein zur Zerstörung illegaler Kokaplantagen in
Kolumbien eingesetztes US-Flugzeug ist nach Angaben des
US-Außenministeriums abgeschossen worden. Wie ein Außenamtsmitarbeiter
am Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte, ergaben das die
bisherigen Ermittlungen. Seitens der kolumbianischen
Armee hatte es zunächst geheißen, das Flugzeug sei am
Sonntag infolge schlechten Wetters in der Region
Catatumbo im nordöstlichen Departamento Norte de
Santander abgestürzt. Der costaricanische Pilot kam ums
Leben. Ein Sprecher des vom Außenministerium mit der
Rauschgiftbekämpfung in Kolumbien betrauten US-Unternehmens
DynCorp bestätigte, dass das Flugzeug vom Typ OV-10 vom
Boden aus beschossen worden sei. Bei der Besprühung der
Kokapflanzen mit giftigen Substanzen begeben sich die
dabei eingesetzten Maschinen auf sehr niedrige Flughöhen
und werden so zu Zielscheiben für Schüsse
linksgerichteter Rebellen vom Boden aus. Im laufenden
Jahr kamen sieben Insassen von US-Besprühungsflugzeugen
ums Leben, unter ihnen fünf US-Bürger. Koka ist der
Rohstoff für die Herstellung von Kokain. Kolumbien ist
mit jährlich etwa 700 Tonnen Kokain der weltweit größte
Produzent der Droge. Drei Viertel davon werden in den USA
verkauft. Die Zerstörung der Kokafelder gehört zu den
Schwerpunkten des rechtsgerichteten kolumbianischen Präsidenten
Alvaro Uribe. Die USA unterstützen das Programm und den
Kampf der Regierung gegen die Guerilla im Zuge des so
genannten Plan Colombia seit dem Jahr 2000 mit zwei
Milliarden Dollar (1,75 Milliarden Euro), Dutzenden von
Flugzeugen und Hubschraubern sowie Hunderten von militärischen
und zivilen Beratern. 21/09/03: US-Flugzeug zur
Drogenbekämpfung in Kolumbien abgestürzt - Bogota (AP)
Im Rebellengebiet im Nordosten Kolumbiens ist am Sonntag
ein US-Flugzeug zur Drogenbekämpfung abgestürzt, wie
die Armee mitteilte. Zunächst war unklar, ob die
Maschine wegen eines technischen Defekts abstürzte oder
abgeschossen wurde. `Wir schließen nichts aus",
sagte General Jairo Duvan Pineda. `Wir wissen aber auch,
dass in dem Gebiet sehr schlechtes Wetter herrschte."
Der aus Costa Rica stammende Pilot sei noch nicht
gefunden worden. Die eingesetzten Flugzeuge versprühen
über den illegalen Kokaplantagen Pflanzengifte. Dazu müssen
sie aber bis auf rund 30 Meter heruntergehen, was sie
sehr angreifbar macht. Oft werden solche Einsätze
deshalb von Hubschraubern begleitet. Zuletzt hatten
Rebellen am 25. August eine solche Maschine beschossen.
Der Pilot wurde bei der Bruchlandung verletzt. Am 7.
April wurde ein Flugzeug abgeschossen, der amerikanische
Pilot kam ums Leben. 21/09/03: Entführte
Touristen angeblich in der Hand der ELN-Rebellen /
Kolumbianischer Heereschef: Es spricht einiges dafür -
Nach wie vor kein Lebenszeichen von Verschleppten - Bogota
(AP) Die kolumbianischen Behörden machen jetzt die linke
Rebellenorganisation ELN für die Entführung von acht
ausländischen Touristen verantwortlich. `Es gibt spricht
einiges dafür, dass es die ELN sein könnte", sagte
Heereschef General Alberto Ospina am Samstag zu
Journalisten. Sicher sei man jedoch nicht. Zuvor hatten
die linken FARC-Rebellen und die rechte Miliz AUC eine
Verwicklung in die Entführung bestritten. Von der
Nationalen Befreiungsarmee (ELN) liegt bisher keine Erklärung
vor. Von den Verschleppten fehlte auch am Wochenende jede
Spur. Nach wie vor suchen Hunderte Soldaten in den Bergen
der Sierra Nevada nach den vier Israelis, zwei Briten,
einer Deutschen und einem Spanier. Die Rucksacktouristen
waren am Freitag vorvergangener Woche aus ihren Unterkünften
im Dschungel nahe der historischen Ruinenstätte Ciudad
Perdida verschleppt worden. 21/09/03: Uribe nennt
Rebellen-Angriffe Ablenkungsmanöver von Entführung
- Bogotá (dpa) - Der kolumbianische Präsident Alvaro
Uribe hat eine Serie von Anschlägen als Ablenkungsmanöver
linker Rebellen von der Entführung von acht Ausländern,
darunter einer Deutschen, bezeichnet. 19/09/03: Rechtsmiliz
bestreitet Entführung von Touristen in Kolumbien -
Weiter keine Spur von Verschleppten - Bogota (AP)
Nach den linken FARC-Rebellen hat jetzt auch die rechte
Miliz AUC eine Verwicklung in die Entführung von acht
ausländischen Touristen in Kolumbien bestritten. In
einer am Freitag verbreiteten Erklärung riefen die
Vereinigten Selbstverteidigungskräfte Kolumbiens (AUC)
zugleich die unbekannten Entführer auf, die
Verschleppten sofort freizulassen. Die Miliz macht linke
Rebellen für die Geiselnahme verantwortlich. Die
Regierung sieht die Revolutionären Bewaffneten Streitkräfte
Kolumbiens (FARC) hinter der Entführung. Sie wies Vorwürfe
der FARC als infam zurück, die Regierungstruppen selbst
seien darin verwickelt. Von den Verschleppten fehlte auch
eine Woche nach der Entführung jede Spur. Es gebe keine
neuen Informationen, sagte Außenministerin Carolina
Barco am Donnerstag. Nach wie vor suchen Hunderte
Soldaten in den Bergen der Sierra Nevada nach den vier
Israelis, zwei Briten, einer Deutschen und einem Spanier.
