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Tägliche Nachrichten

31/10/03: Freilassung entführter Touristen in Kolumbien verzögert sich - Bogotá (epd). Die Freilassung der sieben in Kolumbien entführten Touristen verzögert sich erneut. Nach einem Bericht der Tageszeitung «El Colombiano» vom Freitag konnten sich die Guerillagruppe ELN und die kolumbianische Regierung bislang nicht auf die Modalitäten der Übergabe einigen. Die Gruppe, darunter eine Deutsche, war am 12. September bei einer Trekking-Tour in Nordkolumbien gekidnappt worden. Die Rebellen weigerten sich, die Touristen gleichzeitig freizulassen, wie es die Regierung fordere, sagte der in dem Entführungsfall vermittelnde Erzbischof von Medellín, Alberto Giraldo. Die ELN beharre darauf, die sieben Geiseln nach und nach auf freien Fuß zu setzen. Es sei deshalb nicht mehr damit zu rechnen, dass die erste Geisel bereits in der kommenden Woche freikomme. Zu der Touristengruppe gehören neben der Deutschen ein Spanier, vier Israelis und ein Brite. Einem weiteren Briten war die Flucht gelungen. Nach Angaben der Armeeführung setzten unterdessen 2.000 Soldaten die Suche nach den Geiseln fort. Die ELN («Nationales Befreiungsheer») ist nach der FARC («Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens») die zweitgrößte Guerillaorganisation des Landes.

29/10/03: In Buch versteckte Bombe tötet kolumbianischen Anwalt - Bogota (AP) Bei einem Bombenanschlag ist am Mittwoch ein Anwalt in der kolumbianischen Stadt Medellin getötet worden. Der Sprengsatz war nach Angaben der Polizei in einem Buch versteckt, das in einem Päckchen an die Kanzlei Jorge Mario Escobars geschickt wurde. Beim Öffnen explodierte die Bombe und tötete den Anwalt. Eine weitere Person wurde verletzt. Über die Hintergründe des Attentats lagen zunächst keine Informationen vor.

28/10/03: Kolumbianische Regierung stimmt Geiselfreilassung zu - Bogotá (dpa) - Die kolumbianische Regierung hat am Dienstag der von linken ELN-Rebellen angekündigten Freilassung von sieben verschleppten Ausländern, darunter einer Deutschen, zugestimmt. Präsident Alvaro Uribe sei einverstanden, sagte der katholische Priester Darío Echeverri. Die katholische Kirche vermittelt in der Geiselaffäre. Unklar war zunächst jedoch, ob die Polizei und das Militär die direkt nach der Entführung am 12. September begonnene Suchaktion in der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden des Landes aussetzen würde. Der Erzbischof von Medellín, Alberto Giraldo, hatte zuvor mitgeteilt, das ELN wolle die Geiseln nach und nach einzeln einer humanitären Kommission an einem nicht näher bezeichneten Ort übergeben. Der Kommission sollen zwei Sprecher der Rebellen angehören, von denen einer noch im Gefängnis sitzt. Zunächst könne der einzige Spanier, der Baske Asier Huegun Etxeberría, Anfang
kommender Woche freikommen, sagte der Erzbischof. Die Kirche war von der Regierung und den Rebellen des Nationalen Befreiungsheers (ELN) mit der Vermittlung in dem Geiseldrama beauftragt worden. In der vergangenen Woche hatte die Kirche den Rebellen angeboten, die humanitäre Situation der Bevölkerung in der Sierra de Santa Marta im Norden des Landes zu untersuchen. Das ELN hatte den Streitkräften und rechten Paramilitärs schwere Verletzungen der Menschenrechte vorgeworfen. Die Ausländer waren während einer Wanderung zu der präkolumbischen Ruinenstadt Ciudad perdida (Verlorene Stadt) in der Gebirgsregion der Sierra de Santa Marta am 12. September entführt worden. Zu den Verschleppten gehören auch vier Israelis und ein Brite.

28/10/03: Bischof: Geiseln in Kolumbien sollen freikommen - Medellin (KNA) Linksgerichtete Rebellen in Kolumbien wollen nach Angaben eines kirchlichen Vermittlers in der kommenden Woche mit der Freilassung von sieben ausländischen Geiseln beginnen. Zunächst solle ein Spanier aus dem Baskenland auf freien Fuß gesetzt werden, wie der Erzbischof von Medellin, Alberto Giraldo Jaramillo, am Montag (Ortszeit) nach einem Gespräch mit dem inhaftierten Rebellenführer Francisco Galan mitteilte. Auch die vier Israelis, die Deutsche und der Brite, die seit Mitte September knapp 1.000 Kilometer nördlich der Hauptstadt festgehalten werden, sollten nach und nach freikommen. Nach den Worten des Erzbischofs sollen die Geiseln einer Kommission übergeben werden, die unter anderem aus katholischen Priestern sowie einem UN-Vertreter bestehen soll. Staatspräsident Alvaro Uribe erklärte unterdessen, er werde nicht zulassen, dass die Entführung zu einer internationalen Show der Guerilla werde.

28/10/03: Kolumbianische ELN-Guerilla kündigt Freilassung von Geiseln an - Auch Deutsche soll ab kommender Woche freikommen  - Bogotá, 28. Oktober (AFP) - Die kolumbianische ELN-Guerilla will ab kommende Woche die von ihr verschleppten sieben westlichen Geiseln, unter ihnen eine Deutsche, freilassen. Wie einer an der entsprechenden Vereinbarung beteiligter Unterhändler der Nachrichtenagentur AFP am Montag (Ortszeit) mitteilte, stellt die Guerilla für die Freilassung nur eine Bedingung: es müsse eine Delegation aus Vertretern der Kirche, der UNO und der Guerilla anwesend sein. Ein UN-Sprecher in Bogotá sagte, die Ankündigung der Guerilla werde ernst genommen. Die UNO werde sich am Dienstag dazu äußern. Die Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheer (ELN) werde als erstes den von ihr entführten spanischen Basken Asier Huegun Etxeberria freilassen, sagte der katholische Priester Héctor Fabio Henao. Die Guerilla hatte bereits früher ihre «Solidarität mit dem Kampf des baskischen Volks gegen den spanischen Staat» erklärt. Henao hatten zuvor mit zwei anderen Geistlichen im Hochsicherheitsgefängnis von Itagui im Nordwesten von Kolumbien den dort inhaftierten ELN-Sprecher Francisco Galán getroffen. Er und der am 8. Oktober aus dem Hochsicherheitsgefängnis entlassene zweite ELN-Sprecher Felipe Torres sollen der Delegation der Guerilla angehören. ELN-Rebellen hatten am 12. September acht Rucksacktouristen - eine Deutsche, vier Israelis, zwei Briten und den Spanier - in der Nähe der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida entführt. Einer der beiden Briten konnte jedoch fliehen. Mit der Geiselnahme will die Guerilla nach eigenen Angaben auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Paramilitärs hinweisen.

22/10/03: Mindestens elf Verletzte bei Explosion von Autobombe in Bogotá - Bogotá (dpa) - Die Explosion einer Autobombe in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá hat am Mittwoch mindestens elf Verletzte hinterlassen. Wie die Regierung mitteilte, ließen unbekannte Täter die rund 30 Kilogramm Sprengstoff in dem belebten Stadtviertel Restrepo detonieren als Polizisten dort gerade eine Durchsuchung vornahmen. Der Anschlag ereignete sich wenige Tage vor den Kommunalwahlen am kommenden Wochenende. Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe verurteilte die Tat und setzte eine Belohnung von 50 Millionen Pesos (15 500 Euro) auf die Ergreifung der Täter aus.

21/10/03: Razzia in Kolumbien gegen mutmaßliche Helfer von Rebellen - Bürgermeister und Rechnungsprüferin des Staates Arauca unter Verdacht Festgenommenen = Bogota (AP) Wenige Tage vor den Kommunal- und Gouverneurswahlen in Kolumbien hat die Polizei bei einer Razzia den Bürgermeister von Arauca sowie über ein Dutzend anderer Personen festgenommen. Sie wurden verdächtigt, die Rebellen in der Unruheprovinz Arauca zu unterstützen. Wie Heeresgeneral Eduardo Morales am Dienstag der Nachrichtenagentur AP telefonisch sagte, handelte es sich um eine gemeinsame Aktion der Streitkräfte, der Polizei und anderer Sicherheitsbehörden. Unter den Festgenommenen sind den Angaben zufolge auch die Rechnungsprüferin des Staates Arauca, Edna Benitez, ein Bürgermeisterkandidat der gleichnamigen Hauptstadt sowie ein Bewerber um das Gouverneursamt des Staates im Nordosten Kolumbiens. Morales zufolge gingen der Razzia am Dienstagmorgen monatelange Ermittlungen voraus, die sich auf Hinweise aus der Bevölkerung stützten. Generalstaatsanwalt Luis Camilo Osorio sagte, in Arauca sei eine sehr komplizierte Lage entstanden, wobei Mitglieder politischer Institutionen Straftaten begangen hätten Die Kommunal- und Gouverneurswahlen in Kolumbien finden am kommenden Sonntag statt. Die linke Rebellenorganisation FARC hat zu einem landesweiten Wahlboykott aufgerufen.

20/10/03: Kolumbianische Armee tötet einen Rebellenführer der FARC - Washington, 20. Oktober (AFP) - Gut acht Monate nach der Entführung von drei US-Bürgern hat die kolumbianische Armee einen für die Geiselnahme verantwortlichen Rebellenführer getötet. Insgesamt seien bei Kämpfen mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) am Wochenende elf Rebellen ums Leben gekommen, sagte der kolumbianische General Jorge Enrique Mora am Montag bei einer Konferenz in Washington. Die Armee gehe gezielt gegen die Rebellenführer vor: «Wenn wir die Kommandeure vorführen können, werden die Kolumbianer glauben, dass wir den Krieg gerade tatsächlich gewinnen.» Die Vereinigten Staaten hatten vor gut einer Woche eine Belohung von bis zu fünf Millionen Dollar (rund 4,3 Millionen Euro) für die Ergreifung der Entführer ausgesetzt. Die drei US-Bürger waren von der FARC verschleppt worden, nachdem ihr Flugzeug am 13. Februar über dem Dschungel im Süden des Landes abgestürzt war. Der Pilot der Maschine wurde von den Rebellen getötet.

20/10/03: Weltweit 213 Menschen wegen Engagements für Gewerkschaften getötet - Bonn (dpa) - Weltweit sind im vorigen Jahr 213 Menschen wegen ihres Engagements für Gewerkschaften getötet worden oder spurlos verschwunden. Das geht aus einem Bericht des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG) hervor, der am Montag in Bonn vorgestellt wurde. Zudem wurden rund 30 000 Gewerkschafter entlassen, etwa 20 000 bedroht, rund 2600 verhaftet und fast 90 zu Haftstrafen verurteilt, heißt es in dem Bericht, der Behinderungen von Gewerkschaftern in 133 Staaten aus dem Jahr 2002 erfasst. Einen traurigen Rekord stellen lateinamerikanische Länder mit Kolumbien an der Spitze auf, wie der IBFG berichtete. Von den 213 Fällen getöteter oder spurlos verschwundener Aktivisten entfallen 206 Taten auf Lateinamerika, 184 davon auf Kolumbien. Zudem wurden in dem Land zahlreiche Mordversuche oder Todesdrohungen registriert. Für die Gewalttaten seien vor allem paramilitärische Gruppen verantwortlich. In Europa wird die Arbeit der Gewerkschaften laut IBFG vor allem in osteuropäischen Ländern behindert. Am schlimmsten werde in Weißrussland gegen engagierte Gewerkschafter vorgegangen. Viele Fälle habe es 2002 auch in Russland, Kroatien und Polen gegeben. In Deutschland verzeichnete die IBFG keine schwer wiegenden Verstöße, bemängelte aber, dass es beispielsweise für Beamte kein Recht auf Streik gibt. Der IBFG repräsentiert nach eigenen Angaben 158 Millionen Beschäftigte in 150 Staaten der Erde, die in 231 Organisationen zusammengeschlossen sind.
(Internet:
International Confederation of Free Trade Unions

20/10/03: Kolumbianische ELN-Guerilla zu Freilassung spanischer Geisel bereit - Sprecher nennt aber mehrere Bedingungen = Bogotá, 20. Oktober (AFP) - Die kolumbianische ELN-Guerilla ist unter bestimmten Bedingungen bereit, einen der sieben entführten ausländischen Urlauber freizulassen. ELN-Sprecher Francisco Galán nannte am Montag im kolumbianischen Radiosender Radio Caracol eine Reihe von Forderungen des Nationalen Befreiungsheeres (ELN), damit die spanische Geisel Asier Huegun Etxeberria freigelassen werde. So verlangte er «aus Solidarität mit dem Kampf des baskischen Volkes» die Entsendung einer Delegation des spanischen Baskenparlaments nach Kolumbien. Die Basken litten «ebenso sehr wie unser Volk an Unterdrückung durch den spanischen Staat». Die Freilassung des Spaniers aus dem Baskenland stelle daher «eine Geste der Solidarität mit seinem Volk» dar. Als weitere Bedingungen nannte der ELN-Sprecher unter anderem, dass die Übergabe der Geisel durch eine Kommission der katholischen Kirche begleitet werde und von der kolumbianischen Regierung abgesegnet würde. Die ELN hatte am 12. September acht Rucksacktouristen - eine Deutsche, vier Israelis, zwei Briten und den Spanier - in der Nähe der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida verschleppt. Einer der beiden Briten konnte jedoch fliehen. Mit der Geiselnahme wollen die Rebellen nach eigenen Angaben auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Paramilitärs hinweisen.

19/10/03: Guerilleros verschleppen Kandidaten für Kommunalwahl in Kolumbien - Bogota (AP) Im Südwesten von Kolumbien sind zwei Kandidaten der bevorstehenden Kommunalwahl vermutlich von Guerilleros entführt worden. Holgier Grajales und Eva Benavides wurden nach Polizeiangaben vom Sonntag in einer Kapelle ihrer Heimatstadt Linares verschleppt, rund 500 Kilometer südwestlich von Bogota. Beide kandidieren am kommenden Sonntag für das Amt des Bürgermeisters in Linares. Anders als die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) hat die kleinere Guerillabewegung der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) versprochen, die Wahlen nicht zu stören.

18/10/03: Frauenrechtlerin in Kolumbien erschossen - Bogota (AP) Mutmaßliche rechtsgerichtete Milizionäre haben eine prominente kolumbianische Frauenrechtlerin getötet. Wie eine Sprecherin der Feministischen Volksorganisation (OFP) am Freitag mitteilte, verschleppten bewaffnete Männer die 40-jährige Esperanza Amaris am Abend zuvor aus ihrem Haus in der Hafenstadt Barrancabermeja im Norden Kolumbiens und erschossen sie. Augenzeugen identifizierten die Täter als Mitglieder einer örtlichen paramilitärischen Gruppe. Amaris war die Leiterin der Frauenorganisation in der Stadt. Die OFP ist eine der aktivsten regierungsunabhängigen Organisationen in der Region. Sie errichtet unter anderem Schulen und betreibt Krankenhäuser. Wie viele andere Bürgerechtsgruppen erhält auch die OFP immer wieder Drohungen rechter Milizen. In jüngster Zeit kämpften die Milizen mit linken Rebellen um die Vorherrschaft in Teilen Barrancabermejas.

16/10/03: FIAN: Kolumbien muss seine Bürger vor Vertreibung schützen - Berlin (KNA) Menschenrechtler haben eine Landreform und ein Ende der Landvertreibungen in Kolumbien gefordert. Bei einer Demonstration vor der kolumbianischen Botschaft in Berlin setzte sich die «Internationale Menschenrechtsorganisation für das Recht sich zu ernähren» (FIAN) am Donnerstag in Berlin für bessere Verhältnisse in dem lateinamerikanischen Land ein. Laut FIAN hält sich die Regierung in Bogota oft zurück, wenn sie Vertreibungen von Menschen aus ihren Ländereien und ungerechte Landverteilung verhindern müsste. Die Menschenrechtsorganisation demonstrierte am Welternährungstag mit einer symbolischen Räumung der kolumbianischen Botschaft für eine umfassende Agrarreform sowie für ein entschiedeneres Vorgehen der Staatsmacht gegen die paramilitärischen Einheiten. Diese hätten allein im vorigen Jahr 400.000 Menschen, meist Indigene, Mitglieder ethnischer Minderheiten, Kleinbauern und Menschenrechtsaktivisten aus ihren Häusern vertrieben. Seit 1985 liege die Zahl der Vertriebenen bereits bei über 2,8 Millionen. In der Folge müssten rund elf Millionen Menschen in dem Land, das eigentlich seine Bürger selbst ernähren könnte, Hunger leiden.

16/10/03: Ein Toter und fünf Verletzte bei Autobombenanschlag in Kolumbien - Bogotá, 16. Oktober (AFP) - Bei der Explosion einer Autobombe sind in Nordkolumbien mindestens ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt worden. Die Bombe sei auf einer Straße zwischen den Ortschaften Fortul und Tame in der nordöstlichen Provinz Arauca explodiert, teilte der regionale Polizeikommandeur Luis Alcides Morales am Donnerstag mit. Bei dem Toten handle es sich um den Fahrer des Fahrzeugs, das beim Vorfahren an einem Polizei-Kontrollposten explodiert sei. Bei den Verletzten handle es sich um vier Zivilisten und einen Soldaten. Der Polizeichef machte die linksgerichtete FARC-Guerilla für die Tat verantwortlich, die die Bombe ferngezündet habe.

16/10/03: Keine Hoffnung auf baldige Freilassung der entführten Touristen - Verhandlungen von Kirchenvertretern in Kolumbien gescheitert Bogota (AP) Die Bemühungen von Vertretern der katholischen Kirche um eine baldige Freilassung der in Kolumbien entführten Touristen sind gescheitert. Die Entführer hätten keinerlei Interesse an Gesprächen gezeigt, sagte Bischof Ugo Puccini am Mittwoch. Die Delegation der Kirche war vergangene Woche auf Bitten der kolumbianischen Regierung in den Norden des Landes aufgebrochen, wo die sieben Geiseln - unter ihnen eine Deutsche - vermutet werden. Die Kirche sei weiterhin gesprächsbereit, betonte der Geistliche Dario Echeverri. Die Guerillabewegung Nationale Befreiungsarmee (ELN) forderte am Montag erneut internationale Organisationen zu Vermittlungen auf. Ein ranghohes Mitglied der ELN, Ramiro Vargas, wies in einem Interview Berichte zurück, wonach die Touristen gegen inhaftierte Rebellen ausgetauscht werden sollten. Vargas betonte, die Entführten seien in guter Verfassung. Die Rucksacktouristen - vier Israelis, zwei Briten, eine Deutsche und ein Spanier - waren am 12. September nahe der `Verlorenen Stadt", einer historischen Ruinenstätte, entführt worden. Einem der Briten gelang die Flucht. Die ELN will mit der Entführung nach eigenen Worten auf die Not bolivianischer Bauern aufmerksam machen. Vor knapp zwei Wochen erklärte die Rebellengruppe, die Touristen sollten freigelassen werden, wenn Vertreter der Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen sich ein Bild von der Lage in der Sierra Nevada machten.

15/10/03: Vermittlung der Kirche um Freilassung von Urlaubern gescheitert - Bischof: Kein Kontakt mit Rebellen - Bogotá, 15. Oktober (AFP) - Die Vermittlungsbemühungen der katholischen Kirche in Kolumbien um die Freilassung von sieben entführten ausländischen Urlaubern sind gescheitert. Es sei kein Kontakt mit den Rebellen der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) zustande gekommen, sagte Bischof Hugo Puccini Banfi, einer von drei Unterhändlern, der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Am Montag hatte die ELN angekündigt, die internationale Gemeinschaft in die Verhandlungen zur Befreiung der entführten Urlauber einbeziehen zu wollen. Die ELN hatte am 12. September acht Rucksacktouristen - vier Israelis, zwei Briten, ein Spanier und eine Deutsche - in der Nähe der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida verschleppt. Einer der beiden Briten konnte jedoch fliehen. Vergangene Woche hatten die Rebellen einen von der Regierung vorgeschlagenen Gefangenenaustausch nicht ausgeschlossen; daraufhin ließen die Behörden den seit über neun Jahren inhaftierten ELN-Sprecher Carlos Arturo Velandia alias Felipe Torres frei. Mit der Geiselnahme wollen die ELN-Rebellen nach eigenen Angaben auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Militärs hinweisen. Lösegeldforderungen wurden bislang nicht bekannt. Die Guerillagruppe ist mit rund 4500 Kämpfern die zweitgrößte Rebellenorganisation in dem südamerikanischen Land. Größte Gruppe sind die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) mit mehr als 17.000 Kämpfern.

