Fabrice Delloye :

„INGRID MUSS GERETTET WERDEN - KOLUMBIEN BRAUCHT SIE“  


Dieser Artikel wurde von Fabrice Delloye, dem Vater der Kinder von Ingrid Betancourt geschrieben und erschien in der französischen Zeitung PARIS MATCH  am 20. Jänner 2003 

Ich fahre  um meine beiden Kinder Melanie und Lorenzo , die beiden Kinder Ingrids , von der Schule abzuholen. Ich sehe das Meer, das so ruhig daliegt. Ich sehe nach dem Süden. Auf der anderen Seite des Horizonts , ich weiß es sind ungefähr 1000 Kilometer, befindet sich der heilige Berg von Santa Maria, Heiligtum der friedlichen Kogi- Indianer, der über dem südamerikanischen Kontinent mit seiner Höhe von 5800 Metern auch über Kolumbien wacht, er wacht , so möchte ich es glauben, über Ingrid, über Clara, über deren 3000 Gefährten im Unglück, die sich zum Überleben zwingen, da unten, irgendwo in der Stille des Dschungels.

Woher die Nachrichten aus der Welt kommen, es sind schlechte Nachrichten, wie aus dem Irak, aus Palästina, aus Afghanistan, Tschetschenien. Gequälte Länder und Völker,  deren Leiden ich teile, mit denen ich mich solidarisch fühle, die mir erlauben wollen, dass ich mich ihren täglichen schrecken mit jenem  Drama anschließe, das unser Kolumbien erlebt. Ja, auch hier sind die Neuigkeiten schlecht: letzte Woche hat ein auto, beladen mit 200 kg sprengstoff ein Klublokal von Geschäftsleuten im Norden von Bogota zerstört. 33 Tote, davon 6 Kinder, 168 Verletzte waren das Ergebnis. Gestern in Neiva, einer Stadt im Süden Kolumbiens, ein Attentat mit 15 Toten. Traurige Liste der Zahlen! Kolumbien ist seit 30 Jahren schlicht und einfach das gefährlichste Land der Erde: 37.000 Männer, Frauen und Kinder verlieren hier jedes Jahr das Leben durch Gewalt.

Ich bin vor der Schule angekommen, lachende Kinder strömen aus dem Gebäude. Wie jeden Tag sind es die forschenden Augen Melanies, die mich hier erwarten. „Nun, Papa?“ sagt sie. Dieses „Nun“, ich trage es in mir wie ein Kreuz seit nunmehr 365 Tagen. Ruhig, aufmerksam, lauscht Lorenzo seiner Schwester: „Heute, im Anflug auf den Flughafen Neiva, ist eine Cessna mit vier Amerikanern und einem Kolumbianer an Bord , von der Guerilla abgeschossen worden, ohne Zweifel war es die FARC (= bewaffnete revolutionäre Armee Kolumbiens). Die Armee fand einen erschossenen Amerikaner und den Kolumbianer. Man denkt, daß die drei anderen Amerikaner leben und Geiseln der FARC sind. 

Meine Tochter Melanie ist im letzten Schuljahr, sie ist eine gute Schülerin, aber sie ist auch ein junges Mädchen, das zerrissen ist durch den  Leidensweg ihrer Mutter , aber sich auch weigert dem Leid  völlig nachzugeben. „Papa“ anwortet sie mir, wenn die FARC amerikanische Geiseln hat, vielleicht wird der amerikanische Kongreß mehr empfänglich sein , wenn es keine Aussicht auf ein humanitäres Abkommen zum Austausch der Geiseln gegen die Gefangenen der FARC gibt, vielleicht würden sie dann Druck auf den kolumbianischen Präsidenten , Alvaro Uribe, machen.“ Jeden Tag bin ich beeindruckt von der Klarsichtigkeit meiner Tochter. Sie gleicht so sehr ihrer Mama. Ihr lächelndes zartes Gesicht, das gleichzeitig ihre Bestimmtheit nicht verbirgt. Morgen wird sie nach Kanada fliegen. In Montréal wird sie von Gilles Cavin und dem dortigen Unterstützungskomitee für die Befreiung der Geiseln in Kolumbien erwartet. Mit diesen Menschen wird sie durch die  Straßen marschieren und in Ottawa mit dem kanadischen Außenminister, Bill Graham, zusammentreffen. Am 23. Februar , dem Jahrestag der Entführung von Ingrid und Clara, werde ich sie in Paris wiedersehen, um an einem Marsch mit den Unterstützungskomitees von der Place de Varsovie zur Mauer des Friedens am Marsfeld teilzunehmen.