Die Rucksacktouristen waren am Freitag vergangener Woche
aus ihren Unterkünften im Dschungel nahe der
historischen Ruinenstätte Ciudad Perdida verschleppt
worden. 19/09/03: Weiter keine
Spur von entführten Touristen in Kolumbien = Bogota (AP)
Auch eine Woche nach der Entführung von acht ausländischen
Touristen in Kolumbien fehlt von den Verschleppten weiter
jede Spur. Es gebe keine neuen Informationen, sagte Außenministerin
Carolina Barco am Donnerstag. Nach wie vor suchen
Hunderte Soldaten in den Bergen der Sierra Nevada nach
den vier Israelis, zwei Briten, einer Deutschen und einem
Spanier. Die Rucksacktouristen waren am Freitag
vergangener Woche aus ihren Unterkünften im Dschungel
nahe der historischen Ruinenstätte Ciudad Perdida
verschleppt worden. Wer hinter der Entführung steckt,
ist nach wie vor nicht bekannt. Die Regierung verdächtigt
Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC),
diese haben eine Verwicklung jedoch abgestritten. 17/09/03: Kolumbien/Geiselnahme
- Heimatländer der in Kolumbien Entführten sollen
Prozess anstrengen / Heereschef rechnet nicht mit
schneller Rettungsaktion - FARC dementiert Beteiligung an
Geiselnahme - Sierra Nevada de Santa Marta (AP) Die
Heimatländer der acht in Kolumbien entführten Touristen
sollen nach Auffassung des kolumbianischen Heereschefs
Carlos Ospina schon jetzt Prozesse gegen die Geiselnehmer
anstrengen. Damit solle der Druck auf die Entführer erhöht
werden, erklärte Ospina am Mittwoch. Wer für die Entführung
der vier Israelis, zwei Briten, einer Deutschen und eines
Spaniers verantwortlich ist, war auch fünf Tage nach der
Geiselnahme noch nicht klar. Die Rebellen der Revolutionären
Streitkräfte Kolumbiens (FARC) distanzierten sich in
einer am Dienstag auf ihrer Website verbreiteten Erklärung
von der Tat. Sie machten den kolumbianischen Militärgeheimdienst
verantwortlich. Bisher hatte sich die FARC bei 17/09/03: Kolumbianische
Rebellen bestreiten Verantwortung für Entführung - Armee
setzt Großfahndung fort - Bogotá, 17. September (AFP)
- Die linksgerichteten Rebellen in Kolumbien haben nach
eigenen Angaben nichts mit der Entführung von acht ausländischen
Urlaubern zu tun. Vielmehr habe der kolumbianische
Geheimdienst die Verschleppung inszeniert, damit die
Regierung von Präsident Alvaro Uribe später einen
Ermittlungserfolg präsentieren könne, erklärte die
Rebellengruppe am Dienstag (Ortszeit) im Internet. Die
kolumbianischen Behörden hatten unmittelbar nach der
Verschleppung der Touristen im Norden des Landes am
Wochenende die Guerillaorganisation Revolutionäre
Streitkräfte Kolumbiens (FARC) dafür verantwortlich
gemacht. Unter den Geiseln ist auch eine Deutsche. Etwa
2000 Soldaten und Polizisten setzten die Großfahndung
nach den Entführern fort. Seit den frühen Morgenstunden
überflogen Hubschrauber und Flugzeuge der
kolumbianischen Armee das Gebiet. Der für die Operation
zuständige Heereskommandeur, General Carlos Ospina,
sagte unterdessen, die Behörden seien sich nicht völlig
sicher, welche Gruppe hinter der Entführung stecke. In
dem Gebiet sind laut kolumbianischen Sicherheitskräften
außer den FARC auch die kleinere linksgerichtete
Rebellenorganisation Nationales 17/09/03:: FARC-Guerilla
in Kolumbien bestreitet Entführung von acht Touristen
- Buenos Aires (epd). Die FARC-Guerilla in Kolumbien
bestreitet, acht Touristen, darunter einen Deutschen, am
vergangenen Samstag entführt zu haben. Auf ihrer
Internetseite beschuldigten die Rebellen am 15/09/03: Ein Deutscher
und sieben weitere Touristen in Kolumbien entführt -
Bogotá (dpa) - Acht ausländische Touristen, darunter
ein Deutscher, sind im Norden Kolumbiens nach offiziellen
Angaben von linken FARC-Rebellen entführt worden. Die
Gruppe, zu der auch zwei Briten, vier Israelis und ein
Spanier gehörten, habe die präkolumbianische
Ruinenstadt Ciudad Perdida etwa 700 Kilometer nördlich
von der Hauptstadt Bogotá besucht, sagte Polizeigeneral
Luis Rodríguez am Sonntag. Die Identität der Opfer sei
noch unbekannt. Nach Angaben von Präsident Alvaro Uribe
waren etwa 2000 Polizisten und Soldaten zur Befreiung der
Touristen im Einsatz. Indios in der Region hätten die
Entführung beobachtet und die gefürchteten Rebellen von
den marxistischen «Revolutionären Streitkräften
Kolumbiens» als Täter genannt. Die Ausländer seien der
Kampfgruppe 59 des FARC-Kommandanten Martín Caballero in
die Hände gefallen. Kolumbien ist das Land mit den
weltweit meisten Entführungen. Nur noch wenige Touristen
wagen es, sich außerhalb der großen Städte zu bewegen.
Seit Jahresbeginn wurden nach Informationen der Stiftung
Pais Libre (Freies Land) 800 Menschen verschleppt. Etwa
40 Prozent aller Entführungsopfer befänden sich in der
Gewalt der FARC. Dazu gehören drei Amerikaner, 21
Politiker, darunter die frühere Präsidentschaftskandidatin
Ingrid Betancourt, sowie mindestens 39 Polizisten und
Militärs. Die Rebellen fordern einen Austausch der Entführten
gegen alle inhaftierten FARC-Mitglieder. Ciudad Perdida
liegt in der Sierra Nevada etwa 40 Kilometer südlich der
Hafenstadt Santa Marta an der Karibikküste und 150
Kilometer östlich von Cartagena. In der Region der
Provinz Magdalena sind neben den FARC auch das an Kuba
orientierte «Nationale Befreiungsheer» (ELN) und extrem
rechte Paramilitärs aktiv. Vor zwei Jahren hatte die
monatelange Entführung von drei Mitarbeitern der 11/09/03:: 8 Tote und 20
Verletzte bei Bombenanschlag in Kolumbien - Bogotá (dpa)
- Bei einem Bombenanschlag sind in Kolumbien mindestens 8
Menschen getötet und weitere 20 verletzt worden. Unter
den Toten befand sich auch ein Kind, berichteten lokale
Medien am Donnerstag unter Berufung auf die Behörden.