15/10/03: Chef der FARC-Guerilla in Kolumbien bietet der Armee Gespräche an - Buenos Aires (epd). Nach blutigen Gefechten in Kolumbien hat der Kommandant der FARC-Guerilla, Manuel Marulanda, seine Bereitschaft zu Gesprächen mit der Armeeführung bekräftigt. «Es wird Zeit, dass wir uns gemeinsam hinsetzen, um ernsthaft unsere Streitigkeiten beizulegen», heißt es in einem offenen Brief an die Militärspitze, den die FARC am Mittwoch auf ihrer Internetseite veröffentlichte. Marulanda schlägt den Militärs vor, in Gesprächen eine «definitive Lösung» für die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gründe zu finden, die seiner Meinung nach zum bewaffneten Konflikt in Kolumbien führten. Der Guerilla-Chef, der den Beinamen «Tirofijo» Sicherer Schuss) trägt, rief zugleich die Angehörigen der Streitkräfte zum Desertieren auf. In den vergangenen Wochen waren bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und FARC-Einheiten zahlreiche Guerilleros ums Leben gekommen. Mehrfach schon hatte Marulanda den Militärs Gespräche angeboten, darauf aber keine offizielle Antwort erhalten. Staatspräsident Álvaro Uribe lehnt Gespräche mit der FARC ab, wenn diese zuvor keinen Waffenstillstand verkünden. Mit einem erhöhten Militäretat will Uribe die Guerilla auf dem Schlachtfeld besiegen. Kolumbien steckt seit fast 40 Jahren in einem schweren Bürgerkrieg, in dem sich linksgerichtete Guerillagruppen, Militär und rechte Paramilitärs bekämpfen. Die FARC («Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens») sind mit rund 15.000 Kämpfern die größte Guerilla in dem südamerikanischen Land.

15/10/03: Anschlag auf Präsidenten der kolumbianischen Viehzüchter - Bogotá (dpa) - Der Präsident der kolumbianischen Vereinigung der Viehzüchter, Jorge Visbal, ist am Mittwoch in Bogotá nur knapp einem Anschlag entgangen. Die Täter hätten eine Panzerfaust auf den Wagen Visbals abgeschossen, als er am Sitz der Vereinigung Fedegan im Zentrum der Hauptstadt eintraf, teilte die Polizei mit. Bei einer anschließenden Schießerei zwischen den Leibwächtern des Agrarfunktionärs und den Tätern seien zwei Menschen verletzt worden, darunter einer der Angreifer. Zunächst war von einem Toten berichtet worden. Erst vor einer Woche waren bei einem Bombenanschlag in der Millionenstadt sechs Menschen getötet und 20 verletzt worden.

14/10/03: Geiselnehmer in Kolumbien fordern internationale Vermittler - Bogota (KNA) Die kolumbianischen Geiselnehmer haben die Einbeziehung internationaler Vermittler an der Seite der katholischen Kirche gefordert. Den Geiseln gehe es gut, und man sei bereit, eine Lösung zu finden, betonte die linksgerichtete Nationale Befreiungsarmee (ELN) auf ihrer Internetseite. «Es ist jedoch wichtig, dass die internationale Gemeinschaft mit den katholischen Priestern an der Freilassung mitwirkt», so die ELN. Mitte September hatten ELN-Rebellen sieben ausländische Touristen entführt, darunter auch eine Deutsche und vier Israelis. Seit geraumer Zeit bemüht sich die katholische Kirche des Landes im Einvernehmen mit der Regierung um Vermittlung in dem Geiseldrama. Nach Auskunft von Kirchenkreisen suchten die Geiselnehmer bislang jedoch keinen Kontakt zu den Priestern.

12/10/03: Wieder zwei Politiker in Kolumbien erschossen - Bogota (AP) Vermutlich linksgerichtete Rebellen haben in Kolumbien wieder zwei Politiker erschossen, die bei der landesweiten Kommunalwahl am 26. Oktober kandidierten. Die beiden waren bei der Bürgermeister- beziehungsweise Stadtratswahl in Genova in der Provinz Quindio im Südwesten des Landes angetreten. Ihre Leichen wurden am Samstag gefunden. Ein Polizeisprecher machte linksgerichtete Rebellen für die Tat verantwortlich. 23 Politiker wurden bislang getötet, acht weitere entführt. Fast 160 Kandidaten haben ihren Rückzug erklärt. Die größte linke Rebellengruppe, die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), hatte am Freitag zum Boykott aufgerufen. Der Bürgerkrieg in Kolumbien dauert nun schon rund 40 Jahre. Er kostet jedes Jahr rund 3.500 Menschen das Leben, die meisten Opfer sind Zivilisten.

11/10/03: Rebellengruppe in Kolumbien ruft zum Wahlboykott auf - Bogota (AP) Die linksgerichtete kolumbianische Rebellengruppe FARC hat zum Boykott der landesweiten Wahlen am 26. Oktober aufgerufen. `In unserem Land war das Wahlsystem schon immer durchsetzt mit Tricks, Gewalt und Korruption. Die Stimmabgabe war stets Augenwischerei", erklärte die größte Rebellengruppe am Freitag. Während des Wahlkampfs um Gouverneurs- und Bürgermeisterposten sind in den vergangenen Wochen landesweit bereits 22 Kandidaten ermordet und acht entführt worden. 160 Politiker zogen ihre Kandidatur zurück, ein Drittel unter Verweis auf Morddrohungen. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) bekämpfen die Regierung seit rund 40 Jahren. Der Bürgerkrieg kostet jedes Jahr rund 3.500 Menschen das Leben, die meisten sind Zivilisten.

10/10/03: In Kolumbien verschleppte Betancourt laut FARC-Guerilla «gesund» - Bogotá, 10. Oktober (AFP) - Die im Februar 2002 verschleppte kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt ist nach Angaben ihrer Entführer gesund. Der zweithöchste Kommandeur der FARC-Guerilla, in deren Gewalt sich die 41-jährige Grünen-Politikerin befindet, versicherte in einer am Freitag bei der Nachrichtenagentur AFP in Bogotá eingegangenen Erklärung, Betancourt habe den Wunsch, so schnell wie möglich in ihre gewohnte Umgebung zurückzukehren. Zugleich fühle sie sich «zu Recht von der Regierung verlassen», hieß es in der auf den 28. September datierten Erklärung von Raúl Reyes. Betancourts Ehemann und ihre Mutter zeigten sich in Bogotá zugleich «sehr glücklich» und «besorgt» über die Nachricht. Das letzte Lebenszeichen von Betancourt stammt vom 13. Mai dieses
Jahres. In einer rund 20-minütigen Videoaufzeichnung, die das kolumbianische Fernsehen am 30. August ausstrahlte, hatte sich die während ihres Präsidentschaftswahlkampfs entführte Politikerin gegen einen Austausch mit Gefangenen der Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) ausgesprochen. Stattdessen forderte sie den rechtsgerichteten Staatspräsidenten Alvaro Uribe auf, seine Streitkräfte zu ihrer Befreiung einzusetzen.

10/10/03: USA setzen Kopfgeld für Entführer von US-Bürgern in Kolumbien aus -- Washington kündigt stärkeres Vorgehen gegen Rebellen an - Washington, 10. Oktober (AFP) - Acht Monate nach der Entführung von drei US-Bürgern in Kolumbien wollen die Vereinigten Staaten eine Belohnung von bis zu fünf Millionen Dollar (rund 4,25 Millionen Euro) für die Ergreifung der Täter aussetzen. Die US-Regierung bemühe sich verstärkt darum, die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) für ihre Verbrechen zu bestrafen und künftige Verbrechen zu verhindern, sagte eine US-Außenamtssprecherin am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Um die Belohnungen bekannt zu machen, werde es in ganz Kolumbien eine «aggressive Werbekampagne» geben. Der US-Fernsehsender CBS hatte am Mittwoch das Gespräch eines kolumbianischen Journalisten mit den drei Geiseln ausgestrahlt, in dem diese sich gegen eine militärische Befreiungsaktion aussprachen. Die drei US-Bürger waren von der FARC verschleppt worden, nachdem ihr Flugzeug am 13. Februar über dem Dschungel im Süden des Landes abgestürzt war. Der Pilot der Maschine wurde von den Rebellen getötet.

09/10/03: Chef der Entführer von Ausländern in Kolumbien aus Haft entlassen - Bogotá (dpa) - Einer der beiden seit Jahren inhaftierten Anführer der kolumbianischen ELN-Rebellen, Felipe Torres, ist am späten Mittwochabend (Ortszeit) aus dem Gefängnis entlassen worden. Die zweitgrößte Rebellengruppe des Landes hält seit dem 12. September sieben Ausländer, darunter eine Deutsche, in ihrer Gewalt. Die Haftentlassung könnte die Freilassung der Geiseln erleichtern. Torres habe drei Fünftel seiner 20-jährigen Haftstrafe abgesessen, und wegen guter Führung stehe ihm deshalb nach den kolumbianischen Gesetzen die Freilassung zu, begründete ein Justizsprecher die Entscheidung. Es handele sich nicht um einen Gnadenakt oder eine politische Geste. Die Ankündigung kam zu einem Augenblick, in dem Torres und der zweite Sprecher des «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN), Francisco Galán, ein Angebot von Präsident Alvaro Uribe abgelehnt hatten, ihre Freiheit als Botschafter des Friedens» wieder zu erlangen. Dafür sollten sie dem bewaffneten Kampf abschwören. Die Annahme dieses Angebots käme einem Verrat an ihren politischen Überzeugungen gleich,
begründeten die beiden ihre Entscheidung. Galán hat noch keinen Anspruch auf Haftentlassung, weil er fast zeitgleich mit Torres zu 29 Jahren Haft verurteilt worden war. Das ELN machte die Freilassung der Ausländer von einem Ende der Unterdrückung der Zivilbevölkerung durch das Militär und rechte Paramilitärs abhängig. Zugleich äußerten sie jedoch die Bereitschaft, die Touristen gegen einsitzende Rebellen auszutauschen.

08/10/03: ELN unter Bedingung zu Austausch von Geiseln gegen Häftlinge bereit - Kolumbianische Guerilla fordert Freilassung kranker Genossen - Bogotá, 8. Oktober (AFP) - Im Entführungsfall um sieben ausländische Touristen in Kolumbien hat die Guerillagruppe Nationale Befreiungsarmee (ELN) einen von der Regierung vorgeschlagenen Gefangenenaustausch nicht ausgeschlossen. Die ELN könne einen Austausch der Geiseln gegen inhaftierte Guerilleros in Erwägung ziehen, «wenn es dabei um humanitäre Fragen geht», sagte ein Sprecher der zweitgrößten kolumbianischen Guerillagruppe nach Informationen der Zeitung «El Tiempo de Bogotá» (Mittwochsausgabe). Die meisten der inhaftierten ELN-Mitglieder seien krank, «und wir möchten, dass sie in den Tauschvorschlag einbezogen werden», sagte der Sprecher demnach per Funk. Die kolumbianischen Behörden hatten am Vortag zugestimmt, den ELN-Sprecher Felipe Torres nach gut neunjähriger Haft freizulassen. Die Freilassung war für Mittwoch angekündigt. Bevor es zu einer Freilassung der sieben Touristen komme, würden sie noch untersucht, teilte die ELN weiter mit. «Einige Ausländer, die nach Kolumbien kommen, wollen nicht nur die Schönheit unseres Landes bewundern, sondern kommen für Geheimdienst- und Militäraktionen», sagte der Sprecher. Den Geiseln gehe es gut. Mit der Geiselnahme wollen die ELN-Rebellen nach eigenen Angaben auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Militärs hinweisen. Lösegeldforderungen wurden bislang nicht bekannt. Acht Rucksacktouristen - vier Israelis, zwei Briten, ein Spanier und eine Deutsche - waren am 12. September nahe der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida verschleppt worden. Ein 19-jähriger Brite konnte fliehen und kehrte inzwischen in seine Heimat zurück.

08/10/03: Sechs Tote und zwölf Verletzte bei Autobombenanschlag in Bogotá - Bogotá (dpa) - Bei der Explosion einer Autobombe in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind am Mittwoch sechs Menschen getötet und zwölf verletzt worden. Das Fahrzeug sei im Geschäftsviertel San Andresito der Millionenstadt abgestellt gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei. Als zwei Polizisten den als verdächtig gemeldeten Wagen untersucht hätten, sei die Bombe vermutlich per Fernsteuerung gezündet worden. Die Beamten sowie vier Passanten und Straßenhändler starben. Die Polizei in Bogotá wurde in Alarmbereitschaft versetzt, weil Mittwoch der inoffizielle «Tag des Rebellen» sei und deshalb weitere Anschläge befürchtet würden, sagte der Sprecher. Zahlreiche Geschäfte wurden durch die Druckwelle beschädigt. Zu der Tat bekannte sich wie in Kolumbien üblich niemand. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde das Bombenauto von drei Personen abgestellt. Vor allem die marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) sind für Bombenanschläge auch in den größeren Städten des Landes berüchtigt. Fast immer handelt es sich bei den Opfern um Zivilisten.

08/10/03: DPA – Reportage - Kolumbianer auf Urlaubsreise: Mit Badeente und Maschinengewehr
Von Jan-Uwe Ronneburger, dpa

Bogotá (dpa) - «Alles ruhig, war nicht viel los» - lapidar fasst ein kolumbianischer Journalist seine Wochenendschicht zusammen. Das klingt zynisch - immerhin ist von mindestens 31 Toten die Rede - aber es ist traurige Normalität. Die Menschen kamen bei schweren Kämpfen zwischen Soldaten und Rebellen ums Leben, bei der Explosion einer Autobombe und bei einem gescheiterten Versuch des Militärs, zwei Entführungsopfer zu befreien. Abstumpfung ist eine der Folgen des jahrzehntelangen Bürgerkrieges und zugleich ein Schutzpanzer, um trotz des täglichen Gemetzels ein einigermaßen normales Leben führen zu können. Möglich ist das überhaupt nur noch in den größeren Städten.

So schwingen sich in Bogotá jeden Sonntag zehntausende Menschen aufs Fahrrad und erobern ihre Stadt auf zwei Rädern. Der Hauptfeind, der alltags alles in seinen Abgasschwaden erstickende Auto- und Busverkehr, ist am Tag des «Via Libre» (Freie Fahrt) von der wichtigsten Durchgangsstraße verbannt. Ganze Familien gondeln mit Kind und Kegel durchs Zentrum: Die Illusion entspannter Normalität mit kostenloser Aerobic-Animation im Stadtpark und Floh-Markt im Zentrum ist perfekt. Straßenhändler bieten lauthals frisch gepressten Mango- und Maracujasaft feil, andere versuchen - bewaffnet mit einer Luftpumpe und einem Schraubschlüssel - ein paar Pesos am Straßenrand zu verdienen. Viel mehr als «Plattfuß», abgelaufene Ketten und schmerzende Hinterteile sind hier scheinbar nicht zu befürchten.

 An die Wirklichkeit in diesem seit fast 40 Jahren unter einem grausamen Bürgerkrieg leidenden Land erinnern jedoch Soldaten in Kampfanzug und mit schwerem Feldfunkgerät, die zwischen Kinderwagen und Omas durch die Straßen patrouillieren. Wer mit seinem Auto ins Grüne oder gar an die Karibikküste im Norden will, muss jedoch schon über gute Nerven verfügen. Jahrelang wagten sich ohnehin nur Wahnsinnige aus der sicheren Insel Bogotá in das malerische Umland. Zu groß war das Risiko, den Entführungskommandos der linken Rebellen oder auch «normalen» Kriminellen in die Hände zu fallen. Seit der konservative Präsident Alvaro Uribe vor einem Jahr sein Amt antrat, werden jedoch so genannte Puentes (Brücken) organisiert. Pünktlich zum Beginn und zum Ende der Schulferien sowie an längeren Wochenenden werden im ganzen Land einigermaßen sichere Straßen-Korridore organisiert. So muss sich jeder, der mit seinem Fahrzeug, Luftmatratze und Gummiente in den Urlaub fahren will, zu einer festgesetzten Stunde am Stadtrand einem Konvoi anschließen. Jeweils mehrere Dutzend Autos fahren dann auf einer der Hauptfernverkehrsstraßen unter Geleitschutz militärischer Radpanzer und Jeeps mit schwerem Maschinengewehr Richtung Strand. Über der gesamten Strecke sind zudem Aufklärungsflugzeuge im Dauereinsatz, die bei verdächtigen Beobachtungen sofort Hubschrauber mit Elitetruppen alarmieren können. Alle paar Kilometer hat das Militär Straßensperren aufgebaut. Und damit die Rebellen auch nicht aus dem Hinterhalt zuschlagen können, fährt ein Vorauskommando einige Kilometer vor einem jedem dieser Urlauberkonvois. Wenn es zu Feindberührung kommt, wird die Touristenkarawane rechtzeitig gestoppt, und es ist Zeit für ein Picknick, bis die Straße wieder freigekämpft ist. Bis zu 100 000 Polizisten und Soldaten sind an manchen Wochenenden landesweit im Einsatz, um diese Fahrten durch Feindesland abzusichern.

Dennoch können Ausflügler sogar in der Nähe von Bogotá immer noch ihr blaues Wunder erleben. Kürzlich hatten die Gäste eines Gartenlokals im so genannten «heißen Land» unterhalb der 2600 Meter hoch gelegenen, angenehm kühlen Hauptstadt eine Begegnung der unangenehmen Art. Urplötzlich tauchten etwa 50 Rebellen der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) aus dem Wald am Straßenrand auf. Schwer bewaffnet und schweigend sahen sie sich die schönen neuen Autos auf dem Parkplatz an, gingen dann ebenso schweigend zwischen den Tischen herum und verschwanden wieder. Den vor Angst erstarrten Gästen sei das Essen im Halse stecken geblieben, erzählt ein Diplomat lachend von dem gespenstischen Zwischenfall. Warum die Rebellen - wie bei solchen Gelegenheiten sonst üblich - weder Autos noch wohlhabende Gäste als Geiseln mitnahmen, bleibt ein Rätsel.

Rätselhaft ist vieles am blutigen Konflikt in dem südamerikanischen Land. Geht irgendwo eine Bombe hoch, werden Familienväter vor den Augen ihrer Angehörigen massakriert oder Geiseln am Straßenrand erschossen aufgefunden - fast immer nennen die Behörden bald die Rebellen oder deren Erzfeinde, die ultrarechten Paramilitärs, als Täter. Danach aber wird dann kaum noch etwas über die Aufklärung solcher Verbrechen bekannt. Und auch in Bogotá geht die Angst um. Vor einigen Monaten wurde die Betriebsfeier eines deutschen Unternehmens im obersten Stockwerk eines vornehmen Clubs in Bogotá jäh unterbrochen. Das Licht flackerte kurz, erlosch dann ganz. Die Gesellschaft saß in völliger Dunkelheit, bis sich die automatische Notbeleuchtung einschaltete. Dass es sich um etwas mehr als einen Kurzschluss handelte, wurde den Gästen spätestens klar, als die Kellner höflich darum baten, sich doch bitte flach auf den Boden zu legen. Nur einige Stockwerke tiefer bot sich ein grausiges Bild: In der Garage des Clubs Nogal war eine Autobombe mit der Sprengkraft von etwa 200 Kilogramm Dynamit explodiert. 33 Menschen, die sich in dem direkt darüber liegenden Stockwerk aufgehalten hatten, starben in dem Inferno, 200 wurden zum Teil schwer verletzt. Bis auf die oberste Etage wurde das gesamte Gebäude verwüstet. Ob es sich wirklich um einen Anschlag der FARC handelte, wie die Regierung schon kurz nach der Explosion behauptete, ist bis heute unklar. Zwar gibt es mehrere Festnahmen, aber noch keine Anklage. Der riesige Bau steht noch immer wie ein Mahnmal im vornehmen Norden der Stadt. Oben wird aber schon wieder gefeiert.