Welchen Weg sind  meine beiden Kinder seit einem Jahr gegangen. Diese aufgezwungene Eintauchen in einen schrecklichen Krieg, der seinen Namen nicht zu nennen wagt, hat sie aus ihrer Kindheit vertrieben. Wenn ich sie um 2.00 Uhr morgens höre, während sie ihre Nachrichten per Radio an ihre Mama senden „Halte aus liebste Mama. Ich hab eine 15 (beste Note in Frankreich, Anm.d.Ü.)  in Geschichte. Du wirst schauen, wie groß ich geworden bin.“, dann wird mir die unglaubliche Grausamkeit der Menschen bewußt. Können diese Nachrichten gehört werden? Seit dem 15. Mai letzten Jahres haben wir keine Nachrichten von Ingrid und Clara. 
Trotzdem, wir sind nicht die am meisten zu bedauernden. Ich denke an jene Dutzende Mütter , die praktisch ohne Nachrichten von ihren Söhnen im Militär oder als Geiseln der Guerilla seit mehr als fünf Jahren sind und die in riesigen Abständen ein Foto, eine kleine Nachricht erhalten. Ich denke an jene junge Mutter im Süden von Bogota, die seit 52 Monaten ihren kleinen Sohn ihrem Mann zeigen will und es nicht kann.

Wir sind nicht die am meisten zu bedauernden weil wir uns vorbereiten konnten um dem Schwierigen zu begegnen, das nicht zu reparierende zu sehen. Ingrid´s Beruf ist ein gefährliches Geschäft, eines das  in Kolumbien mit sehr hohem Risiko verbunden ist. Seit sie in der Politik tätig ist, hat Ingrid es sich zur Gewohnheit gemacht ihren Kindern zu erklären, warum sie sich engagiert. Um die Korruption,  
die Cliquenwirtschaft und den Drogen-Terrorismus zu bekämpfen, die soziale Gerechtigkeit zu fördern und sie wußte, daß sie sich exponierte. Für sie war dieses Engagement eine Mission, eine Pflicht, gegenüber dem Volk von Kolumbien aber auch gegenüber ihr selbst. So viele Male habe ich sie sagen gehört „wenn ich nichts tue, kann ich mir nicht mehr ins Gesicht sehen.“ Ich war immer sprachlos über ihre Überzeugungskraft, ihre einzigartige Kraft uns für alle ihre Kämpfezu mobilisieren. Diese Verpflichtung zur Verfügbarkeit , die sie von den ihren verlangte, hat sie selbst den anderen gegeben, jenen für die sie die Hoffnung für ein neues, anderes Kolumbien repräsentiert hat. Wie sollte ich mich nicht an jenen Sommerabend am Flughafen von Los Angeles im Jahr 1997 erinnern, an dem sie für fast ein Jahr ihre Kinder verlassen mußte, die mit mir nach Auckland, Neuseeland, geflogen sind. Sie machte es sich zur Pflicht fröhlich zu sein. Einige Augenblicke später, als ich sie zu ihrer Maschine nach Bogota brachte, entdeckte ich, daß ihr Gesicht in Tränen gebadet war und sie murmelte schluchzend: „du verstehst, ich muß ganz einfach gehen, Kolumbien braucht mich.“ Diesen Abend habe ich verstanden, daß diese Mutter, die so stark mit ihren Kindern verbunden ist, ein besonderes Wesen war. 

Zurück zu Hause zum Mittagessen erwartet mich ein Anruf. Es ist Armand Burguet, der erstaunliche Armand, pensionierter Professor aus Belgien, leidenschaftlich an humanitären Anliegen interessiert, engagiert er  sich seit Ingrid´s Entführung für ihre Sache.