Die Täter hätten den Sprengsatz auf den Rücken eines
Pferdes gebunden. Das Tier habe vermutlich zur
Polizeistation des Ortes Chita gehen sollen, sei am
Mittwoch aber zwischen Verkaufsstände eines belebten
Wochenmarktes gelaufen. Dort sei die Bombe explodiert,
teilte die Polizei mit. Wie bei den meisten Anschlägen
in Kolumbien bekannte sich niemand zu der Tat. Die Behörden
gingen aber davon aus, dass der Anschlag von den
marxistischen «Revolutionären Streitkräften Kolumbiens»
(FARC) verübt wurde. Eine Frau, der eine Beteiligung an
der Tat vorgeworfen wurde, sei festgenommen worden. Die
FARC hatten in der Vergangenheit schon öfter Bomben auf
Pferden und Hunden, in Fahrradrahmen und sogar in Fußbällen
versteckt. 08/09/03: Kolumbianische Truppen töten mehr als 30 Rebellen -Gefechte vom Sonntag- Drogenrazzia im Norden des Landes - Polizei nimmt 50 FARC-Kämpfer fest = Bogota (AP) Bei Gefechten mit kolumbianischen Regierungstruppen sind am Wochenende mehr als 30 Rebellen ums Leben gekommen. Die Streitkräfte erklärten am Sonntag, an der Grenze zu Venezuela im Nordosten des Landes habe sich eine Gruppe einer Drogenrazzia der Truppen widersetzt. Mindestens acht Rebellen und sieben Soldaten seien getötet worden. Militärsprecher General Eduardo Morales erklärte, auf der Seite Rebellenorganisation FARC habe es wahrscheinlich noch mehr Opfer gegeben. Vermutlich seien Leichen weggebracht worden. Die Truppen hätten 18 Drogenlabore zerstört und acht Landminen entschärft. In der Region Catatumbo kämpfen die FARC gegen eine kleinere Rebellengruppe und eine paramilitärische Miliz um die Kontrolle des Drogenanbaus. Am Tag zuvor hatten die kolumbianischen Regierungstruppen die Tötung von 25 mutmaßlichen Mitgliedern der FARC gemeldet. Die Soldaten hoben am Samstag im Norden des Landes ein Lager der Organisation aus und erschossen mindestens 16 Verdächtige, darunter acht Frauen, wie die Streitkräfte mitteilten. Mehr als 100 Rebellen seien nach dem Gefecht in der Nähe des Dorfes Chita, rund 240 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bogota, geflüchtet. Soldaten töteten außerdem in der Nähe von Cocorna, 145 Kilometer nördlich von Bogota, drei mutmaßliche Mitglieder der Nationalen Befreiungsarmee (ELN). Die Behörden erklärten, einer der Getöteten sei für den Mord an einer 31 Jahre alten Lehrerin im April verantwortlich. Im Staat Santander töteten die Streitkräfte nach eigenen Angaben sechs paramilitärische Kämpfer in der Nähe von Sucre, 140 Kilometer nördlich von Bogota. In der zweitgrößten kolumbianischen Stadt Medellin sowie in Urrao und Chigorodo im Staat Antioquia nahm die Polizei 50 mutmaßliche FARC-Rebellen fest. Einige von ihnen werden laut Polizeiangaben für die Entführung und Ermordung von zehn Geiseln im Mai verantwortlich gemacht, darunter ein Gouverneur und ein ehemaliger Minister. Die Revolutionären Streitkräfte für Kolumbien (FARC) kämpfen seit fast vier Jahrzehnten gegen die kolumbianische Regierung und die verbotenen paramilitärischen Gruppen. Den Gefechten fallen jedes Jahr etwa 3.500 Menschen zum Opfer. 07/09/03: 28 Tote in Kolumbien - Aber
Hoffnung auf Freilassung Betancourts = Bogotá (dpa)
- Die kolumbianischen Streitkräfte haben nach eigenen
Angaben bei Gefechten in mehreren Landesteilen insgesamt
17 linke Rebellen und 11 rechte Paramilitärs getötet.
Weitere 6 Aufständische seien gefangen genommen worden,
teilte Heereschef General Carlos Ospina am Sonntag weiter
mit. Zugleich erhielt die Hoffnung auf eine Freilassung
der Anfang 2002 von FARC-Rebellen entführten früheren
Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt neue
Nahrung. Die marxistischen «Revolutionären Streitkräfte
Kolumbiens» (FARC) würden Betancourt in den «kommenden
Tagen» freilassen, sagte der Vorsitzende des
Abgeordnetenhauses, Alonso Acosta. Diese Information 07/09/03: Soldaten töten
in Kolumbien 25 mutmaßliche Rebellen - Bogota (AP)
Regierungssoldaten haben in Kolumbien bei Militäroperationen
am Samstag mindestens 25 mutmaßliche Rebellen getötet.
Soldaten hoben im Norden des Landes ein Lager der
Rebellenorganisation FARC aus und erschossen mindestens
16 Verdächtige. Mehr als 100 Rebellen seien geflüchtet,
erklärten die Streitkräfte. Die Gefechte ereigneten
sich in der Nähe des Dorfes Chita, rund 240 Kilometer
nordöstlich der Hauptstadt Bogota. Unter den Soldaten
gab es keine Opfer. Soldaten töteten außerdem in der
N{he von Cocorna, 145 Kilometer nördlich von Bogota,
drei mutmaßliche Mitglieder der Nationalen
Befreiungsarmee (ELN). Die Behörden erklärten, einer
der Getöteten sei für den Mord an einer Lehrerin im
April verantwortlich. Im Staat Santander töteten die
Streitkräfte nach eigenen Angaben sechs paramilitärische
Kämpfer in der Nähe von Sucre, 140 Kilometer nördlich
von Bogota. Die FARC bekämpfen seit fast vier
Jahrzehnten die kolumbianische 06/09/03: 22 Tote in
Kolumbien - Hoffnung auf Freilassung Betancourts - Bogotá
(dpa) - Die kolumbianischen Streitkräfte haben nach
eigenen Angaben vom Samstag bei Gefechten in mehreren
Landesteilen insgesamt 16 linke Rebellen und sechs
rechtsgerichtete Paramilitärs getötet. Weitere sechs
Aufständische seien gefangen genommen worden, teilte
Heereschef General Carlos Ospina weiter mit. Zugleich gab
es neue Hoffnung auf eine Freilassung der von FARC-Rebellen
entführten Politikerin Ingrid Betancourt. Die
marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens»
(FARC) 05/09/03: Lula will
zwischen Staat und Guerilla in Kolumbien vermitteln
Brasilia (dpa) - Brasiliens Staatspräsident Luiz Inácio
Lula da Silva will im seit vier Jahrzehnten anhaltenden
Konflikt zwischen dem Staat und der linken Guerilla in
Kolumbien vermitteln. Er wolle am 16. September nach
Kolumbien reisen und seinem Amtskollegen Alvaro Uribe
eine Annäherung zwischen den Regierungen der südamerikanischen
Nachbarländer empfehlen, sagte der linksgerichtete Lula
am Donnerstag (Ortszeit) in Brasilia. Er kritisierte «die
Tendenz Kolumbiens», bei allen Problemen die Hilfe der