Keine Zweifel gibt es hingegen daran, dass die frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt im Februar 2002 von der FARC entführt wurde. Warum die erfahrene Politikerin an jenem Tag versuchte, mit dem Auto von der Stadt Florencia in die Hauptstadt der gerade erst von der Armee zurückeroberten FARC-Zone zu fahren versuchte, ist unklar. Böse Zungen sagen, sie habe die Entführung provoziert und damit gerechnet, schon nach einigen Tagen als Heldin mit einer Friedensbotschaft der Rebellen wieder frei gelassen zu werden. Ihr Mann, Juan Carlos Lecompte, weist dies als infame Unterstellung zurück und berichtet, ihr sei auf «Befehl aus Bogotá» der Flug in einem der vielen Militär-Hubschrauber verboten worden, die an jenem Tag mehr als 100 Journalisten von Florencia nach San Vicente gebracht hätten. Der damalige Präsident Andrés Pastrana, nicht gerade ein Freund der unbequemen Kämpferin gegen Korruption und Vetternwirtschaft, konnte sich unterdessen in San Vicente im Glanz des militärischen Sieges und im Blitzlichtgewitter der Journalisten sonnen.

Für viele Kolumbianer aber sind das alles Probleme der Reichen. Ihre größte Sorge sind nicht die Rebellen oder die Bomben oder die Entführungen. Sie haben eine Heidenangst vor Arbeitslosigkeit, Hunger, Elend und Krankheit. Etwa 55 Prozent der 43 Millionen Kolumbianer leben unterhalb der Armutsgrenze und schlagen sich mit umgerechnet gerade mal knapp 100 Dollar monatlich durchs Leben. Mitten im dichten Autoverkehr versuchen sie an Ampeln mit längerer Rotphase Kaugummi, Kugelschreiber oder Blumen zu verhökern. Nachts zieht ein Heer von Müllsuchern durch die Straßen und wühlt im Abfall nach allem irgendwie noch Brauchbarem. Und nach Essen aus den Mülltüten der Wohlhabenden. In den noch viel ärmeren Provinzen haben die Rebellen und die Paramilitärs beim Anwerben meist noch jugendlicher künftiger Kämpfer deshalb leichtes Spiel. «Die bieten den halb verhungerten Kindern und Jugendlichen zum ersten Mal im Leben drei Mahlzeiten am Tag, eine schicke Uniform, neue Gummistiefel und den Status einer gefürchteten Respektsperson», erzählt der bekannte Journalist und Autor mehrerer Bücher über den Konflikt, Gérman Castro. Die Regierung versucht, diese Jugendlichen durch ein Wiedereingliederungsverfahren zur Fahnenflucht zu animieren. Die Jungen und Mädchen, so genannte «Reinsertados» (Wiedereingegliederte), stehen unter dem Schutz der Behörden und erhalten eine Starthilfe in ein ziviles Leben. Vor Journalisten berichten sie von entsetzlichen Gräueltaten der Rebellen, vor allem an Deserteuren. Dass sie dabei den Rebellen Folterungen vorwerfen, für die vor allem die Paramilitärs berüchtigt sind, muss ihre Glaubwürdigkeit nicht unbedingt in Frage stellen, könnte der Regierung aber sehr gut ins Konzept passen. «Uribe erklärt zwar verbal ständig seine Bereitschaft zu Verhandlungen, tut faktisch aber alles, um dies unmöglich zu machen», kritisiert der Dekan der Jesuiten-Universität, Fernando Giraldo. In Kolumbien ist offenbar nichts so, wie es erscheint. Jede Information kann eben so gut eine Lüge sein. Die meisten Kolumbianer misstrauen deshalb fast jedem und allem und versuchen, ihr Leben so weit wie möglich aus dem Konflikt herauszuhalten. Und hoffen, dass Uribe sein Wahlversprechen hält, die Rebellen und die Paramilitärs militärisch zu besiegen. Koste es was es wolle.

08/10/03: Kolumbianischer Guerillaführer soll freigelassen werden - In Bemühungen um Freilassung von entführten Touristen - Bogotá, 8. Oktober (AFP) - In den Bemühungen um die Freilassung von sieben in Kolumbien entführten Touristen, unter ihnen eine Deutsche, haben die Behörden die Haftentlassung eines Guerilla-Funktionärs zugesagt. Der Sprecher der Nationalen Befreiungsarmee (ELN), Felipe Torres, solle am Mittwoch nach gut neunjähriger Haft auf freien Fuß gesetzt werden, teilte ein regionaler Justizrat am Dienstag (Ortszeit) mit. Die ursprünglich 20-jährige Haftstrafe für Torres wegen Terrorismus werde wegen guter Führung und seines Studiums während der Haftzeit verkürzt. Staatspräsident Alvaro Uribe hatte die katholische Kirche gebeten, bei ihren Vermittlungsbemühungen Möglichkeiten für Friedensgespräche auszuloten, nachdem die Guerilla die
Verantwortung für die Geiselnahme übernommen und zugleich Verhandlungsbereitschaft angekündigt hatte. Für den Fall, dass sich die nach wie vor einflussreichen inhaftierten ELN-Führer Francisco Galán und Torres von der Guerilla lossagen und einen Friedensdialog in Gang bringen sollten, hatte Uribe ihre Freilassung in Aussicht gestellt. Mit der Geiselnahme wollen die ELN-Rebellen nach eigenen Angaben auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Militärs hinweisen. Lösegeldforderungen wurden bislang nicht bekannt. Die acht Rucksacktouristen - vier Israelis, zwei Briten, ein Spanier und eine Deutsche - waren am 12. September nahe der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida verschleppt worden. Ein 19-jähriger Brite konnte fliehen und kehrte inzwischen in seine Heimat zurück.

08/10/03: Zwei kolumbianische Bürgermeister erschossen - Nach Verhandlungen mit Rebellen -Bogota (AP) Nach Verhandlungen mit linksgerichteten Rebellen sind in Kolumbien zwei Bürgermeister getötet worden. Guerilleros hätten die beiden Politiker erschossen, teilten die kolumbianischen Streitkräfte am Dienstag mit. Orlando Hoyos und Jaime Zambrano hatten sich am Montag in der Bergregion Cauca mit Vertretern der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) getroffen, der größten linksgerichteten Rebellenorganisation in dem lateinamerikanischen Land. Hoyos, Bürgermeister von Bolivar, wurde nach Angaben des Gouverneurs von Cauca auf der Rückfahrt überfallen und von zwei FARC-Kämpfern erschossen. Der Bürgermeister von Santa Rosa, Zambrano, sei vermutlich von Rebellen der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) getötet worden, hieß es weiter. Die FARC beschuldigte Hoyos und Zambrano der Zusammenarbeit mit rechtsgerichteten paramilitärischen Gruppen, die die linksgerichteten Rebellengruppen bekämpfen. Nach Angaben des kolumbianischen Gemeindebunds wurden in den vergangenen drei Jahren mindestens 30 Bürgermeister und 60 städtische Abgeordnete ermordet. In den vergangenen Wochen häuften sich wegen der Ende des Monats anstehenden Wahlen Attentate auf Politiker. Ob die beiden jüngsten Fälle mit den Kommunal- und Gouverneurswahlen am 26. Oktober in Verbindung stehen, war zunächst allerdings unklar.

07/10/03: Bemühungen um Freilassung von Touristen in entscheidender Phase -  Kolumbianische Kirchendelegation will schnelle Lösung - Santa Marta, 7. Oktober (AFP) - Die Bemühungen zur Freilassung von sieben in Kolumbien entführten Touristen, unter ihnen eine Deutsche, sind nach Angaben aus Verhandlungskreisen in eine entscheidende Phase getreten. Die Vermittlungsmission der Katholischen Kirche wolle eine rasche Lösung erreichen, hieß es am Montagabend (Orstzeit) in Santa Marta im bergigen Norden des südamerikanischen Landes. Der Erzbischof der Großstadt Medellín, Alberto Giraldo, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Mission erfordere «größte Diskretion und Vorsicht», um den Verhandlungserfolg nicht zu gefährden. Die Delegation trifft sich mit Vertretern der so genannten Nordfront der Guerillagruppe Nationale Befreiungsarmee (ELN). Giraldo hatte am Donnerstag bei einem Treffen mit inhaftierten Führern der Guerillabewegung im Hochsicherheitsgefängnis von Itaguí die katholische Vermittlungsmission vereinbart. Die Suchaktion von Hunderten von Polizisten nach den von der ELN in der Sierra Nevada de Santa Marta verschleppten Geiseln dauerte unterdessen an, wie Verteidigungsministerin Martha Lucía Ramírez mitteilte. Zu der Kirchendelegation gehören der Priester Darío Echeverri, Generalsekretär der Nationalen Versöhnungskommission, und der in der Kirchenleitung für soziale Fragen zuständige Geistliche Héctor Fabio Hanao. Der Friedensbeauftragte von Staatspräsident Alvaro Uribe, Luis Carlos Restrepo, rief die Guerilla auf, ihre Geiseln freizulassen und Friedensgespräche mit der Regierung aufzunehmen. Uribe hatte die Kirche gebeten, bei ihren Vermittlungsbemühungen Möglichkeiten für solche Gespräche auszuloten, nachdem die Guerilla die Verantwortung für die Geiselnahme übernommen und zugleich Verhandlungsbereitschaft angekündigt hatte. Für den Fall, dass sich die nach wie vor einflussreichen inhaftierten ELN-Führer Francisco Galán und Felipe Torres von der Guerilla lossagen und einen Friedensdialog in Gang bringen sollten, stellte Uribe ihre Freilassung in Aussicht. Mit der Geiselnahme wollen die ELN-Rebellen nach eigenen Angaben auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Militärs hinweisen. Lösegeldforderungen wurden bislang nicht bekannt. Die acht
Rucksacktouristen - vier Israelis, zwei Briten, ein Spanier und eine Deutsche - waren am 12. September nahe der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida verschleppt worden. Ein 19-jähriger Brite konnte fliehen und kehrte inzwischen in seine Heimat zurück.

05/10/03: Bürgermeisterkandidat in Kolumbien erschossen - Bogota (AP) Attentäter haben in der Nähe der mittelkolumbianischen Stadt Chivor einen Bürgermeisterkandidaten erschossen. Damit wurden bislang 16 Politiker vor den Ende des Monats anstehenden Wahlen ermordet. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, wurde der Anschlag auf Jorge Roa am Freitag in einem ländlichen verübt. Einer seiner Begleiter wurde ebenfalls getötet, zwei weitere verletzt. Wer die Attentäter waren, war unbekannt. Roa soll zuvor keine Todesdrohungen erhalten haben. Einem Zeitungsbericht zufolge sollen Roas Angehörige einen Anruf erhalten haben, demzufolge sich Rebellen zu der Tat bekannten. Die Regierung macht die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) für die meisten der Anschläge verantwortlich. Am 26. Oktober finden in Kolumbien Kommunal- und Gouverneurswahlen statt.

03/10/03: Kirchenvertreter zu Entführern von Touristen aufgebrochen - Kolumbianische Unterhändler treffen inhaftierte Rebellenführer = Bogota (AP) Zu Verhandlungen über eine Freilassung von sieben in Kolumbien entführten ausländischen Touristen ist eine Delegation der katholischen Kirche am Freitag in die Berge im Norden des Landes aufgebrochen. Im dortigen Dschungel werden die Verschleppten vermutet. Zuvor hatten sich Unterhändler der Regierung und der Kirche mit inhaftierten Führern der Guerillabewegung Nationale Befreiungsarmee (ELN) getroffen. Zu welchem Ergebnis die Gespräche des Geistlichen Dario Echeverri und des Regierungsbevollmächtigten Luis Carlos Restrepo mit den beiden Rebellen führten, wurde nicht bekannt. Der Erzbischof von Medellin, Alberto Giraldo, sagte im Rundfunksender Caracol, Echeverri leite die Delegation, die in der Sierra Nevada Kontakt zu Kommandeuren der ELN aufnehmen wolle. Die Delegation bemühe sich um eine schnelle Lösung, da die Entführung den Familien der Entführten und der internationalen Gemeinschaft bereits zu viel Pein bereitet habe. Die Kirche arbeite eng mit Regierungsunterhändler Restrepo zusammen. Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe begrüßte die Vermittlungsmission. Er habe volles Vertrauen, dass die Delegation eine schnelle Freilassung der Touristen erreichen werde. Ferner bat er die Kirche, die Möglichkeit von Friedensgesprächen mit der ELN auszuloten. Die Suchaktion der Armee, an der Hunderte Soldaten beteiligt sind, werde jedoch fortgesetzt. Echeverri, Generalsekretär der Nationalen Versöhnungskommission, und Giraldo trafen die ELN- Führer Felipe Torres und Francisco Galan am Donnerstag zu mehrstündigen Gesprächen im Itagui- Gefängnis. Am Dienstag bat bereits Restrepo die ELN- Mitglieder um ihre Hilfe. Er überbrachte den beiden vor mehr als zehn Jahren verhafteten Guerilla-Kämpfern ein Angebot Uribes, sie freizulassen, wenn sie sich dem Einsatz für den Frieden verpflichten, wie das Büro des Präsidenten mitteilte. Torres und Galan gelten nach wie vor als einflussreich innerhalb der ELN und haben bereits in der Vergangenheit bei Geiselnahmen vermittelt. Die ELN hat sich zur Entführung der Touristen bekannt, um auf die Not verarmter Bauern hinzuweisen. Lösegeldforderungen wurden bisher nicht erhoben. Die Rucksacktouristen - vier Israelis, zwei Briten, eine Deutsche und ein Spanier - waren am 12. September nahe der `Verlorenen Stadt", einer historischen Ruinenstätte, entführt worden. Einem der Briten gelang vergangene Woche die Flucht.

03/10/03: Kolumbianische Guerilla bekennt sich zu Abschuss von US-Flugzeug - Bogotá, 3. Oktober (AFP) - Die kolumbianische Guerillagruppe Nationales Befreiungsheer (ELN) hat sich zum Abschuss eines US-Flugzeugs vor knapp zwei Wochen bekannt, das im Kampf gegen Drogen eingesetzt wurde. Die Rebellen hätten am 21. September eine OV-10 Buffalo in der Region Catatumbo im Nordosten Kolumbiens abgeschossen, erklärte die ELN am Donnerstag auf ihrer Website. Das US-Außenamt hatte den Abschuss bestätigt, ohne die mutmaßlichen Täter zu nennen. Dabei war der aus Costa Rica stammende Pilot ums Leben gekommen. Die USA helfen der Regierung in Bogotá im Rahmen des ehrgeizigen «Plan Colombia» beim Kampf gegen die Drogen. Unter anderem werden dabei tief fliegende Flugzeuge eingesetzt, die mit Herbiziden Coca-Plantagen zerstören. Da die Flieger so weit heruntergehen, sind sie öfters Ziel von Angriffen.

02/10/03: Friedensbeauftragter trifft Guerilla-Anführer in Gefängnis - Bogotá, 2. Oktober (AFP) - Die kolumbianische Regierung hat Verhandlungen mit den Entführern der seit Mitte September verschleppten sieben ausländischen Geiseln aufgenommen. Die Guerillagruppe Nationales Befreiungsheer (ELN) habe ihre Bereitschaft signalisiert, einen Weg zur Freilassung der Entführten zu finden, sagte der Friedensbeauftragte der kolumbianischen Regierung, Luis Carlos Restrepo, nach Gesprächen mit den ELN- Anführern Francisco Galan und Felipe Torres. Beide sitzen derzeit im Hochsicherheitsgefängnis von Itaguí, 400 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bogotá, in Haft. Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe hatte ihre Freilassung für den Fall in Aussicht gestellt, dass sie sich von der ELN lossagen und einen Friedensdialog in Gang bringen. Restrepo zeigte sich zuversichtlich, dass die ELN eine Vermittlung durch die katholische Kirche akzeptieren werde, von der er sich eine rasche Befreiung der Geiseln verspricht, unter denen sich auch eine Deutsche befindet. Am Montag hatte die Regierung die Kirche offiziell um Hilfe gebeten, nachdem die ELN die Verantwortung für die Geiselnahme übernommen und gleichzeitig Verhandlungsbereitschaft angekündigt hatte. Die vier Israelis, zwei Briten, ein Spanier und eine Deutsche waren am 12. September in der Bergregion Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens beim Besuch eines Indianerreservats verschleppt worden. Ein 19-jähriger Brite konnte fliehen und kehrte inzwischen in seine Heimat zurück. Mit der Geiselnahme will die ELN, die zweitgrößte Guerillagruppe Kolumbiens, nach eigener Darstellung auf die Probleme der Menschen in der Sierra Nevada aufmerksam machen, denen Soldaten und Paramilitärs das Leben schwer machen. Die Indianer der Region hatten jedoch ihren Unmut über die Präsenz aller bewaffneter Gruppen einschließlich der ELN in ihrer Heimat bekundet.

02/10/03: Kolumbiens Regierung spricht mit Rebellen über Freiheit für Geiseln - Bogotá (dpa) - Die kolumbianische Regierung hat Gespräche mit den ELN-Rebellen über eine mögliche Freilassung sieben entführter Ausländer, darunter eine Deutsche, aufgenommen. Der Friedensbeauftragte der Regierung, Luis Carlos Restrepo, sei am Mittwoch in das Hochsicherheitsgefängnis in Itagüí im Nordwesten des Landes gereist, um sich mit den beiden inhaftierten Sprechern des «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN), Francisco Galán und Felipe Torres zu treffen, teilte ein Sprecher mit. Präsident Alvaro Uribe hatte zuvor angeboten, die beiden Guerilleros als «Friedensvermittler» auf freien Fuß zu setzen. Das ELN hatte die Ausländer, darunter auch vier Israelis sowie je ein Brite und ein Spanier, am 12. September in der Sierra Nevada de Santa Marta im Norden des Landes verschleppt. In einem Bekennerschreiben forderten die Rebellen die Entsendung einer internationalen Kommission in die Region, die Menschenrechtsverletzungen durch das Militär und rechte Paramilitärs dokumentieren solle. Von den Entführern und ihren Opfern fehlt jede Spur.

01/10/03: Bremerin soll unter den in Kolumbien entführten Touristen sein - Bremen (AP) Eine Bremerin soll unter den vor drei Wochen in Kolumbien entführten Touristen sein. Nach Recherchen des `Weser-Kuriers" handelt es sich um die 31-jährige Reinhilt Weigel. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes lehnte auf AP-Anfrage Stellungnahmen zur Identität des Opfers ab. Er verwies jedoch darauf, dass die Bundesregierung ihre Bemühungen zur Freilassung der Deutschen unverändert fortsetze. Im Auswärtigen Amt befasst sich der Krisenstab Kolumbien mit dem Fall, bestätigte der Sprecher. Die deutsche Botschaft in Bogota sei eingeschaltet und im Kontakt mit der kolumbianischen Regierung und den Auslandsvertretungen der anderen betroffenen Staaten in Bogota. Die Rucksack-Touristen - vier Israelis, zwei Briten, eine Deutsche und ein Spanier - waren am 12. September nahe der  Verlorenen Stadt" der präkolumbianischen Tayrna-Kultur entführt worden. Einem Briten gelang die Flucht. Am Montag hatte sich die Guerillabewegung Nationales Befreiungsheer (ELN) zu der Entführung bekannt.

