Wir haben aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass Präsident Uribe erneut den Befehl an seine Armee erteilt hat, die Geiseln der FARC durch eine militärische Operation zu befreien.
Da wir wissen, dass das Kommando der FARC an seine Männer den Befehl erteilt hat, im Falle einer solchen Aktion die Geiseln zu töten, bedeutet dies, dass die kolumbianische Regierung durch diese Vorgehensweise das Todesurteil für die Geiseln fällt.
Es gäbe demgegenüber durchaus eine durchführbare Alternative, die Geiseln gesund und unverletzt in ihre Familien zurückzuführen: den Abschluss eines humanitären Vertrages, wie er durch das Internationale Humanitäre Recht (International Humanitarian Law) propagiert wird.
Wir als die Familie von Ingrid wenden uns entschieden, wie wir es immer getan haben, gegen die militärische Alternative und fordern Präsident Uribe nochmals mit Nachdruck auf, den Befehl rückgängig zu machen, und dies nicht nur für Ingrid Bétancourt sondern für alle betroffenen Geiseln.
So wie es Ingrid in ihrem Video vom Mai 2003 aufgezeigt hat, wollen wir die kolumbianische Regierung und die Internationale Gemeinschaft daran erinnern, dass Präsident Uribe persönlich die Verantwortung für alle Folgen, die mit einer solchen Vorgehensweise verbunden sind, tragen wird.
Yolanda Pulecio, Mutter von Ingrid, im Namen der ganzen Familie