USA zu suchen. Lula will dem konservativen Uribe nach
eigenen Worten unter anderem vorschlagen, dass eventuelle
Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen
Regierung und der Guerilla-Bewegung «Revolutionäre
Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) unter Schirmherrschaft
der Vereinten Nationen auf neutralem Boden in Brasilien
stattfinden. In Bogotá will Lula auch für die
Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens mit dem
Handelsverband Mercosur (Brasilien, Argentinien,
Uruguay und Paraguay) werben. Ein solches Abkommen hatte
Lula vergangene Woche bei einem Besuch in Lima mit Peru
vereinbart. 05/09/03: Staatsanwalt in
Kolumbien erschossen - Bogota (AP) Zwei Unbekannte
haben in Bogota einen Staatsanwalt erschossen, der bis
vor kurzem die Ermittlungen eines Terroranschlages auf
einen Gesellschaftsclub in der kolumbianischen Hauptstadt
leitete. German Camacho war nach Morddrohungen im Juli
von seinem Posten als Chef einer Sondereinheit zur
Terrorismusbekämpfung zurückgetreten. Zwei Maskierte näherten
sich dem Staatsanwalt am Donnerstagabend (Ortszeit) auf
einem Motorrad und erschossen ihn vor seiner Garage, wie
die Polizei mitteilte. Die Ermittler vermuteten die flüchtigen
Täter in den Reihen einer Untergruppe der Revolutionären
Streitkräfte für Kolumbien (FARC). Die FARC werden auch
f}r den Anschlag auf den Club El Nogal verantwortlich
gemacht, bei dem am 7. Februar 36 Menschen getötet und
160 verletzt wurden. 01/09/03: Lebenszeichen
auch von Betancourts verschleppter Wahlkampfmanagerin
- Video-Aufzeichnung stammt laut Rojas von Mitte Mai =
Bogota, 1. September (AFP) - Die Wahlkampfmanagerin der
seit anderthalb Jahren verschleppten kolumbianischen
Politikerin Ingrid Betancourt, Clara Rojas, scheint
ebenfalls noch am Leben zu sein. Einen Tag, nachdem das
Fernsehen ein Video mit der Grünen-Politikerin
ausgestrahlt hatte, sendete es am Sonntagabend eine
weitere Aufzeichnung mit der 39-jährigen engen
Vertrauten von Betancourt. Darin sagt sie mit ruhiger
Stimme, dass sie seit ihrer Verschleppung «25 bis 26 Mal»
quer durch den Dschungel ziehen 01/09/03: 28 tote
Rebellen in Kolumbien - Uribe wegen Betancourt unter
Druck Bogotá (dpa) - Die kolumbianischen Streitkräfte
haben nach eigenen Angaben bei Kämpfen 28 linke Rebellen
getötet. Weitere 13 Mitglieder der marxistischen «Revolutionären
Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) und des «Nationalen
Befreiungsheeres» (ELN) hätten sich ergeben, sagte
General Luis Barbosa am Sonntag. Damit stieg die Zahl der
am Wochenende getöteten Rebellen auf 40. Unabhängige
Angaben wurden zunächst nicht bekannt. Unterdessen stand
der konservative Präsident Alvaro Uribe nach der Veröffentlichung
eines Videos der von den FARC vor eineinhalb Jahren entführten
Politikerin Ingrid Betancourt unter Druck. Die frühere
Präsidentschaftskandidatin hatte in der 23 Minuten
langen Aufnahme den von den Rebellen geforderten
Austausch entführter Zivilisten gegen inhaftierte
Rebellen abgelehnt. Stattdessen sprach sie sich für
gewaltsame Befreiungsversuche durch das Militär aus und
forderte eine entsprechende politische Entscheidung von
Uribe. In der Vergangenheit waren solche
Befreiungsversuche jedoch wiederholt fehl geschlagen und
die FARC hatten mehrere Geiseln, darunter hohe Politiker,
erschossen. Uribe mahnte in einer ersten Reaktion auf das
Video zur «Vorsicht» und ordnete die Analyse des Bandes
an. Die kolumbianische Presse berichtete, die FARC und
Vertreter der Vereinten Nationen (UN) planten ein Treffen
in Brasilien. Dabei wollten die Rebellen ihre Sicht des
Konflikts darlegen. An dem Treffen, für das es noch
keinen genauen Termin gebe, werde der Amerikaner James
Lemoyne, UN-Sondergesandter für Kolumbien, und der FARC-Kommandant
Raúl Reyes, teilnehmen. Die Rebellen bekämpfen den
Staat seit fast 40 Jahren und finanzieren sich ebenso wie
die ultrarechten Paramilitärs zu einem erheblichen Teil
durch die Erpressung von Lösegeldern und den
Drogenhandel. 31/08/03: Guerilla zeigt nach
einem Jahr wieder Lebenszeichen von Betancourt - Entführte
Politikerin dringt auf militärische Befreiung (mit mehr
Betancourt, Verteidigungsministerin, Mutter) = Bogotá,
31. August (AFP) - Anderthalb Jahre nach der Entführung
von Ingrid Betancourt hat die kolumbianische FARC-Guerilla
wieder ein Lebenszeichen der damaligen Präsidentschaftskandidatin
gezeigt. In einem 22-minütigen Video, das der
Fernsehsender Noticias Uno am Samstag (Ortszeit) in
Ausschnitten sendete, sprach sich die Grünen-Politikerin
gegen einen Austausch mit Gefangenen der Revolutionären
Streitkräfte Kolumbiens (FARC) aus. Stattdessen forderte
die 41-Jährige Staatspräsident Alvaro Uribe auf, sie
militärisch aus der Gewalt der Entführer zu befreien.
Verteidigungsministerin Marta Lucía Ramírez zeigte sich
zuversichtlich, dass auch die Familie einer Befreiung
zustimmen werde. Betancourt, die auf dem Videoband im
kolumbianischen Dschungel zu sehen ist, erwähnt den Mord
am Gouverneur von Medellín und war damit zumindest am 5.
Mai noch am Leben. Bei dem Befreiungsversuch der Armee
hatte die FARC-Guerilla neben dem entführten
Provinzgouverneur acht Soldaten und einen früheren
Verteidigungsminister getötet. Einen Austausch mit
Inhaftierten der Guerilla lehne sie grundsätzlich ab,
sagte Betancourt. Dafür bitte sie ihre Familie um Verständnis.
Ihre Mutter Yolanda Pulecio zeigte sich in einer ersten
Reaktion besorgt, dass ein militärischer
Befreiungsversuch fehlschlagen könnte.
Verteidigungsministerin Ramírez äußerte die Erwartung,
dass die Familie Betancourts ihre bisherige Ablehnung
eines Militäreinsatzes aufgeben werde. Der Vize-Kommandeur
der Guerilla, Raúl Reyes, hatte vor einer Woche gesagt,
Betancourt sei gesund und «guten Mutes». Die Rebellen würden
Betancourt und weitere Geiseln aber nur dann freilassen,
wenn die Regierung im Gegenzug inhaftierte FARC-Mitglieder
auf freien Fuß setze. Die Grünen-Politikerin war am 23.