Als unermüdlicher Lehrer, hat eine Internetseite kreiert, die jetzt der Leitfaden für alle die Freiwilligen ist, die die Sache der kolumbianischen Geiseln unterstützen wollen. Dank Armand haben 450 Gemeinden auf der ganzen Welt, darunter Paris, Brüssel und Montréal  Ingrid Betancourt zu ihrer Ehrenbürgerin gemacht. Und wieder dank Armand gibt es mehr als 100 Unterstützungskomitees , die unseren Kampf weltweit unterstützen. Diese Großzügigkeit in Zeit- und Energiespende von uns bekannten und unbekannten Personen ist die Hefe unserer Hoffnung. Es muß wohl sein, daß Ingrid´s Bild in unserer heute so chaotischen Welt eine Hoffnung darstellt. Es muß wohl sein, daß ihr Kampf der "Kampf um das Gute" auch  für  Dominique de Villepin, der zwischen New York, Bagdad und Abidjan ein viel Beschäftigter ist, in seiner Agenda so viel Zeit gefunden hat, um in einer Novembernacht nach Bogota zu fliegen und laut und deutlich die Freilassung seiner früheren Schülerin der Politikwissenschaft zu fordern und um ganz Kolumbien und der FARC die Vermittlungsleistung von Frankreich anzubieten. Wie könnten wir auch nicht Trost in den Worten von Präsident Chirac im letzten März in Mont-de-Marsan finden, wenn er aus Anlaß des Tages der Frau den mutigen Kampf  zweier außerordentlicher Frauen Aung San Suu Kyi (Friedensnobelpreis) und Ingrid Betancourt, unsere Mitbürgerin,  beschrieb.

Weil Ingrid auch Französin ist, hat diese Doppelstaatsbürgerschaft sicherlich eine Rolle in ihrer politischen Karriere gespielt. Markante Persönlichkeiten wie Raymond Aron, Maurice Duverger oder  Jean-Claude Casanova haben beigetragen zu ihren Überzeugungen .
Ingrid selbst war davon überzeugt, daß es nicht Zufall ist, der jemanden veranlaßt  etwas zu tun. Ich sehe sie noch vor mir, in Caguan, im Februar, einige Tage vor ihrer Entführung, wie sie gemeinsam  mit zwei  anderen Kandidaten für die Präsidentschaft, eingeladen von  der FARC zur Präsentation ihres Programmes einem  ETAT Major antwortet. Ohne Zweifel war es hier, auf dieser ungewöhnlichen Tribüne, wo sie ihre erste Ansprache als „Staatsmann“ hielt. Was sagte sie ihnen? Daß deren Blindheit, das Nichtvorhandensein von Kompromissen, gleich ob es die Regierung Pastrana oder sie selbst seien, das Land in den Abgrund führt.  Sie fragte sie ob es ihnen bewußt ist, daß die kleinen Bauern, die sie seit 40 Jahren verteidigen wollen und für die sie zu den Waffen gegriffen haben, heute die vordersten Opfer dieses Krieges sind, die nur mehr vom Handel mit Kokain und Heroin leben. Nach den Statistiken der UNO gibt es tatsächlich 2,5 Millionen , die ihr Land verlassen mußten und die Reihen der Entrechteten vermehren. Sie sterben an Hunger in den Vororten der großen Städte . 

Ingrid fügte noch hinzu: „es gibt kein Verhängnis, würde jeder einzelne einen Versuch machen.“ Sie verlangte auch von den FARC die Entführungen einzustellen  und dann wandte sie sich an die Repräsentanten der Regierung mit dem Vorschlag „ein Mindestgehalt für die mittellosesten zu gewähren.“ Ihre ganze Kampagne für die Präsidentschaft basierte auf dem Dialog: „hören wir auf uns das Herz schwer zu machen, sprechen wir miteinander“ hörte sie nicht auf zu sagen. Um diese Überzeugung zu illustrieren, sie hatte in ihrem Wahlkampfbüro, einen großen Tisch aufgestellt, hinter dem in Lebensgröße die Fotos der lächelnden kriegerischen Verantwortlichen placiert waren. Man glaubte zu träumen! 