01/10/03: Botschafter und Kirche bemühen sich um Geiseln in Kolumbien - Bogotá (dpa) - Schweden, die Schweiz, Spanien und Kuba bemühen sich um die Freilassung der von der linken Rebellengruppe ELN in Kolumbien entführten sieben Ausländer, darunter eine Deutsche. Bei den anderen Geiseln handelt es sich um vier Israelis sowie einen Briten und einen Spanier. Die so genannte Gruppe der befreundeten Länder hatte schon früher bei Friedenskontakten des «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN) mit der Regierung vermittelt. Die Botschafter der betreffenden Staaten in Bogotá hätten sich am Dienstag mit einem Komitee aus Zivilisten getroffen, das sich für die Freilassung der Touristen einsetzt, sagte der frühere kolumbianische Außenminister Augusto Ramírez. Die Vereinten Nationen (UN) riefen die Guerilleros auf, die Geiseln sofort freizulassen. Auch die katholische Kirche wollte ihre Beziehungen nutzen, um die Geiselnahme zu einem friedlichen Ende zu führen. Präsident Alvaro Uribe hatte bereits zuvor angeboten, inhaftierte ELN-Anführer als «Botschafter des Friedens» auf freien Fuß zu setzen. Bisher habe er jedoch keine positive Antwort auf diesen Vorstoß erhalten, sagte er. Das ELN, die zweitgrößte kolumbianische Rebellengruppe, hatte sich am Vortag zu der Entführung bekannt. Die Gruppe verlangte die Entsendung einer internationalen Kommission in die Sierra Nevada de Santa Marta im Norden des Landes. Sie solle die Verletzung von Menschenrechten durch die Armee und rechte Paramilitärs dokumentieren und damit Bedingungen für eine mögliche Freilassung der Geiseln schaffen. Weitere Forderungen wurden zunächst nicht bekannt. Parlamentspräsident Germán Vargas forderte eine Untersuchung zu Gerüchten, dass es sich bei einigen der entführten Ausländer um Waffenschieber für das ELN handeln soll. Bei einigen der Entführten handele es sich «eventuell nicht gerade um Heilige», sagte Vargas, ohne jedoch Beweise vorzulegen.

30/09/03: Bürgermeisterkandidat in Kolumbien ermordet - Bogota (AP) In Kolumbien ist erneut ein Politiker einem Attentat zum Opfer gefallen. Jose Castillo wurde am Dienstag erschossen, als er sein Haus in Soledad in der Nähe von Barranquilla verließ. Den beiden Attentätern gelang die Flucht, bevor die Leibwächter zurückschießen konnten, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Castillo wollte für die Liberale Partei bei den Wahlen am 26. Oktober als Bürgermeister kandidieren. Er war landesweit bereits der 15. Kandidat, der im Wahlkampf ermordet wurde. Hinter den meisten
Attentaten wurde die Rebellengruppe Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) vermutet. Präsident Alvaro Uribe hat Armee und Polizei angewiesen, bedrohten Kandidaten Personenschutz zu gewähren.

30/09/03: 26 Tote bei Gefechten in Kolumbien Bogotá (dpa) - Ein kolumbianischer Soldat und 25 linke Rebellen sowie rechte Paramilitärs sind nach Angaben der Streitkräfte bei Gefechten in verschiedenen Landesteilen getötet worden. Zudem hätten die Truppen in der Sierra Nevada de Santa Marta in einem eroberten Lager des an Kuba orientierten «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN) Kleidungsstücke der vor zweieinhalb Wochen entführten sieben Ausländer, darunter einer Deutschen, gefunden, teilte das Militär am Montag weiter mit. Mindestens zwei Dutzend Helfer der Entführer vom ELN, das sich zu der Verschleppung der Touristen bekannt hat, seien festgenommen worden. Das ELN verlangt die Entsendung einer internationalen Kommission in die Region, die behauptete Menschenrechtsverletzungen durch das Militär und die Paramilitärs dokumentieren solle. Bei Kämpfen im Nordwesten des Landes seien in der Provinz Antioquia fünf Mitglieder der paramilitärischen «Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens» (AUC) erschossen worden, teilten die Streitkräfte weiter mit. Im Zentrum des Landes seien bei einer Schießerei drei Rebellen der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) getötet worden. Dabei sei auch ein Soldat tödlich verletzt worden. In der Nähe der Hauptstadt Bogotá und in der zentralen Provinz Meta seien neun weitere FARC-Guerilleros bei Kämpfen gestorben. In der Nähe der Grenze zu Venezuela im Norden seien acht Rebellen der FARC sowie des «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN) getötet worden.

29/09/03: ELN bekennt sich zu Entführung von Ausländern in Kolumbien - Bogotá (dpa) - Die zweitgrößte kolumbianische Rebellengruppe ELN hat sich zur Entführung von sieben Ausländern, darunter einer Deutschen, bekannt. Zugleich forderte das an Kuba orientierte «Nationale Befreiungsheer» (ELN) auf seiner Internetseite am Montag die Entsendung einer internationalen Kommission in die Sierra Nevada de Santa Marta im Norden des Landes. Sie solle die Verletzung von Menschenrechten durch die Armee und rechte Paramilitärs dokumentieren und damit die Bedingungen für eine mögliche Freilassung der Geiseln schaffen. In der Bergregion waren die Deutsche und zunächst sieben weitere junge Rucksacktouristen aus Großbritannien, Israel und Spanien am 12. September verschleppt worden. Ein junger Brite hatte zwischenzeitlich fliehen können. In der Erklärung des ELN heißt es weiter, die Touristen seien entführt worden, um an den Sturz des chilenischen Präsidenten Salvador Allende am 11. September vor 30 Jahren und an die von «Terror und Tod» geprägte Lage in Kolumbien zu erinnern. «Das ELN übernimmt die Verantwortung für die Aktion Allende lebt 30 Jahre nach seinem Tod. Dabei wurden die Ausländer in der Sierra Nevada festgenommen, und wir bekräftigen dadurch unser Versprechen, für den Frieden mit sozialer Gerechtigkeit, für ein erneuertes Land und eine neue Regierung» zu kämpfen, stand in dem ELN-Text. Die Armee und die Paramilitärs hätten die Region jedoch von der Außenwelt abgeschnitten und würden Reisende wahllos umbringen sowie die Versorgung mit Lebensmitteln behindern. Für die Unversehrtheit der Geiseln machten die Rebellen einzig und allein Präsident Alvaro Uribe verantwortlich. Unter seiner Leitung suchen seit 17 Tagen etwa 2000 Soldaten nach den Entführern und ihren Opfern. Die Guerilleros betonten, sie seien für eine gewaltlose Lösung des Geiselkonflikts. Das ELN hat in den vergangenen Jahren stark an Einfluss verloren. Viele seiner Mitglieder desertierten zu den rechten Paramilitärs. Heute hält das ELN noch etwa 4500 Frauen
und Männer unter Waffen.

28/09/03: Zehn Tote bei Bombenanschlag in Kolumbien / Suche nach verschleppten Touristen fortgesetzt - Bogota (AP) Bei einem Bombenanschlag in Kolumbien sind am Sonntag zehn Menschen getötet und 48 verletzt worden. Die Behörden machten die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) für den Anschlag im Zentrum der Provinzhauptstadt Florencia verantwortlich. Der auf einem Motorrad versteckte Sprengsatz wurde mit einer Fernsteuerung gezündet. Zum Zeitpunkt des Anschlags gegen 4.00 Uhr früh (13.00 Uhr MESZ) waren noch viele Besucher von Bars und Nachtklubs auf den Straßen unterwegs. Das Motorrad war nach Angaben von General Luis Alberto Ardilla vor einem vielbesuchten Nachtklub abgestellt. Unter den Toten sind auch ein neunjähriges Kind und zwei Polizisten. Florencia liegt 380 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bogota. Bei der Suche nach den in Kolumbien entführten Touristen haben Soldaten am Wochenende vier mutmaßliche Guerilleros erschossen. Diese wollten nach Angaben der Armee Minen legen, um den Vormarsch der Truppen in der Sierra Nevada aufzuhalten. Einem Armeesprecher zufolge handelt es sich bei den Erschossenen vermutlich um FARC-Mitglieder. Mehr als 1.500 Soldaten waren auch am Sonntag in der vom Regenwald überwachsenen Sierra Nevada im Norden Kolumbiens im Einsatz, um die Touristen aufzuspüren - vier Israelis, eine Deutsche, einen Briten und einen Spanier. Starker Regen und dichter Nebel behinderten die Suche in dem unwegsamen Berggebiet. Die sieben Geiseln waren am 12. September aus der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida verschleppt worden.

28/09/03: Bei Suche nach Geiseln vier Rebellen getötet / Kirche in Kolumbien bietet Vermittlung an - Bogota (AP) Bei der Suche nach den in Kolumbien entführten Touristen haben die Streitkräfte vier mutmaßliche Rebellen getötet. Nach Armeeangaben wollten die Männer am Samstag Minen legen, um den Vormarsch der Truppen in der Sierra Nevada aufzuhalten. Die katholische Kirche bot unterdessen an, bei Verhandlungen zur Freilassung der sieben Entführten zu vermitteln. Einem Armeesprecher zufolge handelte es sich bei den Erschossenen höchstwahrscheinlich um Mitglieder der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), der größten linksgerichteten Rebellenorganisation in dem lateinamerikanischen Land. Bislang wurde hinter der Entführung allerdings die kleinere Nationale Befreiungsarmee (ELN) vermutet. Beobachtern zufolge könnte dies auf eine verstärkte Zusammenarbeit der beiden linken Gruppen hindeuten. Mehr als 1.500 Soldaten waren auch am Sonntag in der vom Regenwald überwachsenen Sierra Nevada im Norden Kolumbiens im Einsatz, um die Touristen - vier Israelis, eine Deutsche, einen Brite und einen Spanier - aufzuspüren. Starker Regen und dichter Nebel behinderten die Suche in dem unwegsamen Berggebiet. Die sieben Geiseln waren am 12. September aus der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida verschleppt worden. Einem 19-jährigen Briten gelang später die Flucht. Der Geistliche Dario Echeverry bot am Freitagabend die Hilfe der Kirche bei Verhandlungen mit den Rebellen an - aus humanitären Gründen, wie er sagte. Die Geiselnahme könnte ernste Auswirkungen auf die Bemühungen um Frieden in Kolumbien haben - insbesondere auf die Bereitschaft ausländischer Regierungen oder Menschenrechtsorganisationen, den Dialog mit der ELN fortzusetzen. `Das ist eine sehr komplizierte Situation f}r die ELN", sagte Echeverry. Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe begrüßte das Angebot des Geistlichen. `Jede Vermittlung der Kirche ist gut", sagte er. Uribe wollte am Sonntag die Küstenstadt Santa Marta am Fuße der Sierra Nevada besuchen, um sich über den Großeinsatz informieren zu lassen.

27/09/03: Uribe fordert Freilassung ausländischer Geiseln in Kolumbien - Kolumbiens Präsident macht Rebellengruppe ELN verantwortlich - Bogotá, 27. September (AFP) - Nach der Flucht eines Briten aus der Gewalt von Entführern in Kolumbien hat der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe die Guerillagruppe Nationale Befreiungsarmee (ELN) aufgefordert, die übrigen sieben entführten Touristen freizulassen. «Ich fordere die ELN auf, diese Menschen freizulassen (...) und sich an den Verhandlungstisch zu setzen», sagte Uribe am Freitag im Rundfunksender Caracol. Es gebe «zahlreiche Beweise», dass die ELN für die Entführung verantwortlich sei. Uribe bot der ELN an, im Gegenzug zur Freilassung der Touristen zwei Anführer der Guerillakämpfer, Francisco Galan und Felipe Torres, auf freien Fuß zu setzen. Die ELN ist mit 4500 Kämpfern die zweitgrößte Rebellengruppe Kolumbiens; die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) verfügen über 17.000 Kämpfer. Der Präsident warf der FARC vor, die ELN zu beeinflussen und Friedensgespräche mit der Regierung zu verhindern. Uribe hatte bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr angekündigt, hart gegen die Rebellen vorzugehen. Der Brite Matthew Scott war aus den Fängen der Entführer geflohen
und kehrte am Freitag wohlbehalten nach Großbritannien zurück. Er war am 12. September zusammen mit einer Deutschen, einem weiteren Briten, vier Israelis und einem Spanier im nordkolumbianischen Dschungel verschleppt worden.

26/09/03: Britische Ex-Geisel aus Kolumbien zurückgekehrt - Familie des 19-Jährigen freut sich über ein «Wunder" London, 26. September (AFP) - Nach der Flucht aus den Fängen einer Entführergruppe in Kolumbien und einer fast zweiwöchigen Wanderung durch den Dschungel ist der Brite Matthew Scott wohlbehalten zu seiner Familie zurückgekehrt. «Ich konnte es noch immer nicht glauben. Es ist eine Art Wunder», sagte der Vater des 19-Jährigen, James, am Freitag nach der Ankunft seines Sohnes am Flughafen London-Heathrow. Die Touristengruppe des Heimkehrers, zu der auch eine Deutsche gehört, war am 12. September von einer bewaffneten Gruppe etwa tausend Kilometer nördlich von Bogotá entführt worden. Scott konnte noch am selben Tag entkommen. Seine Familie reagierte auf die Nachricht von der geglückten Flucht Scotts mit großer Freude: «Wir sprangen auf und ab, und dann öffneten wir Champagner», sagte sein Vater, ein im Süden Londons ansässiger Chirurg. «Es ist so aufregend - ein Mann, von dem du geglaubt hast, er könnte tot sein, spricht plötzlich einfach so mit dir», erklärte er vor Journalisten. Scott gab nach seiner Ankunft in Kolumbien im Mai in Cali im Norden des Landes Englischunterricht. Zusammen mit einem weiteren Briten, einer Deutschen, einem Spanier und vier Israelis bereiste er den Tairona-Nationalpark an der Karibikküste, wo sie von Bewaffneten entführt wurden. Nach geglückter Flucht irrte er zwölf Tage lang ohne Nahrung durch den Urwald, bis ihn ein Indianerstamm am Dienstag entdeckte. In der Zwischenzeit nahm er allein Flusswasser zu sich. Von den sieben übrigen Entführten fehlte am Freitag weiterhin jede Spur. "Als mich diese Menschen fanden, gaben sie mir eine Bohnensuppe mit etwas Salz und drei Orangen. Das waren die einzigen Dinge, die ich in den vergangenen zwölf Tagen gegessen habe», sagte Scott nach seiner Rückkehr. Noch zehn Tage hat der Brite nun Zeit, wieder zu Kräften zu kommen, dann beginnt sein Maschinenbau-Studium in Oxford. Der kolumbianische Armeegeneral Carlos Ospina kündigte Verstärkungen für die mit der Suche nach den Entführten
beauftragten Armeeeinheiten an. Elektronische Überwachungsgeräte würden eingesetzt und Geldprämien für Hinweise ausgesetzt, sagte der General. Scott habe wertvolle Hinweise über mögliche Aufenthaltsorte der Entführer liefern können. Noch sei ihre Identität nicht gesichert, doch führten die Hinweise zur Guerillagruppe Nationalen Befreiungsarmee (ELN). Die ELN ist die zweitgrößte Rebellengruppe Kolumbiens. In dem seit vier Jahrzehnten andauernden Konflikt zwischen Guerilla, ultrarechten Paramilitärs und der Regierung in Bogotá sind Entführungen praktisch an der Tagesordnung; jedes Jahr werden mehr als 3000 Menschen Opfer von Kidnappern.

25/09/03: Bundesregierung drängt auf Friedensverhandlungen in Kolumbien - Berlin (dpa) - Die Bundesregierung will sich gemeinsam mit der EU und den Vereinten Nationen dafür einsetzen, dass die Friedensverhandlungen in Kolumbien fortgesetzt werden. Man werde alle Bemühungen von Präsident Alvaro Uribe unterstützen, die auf eine Friedenslösung setzen, sagte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller (Grüne), am Donnerstagabend im Bundestag. Zudem werde die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Roth (Grüne), Anfang des kommenden Monats nach Kolumbien reisen, um sich dort ein Bild von der aktuellen Situation zu machen. Seit Jahrzehnten tobt in Kolumbien ein bewaffneter Konflikt. Derzeit gibt es in dem südamerikanischen Land rund 2,5 Millionen Flüchtlinge; pro Jahr werden etwa 3000 Menschen entführt. Erst vor zwei Wochen waren im Norden Kolumbien acht Ausländer verschleppt worden, darunter auch eine Deutsche.

25/09/03: Kolumbianische Streitkräfte wollen Suche nach Geiseln verstärken - Bogota (AP) Nach der erfolgreichen Flucht einer britischen Geisel wollen die kolumbianischen Streitkräfte die Suche nach den übrigen sieben verschleppten Touristen verstärken. Heereschef General Carlos Ospina sagte am Donnerstag, für Hinweise auf den Aufenthaltsort der Kidnapper sei eine Belohnung in Höhe von umgerechnet rund 15.000 Euro ausgesetzt worden. Sondereinsatztruppen stünden für eine Rettungsaktion bereit. Am Mittwoch war ein Brite von einer Militärpatrouille entdeckt worden, der zuvor den Geiselnehmern entkommen war. `Wenn wir den Aufenthaltsort der Geiseln erfahren, werden sich meine Männer sofort auf den Weg machen, um die Operation zu starten", kündigte Ospina an. `Wir hoffen, sie ohne den Verlust von Menschenleben retten zu können". Nach Angaben des Heereschefs verdichteten sich die Hinweise, dass hinter der Geiselnahme die linksgerichtete Nationale Befreiungsarmee (ELN) stehe. Die ELN ist nach den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) die zweitgrößte Rebellenorganisation in dem südamerikanischen Land. Die deutschen Behörden reagierten zurückhaltend auf Ospinas Erklärung. Ein Regierungssprecher in Berlin erklärte, Leben und Gesundheit der Geiseln hätten oberste Priorität. Der 19-jährige Brite hielt sich am Donnerstag weiter in der britischen Botschaft in Bogota auf. Nach Angaben von Diplomaten ist er bei guter Gesundheit und soll in Kürze in seine Heimat geflogen werden. Dem Mann war während eines Gewaltmarsches durch den Dschungel der Sierra Nevada die Flucht gelungen. Er war am 12. September gemeinsam mit sieben weiteren Rucksacktouristen aus der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida in der Sierra Nevada verschleppt worden. Zu der Gruppe gehörten ein weiterer Brite, vier Israelis, eine Deutsche und ein Spanier.

25/09/03: Geiseln in Kolumbien leiden unter Strapazen und Todesangst - Buenos Aires/Bogotá (dpa) - Mit dem Mut der Verzweiflung stürzte sich der junge Brite Matthew Scott auf der Flucht vor seinen kolumbianischen Entführern einen steilen Berghang hinunter. «Endlos bin ich hinabgestürzt und hatte Angst, mir Arme und Beine zu brechen», berichtete der 19-Jährige nach einer tagelangen Odyssee durch die mehr als 5000 Meter hohe Sierra Nevada im Norden des Landes. Zurück bleiben sieben weitere vor fast zwei Wochen von Bewaffneten verschleppte Touristen, darunter eine Deutsche. Die Gruppe junger Leute, die auf einer Wanderung zu der präkolumbischen Ruinenstadt «Ciudad Perdida» (Verlorene Stadt) war, sei zum Zeitpunkt seiner Flucht vor mehreren Tagen ziemlich verzweifelt gewesen, erzählte Scott vom Krankenhausbett in der Stadt Santa Marta aus. Indios vom Volk der Kogui hatten den Briten halb verhungert und sich ständig übergebend gefunden. «Wir haben ihn mit Suppe und Apfelsinen ein bisschen aufgepäppelt», erzählte einer der Indios kolumbianischen Medien. Zu den körperlichen Strapazen der Entführung kommen die seelischen Qualen. «Todesangst, immer wieder abrupt Todesangst erleiden - das muss man nicht erlebt haben», sagte der Deutsche Reiner Bruchmann, nachdem er vor zwei Jahren aus mehrmonatiger Geiselhaft bei der marxistischen Rebellengruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) freigekommen war. Ungewissheit, schreckliche Ängste und Niedergeschlagenheit plagten ihn und seine zwei deutschen Leidensgenossen. Die Monotonie der endlosen Tage und die verlorene Lebenszeit lasten schwer auf den Opfern einer Entführung. Das Schlimmste für Brückmanns Leidensgenossen Ulrich Künzel aber war das Gefühl, dass einen die ganze Welt vergessen habe. Im Fall der jetzt noch sieben entführten Rucksacktouristen - neben der Deutschen ein weiterer Brite, vier Israelis und ein Spanier - kann von mangelnder Aufmerksamkeit kaum die Rede sein. 2000 Soldaten, unterstützt von «Black Hawk»-Kampfhubschraubern und Spionageflugzeugen, jagen die Entführer und deren Opfer durch die Bergwälder der Sierra Nevada. Das harte Vorgehen des kolumbianischen Staates bedeutet nicht nur Gewaltmärsche für die Verschleppten, sondern auch ständige Lebensgefahr. Denn linke Rebellen haben in der Vergangenheit nicht gezögert, ihre Geiseln zu erschießen, wenn ihnen die Sicherheitskräfte zu dicht auf den Leib rückten. Andere kamen im Kreuzfeuer angreifender Soldaten und der Rebellen zu Tode. Die meist ganz jungen Fußtruppen der FARC kommen aus ärmlichen Verhältnissen und sind äußerst abgehärtet. Sie haben ihre Geiseln nach zahlreichen Berichten Überlebender meist korrekt behandelt, aber an das karge Nomadenleben in der Wildnis können sich viele der Verschleppten nur schwer gewöhnen. Scott berichtete zudem, eines der israelischen Opfer leide an Asthma. Wenn das Spray zur Freihaltung der Atemwege aufgebraucht ist, könnten erstickungsähnliche Anfälle die Folge sein. Zwei zunächst ebenfalls entführte Australier erklärten sich ihre schnelle Freilassung mit ihrem schlechten Schuhwerk. «Wir hatten nur Sandalen», sagte James Schultz in einem Interview. «Deshalb haben sie uns wohl gleich wieder laufen lassen.» Wie üblich ließen die bewaffneten Entführer ihre Opfer über die Motive der Entführung völlig im Dunkeln. Nervöse und wegen der militärischen Verfolger selbst mit ständiger Angst kämpfende Rebellen treiben die Opfer ständig zur Eile an. Die äußerst kargen Essensrationen werden zwar meist gerecht geteilt, aber oft klagten Überlebende über lediglich eine Hand voll Reis als einzige Nahrung pro Tag und ab und an mal eine Konservendose. Feuer zum Zubereiten warmen Essens wagten die Rebellen wegen der Verfolger meist nicht zu machen, und oft durfte nicht einmal gesprochen werden. Die FARC-Führung hat inzwischen bestritten, etwas mit der Entführung zu tun zu haben. Präsident Alvaro Uribe äußerte den Verdacht, die Ausländer könnten sich in der Gewalt des an Kuba orientierten «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN) befinden. Bekannt hat sich niemand zu der Tat, und Forderungen für eine Freilassung wurden auch nicht erhoben. Hohlwangig und zerschrammt, aber glücklich über seine Rettung, freut sich Scott nun auf seine Eltern in England. «Er hat sich Backkartoffeln gewünscht», erzählte sein Vater James Reportern.