Februar 2002 zusammen mit ihrer Wahlkampfmanagerin beim
Versuch verschleppt worden, auf dem Landweg in das südkolumbianische
Rebellengebiet zu gelangen. Drei Tage vor der Entführung
war der Friedensprozess zwischen FARC und Regierung endgültig
für gescheitert erklärt worden. Ein im Juli vergangenen
Jahres veröffentlichtes Video war das bislang letzte
Lebenszeichen der Politikerin. Eine Rückholaktion
Frankreichs vergangenen Monat missglückte. Betancourt
besitzt seit ihrer ersten Ehe mit einem französischen
Diplomaten neben der kolumbianischen auch die französische
Staatsangehörigkeit. Neben insgesamt 21 Politikern hält
die FARC auch rund fünfzig Offiziere der Armee und 800
Zivilisten in ihrer Gewalt. Mehr als 400 FARC-Rebellen
sitzen in kolumbianischen Gefängnissen. Die Guerilla
will sie über den Austausch von Geiseln freipressen. 31/08/03: FARC-Guerilla
zeigt Lebenszeichen von Betancourt - Entführte
Politikerin lehnt Austausch mit Gefangenen ab = Bogotá,
31. August (AFP) - Anderthalb Jahre nach der Entführung
von Ingrid Betancourt hat die kolumbianische FARC-Guerilla
ein Lebenszeichen der damaligen Präsidentschaftskandidatin
vorgelegt. Der Fernsehsender Noticias Uno sendete am
Samstag (Ortszeit) Ausschnitte aus einem 22-minütigen
Video, das die Politikerin im Dschungel zeigt. Betancourt
geht darin auf die Ermordung des Gouverneurs von Medellín
durch die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC)
am 5. Mai ein und lehnt den Austausch von Geiseln mit
Inhaftierten der FARC ab. Stattdessen dringt sie auf die
gewaltsame Befreiung durch die Armee. Der Vize-Kommandeur
der Guerilla, Raúl Reyes, hatte vor einer Woche gesagt,
Betancourt sei gesund und «guten Mutes». Die Rebellen würden
Betancourt und weitere Geiseln aber nur dann freilassen, 28/08/03: Zwölf
kolumbianische Rebellen bei Kämpfen getötet - Bogotá
(dpa) - Bei Kämpfen in verschiedenen Teilen Kolumbiens
sind nach Angaben des Militärs mindestens zwölf linke
Rebellen getötet worden. Unter den Toten sei auch ein
Kommandeur der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte
Kolumbiens» (FARC), der bei Gefechten in der Nähe der
Hauptstadt Bogotá erschossen worden sei, hieß es am
Donnerstag weiter. Die FARC sind mit 17 000 Männern
und Frauen unter Waffen die größte Rebellengruppe des
Landes. Sie bekämpfen den Staat seit fast 40 Jahren und
lehnen Friedensverhandlungen mit dem konservativen, auf
einen militärischen Sieg setzenden Präsidenten Alvaro
Uribe strikt ab. 26/08/03: Drogenbaron
Ochoa in Miami zu mehr als 30 Jahren Haft verurteilt
- Kolumbianer war einer der dicksten Fische im
Kokaingeschäft / Miami, 26. August (AFP) - Ein US-Gericht
hat den kolumbianischen Drogenbaron Fabio Ochoa zu mehr
als 30 Jahren Haft verurteilt. Der 46 Jahre alte
Kolumbianer nahm die Urteilsverkündung am Dienstag vor
einem Gericht in Miami im Bundesstaat Florida äußerlich
reglos auf. Er war bereits im Mai schuldig befunden
worden, Ende der 90er Jahre monatlich bis zu 30 Tonnen
Kokain in die USA geschmuggelt zu haben. Bei der Sitzung
am Dienstag ging es nur noch um die Verkündung des
Strafmaßes. Richter K. Michael Moore verhängte das
Strafmaß von 365 Monaten Haft sowie eine Geldstrafe von
25.000 Dollar (23.100 Euro). Ochoa hatte die Vorwürfe
stets zurückgewiesen und beteuert, nach Verbüßung
einer sechsjährigen Haftstrafe in Kolumbien 1996 nichts
mehr mit Drogengeschäften zu tun gehabt zu haben. Er
gilt als wichtigster Drogenhändler, der seit 1997 von
Kolumbien an die USA ausgeliefert wurde. Damals hatte die
Regierung in Bogotá ein sechs Jahre zuvor verhängtes
Auslieferungsverbot aufgehoben. Ochoa wurde 1999 in dem südamerikanischen
Land verhaftet und zwei Jahre später den USA überstellt.
Kolumbien ist weltweit der größte Kokain-Produzent; größter
Absatzmarkt sind die USA. 25/08/03: FARC- und ELN-Rebellen
lehnen Dialog mit Kolumbiens Regierung ab -
Gemeinsame Erklärung beider Guerillaorganisationen /
Bogotá, 25. August (AFP) - Die beiden kolumbianischen
Guerillaorganisationen FARC und ELN haben in einer
gemeinsamen Erklärung jeglichen Dialog mit der
rechtsgerichteten Regierung von Präsident Alvaro Uribe
abgelehnt. Solange die «unrechtmäßige Regierung» ihre
«faschistische und militaristische Politik» fortsetze,
werde es keinen «Prozess der politischen Annäherung»
geben, heißt es in dem am Montag auf der FARC-Internetseite 25/08/03:
Kolumbiens Rebellen wollen Schulterschluss und lehnen
Frieden ab - Bogotá (dpa) - Die beiden größten
kolumbianischen Guerillagruppen FARC und ELN wollen sich
im Kampf gegen den Staat zusammenschließen. Sie lehnen
Friedensverhandlungen mit der Regierung von Präsident
Alvaro Uribe strikt ab. Zugleich verständigten sie sich
in einer gemeinsamen Erklärung vom Montag auf das Ziel,
eine «demokratische und patriotische»
Alternativregierung zu bilden. Den konservativen Uribe
und dessen Regierung bezeichneten sie als «illegitim und
faschistisch» sowie als «Feind des Friedens und
Kriegstreiber». Es war die erste gemeinsame Erklärung
der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte
Kolumbiens» (FARC) und des an Kuba orientierten «Nationalen
Befreiungsheeres (ELN) seit dem Amtsantritt Uribes
im August vergangenen Jahres. Uribe lehnt Verhandlungen
mit den Rebellen ohne eine Waffenruhe ab. Mit US-Militärhilfe
versucht er stattdessen, die Rebellen militärisch zu
besiegen. Ein Ende des vor fast 40 Jahren begonnenen
Konflikts ist nicht in Sicht. Bei der Explosion einer
Paket-Bombe wurden im Süden Kolumbiens fünf Menschen
getötet und 40 weitere verletzt worden. Der vermutlich
von den FARC gelegte Sprengsatz sei am Sonntag beim
Verladen am Anleger des Flusshafens des Ortes Puerto Rico
in der Provinz Meta explodiert, berichtete die Zeitung «El
Tiempo» am Montag unter Berufung auf die Behörden. Zunächst
war von sieben Toten bei der Explosion einer auf einem
Boot versteckten Bombe die Rede gewesen. Am Vortag hatten
FARC-Rebellen einen Journalisten an einer illegalen Straßensperre
erschossen und einen Kollegen von ihm verletzt. 24/08/03: Sieben Tote
durch Boot-Bombe in Kolumbien - FARC töten Reporter / Bogotá
(dpa) - Bei der Explosion einer Boot-Bombe sind in im Süden
Kolumbiens mindestens sieben Menschen getötet und 38
weitere verletzt worden. Der mit Sprengstoff beladene
Kahn sei am Sonntag am Anleger des Flusshafens des Ortes
Puerto Rico in der Provinz Meta explodiert, bestätigte
ein Militärsprecher auf Anfrage. Zunächst war von drei
Toten berichtet worden. Soldaten und Sanitäter seien in
Hubschraubern auf dem Weg in den Ort am Fluss Ariari
unterwegs. Das örtliche Krankenhaus sei völlig überfordert.
