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Die Geiseln
Ingrid Betancourt und
Clara Rojas
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Ingrid Betancourt
und Clara Rojas
Ingrid
Betancourt ist Mutter von zwei Kindern, war zuerst Abgeordnete, dann
Senatorin und wurde schließlich als Kandidatin für die Präsidentschaftswahlen
ihres Landes Kolumbien aufgestellt. Seit dem 23. Februar 2002 wird sie
zusammen mit ihrer Wahlkampfleiterin Clara Rojas von der FARC, einer der
kolumbianischen Guerillaorganisationen, als Geisel festgehalten.
Der Mut und die Entschlossenheit, die Ingrid in ihrem Kampf gegen Korruption und Drogenhandel in ihrem Land
zeigte, brachten ihr große Bewunderung ein und machten sie auf der ganzen Welt berühmt.
Als Tochter eines ehemaligen Erziehungsministers und früheren Senators lebte sie den größten Teil ihrer Kindheit im
Ausland, meist in Frankreich (ihr Vater war damals Botschafter Kolumbiens für die UNESCO), wo sie Politikwissenschaften
studierte.
1989 beschloss Ingrid plötzlich, obwohl sie ein ruhiges Familienleben führte, alles hinter sich zu
lassen, in ihr Land zurückzukehren und zu handeln: Ihre Mutter erlebte vor ihren Augen den Tod von Luis Carlos Galán, der 1989 Präsidentschaftskandidat war und die Hoffnungen auf eine radikale Änderung verkörperte, weil er sich für die Auslieferung von Drogenhändlern an die USA
aussprach.
Ihr Land Kolumbien ist am Ende, ausgeblutet durch viele Kriegsjahre. Nur wenige Menschen wagen es, sich der marxistischen
Guerilla, den paramilitärischen Gruppen, den Drogenkartellen und den machtlosen oder korrupten Politikern entgegenzustellen, um dem kolumbianischen Volk eine hoffnungsvolle Perspektive zu bieten. Ingrid Betancourt beschloss, dies zu tun. Sie gab ihr ruhiges Familienleben im Ausland auf, um in ihre Heimat zurückzukehren und für eine bessere Zukunft zu kämpfen.
Sie unterstützt ihre Mutter bei der Wahl in den Senat, um darauf im Finanzministerium zu
arbeiten. Frustriert von den geringen Erfolgen entscheidet sie sich nach wenigen
Jahren, mit ihrer Freundin Clara Rojas in die Politik zu gehen. 1994 wird sie zur Abgeordneten gewählt. Sie wird nicht müde, die Korruption der Politiker und insbesondere Ernesto Samper
anzuprangern, den sie während des Präsidentschaftswahlkampfes 1994 noch unterstützt
hatte.
Ingrid verdammt Korruption und Gewalt, kämpft für regionale Entwicklung und für die
Armen. Nach mehreren Drohungen entgeht sie knapp einem Mordanschlag. Sie muss ihre Kinder ins Ausland
bringen. Zeitungen nehmen oft Stellung gegen sie, andere Abgeordnete bringen hässliche Beschuldigungen gegen sie
vor, die von ahnungslosen Journalisten verbreitet werden. Sie muss oft ihr Ansehen in der Öffentlichkeit verteidigen und beweist ein ums andere Mal ihre Integrität.
1998 gründet Ingrid Betancourt ihre eigene Partei, "Oxigeno"
("Sauerstoff"), und bewirbt sich um einen Sitz im Senat. Sie gewinnt die Wahl entgegen allen Erwartungen mit der höchsten Stimmenzahl auf nationaler
Ebene.
Sie ist bald überzeugt, dass der einzige Weg, das System zu ändern, darin
besteht, im Mai 2002 selbst Präsidentin zu werden. Sie legt Ende 2001 ihre Funktion als Senatorin nieder und verlässt den Sitzungssaal mit dem
Ausruf: "Sobald ich Präsidentin bin, werde ich Sie alle entlassen!"
Am 23. Februar, genau zu Beginn des Wahlkampfes, werden Ingrid und ihre Wahlkampfleiterin Clara Rojas auf der Straße nach San Vicente von der FARC entführt...

Ein Interview mit Ingrid einen Monat vor ihrer Entführung, von Damien Cave
(salon.com)

Mehr
über Ingrid Betancourt
(EducWeb)
Betancourt.info
: Eine Webseite für die Befreiung von Ingrid und den 3.000 Geiseln
(Betancourt.info)
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