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Ingrid Betancourt - |
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Sie kämpfte gegen die Korruption in ihrem
Land, sei es in Wirtschaft, Politik, oder der Justiz. Sie engagierte sich
gegen den Krieg der linksgerichteten Guerilla, und den rechtsgerichteten
Paramilitärs. Sie kämpfte für die Einhaltung von Menschenrechten und
die Rechte der Frauen.
Dies ungeachtet der traurigen Tatsache, daß sie damit, bei den gegenwärtigen Verhältnissen in Kolumbien, auf vielen Todeslisten an oberster Stelle stand. So wurden denn auch mehrere Anschläge auf ihr Leben verübt. Schwerer wog für Frau Betancourt allerdings die Bedrohung ihrer Angehörigen: Als ihr ein Foto, mit einer zerstückelten Kinderleiche, zugestellt wurde, mußte sie ihre 2 Kinder im Ausland unterbringen. Frau Betancourt unterstützte in ihrem politischen Wirken zunächst den jetztigen Präsidenten Pastrana, wendet sich aber ab, als sie merkt, daß er seine versprochenen Reformen nicht einlöste. Sie gründete ihre eigene Partei, Partido Oxigeno Verde (grüner Sauerstoff), und ließ sich als Kandidatin zur Präsidentschaftswahl am 26.05.02 aufstellen. Spektakulär Frau Betancourts Aktionen, um auf Mißstände aufmerksam zu machen; so ließ sie (in einem erzkatholischem Land) Kondome an die Bevölkerung verteilen, "zum Schutz gegen die Krankheit der Korruption, im Land",ein andermal verteilte sie Viagra, damit sich die politische Moral im Land wieder "erheben" solle, verteilte Gasmasken, gegen den "Gestank der Korruption" , und trat im Flur des Kongresses, nachdem sie vorwarf, daß der frühere Präsident Samper sich seinen Wahlkampf vom Drogenkartell finanzieren ließ, in einen Hungerstreik, als nichts gegen Samper unternommen wurde, und Belastungszeugen starben. Auch als sie ihr Amt als Senatorin aufgab, um Präsidentschaftskandidatin zu werden, verlief das nicht ohne Paukenschlag: Frau Betancourt rief den Senatoren zu, sie würde sie alle entlassen, wenn sie Präsidentin wird, da jene alle korrupt seien. Ende Februar 2002 wurden Ingrid Betancourt und ihre Wahlkampfleiterin, Clara Rojas von linksgerichteten Rebellen der FARC entführt. Die Regierung unternimmt wenig, bis gar nichts - sie ist ja schließlich eine erklärte Gegnerin dieses Systems. So bleibt nur internationale Solidarität - gerade in einer Zeit, in der Unmut über Politiker immer mehr wächst, und Zweifel an deren Integrität immer größer werden, dürfen wir diese (todes)mutige Frau nicht einfach im Stich lassen, die ein ruhiges, und behütetes Leben aufgab (sie kommt aus einer wohlhabenden Diplomatenfamilie), und sich, bei aller Gefahr, für ihr Land, und ihre Ideale einsetzte. Eine andere couragierte Frau, die sich auch gegen Gewalt in ihrem Land, und für Freiheit und Menschenrechte engagierte sagte:"Wie könnte man da von einem Schicksal erwarten, daß es einer gerechten Sache den Sieg gebe, da sich kaum einer findet, der sich ungeteilt einer gerechten Sache opfert" Diese Frau war Sophie Scholl - für ihr Eintreten für diese Werte von einem deutschen Volksgerichtshof zum Tode verurteilt, und am 22.02.1943 hingerichtet - wir alle können dafür Sorge tragen, daß Ingrid Betancourt dieses Schicksal nicht zu teilen braucht.
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