Die Behörden gingen davon aus, dass es sich um die Tat
der marxistischen Rebellengruppe «Revolutionäre
Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) handelte, die den Ort
angegriffen hätten. Die FARC sind mit 17 000 Männer und
Frauen unter Waffen die größte Rebellengruppe des
Landes und bekämpfen den Staat seit fast 40 Jahren. Am
Vortag hatten FARC-Rebellen in der südlichen Provinz
Putumayo den Journalisten Juan Benavides erschossen und
dessen Kollegen Jaime Conrado verletzt. Die Rebellen hätten
das Feuer auf das Fahrzeug der beiden eröffnet, das an
einer illegalen Straßensperre bei dem Ort Puerto Caicedo
nicht angehalten habe, sagte der Bürgermeister der nahe
gelegenen Stadt Puerto Asís, Manuel Alzate. Die beiden hätten
über den Besuch von Präsident Alvaro Uribe in Puerto Asís
berichten wollen. Der Staatschef verurteilte die Tat und
berichtete, Rebellen hätten einen Anschlag gegen ihn während
des Besuchs geplant. Die Zahl der seit Jahresbeginn getöteten
Journalisten stieg damit auf neun. Das Land ist eines der
weltweit 24/08/03: Anschlag auf
Kolumbiens Präsident Uribe vereitelt - Bogotá, 24.
August (AFP) - Ein geplanter Anschlag auf den
kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe ist am Samstag
vereitelt worden. Bewaffnete Kämpfer hätten am Morgen
«auf Geheiß der Guerilla» in Puerto Asis im Gebiet
Putumayo ein Attentat auf ihn verüben wollen, sagte
Uribe im Fernsehen. Der Plan sei jedoch 23/08/03: Kolumbianische
Rechtsmiliz erklärt sich zur Entwaffnung bereit -
Regierung sieht ersten Schritt zum Frieden im Land Bogota (AP) Die kolumbianische
Regierung und eine der verbotenen Rechtsmilizen haben
sich grundsätzlich auf die Entwaffnung der 5.000
paramilitärischen Kämpfer geeinigt. Das gab der
Regierungsbeauftragte Luis Carlos Restrepo am Freitag
bekannt. `Dies ist der erste Schritt zum Frieden im Land",
sagte Restrepo. `Wenn uns die Entwaffnung der
Selbstverteidigungskräfte gelingt, dann haben wir den
Teufelskreis der Gewalt durchbrochen." Nach Angaben
von Restrepo soll ein Abkommen der Regierung mit dem
Zentralen Bolivar-Block der Selbstverteidigungskräfte in
den nächsten Tagen veröffentlicht werden.
Vereinbarungen mit anderen Rechtsmilizen mit insgesamt 8.000
Kämpfern würden bald folgen, sagte Restrepo in einem
Radio-Interview weiter. Die paramilitärischen Gruppen
haben sich in den 80er Jahren gebildet und führen einen
blutigen Kleinkrieg gegen linksgerichtete Guerilleros und
gegen alle, die von ihnen als Sympathisanten verdächtigt
werden. Ebenso wie die Guerilleros der Revolutionären
Streitkräften Kolumbiens (FARC) finanzieren sich auch
die Rechtsmilizen mit Einnahmen aus dem Drogenhandel. Im
Bürgerkrieg in 20/08/03: Rumsfeld
sagt Kolumbien weitere Unterstützung zu - Bogotá (dpa)
- US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat der
kolumbianischen Regierung versprochen, sie in ihrem Kampf
gegen Rauschgiftbanden, linke Rebellen sowie rechte
Paramilitärs weiter zu unterstützen. Bei einem
Kurzbesuch in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá hob
Rumsfeld am Montagabend die Erfolge der Regierung von Präsident
Alvaro Uribe bei der Bekämpfung der bewaffneten Gruppen
und 20/08/03: Bush
erlaubt wieder Anti-Drogenflüge in Kolumbien -
Washington (dpa) - US-Präsident George W. Bush hat grünes
Licht für die Wiederaufnahme der Anti-Drogenflüge zunächst
in Kolumbien gegeben. Das grenzübergreifende Programm
war im April 2001 gestoppt worden, nachdem ein
peruanisches Kampfflugzeug versehentlich eine zivile
Passagiermaschine abgeschossen hatte. Dabei waren eine
Missionarin aus den USA und deren Baby ums Leben gekommen.