25/09/03: Brite entkam Entführern und lief tagelang durch Kolumbiens Wildnis = Bogotá (dpa) - Einem der acht in Kolumbien entführten Ausländer ist bereits kurz nach der Geiselnahme die Flucht gelungen. Er sei fast zwölf Tage durch die Sierra Nevada de Santa Marta marschiert, berichtete der 19-jährige Mathew Scott am Mittwoch. Über den derzeitigen Aufenthaltsort und das Schicksal der anderen sieben Entführten, darunter einer Deutschen, wisse er deshalb nichts. Eine der israelischen Geiseln leide an Asthma und die Gruppe sei im Augenblick seiner Flucht ziemlich verzweifelt gewesen, sagte er vom Krankenhausbett in der Stadt Santa Marta aus der Zeitung «El Tiempo». Indios vom Volk der Kogui berichteten, sie hätten den völlig erschöpften Ausländer gefunden. Von Hunger geplagt und halbverdurstet habe er sich ständig übergeben müssen. Mit einer Suppe und Apfelsinen sei er jedoch wieder etwas zu Kräften gekommen. Der Kommandant des Heeres, General Carlos Ospina, äußerte die Hoffnung, dass Scotts Angaben bei der Suche nach den anderen Entführten helfen könnten. Scott war am Freitag vor einer Woche zusammen mit den sieben anderen Touristen - neben der Deutschen vier Israelis, ein weiterer Brite und ein Spanier - in der Sierra Nevada des Santa Marta im Norden des Landes von Bewaffneten verschleppt worden. Die Rucksacktouristen befanden sich auf dem Weg in die präkolumbische Ruinenstadt «Ciudad Perdida» (Verlorene Stadt), eine der größten Touristenattraktionen des Landes. Präsident Alvaro Uribe, der die Suchaktion von 2000 Polizisten und Soldaten überwacht, äußerte die Vermutung, die Ausländer könnten sich in der Gewalt einer Rebelleneinheit befinden, der sowohl Guerilleros von den marxistischen Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) wie auch vom Nationalen Befreiungsheer (ELN) angehören. Jedes Jahr werden in Kolumbien bis zu 3000 Entführungsfälle bekannt. Die meisten dieser Taten sollen auf das Konto der FARC gehen, die sich zum Teil aus Lösegeldern finanzieren. Die FARC bestreiten jedoch, die Ausländer entführt zu haben.

24/09/03: US-Flugzeug zur Drogenbekämpfung in Kolumbien abgeschossen - Costaricanischer Pilot kam ums Leben - Washington, 24. September (AFP) - Ein zur Zerstörung illegaler Kokaplantagen in Kolumbien eingesetztes US-Flugzeug ist nach Angaben des US-Außenministeriums abgeschossen worden. Wie ein Außenamtsmitarbeiter am Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte, ergaben das die bisherigen Ermittlungen. Seitens der kolumbianischen Armee hatte es zunächst geheißen, das Flugzeug sei am Sonntag infolge schlechten Wetters in der Region Catatumbo im nordöstlichen Departamento Norte de Santander abgestürzt. Der costaricanische Pilot kam ums Leben. Ein Sprecher des vom Außenministerium mit der Rauschgiftbekämpfung in Kolumbien betrauten US-Unternehmens DynCorp bestätigte, dass das Flugzeug vom Typ OV-10 vom Boden aus beschossen worden sei. Bei der Besprühung der Kokapflanzen mit giftigen Substanzen begeben sich die dabei eingesetzten Maschinen auf sehr niedrige Flughöhen und werden so zu Zielscheiben für Schüsse linksgerichteter Rebellen vom Boden aus. Im laufenden Jahr kamen sieben Insassen von US-Besprühungsflugzeugen ums Leben, unter ihnen fünf US-Bürger. Koka ist der Rohstoff für die Herstellung von Kokain. Kolumbien ist mit jährlich etwa 700 Tonnen Kokain der weltweit größte Produzent der Droge. Drei Viertel davon werden in den USA verkauft. Die Zerstörung der Kokafelder gehört zu den Schwerpunkten des rechtsgerichteten kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe. Die USA unterstützen das Programm und den Kampf der Regierung gegen die Guerilla im Zuge des so genannten Plan Colombia seit dem Jahr 2000 mit zwei Milliarden Dollar (1,75 Milliarden Euro), Dutzenden von Flugzeugen und Hubschraubern sowie Hunderten von militärischen und zivilen Beratern.

21/09/03: US-Flugzeug zur Drogenbekämpfung in Kolumbien abgestürzt - Bogota (AP) Im Rebellengebiet im Nordosten Kolumbiens ist am Sonntag ein US-Flugzeug zur Drogenbekämpfung abgestürzt, wie die Armee mitteilte. Zunächst war unklar, ob die Maschine wegen eines technischen Defekts abstürzte oder abgeschossen wurde. `Wir schließen nichts aus", sagte General Jairo Duvan Pineda. `Wir wissen aber auch, dass in dem Gebiet sehr schlechtes Wetter herrschte." Der aus Costa Rica stammende Pilot sei noch nicht gefunden worden. Die eingesetzten Flugzeuge versprühen über den illegalen Kokaplantagen Pflanzengifte. Dazu müssen sie aber bis auf rund 30 Meter heruntergehen, was sie sehr angreifbar macht. Oft werden solche Einsätze deshalb von Hubschraubern begleitet. Zuletzt hatten Rebellen am 25. August eine solche Maschine beschossen. Der Pilot wurde bei der Bruchlandung verletzt. Am 7. April wurde ein Flugzeug abgeschossen, der amerikanische Pilot kam ums Leben.

21/09/03: Entführte Touristen angeblich in der Hand der ELN-Rebellen / Kolumbianischer Heereschef: Es spricht einiges dafür - Nach wie vor kein Lebenszeichen von Verschleppten - Bogota (AP) Die kolumbianischen Behörden machen jetzt die linke Rebellenorganisation ELN für die Entführung von acht ausländischen Touristen verantwortlich. `Es gibt spricht einiges dafür, dass es die ELN sein könnte", sagte Heereschef General Alberto Ospina am Samstag zu Journalisten. Sicher sei man jedoch nicht. Zuvor hatten die linken FARC-Rebellen und die rechte Miliz AUC eine Verwicklung in die Entführung bestritten. Von der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) liegt bisher keine Erklärung vor. Von den Verschleppten fehlte auch am Wochenende jede Spur. Nach wie vor suchen Hunderte Soldaten in den Bergen der Sierra Nevada nach den vier Israelis, zwei Briten, einer Deutschen und einem Spanier. Die Rucksacktouristen waren am Freitag vorvergangener Woche aus ihren Unterkünften im Dschungel nahe der historischen Ruinenstätte Ciudad Perdida verschleppt worden.
Präsident Alvaro Uribe bezeichnete am Samstag verstärkte Aktivitäten der Guerilleros im Norden Kolumbiens als Ablenkungsmanöver. Sie sollten die Regierungstruppen daran hindern, nach den verschleppten Touristen zu suchen. Nach Militärangaben sprengten vermutlich Kämpfer der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) seit Freitag einen mit Kohle beladenen Zug, eine Gaspipeline und zwei Einrichtungen zur Stromversorgung in die Luft. Im Osten Kolumbiens zerstören die Streitkräfte unterdessen rund 100 Labors zur Herstellung von Kokain. Bei den Razzien wurden 10 mutmaßliche Rebellen festgenommen. Die Rebellen finanzieren ihren Kampf gegen die Regierung zu großen Teilen aus dem Drogengeschäft.

21/09/03: Uribe nennt Rebellen-Angriffe Ablenkungsmanöver von Entführung - Bogotá (dpa) - Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe hat eine Serie von Anschlägen als Ablenkungsmanöver linker Rebellen von der Entführung von acht Ausländern, darunter einer Deutschen, bezeichnet.
«Geheimdienstinformationen weisen darauf hin, dass die FARC-Rebellen ihren Stadtguerilla-Zellen Anschläge befohlen haben, um die Sicherheitskräfte von der Sierra Nevada de Santa Marta abzulenken», sagte Uribe am Samstag. Dort, in der nördlichen Provinz Magdalena, waren am Freitag vor einer Woche neben der Deutschen auch vier Israelis, zwei Briten und ein Spanier verschleppt worden. Die Behörden haben die marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) im Verdacht, hinter der Tat zu stecken. Nach einem FARC-Dementi hielten es Militärs aber auch für mögliche, dass sich die Touristen in der Gewalt des «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN) oder in der Hand ultrarechter Paramilitärs befinden könnten. Auch eine Entführung durch gewöhnliche Kriminelle wurde nicht ausgeschlossen. Von den Entführten fehlt weiterhin jede Spur.

19/09/03: Rechtsmiliz bestreitet Entführung von Touristen in Kolumbien - Weiter keine Spur von Verschleppten - Bogota (AP) Nach den linken FARC-Rebellen hat jetzt auch die rechte Miliz AUC eine Verwicklung in die Entführung von acht ausländischen Touristen in Kolumbien bestritten. In einer am Freitag verbreiteten Erklärung riefen die Vereinigten Selbstverteidigungskräfte Kolumbiens (AUC) zugleich die unbekannten Entführer auf, die Verschleppten sofort freizulassen. Die Miliz macht linke Rebellen für die Geiselnahme verantwortlich. Die Regierung sieht die Revolutionären Bewaffneten Streitkräfte Kolumbiens (FARC) hinter der Entführung. Sie wies Vorwürfe der FARC als infam zurück, die Regierungstruppen selbst seien darin verwickelt. Von den Verschleppten fehlte auch eine Woche nach der Entführung jede Spur. Es gebe keine neuen Informationen, sagte Außenministerin Carolina Barco am Donnerstag. Nach wie vor suchen Hunderte Soldaten in den Bergen der Sierra Nevada nach den vier Israelis, zwei Briten, einer Deutschen und einem Spanier. Die Rucksacktouristen waren am Freitag vergangener Woche aus ihren Unterkünften im Dschungel nahe der historischen Ruinenstätte Ciudad Perdida verschleppt worden.

19/09/03: Weiter keine Spur von entführten Touristen in Kolumbien = Bogota (AP) Auch eine Woche nach der Entführung von acht ausländischen Touristen in Kolumbien fehlt von den Verschleppten weiter jede Spur. Es gebe keine neuen Informationen, sagte Außenministerin Carolina Barco am Donnerstag. Nach wie vor suchen Hunderte Soldaten in den Bergen der Sierra Nevada nach den vier Israelis, zwei Briten, einer Deutschen und einem Spanier. Die Rucksacktouristen waren am Freitag vergangener Woche aus ihren Unterkünften im Dschungel nahe der historischen Ruinenstätte Ciudad Perdida verschleppt worden. Wer hinter der Entführung steckt, ist nach wie vor nicht bekannt. Die Regierung verdächtigt Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), diese haben eine Verwicklung jedoch abgestritten.

17/09/03: Kolumbien/Geiselnahme - Heimatländer der in Kolumbien Entführten sollen Prozess anstrengen / Heereschef rechnet nicht mit schneller Rettungsaktion - FARC dementiert Beteiligung an Geiselnahme - Sierra Nevada de Santa Marta (AP) Die Heimatländer der acht in Kolumbien entführten Touristen sollen nach Auffassung des kolumbianischen Heereschefs Carlos Ospina schon jetzt Prozesse gegen die Geiselnehmer anstrengen. Damit solle der Druck auf die Entführer erhöht werden, erklärte Ospina am Mittwoch. Wer für die Entführung der vier Israelis, zwei Briten, einer Deutschen und eines Spaniers verantwortlich ist, war auch fünf Tage nach der Geiselnahme noch nicht klar. Die Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) distanzierten sich in einer am Dienstag auf ihrer Website verbreiteten Erklärung von der Tat. Sie machten den kolumbianischen Militärgeheimdienst verantwortlich. Bisher hatte sich die FARC bei
Entführungen von Politikern stets dazu bekannt. Ospina räumte jedoch ein, dass auch die Möglichkeit einer Entführung durch Mitglieder der kleineren Guerillabewegung Nationale Befreiungsarmee (ELN) nicht ausgeschlossen werden könne. Der israelische Botschafter David Delarosa zeigte sich
optimistisch hinsichtlich eines schnellen Endes der Geiselnahme. Er glaube nicht, dass die Geiseln für politische Zwecke benutzt würden, sagte Delarosa im israelischen Rundfunk. Selbst wenn Lösegeldforderungen erhoben würden, werde der internationale Druck auf die Entführer zu groß sein.
Ospina äußerte hingegen die Einschätzung, eine Rettungsaktion könne noch lange dauern. Er flog am Dienstag auf der Suche nach den Entführten in einem Hubschrauber über die zerklüfteten Berge und Flusstäler der Bergregion Sierra Nevada de Santa Marta im Norden Kolumbiens. Indianer vom Volk der Arhuacos erklärten dem General zufolge, sie hätten die verschleppten Touristen zusammen mit ihren Geiselnehmern am Samstag gesehen - einen Tag nach der Entführung in der Ciudad Perdida, der `Verlorenen Stadt" der präkolumbianischen Tayrona-Kultur. Die Gruppe sei in Richtung Süden gezogen. Ein Großaufgebot kolumbianischer Truppen hat die entführten Rucksack-Touristen bisher nicht gefunden. In Kolumbien werden jedes Jahr rund 3.000 Menschen entführt. Die meisten Geiselnahmen gehen auf das Konto der Rebellengruppen FARC und ELN.

17/09/03: Kolumbianische Rebellen bestreiten Verantwortung für Entführung - Armee setzt Großfahndung fort - Bogotá, 17. September (AFP) - Die linksgerichteten Rebellen in Kolumbien haben nach eigenen Angaben nichts mit der Entführung von acht ausländischen Urlaubern zu tun. Vielmehr habe der kolumbianische Geheimdienst die Verschleppung inszeniert, damit die Regierung von Präsident Alvaro Uribe später einen Ermittlungserfolg präsentieren könne, erklärte die Rebellengruppe am Dienstag (Ortszeit) im Internet. Die kolumbianischen Behörden hatten unmittelbar nach der Verschleppung der Touristen im Norden des Landes am Wochenende die Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) dafür verantwortlich gemacht. Unter den Geiseln ist auch eine Deutsche. Etwa 2000 Soldaten und Polizisten setzten die Großfahndung nach den Entführern fort. Seit den frühen Morgenstunden überflogen Hubschrauber und Flugzeuge der kolumbianischen Armee das Gebiet. Der für die Operation zuständige Heereskommandeur, General Carlos Ospina, sagte unterdessen, die Behörden seien sich nicht völlig sicher, welche Gruppe hinter der Entführung stecke. In dem Gebiet sind laut kolumbianischen Sicherheitskräften außer den FARC auch die kleinere linksgerichtete Rebellenorganisation Nationales
Befreiungsheer (ELN) sowie rechtsextreme Todesschwadronen - die Todfeinde der Guerilla - tätig. Der Generalsekretär der Organisation amerikanischer Staaten (OAS) und frühere kolumbianische Präsident, César Gaviria, forderte die umgehende Freilassung der Geiseln. Wer immer auch die Entführer seien, sie müssten mit hohen Strafen rechnen und sich künftig vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten, erklärte Gaviria am Rande der Jahrestagung der Internationalen Kaffee-Organisation (ICO) in der kolumbianischen Hafenstadt Cartagena. Uribe und sein brasilianischer Kollege Luiz Inacio Lula da Silva erklärten in Cartagena, die UNO setze ihre Bemühungen für eine friedliche Beilegung des Konflikts in Kolumbien und ein Treffen mit der FARC-Guerilla auf brasilianischem Territorium fort. Es gebe in dieser Angelegenheit aber noch keinen Durchbruch. Unter den Geiseln sind den Ermittlern zufolge außer der Deutschen vier Israelis, zwei Briten und ein Spanier. Die Urlauber waren auf ihrem Zeltplatz an den Ausläufern der Sierra Nevada de Santa Marta entführt worden.

17/09/03:: FARC-Guerilla in Kolumbien bestreitet Entführung von acht Touristen - Buenos Aires (epd). Die FARC-Guerilla in Kolumbien bestreitet, acht Touristen, darunter einen Deutschen, am vergangenen Samstag entführt zu haben. Auf ihrer Internetseite beschuldigten die Rebellen am
Mittwoch vielmehr den militärischen Geheimdienst, für die Entführung verantwortlich zu sein. Ziel des Geheimdienstes sei es, mit einer gestellten Befreiungsaktion Präsident Álvaro Uribe einen Erfolg im
Kampf gegen den Terrorismus zu bescheren. Auch für die Armee, die mit einem Großeinsatz nach den Entführten sucht, ist es trotz gegenteiliger Behauptungen nicht ganz sicher, dass FARC-Kämpfer wirklich die Kidnapper sind. Der für die Fahndung verantwortliche General Leonel Gómez sagte, dass Guerilleros sich normalerweise zu erkennen geben und besondere Armbinden tragen, was bei der Entführung nicht der Fall war. Die linksgerichtete FARC («Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens»)
ist mit rund 15.000 Bewaffneten die größte Guerillagruppe des Landes. Sie hat Hunderte von Entführten in ihrer Gewalt. Darunter rund 60 Politiker, Militärs und Polizisten, denen die FARC die Freiheit zurückgeben will, wenn die Regierung inhaftierte Guerilleros freilässt. Präsident Uribe lehnt dies aber strikt ab. Der junge deutsche Rucksacktourist war zusammen mit vier Israelis, zwei Briten und einem Spanier von Unbekannten entführt worden, als er die historische Stadt Ciudad Perdida im Norden nahe der Karibikküste besuchte. Fünf weitere Touristen und zwei kolumbianische Führer
wurden noch am Samstag wieder freigelassen. In dem Drogenanbaugebiet südlich von Santa Marta streiten die FARC und rechtsextreme Paramilitärs um die Vorherrschaft.