Die Nacht kommt und die Schatten werden länger in der tropischen Stadt in der wir wohnen. Die Straße erwacht zum Leben. Die Leute beziehen ihre Plätze auf den Gehsteigen, spielen Domino. Die Musik, die hier die Merengue oder Bachata  heißt, ergreift Besitz von den Plätzen. Der karibische Rhythmus lädt uns zum Tanzen ein......... wenn man die Augen schließt könnte man meinen in Kartagena, in Barranquilla zu sein, aber wie ein Fest feiern, wenn dort Krieg herrscht. Das ist die Stunde in der Melanie und Lorenzo ihre e-mails vorlesen. Bewegende e-mails kommen aus der ganzen Welt. Es stimmt, daß Ingrid´s Buch „Die Wut in meinem Herzen“ ins Koreanische, ins Japanische, ins Chinesische übersetzt wurde.....

Was uns immer wieder bewegt ist der gemeinsame Ton der Gefühle der Menschen, die uns schreiben. Es scheint als würde die gleichen Emotionen für Ingrid´s Kampf von Shanghai bis Sydney, von Ouagadougou bis Buenos Aires zum Ausdruck gebracht.  Außer Mitgefühl und Bewunderung sind es immer wieder zwei Fragen : „Was können wir tun?“ und „Wo sind sie, (s.5/1.Abs.) Ingrid und Clara?“. 
Wo stehen wir?  Kolumbien erinnert an ein Schiff in Seenot in einem außer Rand und Band geratenen Ozean.

Präsident Uribe ist ein mutiger Mann, er hat es in Bogota und Pasto gezeigt, als die Raketen einige Meter entfernt von seiner Tribüne explodiert sind. Sein Vater wurde von der Guerilla getötet. Er verfügt über 300 000 Männer aus Armee und Polizei. Ihm gegenüber sind drei Bewegungen, die seine Autorität herausfordern: die FARC, die marxistisch orientiert ist, und etwa 17 000 Männer umfaßt, die paramilitärischen Milizen der extremen Rechten, die ungefähr 10 000 Männer zählen und die ELN (Armee der nationalen Befreiung) mit 7 000 Männern. Paradoxerweise und trotz ihrer Differenzen haben alle drei Organisationen die gleiche Strategie: Ausbreitung ihrer Truppen über das Territorium (die FARC unterhalten 60 „Kampffronten“ vom Norden bis zum Süden und vom Osten bis zum Westen des Landes), Entführung von Persönlichkeiten  des politischen oder wirtschaftlichen Lebens, um Lösegeld zu bekommen (85 % der Geiseln weltweit befinden sich in Kolumbien!), Beziehungen mit den Drogenhändlern, denen sie das Recht auf eine Steuer (s.5./2.abs.) auf ihren Handel einräumen, wenn sie nicht die  Produzenten von Heroin oder Kokain sind. Diese drei Bewegungen kontrollieren mehr als die Hälfte des kolumbianischen Territoriums. Die Armee hat als erstes die großen Kommunikationsachsen zu verteidigen, die vorrangigen ökonomischen Zentren und die großen Städte. Diese unsichere Situation lähmt die Ökonomie, das Land das von seinen Bewohnern verlassen ist wurde wie in den Zeiten der „großen Gesellschaften“ ein Ort der großen Unsicherheit. 

Die Verhandler laufen zwischen Regierung und Paramilitärs hin und her. Diese Verhandlungen bewegen sich im schnellen oder langsamen Rhythmus und es  erscheint als ob man sich einem Waffenstillstand annähere . Mit der FARC, die Ingrid gefangenhält, sind wir momentan in einer Sackgasse. Durch die Verschärfung der Kämpfe seit dem letzten 7. August , kommuniziert die Bewegung nur minimal, meistens durch seine Informations-Agentur  Anncol. Das letzte Kommunique ist datiert vom 11. Februar. 