Es seien Vorkehrungen getroffen worden, «damit nicht
wieder Unschuldige bei 18/08/03: Kolumbianische
Rebellen beschießen Hubschrauber von Präsident Uribe -
Bogotá, 18. August (AFP) - Rebellen haben im Nordosten
Kolumbiens den Hubschrauber von Präsident Alvaro Uribe
beschossen und zur Umkehr gezwungen. Sein Hubschrauber
und seine Eskorte seien auf dem 17/08/03: Kolumbiens Polizei
meldet Festnahme von fast 150 Rebellen - Bogotá (dpa) -
Die kolumbianische Polizei und das Militär haben im
Norden des Landes nach eigenen Angaben fast 150 linke
Rebellen festgenommen. Es handele sich um einen der größten
Erfolge der vergangenen Jahre im Kampf gegen die in Städten
und auf dem Land aktiven Einheiten der marxistischen «Revolutionären
Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) sowie des an Kuba
ausgerichteten «Nationalen 14/08/03: «De Telegraaf»: Zeit
für Frieden in Kolumbien / Niederlande/Pressestimmen
- Den Haag (dpa) - Zu jüngsten Erfolgen der
Regierungsstreitkräfte von Kolumbien im jahrzehntelangen
Krieg gegen Guerillatruppen meint der niederländische
konservative «Telegraaf» am Donnerstag: 14/08/03: FARC: Ingrid
Betancourt ist wohlauf - - Kolumbianische
Politikerin seit 18 Monaten in Geiselhaft -
Bogotá, 14. August (AFP) - Die vor 18 Monaten von der
FARC-Guerilla verschleppte kolumbianische Politikerin
Ingrid Betancourt ist nach Angaben ihrer Entführer
wohlauf. «Ihr Gesundheitszustand ist gut, ebenso ihre
Moral», sagte der Sprecher der Revolutionären Streitkräfte
Kolumbiens (FARC), Raúl Reyes, am Donnerstag der
Nachrichtenagentur AFP. Betancourt sei dennoch «sehr
besorgt», weil sie seitens der kolumbianischen Regierung
kein Interesse an ihrer Freilassung und der weiterer
Geiseln sehe, fügte Reyes hinzu. Die Nummer Zwei der
FARC erneuerte die Bedingungen seiner Rebellengruppe an
Präsident Álvaro Uribe. Im Gegenzug für die Herausgabe
Betancourts müssten die inhaftierten FARC-Mitglieder auf
freien Fuß gesetzt werden. Zudem müsse sich die
kolumbianische Armee aus den zwei südlichen
Verwaltungsgebieten Putumayo und Caquetá zurückziehen.
Im Falle eines gewaltsamen Befreiungsversuchs gehe die
Regierung in Bogotá das Risiko ein, dass die Rebellen
ihre Geiseln töten, drohte der Sprecher der größten
Guerillaorganisation des Landes. Betancourt war am 23.
Februar 2002 als Präsidentschaftskandidatin zusammen mit
ihrer Wahlkampfmanagerin von der FARC beim Versuch
verschleppt worden, auf dem Landweg in das südkolumbianische
Rebellengebiet zu gelangen. Drei Tage zuvor war der
Friedensprozess zwischen Regierung und FARC endgültig für
gescheitert erklärt worden. Ein im kolumbianischen
Dschungel aufgenommenes und im Juli vergangenen Jahres
veröffentlichtes Video war das bislang letzte
Lebenszeichen der Politikerin. Eine Rückholaktion
Frankreichs vergangenen Monat missglückte. 12/08/03: Uribe
verstärkt nach Anschlagsserie Druck auf Militärspitze -
21 Rebellen und fünf Paramilitärs in Kämpfen mit
Armee getötet - Bogotá, 12. August (AFP) - Als Reaktion
auf die jüngste 12/08/03: Kolumbianische
Streitkräfte berichten von 28 getöteten Gegnern - Bogotá
(dpa) - Die kolumbianischen Streitkräfte haben nach
eigenen Angaben bei Kämpfen in verschiedenen
Landesteilen 21 linke FARC- Rebellen und 7 Mitglieder der
extrem rechten Paramilitärs getötet. 11/08/03:
Mindestens 22 Tote bei Anschlägen und Kämpfen in
Kolumbien - Bogotá (dpa) - Bei vier Autobombenanschlägen
mutmaßlicher linker Rebellen und Kämpfen mit dem Militär
sind binnen drei Tagen in Kolumbien mindestens elf
Zivilisten, acht Rebellen und drei Soldaten getötet
worden. Weitere 28 Menschen seien verletzt worden,
berichteten nationale Medien am Montag. Die
Bombenfahrzeuge waren an Fernstraßen sowie in kleinen
Ortschaften abgestellt und wurden offenbar ferngesteuert
gezündet, als sich Menschen näherten. Die Behörden
machten in allen Fällen die marxistischen «Revolutionären
Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) für die Taten
verantwortlich. Niemand bekannte sich zu den Anschlägen.
In den betroffenen Regionen sind auch Einheiten des
kleineren, an Kuba orientierten Nationalen
Befreiungsheeres (ELN) und der extrem rechten 10/08/03 : Grosse
Erleichterung in Cali aufgrund der Freilassung des
Finanzbeauftragten der Stadt nach viermonatiger Entführung
- Francisco Lamus Barrios befand sich in der Gewalt der
FARC für 123 Tage. Sieben junge Männer bewachten ihn
Tag und Nacht, auch während seines Marsches durch 17
verschiedene Camps in diesen vier Monaten. Aufgrund einer
Beinprothese und Diabetes war er nicht imstande lange
Strecken zu laufen, daher besorgten ihm die jungen Männer
einen Esel mit großem Sattel. Am Freitag dann, mitten im
Dschungel begann seine Freilassung. Er lief vierzehn
Stunden, bevor er zu dem verabredeten Treffpunkt kam, wo
ihn die Friedenskommission erwartete, die aus Vater Dario
Echeverry, José Gutiérrez, Vorsitzender des ständigen
Komitees zur Menschenrechtsverteidigung, Fabio
Cardozo , Friedensvermittler in Valle und Frangey Rendón,
vom Büro der Friedensvermittlung, bestand. 09/08/03
: Annan beklagt Leid der Ureinwohner - New
York (epd). UN-Generalsekretär Kofi Annan hat das
anhaltende Leid der Ureinwohner beklagt. Weltweit seien
Leben, Glaubenssysteme, Kulturen, Sprachen und
Lebensweisen der indigenen Völker bedroht, erklärte
Annan am Freitag (Ortszeit) anlässlich des
Internationalen Tages der Ureinwohner in New York. Der
Schutz der Ureinwohner und die Förderung ihrer Rechte
sei von fundamentaler Bedeutung für alle Staaten und Völker,
betonte Annan. Die menschliche Familie sei ein «Gewebe
enormer Schönheit und Vielfalt» und die indigenen Völker
ein «reicher und wichtiger Bestandteil» davon. Nach UN-Angaben
wurden in Kolumbien nahezu alle der 84 indigenen Gruppen
vertrieben. 13.000 Menschen seien in 2001 und 2002 aus
ihrer 09/08/03 : Papst-Stiftung gibt 1,84
Millionen Dollar für Lateinamerika - Vatikanstadt (KNA)
Die von Papst Johannes Paul II. gegründete Stiftung «Populorum
progressio» hat 1,84 Millionen US-Dollar für 221
Projekte in Lateinamerika und der Karibik bewilligt. Wie
die Stiftung am Samstag im Vatikan mitteilte, sollen
damit vor allem Vorhaben in der Landwirtschaft, von
Kleinunternehmern sowie zum Aufbau lokaler Infrastruktur
gefördert werden. Johannes Paul II. hatte die Stiftung
1992 aus Anlass der 500-Jahrfeiern der Entdeckung
Amerikas ins Leben gerufen. Sie will wirtschaftlich
benachteiligte Indios und Campesinos in Lateinamerika
unterstützen. Die Verteilung der Mittel wurde bei einem
Treffen im mexikanischen Guadalajara beschlossen, an dem
der deutsche Erzbischof Paul Joseph Cordes als Präsident
der Stiftung sowie Vertreter der Bischofskonferenzen aus
Kolumbien, Brasilien, Bolivien, Ecuador und Peru
teilnahmen. 09/08/03 :
Ein Toter bei weiterem Bombenanschlag in Kolumbien -
Bogotá (dpa) - Bei dem zweiten Autobombenanschlag binnen
24 Stunden sind in Kolumbien ein Zivilist getötet und
ein Soldat 09/08/03 :
Kolumbien/Anschlag - Fünf Tote bei Autobombenanschlag in
Kolumbien - 07/08/03 : Kolumbien
soll für Verbrechen der Guerilla aufkommen - Bogotá
(dpa) - Der kolumbianische Staat soll für Verbrechen der
linken Guerilla aufkommen und umgerechnet 245 000
Euro als Entschädigung für den Diebstahl von 2500
Rindern zahlen. Das habe ein Gericht in der Provinz
Caquetá im Süden des Landes entschieden, berichtete die
Zeitung «El Tiempo» am Donnerstag. Der Viehzüchter
Ismael Díaz Gaitán hatte vor Gericht geltend gemacht,
dass die Rebellen sein Vieh nur stehlen konnten, weil
sich Polizei und Militär von November 1998 bis Februar
2002 aus der Region zurückzogen hatten. Die Regierung
hatte ein Gebiet von der Größe der Schweiz in diesem
Zeitraum zur entmilitarisierten Zone erklärt, um
Verhandlungen mit den marxistischen «Revolutionären
Streitkräften Kolumbiens» (FARC) zu ermöglichen. Die
Gespräche scheiterten Anfang 2002 und die Zone wurde zurückerobert.