15/09/03: Ein Deutscher und sieben weitere Touristen in Kolumbien entführt - Bogotá (dpa) - Acht ausländische Touristen, darunter ein Deutscher, sind im Norden Kolumbiens nach offiziellen Angaben von linken FARC-Rebellen entführt worden. Die Gruppe, zu der auch zwei Briten, vier Israelis und ein Spanier gehörten, habe die präkolumbianische Ruinenstadt Ciudad Perdida etwa 700 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Bogotá besucht, sagte Polizeigeneral Luis Rodríguez am Sonntag. Die Identität der Opfer sei noch unbekannt. Nach Angaben von Präsident Alvaro Uribe waren etwa 2000 Polizisten und Soldaten zur Befreiung der Touristen im Einsatz. Indios in der Region hätten die Entführung beobachtet und die gefürchteten Rebellen von den marxistischen «Revolutionären Streitkräften Kolumbiens» als Täter genannt. Die Ausländer seien der Kampfgruppe 59 des FARC-Kommandanten Martín Caballero in die Hände gefallen. Kolumbien ist das Land mit den weltweit meisten Entführungen. Nur noch wenige Touristen wagen es, sich außerhalb der großen Städte zu bewegen. Seit Jahresbeginn wurden nach Informationen der Stiftung Pais Libre (Freies Land) 800 Menschen verschleppt. Etwa 40 Prozent aller Entführungsopfer befänden sich in der Gewalt der FARC. Dazu gehören drei Amerikaner, 21 Politiker, darunter die frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, sowie mindestens 39 Polizisten und Militärs. Die Rebellen fordern einen Austausch der Entführten gegen alle inhaftierten FARC-Mitglieder. Ciudad Perdida liegt in der Sierra Nevada etwa 40 Kilometer südlich der Hafenstadt Santa Marta an der Karibikküste und 150 Kilometer östlich von Cartagena. In der Region der Provinz Magdalena sind neben den FARC auch das an Kuba orientierte «Nationale Befreiungsheer» (ELN) und extrem rechte Paramilitärs aktiv. Vor zwei Jahren hatte die monatelange Entführung von drei Mitarbeitern der
Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) durch die FARC für Aufsehen gesorgt. Unterdessen berichtete das Militär von 22 getöteten FARC-Rebellen bei Kämpfen in der Nähe der Grenze zu Venezuela. Die Guerilleros seien während eines Großeinsatzes mehrerer tausend Soldaten gegen illegale Drogenplantagen erschossen worden, teilte ein Sprecher weiter mit.

11/09/03:: 8 Tote und 20 Verletzte bei Bombenanschlag in Kolumbien - Bogotá (dpa) - Bei einem Bombenanschlag sind in Kolumbien mindestens 8 Menschen getötet und weitere 20 verletzt worden. Unter den Toten befand sich auch ein Kind, berichteten lokale Medien am Donnerstag unter Berufung auf die Behörden. Die Täter hätten den Sprengsatz auf den Rücken eines Pferdes gebunden. Das Tier habe vermutlich zur Polizeistation des Ortes Chita gehen sollen, sei am Mittwoch aber zwischen Verkaufsstände eines belebten Wochenmarktes gelaufen. Dort sei die Bombe explodiert, teilte die Polizei mit. Wie bei den meisten Anschlägen in Kolumbien bekannte sich niemand zu der Tat. Die Behörden gingen aber davon aus, dass der Anschlag von den marxistischen «Revolutionären Streitkräften Kolumbiens» (FARC) verübt wurde. Eine Frau, der eine Beteiligung an der Tat vorgeworfen wurde, sei festgenommen worden. Die FARC hatten in der Vergangenheit schon öfter Bomben auf Pferden und Hunden, in Fahrradrahmen und sogar in Fußbällen versteckt.

08/09/03: Kolumbianische Truppen töten mehr als 30 Rebellen -Gefechte vom Sonntag- Drogenrazzia im Norden des Landes - Polizei nimmt 50 FARC-Kämpfer fest = Bogota (AP) Bei Gefechten mit kolumbianischen Regierungstruppen sind am Wochenende mehr als 30 Rebellen ums Leben gekommen. Die Streitkräfte erklärten am Sonntag, an der Grenze zu Venezuela im Nordosten des Landes habe sich eine Gruppe einer Drogenrazzia der Truppen widersetzt. Mindestens acht Rebellen und sieben Soldaten seien getötet worden. Militärsprecher General Eduardo Morales erklärte, auf der Seite Rebellenorganisation FARC habe es wahrscheinlich noch mehr Opfer gegeben. Vermutlich seien Leichen weggebracht worden. Die Truppen hätten 18 Drogenlabore zerstört und acht Landminen entschärft. In der Region Catatumbo kämpfen die FARC gegen eine kleinere Rebellengruppe und eine paramilitärische Miliz um die Kontrolle des Drogenanbaus. Am Tag zuvor hatten die kolumbianischen Regierungstruppen die Tötung von 25 mutmaßlichen Mitgliedern der FARC gemeldet. Die Soldaten hoben am Samstag im Norden des Landes ein Lager der Organisation aus und erschossen mindestens 16 Verdächtige, darunter acht Frauen, wie die Streitkräfte mitteilten. Mehr als 100 Rebellen seien nach dem Gefecht in der Nähe des Dorfes Chita, rund 240 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bogota, geflüchtet. Soldaten töteten außerdem in der Nähe von Cocorna, 145 Kilometer nördlich von Bogota, drei mutmaßliche Mitglieder der Nationalen Befreiungsarmee (ELN). Die Behörden erklärten, einer der Getöteten sei für den Mord an einer 31 Jahre alten Lehrerin im April verantwortlich. Im Staat Santander töteten die Streitkräfte nach eigenen Angaben sechs paramilitärische Kämpfer in der Nähe von Sucre, 140 Kilometer nördlich von Bogota. In der zweitgrößten kolumbianischen Stadt Medellin sowie in Urrao und Chigorodo im Staat Antioquia nahm die Polizei 50 mutmaßliche FARC-Rebellen fest. Einige von ihnen werden laut Polizeiangaben für die Entführung und Ermordung von zehn Geiseln im Mai verantwortlich gemacht, darunter ein Gouverneur und ein ehemaliger Minister. Die Revolutionären Streitkräfte für Kolumbien (FARC) kämpfen seit fast vier Jahrzehnten gegen die kolumbianische Regierung und die verbotenen paramilitärischen Gruppen. Den Gefechten fallen jedes Jahr etwa 3.500 Menschen zum Opfer.

07/09/03: 28 Tote in Kolumbien - Aber Hoffnung auf Freilassung Betancourts = Bogotá (dpa) - Die kolumbianischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei Gefechten in mehreren Landesteilen insgesamt 17 linke Rebellen und 11 rechte Paramilitärs getötet. Weitere 6 Aufständische seien gefangen genommen worden, teilte Heereschef General Carlos Ospina am Sonntag weiter mit. Zugleich erhielt die Hoffnung auf eine Freilassung der Anfang 2002 von FARC-Rebellen entführten früheren Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt neue Nahrung. Die marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) würden Betancourt in den «kommenden Tagen» freilassen, sagte der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Alonso Acosta. Diese Information
habe er aus «zuverlässiger Quelle» erhalten. Die Rebellen wollten damit ein «Zeichen des guten Willens» geben, fügte Acosta hinzu. Nach ihrer Freilassung solle sich die Politikerin für den von den Rebellen geforderten Austausch inhaftierter Rebellen gegen deren Geiseln stark machen. Die Rebellen halten drei Amerikaner, einen Ex-Minister, 45 Mitglieder der Streitkräfte und der Polizei und mehrere andere Politiker in ihrer Gewalt. Die Regierung hat jedoch eine Waffenruhe und die Ausreise der freizulassenden Guerilleros ins Ausland als eine ihrer Vorbedingungen genannt. Die FARC lehnen dies ab und fordern stattdessen die Demilitarisierung von zwei Provinzen. Bis Februar vergangenen Jahres bestand eine solche Zone im Süden des Landes, die jedoch nach dem Scheitern von Friedensbemühungen wiederbesetzt wurde

07/09/03: Soldaten töten in Kolumbien 25 mutmaßliche Rebellen - Bogota (AP) Regierungssoldaten haben in Kolumbien bei Militäroperationen am Samstag mindestens 25 mutmaßliche Rebellen getötet. Soldaten hoben im Norden des Landes ein Lager der Rebellenorganisation FARC aus und erschossen mindestens 16 Verdächtige. Mehr als 100 Rebellen seien geflüchtet, erklärten die Streitkräfte. Die Gefechte ereigneten sich in der Nähe des Dorfes Chita, rund 240 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bogota. Unter den Soldaten gab es keine Opfer. Soldaten töteten außerdem in der N{he von Cocorna, 145 Kilometer nördlich von Bogota, drei mutmaßliche Mitglieder der Nationalen Befreiungsarmee (ELN). Die Behörden erklärten, einer der Getöteten sei für den Mord an einer Lehrerin im April verantwortlich. Im Staat Santander töteten die Streitkräfte nach eigenen Angaben sechs paramilitärische Kämpfer in der Nähe von Sucre, 140 Kilometer nördlich von Bogota. Die FARC bekämpfen seit fast vier Jahrzehnten die kolumbianische
Regierung und die verbotenen paramilitärischen Gruppen. Den Gefechten fallen jedes Jahr etwa 3.500 Menschen zum Opfer.

06/09/03: 22 Tote in Kolumbien - Hoffnung auf Freilassung Betancourts - Bogotá (dpa) - Die kolumbianischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben vom Samstag bei Gefechten in mehreren Landesteilen insgesamt 16 linke Rebellen und sechs rechtsgerichtete Paramilitärs getötet. Weitere sechs Aufständische seien gefangen genommen worden, teilte Heereschef General Carlos Ospina weiter mit. Zugleich gab es neue Hoffnung auf eine Freilassung der von FARC-Rebellen entführten Politikerin Ingrid Betancourt. Die marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC)
würden Betancourt in den «kommenden Tagen» freilassen, sagte der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Alonso Acosta. Die Rebellen wollten damit ein «Zeichen des guten Willens» geben, fügte Acosta hinzu. Die Anfang 2002 entführte frühere Präsidentschaftskandidatin solle sich nach der Freilassung für den von den Rebellen geforderten Austausch inhaftierter Rebellen gegen deren Geiseln stark machen.

05/09/03: Lula will zwischen Staat und Guerilla in Kolumbien vermitteln Brasilia (dpa) - Brasiliens Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva will im seit vier Jahrzehnten anhaltenden Konflikt zwischen dem Staat und der linken Guerilla in Kolumbien vermitteln. Er wolle am 16. September nach Kolumbien reisen und seinem Amtskollegen Alvaro Uribe eine Annäherung zwischen den Regierungen der südamerikanischen Nachbarländer empfehlen, sagte der linksgerichtete Lula am Donnerstag (Ortszeit) in Brasilia. Er kritisierte «die Tendenz Kolumbiens», bei allen Problemen die Hilfe der USA zu suchen. Lula will dem konservativen Uribe nach eigenen Worten unter anderem vorschlagen, dass eventuelle Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerilla-Bewegung «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen auf neutralem Boden in Brasilien stattfinden. In Bogotá will Lula auch für die Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens mit dem Handelsverband  Mercosur (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) werben. Ein solches Abkommen hatte Lula vergangene Woche bei einem Besuch in Lima mit Peru vereinbart.

05/09/03: Staatsanwalt in Kolumbien erschossen - Bogota (AP) Zwei Unbekannte haben in Bogota einen Staatsanwalt erschossen, der bis vor kurzem die Ermittlungen eines Terroranschlages auf einen Gesellschaftsclub in der kolumbianischen Hauptstadt leitete. German Camacho war nach Morddrohungen im Juli von seinem Posten als Chef einer Sondereinheit zur Terrorismusbekämpfung zurückgetreten. Zwei Maskierte näherten sich dem Staatsanwalt am Donnerstagabend (Ortszeit) auf einem Motorrad und erschossen ihn vor seiner Garage, wie die Polizei mitteilte. Die Ermittler vermuteten die flüchtigen Täter in den Reihen einer Untergruppe der Revolutionären Streitkräfte für Kolumbien (FARC). Die FARC werden auch f}r den Anschlag auf den Club El Nogal verantwortlich gemacht, bei dem am 7. Februar 36 Menschen getötet und 160 verletzt wurden.  

01/09/03: Lebenszeichen auch von Betancourts verschleppter Wahlkampfmanagerin - Video-Aufzeichnung stammt laut Rojas von Mitte Mai = Bogota, 1. September (AFP) - Die Wahlkampfmanagerin der seit anderthalb Jahren verschleppten kolumbianischen Politikerin Ingrid Betancourt, Clara Rojas, scheint ebenfalls noch am Leben zu sein. Einen Tag, nachdem das Fernsehen ein Video mit der Grünen-Politikerin ausgestrahlt hatte, sendete es am Sonntagabend eine weitere Aufzeichnung mit der 39-jährigen engen Vertrauten von Betancourt. Darin sagt sie mit ruhiger Stimme, dass sie seit ihrer Verschleppung «25 bis 26 Mal» quer durch den Dschungel ziehen
mussten. Die kolumbianische FARC-Guerilla hatte die beiden Frauen am 23. Februar 2002 entführt, als diese während ihres Präsidentschaftswahlkampfs auf dem Landweg in das südkolumbianische Rebellengebiet reisen wollten. "Meine kleine Herzensmutter, ich kann Dir gar nicht sagen, wie sehr
ich Dich lieb habe, und ich bin mir sicher, dass wir in einem schönen Land leben, in dem sich das Gefühl der Liebe durchsetzt», versichert Rojas in der Botschaft, die sich in erster Linie an ihre Mutter Clara González richtet. Nach ihren eigenen Worten stammen die Aufzeichnungen vom 13. Mai. Ungefähr zum selben Zeitpunkt dürfte auch das Video mit Betancourt gedreht worden sein. Nach Angaben ihrer Mutter hatte sich Rojas unmittelbar nach der Entführung dem Angebot der Guerilla widersetzt, sie freizulassen: «Sie wollte bei Ingrid bleiben - wie es eine Schwester auch getan hätte». Betancourt hatte sich in ihrer 22-minütigen Videoaufzeichnung gegen einen Austausch mit Gefangenen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) ausgesprochen. Stattdessen forderte die 41-Jährige Staatspräsident Alvaro Uribe auf, sie militärisch aus der Gewalt der Entführer zu befreien.

01/09/03: 28 tote Rebellen in Kolumbien - Uribe wegen Betancourt unter Druck Bogotá (dpa) - Die kolumbianischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei Kämpfen 28 linke Rebellen getötet. Weitere 13 Mitglieder der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) und des «Nationalen Befreiungsheeres» (ELN) hätten sich ergeben, sagte General Luis Barbosa am Sonntag. Damit stieg die Zahl der am Wochenende getöteten Rebellen auf 40. Unabhängige Angaben wurden zunächst nicht bekannt. Unterdessen stand der konservative Präsident Alvaro Uribe nach der Veröffentlichung eines Videos der von den FARC vor eineinhalb Jahren entführten Politikerin Ingrid Betancourt unter Druck. Die frühere Präsidentschaftskandidatin hatte in der 23 Minuten langen Aufnahme den von den Rebellen geforderten Austausch entführter Zivilisten gegen inhaftierte Rebellen abgelehnt. Stattdessen sprach sie sich für gewaltsame Befreiungsversuche durch das Militär aus und forderte eine entsprechende politische Entscheidung von Uribe. In der Vergangenheit waren solche Befreiungsversuche jedoch wiederholt fehl geschlagen und die FARC hatten mehrere Geiseln, darunter hohe Politiker, erschossen. Uribe mahnte in einer ersten Reaktion auf das Video zur «Vorsicht» und ordnete die Analyse des Bandes an. Die kolumbianische Presse berichtete, die FARC und Vertreter der Vereinten Nationen (UN) planten ein Treffen in Brasilien. Dabei wollten die Rebellen ihre Sicht des Konflikts darlegen. An dem Treffen, für das es noch keinen genauen Termin gebe, werde der Amerikaner James Lemoyne, UN-Sondergesandter für Kolumbien, und der FARC-Kommandant Raúl Reyes, teilnehmen. Die Rebellen bekämpfen den Staat seit fast 40 Jahren und finanzieren sich ebenso wie die ultrarechten Paramilitärs zu einem erheblichen Teil durch die Erpressung von Lösegeldern und den Drogenhandel.

31/08/03: Guerilla zeigt nach einem Jahr wieder Lebenszeichen von Betancourt - Entführte Politikerin dringt auf militärische Befreiung (mit mehr Betancourt, Verteidigungsministerin, Mutter) = Bogotá, 31. August (AFP) - Anderthalb Jahre nach der Entführung von Ingrid Betancourt hat die kolumbianische FARC-Guerilla wieder ein Lebenszeichen der damaligen Präsidentschaftskandidatin gezeigt. In einem 22-minütigen Video, das der Fernsehsender Noticias Uno am Samstag (Ortszeit) in Ausschnitten sendete, sprach sich die Grünen-Politikerin gegen einen Austausch mit Gefangenen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) aus. Stattdessen forderte die 41-Jährige Staatspräsident Alvaro Uribe auf, sie militärisch aus der Gewalt der Entführer zu befreien. Verteidigungsministerin Marta Lucía Ramírez zeigte sich zuversichtlich, dass auch die Familie einer Befreiung zustimmen werde. Betancourt, die auf dem Videoband im kolumbianischen Dschungel zu sehen ist, erwähnt den Mord am Gouverneur von Medellín und war damit zumindest am 5. Mai noch am Leben. Bei dem Befreiungsversuch der Armee hatte die FARC-Guerilla neben dem entführten Provinzgouverneur acht Soldaten und einen früheren Verteidigungsminister getötet. Einen Austausch mit Inhaftierten der Guerilla lehne sie grundsätzlich ab, sagte Betancourt. Dafür bitte sie ihre Familie um Verständnis. Ihre Mutter Yolanda Pulecio zeigte sich in einer ersten Reaktion besorgt, dass ein militärischer Befreiungsversuch fehlschlagen könnte. Verteidigungsministerin Ramírez äußerte die Erwartung, dass die Familie Betancourts ihre bisherige Ablehnung eines Militäreinsatzes aufgeben werde. Der Vize-Kommandeur der Guerilla, Raúl Reyes, hatte vor einer Woche gesagt, Betancourt sei gesund und «guten Mutes». Die Rebellen würden Betancourt und weitere Geiseln aber nur dann freilassen, wenn die Regierung im Gegenzug inhaftierte FARC-Mitglieder auf freien Fuß setze. Die Grünen-Politikerin war am 23. Februar 2002 zusammen mit ihrer Wahlkampfmanagerin beim Versuch verschleppt worden, auf dem Landweg in das südkolumbianische Rebellengebiet zu gelangen. Drei Tage vor der Entführung war der Friedensprozess zwischen FARC und Regierung endgültig für gescheitert erklärt worden. Ein im Juli vergangenen Jahres veröffentlichtes Video war das bislang letzte Lebenszeichen der Politikerin. Eine Rückholaktion Frankreichs vergangenen Monat missglückte. Betancourt besitzt seit ihrer ersten Ehe mit einem französischen Diplomaten neben der kolumbianischen auch die französische Staatsangehörigkeit. Neben insgesamt 21 Politikern hält die FARC auch rund fünfzig Offiziere der Armee und 800 Zivilisten in ihrer Gewalt. Mehr als 400 FARC-Rebellen sitzen in kolumbianischen Gefängnissen. Die Guerilla will sie über den Austausch von Geiseln freipressen.