Die Regierung von Präsident Uribe anwortete in diesem unseren Wünschen damit, daß Ende Jänner eine Untersuchungs-Kommission gegründet wurde, die aus zwei Kirchenmännern und einem früheren Arbeitsminister der Regierung Pastrana besteht, gegründet wurde. Die Aufgabe dieser Mission war es mit der Rebellengruppe Kontakt bezüglich  eines humanitären Ausgleichs  aufzunehmen. In ihrem letzten Kommuniqué hat die FARC ganz klar diese Untersuchungs-Kommission zurückgewiesen und an ihrer Stelle eine Verhandlungs-Kommission für eine Übereinkunft humanitärer Art gefordert, die aus hohen Verantwortlichen der Regierung bestehen soll. Sie haben bestimmt, dass eine  demilitarisierte Zone (von der sie aber keine Größe angegeben haben) die Sicherheit der Verhandler , die von beiden Seiten ausgewählt werden , garantieren muß. Schließlich forderten sie , daß, gegen die Freilassung von Militärs, Governeuren, Abgeordneten, sowie des Ex-Ministers Echeverri und der Ex-Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourts, alle Guerilleros und Guerilleras , die zu ihren Vereinigungen gehören und in den kolumbianischen Gefängnissen festgehalten werden, freigelassen werden. Der Austausch der Gefangenen sollte auf kolumbianischem Territorium stattfinden.

Die letzten Attentate von Bogota und Neiva helfen uns nicht. Der Vize-Präsident Santos ist vielleicht ein wenig zu hastig die FARC verantwortlich zu machen, besonders jene von Bogota. Obwohl ich es – genau wie Ingrid - kategorisch ablehne die kriminellen und schrecklichen Methoden, die von der FARC angewandt werden, möchte ich doch hier anführen, daß auf dem schwarzen Brett der Gewalt die Statistik zeigt, daß 85 % der Opfer aus Aktionen  der Armee , der Polizei oder der Paramilitars  herrühren. Die Verteidigungsministerin , Marta Lucia Ramirez de Rincon, hat sich kürzlich nach Washington begeben, um im Staatssekretariat  (departement d´etat??) um eine substanzielle Anhebung der amerikanischen Hilfe zu ersuchen. Was hat sie hier gehört. 

Cela ecrit, und vielleicht ist es nötig es zu unterstreichen, die mögliche militärische Option um die Guerilla in Kolumbien auszulöschen, scheint aussichtslos. Die Experten des Pentagon, und das wurde in der kolumbianischen presse geschrieben, meinen, daß um bis auf den Grund der revolutionären Bewegungen zu kommen, es notwendig ist , daß die beschäftigten militärischen Kräfte sich in der Höhe von cirka einer Million bewegen, die von den bewaffneten ländlichen Milizen , die mit mindestens 250 000 Gewehren bewaffnet wären, unterstützt werden. 

Mit solchen Schlußfolgerungen konfrontiert, was können wir machen? Im Sinne von Ingrid, dürfen wir nicht aufhören zu erinnern, daß nur der Dialog zwischen allen am kolumbianischen Konflikt beteiligten Parteien könnte dieses Land das wir so sehr lieben, auf die Wege des Friedens und der nationalen Versöhnung führen. Das ist keine leichte Aufgabe. Die internationale Gemeinschaft hat in diesem Prozeß eine wichtige Rolle zu spielen, besonders deshalb um eine Stütze indefectible für jede humanitäre Übereinkunft zu sein. 

In dieser Hinsicht ist es notwendig, daß alle mit Kolumbien befreundeten Länder Präsident Uribe ermutigen, so rasch wie möglich eine Verhandlungs-Kommission zu ernennen, die für die FARC akzeptabel ist. Dieser erste Schritt könnte zu den weiteren führen, die uns vielleicht den Frieden zurückgeben können. In gleicher Art muß es sein, daß die FARC , und hier beziehe ich mich ausdrücklich auf Raul Reyes, den charge der relations exterieures des
Generalsekretariates, konkrete Zeichen des guten Willens setzt. Die sofortige Aussetzung  aller Entführungen oder die Ankündigung des Endes sämtlicher Attentate gegen zivile Ziele würden in bevorzugter Art von den enceintes international bewertet werden und könnten erlauben positive Kontakte zu erneuern. Wir alle, die FARC inbegriffen,  müssen den Mut aufbringen, den es dringendst braucht um Ingrid zu retten, weil Kolumbien verzweifelt Personen wie sie braucht, die das Unversöhnliche versöhnen können, weil wie Ingrid , in dieser Welt der Stürme ein Leuchtturm ist, eine Gewißheit, die den Weg  zeigt, dem zu folgen ist und unser Bewußtsein erleuchtet.
 
Fabrice Delloye
 
Vater der Kinder Ingrid´s.

 

AlterFocus : Ingrid Betancourt et ses enfants www.Betancourt.info