Die Gerichtsentscheidung ebnet den Weg für weitere 50
Klagen, die Bewohner der Region eingereicht haben. Der
Staat kann das Urteil noch anfechten. Allerdings wurde
der Rinderzüchter schon im Juni von Unbekannten
erschossen. 07/08/03
: Ein Hardliner feiert Amtsjubiläum - Álvaro
Uribe ist seit einem Jahr Kolumbiens Präsident - Von
Ingo Malcher (epd) = Buenos Aires (epd). Soldaten
kontrollieren die Einfallstraßen der kolumbianischen
Hauptstadt Bogotá, vor Regierungsbüros werden
Panzerfahrzeuge in Stellung gebracht: Das Militär ist in
Alarmbereitschaft versetzt, weil der kolumbianische Präsident
Álvaro Uribe (51) sein erstes Amtsjubiläum feiert. Die
Sicherheitskräfte erinnern sich noch immer mit Schrecken
an Uribes Amtseinführung am 7. August 2002. Damals
beschoss die FARC-Guerilla mit Granatwerfern den Präsidentenpalast,
während Uribe drinnen seinen Amtseid schwor. 20 Menschen
kamen bei dem Angriff ums Leben. Auch jetzt will der
Geheimdienst wieder Hinweise für einen neuen Angriff der
FARC bekommen haben. Die linksgerichteten Rebellen
wollten dem Präsidenten sein Jubiläum verderben, heißt
es. Möglich wäre das. Denn seit Uribe im Amt ist, hat
er der Guerilla den Krieg erklärt - um dem Land den
Frieden zu bringen. In den vergangenen zwölf Monaten
wurden in 1.630 Gefechten 1.943 Guerilleros getötet.
Uribes Strategie lautet: Die Guerilla mit Gewalt «zu
Verhandlungen zu zwingen», wie er sagt. Und während
selbst die kritische Wochenzeitschrift «Semana»
vergangene Woche mit dem Titel aufmachte: «Das Jahr, in
dem die Hoffnung zurückkehrte», sind Menschenrechtler
besorgt über den Konfrontationskurs Uribes. Der neue Präsident
setzte vom ersten Amtstag an auf Krieg. Er rief in umkämpften
Gebieten den Ausnahmezustand aus, der es dem Militär
erlaubte, Verdächtige ohne Haftbefehl zu inhaftieren.
Als Uribe die Maßnahme nach mehreren Monaten immer noch
nicht aufheben wollte, erlitt er seine bislang schwerste
Niederlage: Der Oberste Gerichtshof erklärte den
Ausnahmezustand als verfassungswidrig. Jetzt arbeitet der
Jurist Uribe an einer Verfassungsänderung. Wenn er sich
durchsetzt, können Soldaten in Konfliktgebieten bald die
Justiz ersetzen: Verhaftungen ohne Staatsanwalt, kein
Haftprüfungstermin bei einem Richter, das letzte Wort
hat immer der General. Doch damit nicht genug. In einem
Entwurf für ein Anti-Terror-Gesetz plant Uribe,
Selbstverteidigungskomitees zu legalisieren. Aus der
trockenen Sprache des Gesetzestextes übersetzt bedeutet
das: Legalisierung der Strukturen der rechtsextremen
paramilitärischen Milizen. Widerstand dagegen regt sich
kaum. Uribe kann auf eine breite Unterstützung bauen: Er
hat sich einen Namen als Macher gemacht. «Es sind
weniger die Ergebnisse, als der Eindruck, dass etwas
geschieht», sagt der oppositionelle Senator und Ex-Guerillero
Antonio Navarro Wolff. Der Bürgerkrieg zwischen
Guerillagruppen, rechtsextremen Paramilitärs und der
Armee in Kolumbien dauert seit bald 40 Jahren an. Besorgt
äußert sich unterdessen das Büro des UN-Hochkommisars
für Menschenrechte in Kolumbien. Folter und willkürliche
Exekutionen seien an der Tagesordnung, heißt es im jüngsten
Jahresbericht. Auch gingen mehr Beschwerden über
Vergehen der Sicherheitskräfte ein: «Viele dieser
Handlungsweisen waren von Mitarbeitern der
Staatsanwaltschaft begleitet oder autorisiert.» Uribe lässt
sich davon noch beirren. Er hat noch drei weitere
Amtsjahre als Präsident und setzt seinen
Konfrontationskurs fort. Und sollten ihm drei Jahre nicht
reichen, so haben schon einige Abgeordnete seiner
liberalen Partei einen Antrag im Kongress eingebracht:
Sie wollen Uribe eine zweite Amtszeit ermöglichen, die
die Verfassung für Präsidenten bislang ausschließt. 01/08/03 : Villepin
entschuldigt sich nach missglückter Geisel-Rückholaktion
- Brasilia wegen Geheimmission für Betancourt irritiert
= Paris/Brasilia, 1. August (AFP) - Der französische Außenminister
Dominique de Villepin hat sich nach der missglückten Rückholaktion |
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