31/08/03: FARC-Guerilla zeigt Lebenszeichen von Betancourt - Entführte Politikerin lehnt Austausch mit Gefangenen ab = Bogotá, 31. August (AFP) - Anderthalb Jahre nach der Entführung von Ingrid Betancourt hat die kolumbianische FARC-Guerilla ein Lebenszeichen der damaligen Präsidentschaftskandidatin vorgelegt. Der Fernsehsender Noticias Uno sendete am Samstag (Ortszeit) Ausschnitte aus einem 22-minütigen Video, das die Politikerin im Dschungel zeigt. Betancourt geht darin auf die Ermordung des Gouverneurs von Medellín durch die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) am 5. Mai ein und lehnt den Austausch von Geiseln mit Inhaftierten der FARC ab. Stattdessen dringt sie auf die gewaltsame Befreiung durch die Armee. Der Vize-Kommandeur der Guerilla, Raúl Reyes, hatte vor einer Woche gesagt, Betancourt sei gesund und «guten Mutes». Die Rebellen würden Betancourt und weitere Geiseln aber nur dann freilassen,
wenn die Regierung im Gegenzug inhaftierte FARC-Mitglieder auf freien Fuß setze. Die Grünen-Politikerin war am 23. Februar 2002 zusammen mit ihrer Wahlkampfmanagerin beim Versuch verschleppt worden, auf dem Landweg in das südkolumbianische Rebellengebiet zu gelangen. Drei Tage vor der Entführung war der Friedensprozess zwischen FARC und Regierung endgültig für gescheitert erklärt worden. Ein im Juli vergangenen Jahres veröffentlichtes Video war das bislang letzte Lebenszeichen der Politikerin. Eine Rückholaktion Frankreichs vergangenen Monat missglückte. Betancourt besitzt seit ihrer ersten Ehe mit einem französischen Diplomaten neben der kolumbianischen auch die französische Staatsangehörigkeit. Die Guerilla hält neben Betancourt 20 weitere politische Geiseln sowie rund fünfzig Offiziere der Armee und 800 Zivilisten in ihrer Gewalt. Mehr als 400 FARC-Mitglieder sitzen in kolumbianischen Gefängnissen. Die Guerilla will sie über den Austausch von Geiseln freipressen.

28/08/03: Zwölf kolumbianische Rebellen bei Kämpfen getötet - Bogotá (dpa) - Bei Kämpfen in verschiedenen Teilen Kolumbiens sind nach Angaben des Militärs mindestens zwölf linke Rebellen getötet worden. Unter den Toten sei auch ein Kommandeur der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC), der bei Gefechten in der Nähe der Hauptstadt Bogotá erschossen worden sei, hieß es am Donnerstag weiter. Die FARC sind mit 17 000 Männern und Frauen unter Waffen die größte Rebellengruppe des Landes. Sie bekämpfen den Staat seit fast 40 Jahren und lehnen Friedensverhandlungen mit dem konservativen, auf einen militärischen Sieg setzenden Präsidenten Alvaro Uribe strikt ab.

26/08/03: Drogenbaron Ochoa in Miami zu mehr als 30 Jahren Haft verurteilt -  Kolumbianer war einer der dicksten Fische im Kokaingeschäft / Miami, 26. August (AFP) - Ein US-Gericht hat den kolumbianischen Drogenbaron Fabio Ochoa zu mehr als 30 Jahren Haft verurteilt. Der 46 Jahre alte Kolumbianer nahm die Urteilsverkündung am Dienstag vor einem Gericht in Miami im Bundesstaat Florida äußerlich reglos auf. Er war bereits im Mai schuldig befunden worden, Ende der 90er Jahre monatlich bis zu 30 Tonnen Kokain in die USA geschmuggelt zu haben. Bei der Sitzung am Dienstag ging es nur noch um die Verkündung des Strafmaßes. Richter K. Michael Moore verhängte das Strafmaß von 365 Monaten Haft sowie eine Geldstrafe von 25.000 Dollar (23.100 Euro). Ochoa hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und beteuert, nach Verbüßung einer sechsjährigen Haftstrafe in Kolumbien 1996 nichts mehr mit Drogengeschäften zu tun gehabt zu haben. Er gilt als wichtigster Drogenhändler, der seit 1997 von Kolumbien an die USA ausgeliefert wurde. Damals hatte die Regierung in Bogotá ein sechs Jahre zuvor verhängtes Auslieferungsverbot aufgehoben. Ochoa wurde 1999 in dem südamerikanischen Land verhaftet und zwei Jahre später den USA überstellt. Kolumbien ist weltweit der größte Kokain-Produzent; größter Absatzmarkt sind die USA.

25/08/03: FARC- und ELN-Rebellen lehnen Dialog mit Kolumbiens Regierung ab - Gemeinsame Erklärung beider Guerillaorganisationen / Bogotá, 25. August (AFP) - Die beiden kolumbianischen Guerillaorganisationen FARC und ELN haben in einer gemeinsamen Erklärung jeglichen Dialog mit der rechtsgerichteten Regierung von Präsident Alvaro Uribe abgelehnt. Solange die «unrechtmäßige Regierung» ihre «faschistische und militaristische Politik» fortsetze, werde es keinen «Prozess der politischen Annäherung» geben, heißt es in dem am Montag auf der FARC-Internetseite
veröffentlichten und von den Führungen beider Gruppen unterzeichneten Text. Die entsprechende Entscheidung fiel demnach «vor kurzem» bei einem Treffen beider Guerilla-Leitungen in den kolumbianischen Bergen. Ein solches Treffen stellt ebenso wie die gemeinsame Erklärung der beiden Guerillagruppen einen ungewöhnlichen Schritt dar. In der Vergangenheit hatte es zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) und den Rebellen des Nationalen Befreiungsheers (ELN) Streit um die Kontrolle bestimmter Gebiete gegeben. Beide Organisationen hatten überdies separate Anstrengungen für einen Friedensschluss mit Uribes Vorgängerregierungen unternommen. Uribe hatte bei seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr angekündigt, er werde rigoros gegen FARC und ELN vorgehen. Im Juli unterzeichneten die Regierung und die ultrarechten Paramilitärs der Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen (AUC) eine gemeinsame Erklärung, wonach die AUC-Kämpfer ab Ende des Jahres mit der Abgabe ihrer Waffen beginnen und die Demobilisierung bis Ende 2005 vollständig abschließen wollen. Der Friedensprozess mit der Guerilla kam hingegen nicht voran. In dem seit vier Jahrzehnten andauernden Konflikt zwischen Guerilla, ultrarechten Paramilitärs und der Regierung kamen bislang mehr als 200.000 Menschen ums Leben.

25/08/03: Kolumbiens Rebellen wollen Schulterschluss und lehnen Frieden ab - Bogotá (dpa) - Die beiden größten kolumbianischen Guerillagruppen FARC und ELN wollen sich im Kampf gegen den Staat zusammenschließen. Sie lehnen Friedensverhandlungen mit der Regierung von Präsident Alvaro Uribe strikt ab. Zugleich verständigten sie sich in einer gemeinsamen Erklärung vom Montag auf das Ziel, eine «demokratische und patriotische» Alternativregierung zu bilden. Den konservativen Uribe und dessen Regierung bezeichneten sie als «illegitim und faschistisch» sowie als «Feind des Friedens und Kriegstreiber». Es war die erste gemeinsame Erklärung der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) und des an Kuba orientierten «Nationalen Befreiungsheeres  (ELN) seit dem Amtsantritt Uribes im August vergangenen Jahres. Uribe lehnt Verhandlungen mit den Rebellen ohne eine Waffenruhe ab. Mit US-Militärhilfe versucht er stattdessen, die Rebellen militärisch zu besiegen. Ein Ende des vor fast 40 Jahren begonnenen Konflikts ist nicht in Sicht. Bei der Explosion einer Paket-Bombe wurden im Süden Kolumbiens fünf Menschen getötet und 40 weitere verletzt worden. Der vermutlich von den FARC gelegte Sprengsatz sei am Sonntag beim Verladen am Anleger des Flusshafens des Ortes Puerto Rico in der Provinz Meta explodiert, berichtete die Zeitung «El Tiempo» am Montag unter Berufung auf die Behörden. Zunächst war von sieben Toten bei der Explosion einer auf einem Boot versteckten Bombe die Rede gewesen. Am Vortag hatten FARC-Rebellen einen Journalisten an einer illegalen Straßensperre erschossen und einen Kollegen von ihm verletzt.

24/08/03: Sieben Tote durch Boot-Bombe in Kolumbien - FARC töten Reporter / Bogotá (dpa) - Bei der Explosion einer Boot-Bombe sind in im Süden Kolumbiens mindestens sieben Menschen getötet und 38 weitere verletzt worden. Der mit Sprengstoff beladene Kahn sei am Sonntag am Anleger des Flusshafens des Ortes Puerto Rico in der Provinz Meta explodiert, bestätigte ein Militärsprecher auf Anfrage. Zunächst war von drei Toten berichtet worden. Soldaten und Sanitäter seien in Hubschraubern auf dem Weg in den Ort am Fluss Ariari unterwegs. Das örtliche Krankenhaus sei völlig überfordert. Die Behörden gingen davon aus, dass es sich um die Tat der marxistischen Rebellengruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) handelte, die den Ort angegriffen hätten. Die FARC sind mit 17 000 Männer und Frauen unter Waffen die größte Rebellengruppe des Landes und bekämpfen den Staat seit fast 40 Jahren. Am Vortag hatten FARC-Rebellen in der südlichen Provinz Putumayo den Journalisten Juan Benavides erschossen und dessen Kollegen Jaime Conrado verletzt. Die Rebellen hätten das Feuer auf das Fahrzeug der beiden eröffnet, das an einer illegalen Straßensperre bei dem Ort Puerto Caicedo nicht angehalten habe, sagte der Bürgermeister der nahe gelegenen Stadt Puerto Asís, Manuel Alzate. Die beiden hätten über den Besuch von Präsident Alvaro Uribe in Puerto Asís berichten wollen. Der Staatschef verurteilte die Tat und berichtete, Rebellen hätten einen Anschlag gegen ihn während des Besuchs geplant. Die Zahl der seit Jahresbeginn getöteten Journalisten stieg damit auf neun. Das Land ist eines der weltweit
gefährlichsten für Journalisten.

24/08/03: Anschlag auf Kolumbiens Präsident Uribe vereitelt - Bogotá, 24. August (AFP) - Ein geplanter Anschlag auf den kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe ist am Samstag vereitelt worden. Bewaffnete Kämpfer hätten am Morgen «auf Geheiß der Guerilla» in Puerto Asis im Gebiet Putumayo ein Attentat auf ihn verüben wollen, sagte Uribe im Fernsehen. Der Plan sei jedoch
«rechtzeitig» aufgedeckt worden. Der Staatschef machte keine Rebellengruppe namentlich für den Anschlagsplan verantwortlich; Putumayo gilt aber als Rückzugsgebiet für die Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC). Am vergangenen Sonntag hatten Rebellen den Hubschrauber des Präsidenten und seine Eskorte beschossen und zur Umkehr gezwungen. Die FARC ist mit rund 17.000 bewaffneten Mitgliedern die größte Rebellengruppe in Kolumbien. In dem Konflikt zwischen der Guerilla, ultrarechten paramilitärischen Gruppen und der Armee kamen bislang mehr als 200.000 Menschen ums Leben.  

23/08/03: Kolumbianische Rechtsmiliz erklärt sich zur Entwaffnung bereit  - Regierung sieht ersten Schritt zum Frieden im Land

Bogota (AP) Die kolumbianische Regierung und eine der verbotenen Rechtsmilizen haben sich grundsätzlich auf die Entwaffnung der 5.000 paramilitärischen Kämpfer geeinigt. Das gab der Regierungsbeauftragte Luis Carlos Restrepo am Freitag bekannt. `Dies ist der erste Schritt zum Frieden im Land", sagte Restrepo. `Wenn uns die Entwaffnung der Selbstverteidigungskräfte gelingt, dann haben wir den Teufelskreis der Gewalt durchbrochen." Nach Angaben von Restrepo soll ein Abkommen der Regierung mit dem Zentralen Bolivar-Block der Selbstverteidigungskräfte in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Vereinbarungen mit anderen Rechtsmilizen mit insgesamt 8.000 Kämpfern würden bald folgen, sagte Restrepo in einem Radio-Interview weiter. Die paramilitärischen Gruppen haben sich in den 80er Jahren gebildet und führen einen blutigen Kleinkrieg gegen linksgerichtete Guerilleros und gegen alle, die von ihnen als Sympathisanten verdächtigt werden. Ebenso wie die Guerilleros der Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) finanzieren sich auch die Rechtsmilizen mit Einnahmen aus dem Drogenhandel. Im Bürgerkrieg in
Kolumbien verlieren jedes Jahr etwa 3.500 Menschen ihr Leben. Kritiker der Regierungsinitiative zur Entwaffnung der rechten Milizen äußern Bedenken, dass der Preis einer Einigung zu hoch sein könnte. Sie befürchten, dass eine geplante Amnestie die Ahndung von Menschenrechtsverbrechen verhindern werde. Die Regierung von Präsident Alvaro Uribe hat in dieser Woche einen Gesetzentwurf im Parlament vorgelegt, wonach jene, die Gräueltaten begangen haben, von Gefängnisstrafen verschont bleiben sollen, wenn sie etwa den Familien ihrer Opfer Entschädigungszahlungen leisten.

20/08/03: Rumsfeld sagt Kolumbien weitere Unterstützung zu - Bogotá (dpa) - US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat der kolumbianischen Regierung versprochen, sie in ihrem Kampf gegen Rauschgiftbanden, linke Rebellen sowie rechte Paramilitärs weiter zu unterstützen. Bei einem Kurzbesuch in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá hob Rumsfeld am Montagabend die Erfolge der Regierung von Präsident Alvaro Uribe bei der Bekämpfung der bewaffneten Gruppen und
der Drogenschmuggler hervor. «Das ist ein globaler Krieg und nicht nur das Problem eines einzigen Landes, den Terrorismus zu bekämpfen. Wir sind stolz, den Kolumbianern in diesem Kampf zur Seite stehen zu können», sagte der US-Verteidigungsminister weiter. Die USA haben dafür bereits Milliardenbeträge, Waffen und Ausbilder zur Verfügung gestellt. Bei einem Bombenanschlag der marxistischen Rebellengruppe Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) im Norden des Landes
starben unterdessen mindestens zwei Soldaten. Kurz zuvor hatte US-Präsident George W. Bush grünes Licht für die Wiederaufnahme der Anti-Drogenflüge zunächst in Kolumbien gegeben.
Das grenzübergreifende Programm war im April 2001 nach dem versehentlichen Abschuss einer Passagiermaschine durch ein peruanisches Kampfflugzeug gestoppt worden. Das Programm sieht vor, dass Amerikaner den Luftraum überwachen und der kolumbianischen Luftwaffe verdächtige Flugzeuge melden. Mögliche Gegenmaßnahmen bis hin zum Abschuss solcher Maschinen sollen strikt den Kolumbianern vorbehalten bleiben. In Peru bedürfe es vor einer Wiederaufnahme der
Flüge wegen des schlechteren Ausbildungsstandes der Luftwaffe und veralteter Technik noch einer längeren Vorbereitung, hieß es. Kolumbien ist weltweit der größte Produzent von Kokain und eines
der wichtigsten Herkunftsländer für Heroin. Der größte Teil der Drogen wird von Konsumenten in den USA gekauft.

20/08/03: Bush erlaubt wieder Anti-Drogenflüge in Kolumbien  - Washington (dpa) - US-Präsident George W. Bush hat grünes Licht für die Wiederaufnahme der Anti-Drogenflüge zunächst in Kolumbien gegeben. Das grenzübergreifende Programm war im April 2001 gestoppt worden, nachdem ein peruanisches Kampfflugzeug versehentlich eine zivile Passagiermaschine abgeschossen hatte. Dabei waren eine Missionarin aus den USA und deren Baby ums Leben gekommen. Es seien Vorkehrungen getroffen worden, «damit nicht wieder Unschuldige bei
solchen Abfangaktionen ihr Leben verlieren», teilte das Weiße Haus am Montag weiter mit.
Das Programm sieht vor, dass Amerikaner den Luftraum überwachen und der kolumbianischen Luftwaffe verdächtige Flugzeuge melden. Mögliche Gegenmaßnahmen bis hin zum Abschuss solcher Maschinen sollen jedoch strikt den Kolumbianern vorbehalten bleiben. In Peru bedürfe es vor einer Wiederaufnahme der Flüge wegen des schlechteren Ausbildungsstandes der Luftwaffe und veralteter Technik jedoch noch einer längeren Vorbereitung. Kolumbien ist weltweit der größte Produzent von Kokain und eines der wichtigsten Herkunftsländer für Heroin. Der größte Teil der Drogen wird von
Konsumenten in den USA gekauft.

18/08/03: Kolumbianische Rebellen beschießen Hubschrauber von Präsident Uribe - Bogotá, 18. August (AFP) - Rebellen haben im Nordosten Kolumbiens den Hubschrauber von Präsident Alvaro Uribe beschossen und zur Umkehr gezwungen. Sein Hubschrauber und seine Eskorte seien auf dem
Weg in die Ortschaft Granada von Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) angegriffen worden, teilte der Präsident auf einer Militärbasis im rund 400 Kilometer entfernten
Rionegro mit. Während Uribes Sprecher den Angriff bestätigte, verlautete aus Armeekreisen, der Hubschrauber des Präsidenten sei nicht Ziel des Angriffs gewesen. Ein zweiter Flug nach Granada
verlief anschließend ohne Zwischenfall. Uribe wollte sich in dem Ort, der im Dezember 2000 bei einem Angriff der Rebellen zerstört worden war, über den Wiederaufbau informieren. Die FARC ist mit 17.000 bewaffneten Mitgliedern die größte Rebellengruppe in Kolumbien. In dem Konflikt zwischen der Guerilla, ultrarechten paramilitärischen Gruppen und der Armee kamen bislang mehr als 200.000 Menschen ums Leben.

17/08/03: Kolumbiens Polizei meldet Festnahme von fast 150 Rebellen - Bogotá (dpa) - Die kolumbianische Polizei und das Militär haben im Norden des Landes nach eigenen Angaben fast 150 linke Rebellen festgenommen. Es handele sich um einen der größten Erfolge der vergangenen Jahre im Kampf gegen die in Städten und auf dem Land aktiven Einheiten der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) sowie des an Kuba ausgerichteten «Nationalen
Befreiungsheeres» (ELN), teilten die Behörden am Sonntag weiter mit. «Unter den Festgenommenen befindet sich auch der Kandidat für das Bürgermeisteramt in der Provinzhauptstadt Ovejas, der an bewaffneten Überfällen teilgenommen hat», sagte Polizeigeneral Luis Alfredo Rodríguez. Die Sicherheitskräfte hätten in der Provinz Sucre Organisationen das «Rückgrat gebrochen, die entführt, gemordet und gebrandschatzt haben», fügte er hinzu. Die Sicherheitskräfte stehen unter großem Druck, in dem bald 40- jährigen Kampf gegen die Rebellen Erfolge zu erzielen. Präsident
Alvaro Uribe hatte kürzlich allen «erfolglosen» Kommandanten nahe gelegt, den Dienst zu quittieren.
Unabhängige Berichte über die Festnahmen der Rebellen gab es nicht. Wer einmal in den Verdacht geraten ist, Mitglied einer der Rebellengruppen zu sein, hat nach Angaben von Menschenrechtsgruppen immer größere Mühe, seine Unschuld zu beweisen.

14/08/03: «De Telegraaf»: Zeit für Frieden in Kolumbien / Niederlande/Pressestimmen - Den Haag (dpa) - Zu jüngsten Erfolgen der Regierungsstreitkräfte von Kolumbien im jahrzehntelangen Krieg gegen Guerillatruppen meint der niederländische konservative «Telegraaf» am Donnerstag:
«Im Gegensatz zu früher richtet das Militär jetzt sein Visier auch auf die paramilitärischen "Selbstverteidigungstruppen". Dieses Kollektiv von Todesschwadronen war einst ein Bundesgenosse des Militärs und machte oft dessen Drecksarbeit. Die Ausschaltung der Todesschwadronen hat für die Regierung von Präsident Alvaro Uribe Priorität. Es waren vor allem diese paramilitärischen Einheiten, die es der linken Guerillabewegung unmöglich machten, konstruktiv am Friedensprozess mitzuarbeiten. (...) Kolumbien befindet sich fast 40 Jahre lang im Krieg. Die politische Gewalt fordert jährlich 3000 Menschenleben. Millionen wurden als Folge der Kämpfe obdachlos. Nach UN-Angaben gibt es weltweit kein Land mit so vielen Vertriebenen wie Kolumbien. Es wird Zeit, dass Friede einzieht in dieses südamerikanische Land.»

14/08/03: FARC: Ingrid Betancourt ist wohlauf -  - Kolumbianische Politikerin seit 18 Monaten in Geiselhaft  - Bogotá, 14. August (AFP) - Die vor 18 Monaten von der FARC-Guerilla verschleppte kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt ist nach Angaben ihrer Entführer wohlauf. «Ihr Gesundheitszustand ist gut, ebenso ihre Moral», sagte der Sprecher der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), Raúl Reyes, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Betancourt sei dennoch «sehr besorgt», weil sie seitens der kolumbianischen Regierung kein Interesse an ihrer Freilassung und der weiterer Geiseln sehe, fügte Reyes hinzu. Die Nummer Zwei der FARC erneuerte die Bedingungen seiner Rebellengruppe an Präsident Álvaro Uribe. Im Gegenzug für die Herausgabe Betancourts müssten die inhaftierten FARC-Mitglieder auf freien Fuß gesetzt werden. Zudem müsse sich die kolumbianische Armee aus den zwei südlichen Verwaltungsgebieten Putumayo und Caquetá zurückziehen. Im Falle eines gewaltsamen Befreiungsversuchs gehe die Regierung in Bogotá das Risiko ein, dass die Rebellen ihre Geiseln töten, drohte der Sprecher der größten Guerillaorganisation des Landes. Betancourt war am 23. Februar 2002 als Präsidentschaftskandidatin zusammen mit ihrer Wahlkampfmanagerin von der FARC beim Versuch verschleppt worden, auf dem Landweg in das südkolumbianische Rebellengebiet zu gelangen. Drei Tage zuvor war der Friedensprozess zwischen Regierung und FARC endgültig für gescheitert erklärt worden. Ein im kolumbianischen Dschungel aufgenommenes und im Juli vergangenen Jahres veröffentlichtes Video war das bislang letzte Lebenszeichen der Politikerin. Eine Rückholaktion Frankreichs vergangenen Monat missglückte.

12/08/03: Uribe verstärkt nach Anschlagsserie Druck auf Militärspitze -  21 Rebellen und fünf Paramilitärs in Kämpfen mit Armee getötet - Bogotá, 12. August (AFP) - Als Reaktion auf die jüngste
Anschlagsserie in Kolumbien hat Präsident Alvaro Uribe den Druck auf das Militär verstärkt. Diejenigen Oberbefehlshaber, die ihr Verwaltungsgebiet nicht in den Griff bekämen, müssten zurücktreten, sagte Uribe am Montag bei einer Sicherheitsberatung im Verteidigungsministerium in Bogotá. Die Bevölkerung müsse geschützt werden. Nach Verwaltungsgebieten, Brigaden und Einheiten seien entsprechende Berichte zusammengetragen worden und würden jetzt analysiert. Seit Freitag waren bei drei Autobombenanschlägen binnen drei Tagen insgesamt acht Zivilisten getötet und 22 weitere Menschen verletzt worden. Die Polizei machte die linksgerichteten Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) für die Attentate verantwortlich. Uribe hatte vor rund einem Jahr sein Amt mit dem Versprechen angetreten, rigoros gegen die FARC und die Rebellen des Nationalen Befreiungsheers (ELN) vorzugehen. Bei mehreren gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Armee wurden am Montag 21 linksgerichtete Rebellen und fünf Paramilitärs der rechtsgerichteten Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen (AUC) getötet, wie das Militär mitteilte. Sechs Soldaten seien bei den Kämpfen in den Verwaltungsgebieten Antioquia im Nordwesten, Calamar im Südosten und Nariño im Südwesten verletzt worden. In Kolumbien herrscht seit 39 Jahren Bürgerkrieg. In dem Konflikt zwischen Guerilla, ultrarechten Paramilitärs und der Regierung kamen bislang mehr als 200.000 Menschen ums Leben.

 

12/08/03: Kolumbianische Streitkräfte berichten von 28 getöteten Gegnern - Bogotá (dpa) - Die kolumbianischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei Kämpfen in verschiedenen Landesteilen 21 linke FARC- Rebellen und 7 Mitglieder der extrem rechten Paramilitärs getötet.
Die schwersten Gefechte mit Einheiten der marxistischen Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) habe es im Südwesten in der Nähe der Grenze zu Ecuador gegeben, teilte das Militär am Montag weiter mit. Die Streitkräfte stehen unter großem Druck, ein Jahr nach dem Amtsantritt des konservativen Präsidenten Alvaro Uribe endlich militärische Erfolge gegen die Rebellen und die Paramilitärs zu erzielen. Erst am Vortag hatte Uribe angesichts einer Anschlagsserie der FARC alle im Kampf «erfolglosen» Militärkommandanten aufgefordert, den Dienst zu quittieren.

11/08/03:  Mindestens 22 Tote bei Anschlägen und Kämpfen in Kolumbien - Bogotá (dpa) - Bei vier Autobombenanschlägen mutmaßlicher linker Rebellen und Kämpfen mit dem Militär sind binnen drei Tagen in Kolumbien mindestens elf Zivilisten, acht Rebellen und drei Soldaten getötet worden. Weitere 28 Menschen seien verletzt worden, berichteten nationale Medien am Montag. Die Bombenfahrzeuge waren an Fernstraßen sowie in kleinen Ortschaften abgestellt und wurden offenbar ferngesteuert gezündet, als sich Menschen näherten. Die Behörden machten in allen Fällen die marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) für die Taten verantwortlich. Niemand bekannte sich zu den Anschlägen. In den betroffenen Regionen sind auch Einheiten des kleineren, an Kuba orientierten Nationalen Befreiungsheeres (ELN) und der extrem rechten
Paramilitärs aktiv. Am Montag traf der US-Generalstabschef, General Richard Myers, zu Gesprächen in Bogotá ein. Die USA unterstützen mit Milliardenbeträgen Kolumbiens Kampf gegen den Drogenanbau und die Rebellen. US-Soldaten und Hunderte ziviler US-Berater sind in dem südamerikanischen Land im Einsatz. Für den 20. August hat sich US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld angesagt.
Bei Kämpfen um eine wichtige Brücke im Norden des Landes starben nach Angaben der Streitkräfte ein Soldat und vier FARC-Rebellen. Die anderen beiden Soldaten seien in Sprengfallen und Minenfeldern der Rebellen getötet worden. Weitere vier Rebellen seien bei Gefechten im Zentrum und im Süden des Landes erschossen worden. Das südamerikanische Land leidet seit fast 40 Jahren unter einem bürgerkriegsähnlichen Konflikt, in dem sich Rebellen und das Militär sowie in den vergangenen Jahren zunehmend auch die Paramilitärs bekämpfen. Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht.

10/08/03 Grosse Erleichterung in Cali aufgrund der Freilassung des Finanzbeauftragten der Stadt nach viermonatiger Entführung - Francisco Lamus Barrios befand sich in der Gewalt der FARC für 123 Tage. Sieben junge Männer bewachten ihn Tag und Nacht, auch während seines Marsches durch 17 verschiedene Camps in diesen vier Monaten. Aufgrund einer Beinprothese und Diabetes war er nicht imstande lange Strecken zu laufen, daher besorgten ihm die jungen Männer einen Esel mit großem Sattel. Am Freitag dann, mitten im Dschungel begann seine Freilassung. Er lief vierzehn Stunden, bevor er zu dem verabredeten Treffpunkt kam, wo ihn die Friedenskommission erwartete, die aus Vater Dario Echeverry, José Gutiérrez, Vorsitzender des ständigen Komitees zur Menschenrechtsverteidigung,  Fabio Cardozo , Friedensvermittler in Valle und Frangey Rendón, vom Büro der Friedensvermittlung, bestand.

 09/08/03 : Annan beklagt Leid der Ureinwohner - New York (epd). UN-Generalsekretär Kofi Annan hat das anhaltende Leid der Ureinwohner beklagt. Weltweit seien Leben, Glaubenssysteme, Kulturen, Sprachen und Lebensweisen der indigenen Völker bedroht, erklärte Annan am Freitag (Ortszeit) anlässlich des Internationalen Tages der Ureinwohner in New York. Der Schutz der Ureinwohner und die Förderung ihrer Rechte sei von fundamentaler Bedeutung für alle Staaten und Völker, betonte Annan. Die menschliche Familie sei ein «Gewebe enormer Schönheit und Vielfalt» und die indigenen Völker ein «reicher und wichtiger Bestandteil» davon. Nach UN-Angaben wurden in Kolumbien nahezu alle der 84 indigenen Gruppen vertrieben. 13.000 Menschen seien in 2001 und 2002 aus ihrer
Heimat geflohen. Mehr als 50 seien ermordet worden. In Chile leide der Mapuche-Volksstamm, mit 600.000 Mitgliedern der größte des Landes, unter sozialer und wirtschaftlicher Ungerechtigkeit. Die Zahl der Ureinwohner wird weltweit auf 200 bis 350 Millionen Menschen geschätzt. Dazu gehören unter anderen die Adivasi in Indien, die Aborigines in Australien und die Samen in Nordeuropa. Indigene Völker gibt es in mehr als 70 Ländern. Sie sprechen rund 5.000 verschiedene Sprachen. (08320/9.8.2003)

09/08/03 :  Papst-Stiftung gibt 1,84 Millionen Dollar für Lateinamerika - Vatikanstadt (KNA) Die von Papst Johannes Paul II. gegründete Stiftung «Populorum progressio» hat 1,84 Millionen US-Dollar für 221 Projekte in Lateinamerika und der Karibik bewilligt. Wie die Stiftung am Samstag im Vatikan mitteilte, sollen damit vor allem Vorhaben in der Landwirtschaft, von Kleinunternehmern sowie zum Aufbau lokaler Infrastruktur gefördert werden. Johannes Paul II. hatte die Stiftung 1992 aus Anlass der 500-Jahrfeiern der Entdeckung Amerikas ins Leben gerufen. Sie will wirtschaftlich benachteiligte Indios und Campesinos in Lateinamerika unterstützen. Die Verteilung der Mittel wurde bei einem Treffen im mexikanischen Guadalajara beschlossen, an dem der deutsche Erzbischof Paul Joseph Cordes als Präsident der Stiftung sowie Vertreter der Bischofskonferenzen aus Kolumbien, Brasilien, Bolivien, Ecuador und Peru teilnahmen.

09/08/03 :  Ein Toter bei weiterem Bombenanschlag in Kolumbien - Bogotá (dpa) - Bei dem zweiten Autobombenanschlag binnen 24 Stunden sind in Kolumbien ein Zivilist getötet und ein Soldat
verletzt worden. Das Bombenfahrzeug sei an einer Fernstraße in der Nähe der Stadt Caqueza 45 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Bogotá explodiert, teilte Polizeikommandant Luis Herrera am Samstag mit. Bei dem Toten handele es sich um einen Angestellten der Betreibergesellschaft der Fernstraße, der sich dem Fahrzeug genähert hatte. Über die Täter gab es zunächst keine Angaben.
Erst am Vortag waren bei einem Autobombenanschlag mutmaßlicher linker FARC-Rebellen in der Nähe der kolumbianischen Stadt Saravena fünf Menschen getötet worden. Weitere vier Menschen waren bei der Detonation im Nordosten des Landes an der Grenze zu Venezuela verletzt worden.
Das südamerikanische Land leidet seit fast 40 Jahren unter einem bürgerkriegsähnlichen Konflikt, in dem sich Rebellen und das Militär sowie in den vergangenen Jahren zunehmend auch die extrem rechten Paramilitärs bekämpfen. Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht.

09/08/03 : Kolumbien/Anschlag - Fünf Tote bei Autobombenanschlag in Kolumbien -
Bogota (AP) Bei der Explosion einer Autobombe im Osten Kolumbiens sind mindestens fünf Passanten getötet worden, darunter zwei Kinder im Alter von 3 und 13 Jahren. Vier weitere Menschen, darunter ein Soldat wurden nach Polizeiangaben verletzt. Der Anschlag ereignete
sich am Freitag in der N{he des Flughafens der Stadt Saravena und unweit eines Militärstützpunkts, an dem amerikanische Spezialeinheiten kolumbianische Soldaten ausbilden. Eine Armeepatrouille fuhr zum Zeitpunkt der Detonation gerade die betroffene Straße entlang, wie Polizeisprecher Luis Alfredo Rodriguez mitteilte. Die gut 350 Kilometer nordöstlich von Bogota gelegene Stadt Saravena befindet sich im Staat Arauca, wo Regierungstruppen und linksgerichtete Rebellen der Revolutionären
Streitkräfte Kolumbiens (FARC) sich seit Jahren blutige Auseinandersetzungen liefern.

07/08/03 : Kolumbien soll für Verbrechen der Guerilla aufkommen - Bogotá (dpa) - Der kolumbianische Staat soll für Verbrechen der linken Guerilla aufkommen und umgerechnet 245 000 Euro als Entschädigung für den Diebstahl von 2500 Rindern zahlen. Das habe ein Gericht in der Provinz Caquetá im Süden des Landes entschieden, berichtete die Zeitung «El Tiempo» am Donnerstag. Der Viehzüchter Ismael Díaz Gaitán hatte vor Gericht geltend gemacht, dass die Rebellen sein Vieh nur stehlen konnten, weil sich Polizei und Militär von November 1998 bis Februar 2002 aus der Region zurückzogen hatten. Die Regierung hatte ein Gebiet von der Größe der Schweiz in diesem Zeitraum zur entmilitarisierten Zone erklärt, um Verhandlungen mit den marxistischen «Revolutionären Streitkräften Kolumbiens» (FARC) zu ermöglichen. Die Gespräche scheiterten Anfang 2002 und die Zone wurde zurückerobert. Die Gerichtsentscheidung ebnet den Weg für weitere 50 Klagen, die Bewohner der Region eingereicht haben. Der Staat kann das Urteil noch anfechten. Allerdings wurde der Rinderzüchter schon im Juni von Unbekannten erschossen.

07/08/03 : Ein Hardliner feiert Amtsjubiläum - Álvaro Uribe ist seit einem Jahr Kolumbiens Präsident - Von Ingo Malcher (epd) = Buenos Aires (epd). Soldaten kontrollieren die Einfallstraßen der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, vor Regierungsbüros werden Panzerfahrzeuge in Stellung gebracht: Das Militär ist in Alarmbereitschaft versetzt, weil der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe (51) sein erstes Amtsjubiläum feiert. Die Sicherheitskräfte erinnern sich noch immer mit Schrecken an Uribes Amtseinführung am 7. August 2002. Damals beschoss die FARC-Guerilla mit Granatwerfern den Präsidentenpalast, während Uribe drinnen seinen Amtseid schwor. 20 Menschen kamen bei dem Angriff ums Leben. Auch jetzt will der Geheimdienst wieder Hinweise für einen neuen Angriff der FARC bekommen haben. Die linksgerichteten Rebellen wollten dem Präsidenten sein Jubiläum verderben, heißt es. Möglich wäre das. Denn seit Uribe im Amt ist, hat er der Guerilla den Krieg erklärt - um dem Land den Frieden zu bringen. In den vergangenen zwölf Monaten wurden in 1.630 Gefechten 1.943 Guerilleros getötet. Uribes Strategie lautet: Die Guerilla mit Gewalt «zu Verhandlungen zu zwingen», wie er sagt. Und während selbst die kritische Wochenzeitschrift «Semana» vergangene Woche mit dem Titel aufmachte: «Das Jahr, in dem die Hoffnung zurückkehrte», sind Menschenrechtler besorgt über den Konfrontationskurs Uribes. Der neue Präsident setzte vom ersten Amtstag an auf Krieg. Er rief in umkämpften Gebieten den Ausnahmezustand aus, der es dem Militär erlaubte, Verdächtige ohne Haftbefehl zu inhaftieren. Als Uribe die Maßnahme nach mehreren Monaten immer noch nicht aufheben wollte, erlitt er seine bislang schwerste Niederlage: Der Oberste Gerichtshof erklärte den Ausnahmezustand als verfassungswidrig. Jetzt arbeitet der Jurist Uribe an einer Verfassungsänderung. Wenn er sich durchsetzt, können Soldaten in Konfliktgebieten bald die Justiz ersetzen: Verhaftungen ohne Staatsanwalt, kein Haftprüfungstermin bei einem Richter, das letzte Wort hat immer der General. Doch damit nicht genug. In einem Entwurf für ein Anti-Terror-Gesetz plant Uribe, Selbstverteidigungskomitees zu legalisieren. Aus der trockenen Sprache des Gesetzestextes übersetzt bedeutet das: Legalisierung der Strukturen der rechtsextremen paramilitärischen Milizen. Widerstand dagegen regt sich kaum. Uribe kann auf eine breite Unterstützung bauen: Er hat sich einen Namen als Macher gemacht. «Es sind weniger die Ergebnisse, als der Eindruck, dass etwas geschieht», sagt der oppositionelle Senator und Ex-Guerillero Antonio Navarro Wolff. Der Bürgerkrieg zwischen Guerillagruppen, rechtsextremen Paramilitärs und der Armee in Kolumbien dauert seit bald 40 Jahren an. Besorgt äußert sich unterdessen das Büro des UN-Hochkommisars für Menschenrechte in Kolumbien. Folter und willkürliche Exekutionen seien an der Tagesordnung, heißt es im jüngsten Jahresbericht. Auch gingen mehr Beschwerden über Vergehen der Sicherheitskräfte ein: «Viele dieser Handlungsweisen waren von Mitarbeitern der Staatsanwaltschaft begleitet oder autorisiert.» Uribe lässt sich davon noch beirren. Er hat noch drei weitere Amtsjahre als Präsident und setzt seinen Konfrontationskurs fort. Und sollten ihm drei Jahre nicht reichen, so haben schon einige Abgeordnete seiner liberalen Partei einen Antrag im Kongress eingebracht: Sie wollen Uribe eine zweite Amtszeit ermöglichen, die die Verfassung für Präsidenten bislang ausschließt.  

01/08/03 : Villepin entschuldigt sich nach missglückter Geisel-Rückholaktion - Brasilia wegen Geheimmission für Betancourt irritiert = Paris/Brasilia, 1. August (AFP) - Der französische Außenminister Dominique de Villepin hat sich nach der missglückten Rückholaktion
für die in Kolumbien entführte Politikerin Ingrid Betancourt bei seinem brasilianischen Kollegen Celso Amorim entschuldigt. Nach Angaben des Pariser Außenministeriums bedauerte de Villepin bei
einem Gespräch in der französischen Hauptstadt am Donnerstag, Amorim über die Geheimaktion von Anfang Juli nicht früher unterrichtet zu haben, «sowie die unangenehme Lage, die den brasilianischen Behörden dadurch entstanden sein könnte». Die Erklärungen seien «zufriedenstellend», sagte Amorim nach seiner Rückkehr der Nachrichtenagentur AFP in Brasilia. Am 9. Juli hatte Frankreich nach Regierungsangaben «zu medizinischen Zwecken» ein Militärflugzeug ins brasilianische
Manaus entsandt. Von dort aus reisten mehrere mit Diplomatenpässen ausgestattete Franzosen - Medienberichten zufolge vor allem Geheimagenten - in den brasilianischen Regenwald, unweit der
kolumbianischen Grenze. Am 13. Juli drängten die brasilianischen Behörden die Franzosen zur Ausreise; sie zogen unverrichteter Dinge ab. De Villepin versicherte Amorim nun, in Zukunft alles zu tun, um «ähnliche Schwierigkeiten» zu vermeiden. Der Pariser Chefdiplomat rechtfertigte sich mit der Dringlichkeit der Aktion. Dem Vernehmen nach hatten die Angehörigen der französisch-kolumbianischen Politikerin mit Betancourts unmittelbarer Freilassung aus der seit Februar 2002 andauernden Geiselhaft durch die marxistische Guerillaorganisation FARC gerechnet. Sowohl die kolumbianische als auch die brasilianische Regierung hatten nach dem Auffliegen der Aktion verärgert reagiert. Paris dementierte energisch, bei der gescheiterten Mission habe es sich um einen Befreiungsversuch gehandelt. Mit der FARC habe Paris zudem «zu keinem Zeitpunkt» verhandelt, beteuerte der französische Außenstaatssekretär Renaud Muselier.


AlterFocus : Ingrid Betancourt et ses enfantsNachrichten 05-07/2003
AlterFocus : Ingrid Betancourt et ses enfants
Nachrichten 04/2003

AlterFocus : info Ingrid Betancourt www.Betancourt.info